Banditreffen 2003

 


Erstaunlich viele Frauen und Männer folgten dem Aufruf, sich
persönlich in Henrichenburg kennenzulernen     Bild:Hopfe/HG

Auf das Internet folgte das persönliche Kennenlernen

Über 30 Bandscheibengeplagte aus der gesamten Bundesrepublik fanden am Samstag den Weg nach Henrichenburg. Kannten sie sich bisher nur aus dem Internet, saßen sie sich nun Auge in Auge gegenüber. Über 30 Bandscheibengeplagte aus dem gesamten Bundesgebiet trafen sich zum ersten persönlichen Kennenlernen in der Europastadt.
"Als ich 1984 meinen ersten Bandscheibenvorfall hatte, gab es noch kein Internet und wenig Informationsangebote", erinnert sich Ralf Scholz aus Henrichenburg. 2001 folgte dann der zweite Bandscheibenvorfall. "Damals entstand die Idee, im Internet ein Forum zu diesem Thema einzurichten", erzählt Scholz.
Unter "www.diebandscheibe.de" stellte er allerlei Wissenswertes über die Erkrankung zusammen. Beim gemeinsamen Chatten konnten Erfahrungen und Tipps ausgetauscht werden. Mittlerweile haben sich 520 Personen der Internet-Interessengemeinschaft angeschlossen. Sogar Mitglieder aus den Niederlanden, der Schweiz, Luxemburg und Frankreich loggen sich regelmäßig ein. "Wer sich uns offenbart, dem wird geholfen werden" verspricht Ralf Scholz. "Vor allem spenden wir uns gegenseitig Trost und helfen, wenn es z. B. um kompetente Ärzte geht."
Nach der erfolgreichen Premiere am Samstag bei "Wetterkamp" an der Hagenstraße sind auch für die Zukunft weitere Treffen geplant. "Sie werden dann in anderen Orten stattfinden, damit auch diejenigen, die auf Grund ihrer Krankheit nicht mehr weit reisen können, die Möglichkeiten haben, daran teilzunehmen", erklärt der Henrichenburger. Auch regionale Treffen kann er sich gut vorstellen.
Leidensgenossen empfiehlt er: "Man sollte sich gut überlegen, ob eine Operation wirklich nötig ist und auf jeden Fall die Meinung eines zweiten Arztes einholen. Ich kenne Menschen, die schon im Rollstuhl saßen, und nun auch ohne OP wieder gut laufen können." Stefanie Wand