Bandscheiben-Forum

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> Zuzahlungsbefreiung, Chronisch krank - 1%
Ralf
Geschrieben am: Donnerstag, 25.März 2010, 00:48 Uhr


Admin
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Chronisch krank - Zuzahlungsbefreiung

Als chronisch krank gelten Patienten, die sich in ärztlicher Dauerbehandlung befinden. Dies ist der Fall, wenn wegen derselben Krankheit regelmäßige Arztbesuche notwendig sind, mindestens ein Besuch pro Quartal, wenigstens ein Jahr lang.Darüber hinaus muss zusätzlich eines der folgenden Kriterien erfüllt sein:

• Es liegt eine Pflegebedürftigkeit der Pflegestufe 2 oder 3 nach dem zweiten Kapitel SGB XI vor.
• Es liegt ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 60 nach den Maßstäben § 30 BVG oder eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) von mindestens 60 % nach § 56 Abs. 2 SGB VII vor.
• Es ist eine kontinuierliche medizinische Versorgung erforderlich, in Form von ärztlicher oder psychotherapeutischer Behandlung, Arzneimitteltherapie und/oder Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln.

Ohne eine derartige medizinische Versorgung wäre nach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohliche Verschlimmerung der Erkrankung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität, verursacht durch die chronische Krankheit, zu erwarten."

Wer als chronisch krank eingestuft ist, hat nur noch eine Zuzahlung in Höhe von 1 % vom Bruttoeinkommen zu leisten.

Die Zuzahlung setzt sich zusammen aus der Praxisgebühr (auch Zahnarzt), den Rezeptgebühren bei verschreibungspflichtigen Medikamenten, den Zuzahlungen im Krankenhaus, Physiotherapie etc.

Alle Familienangehörige werden bei der Berechnung herangezogen, ausgenommen sind Kinder, die selbständig versichert sind.
Beispiel: Bandi Einkommen 12.000 Euro, Ehepartner 20.000 Euro, macht bei 1% Zuzahlung 320 Euro/Jahr. Auch der Partner ist dann von der Zuzahlung befreit, wenn die Befreiungsgrenze erreicht ist.

Um den Anspruch geltend zu machen, müsst Ihr einen Antrag auf "Befreiung von Zuzahlungen" von der Krankenkasse anfordern, beim Arzt ausfüllen lassen und zusammen mit allen Quittungen und einer Einkommenserklärung (ebenfalls Krankenkasse) wieder bei der Krankenkasse abgeben. Ist der Zuzahlungsbetrag bereits überschritten, wird das überschüssige Geld zurücküberwiesen. Von der Krankenkasse gibt es dann eine Befreiungskarte, die dann bei jeder Behandlung vorgezeigt werden muss.
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falco
Geschrieben am: Donnerstag, 25.März 2010, 11:00 Uhr


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Hallo Ralf,

ganz so einfach ist die Berechnung aber nicht, denn es gibt Freibeträge!

Weiß jetzt nicht genau die Höhe, aber für Ehepartner und Kinder werden Freibeträge gewährt, so dass die Belastungsgrenze sinkt. Am besten wirklich direkt bei der KK anfragen, damit man kein Geld verschenkt!
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Andreas 2
Geschrieben am: Donnerstag, 25.März 2010, 12:05 Uhr


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Hallo Ralf,

es sollte noch erwähnt werden ,dass bei Zahnersatz ein höherer Freibetrag beantragt werden kann bzw.soll.
Und somit die Eigenleistung viel geringer wird,aber extra beantragen wichtig.


Gruß
Andreas 2
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Ralf
Geschrieben am: Donnerstag, 25.März 2010, 13:44 Uhr


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Hallo Ihr,

@Falco, natürlich gehen davon noch Freibeträge ab, diese werden aber von der KK automatisch berechnet.

Hier mal ein Beitrag zum Freibetrag:

Zitat

3.2. Freibetrag

Von diesem Bruttoeinkommen zum Lebensunterhalt werden ein oder mehrere Freibeträge abgezogen:

    * Für den ersten im gemeinsamen Haushalt lebenden Angehörigen des Versicherten (z.B. Ehegatte): 4.599,- € (= 15 % der jährlichen Bezugsgröße).
    * Für jeden weiteren im gemeinsamen Haushalt lebenden Angehörigen des Versicherten und des eingetragenen gleichgeschlechtlichen Lebenspartners (z.B. Verwandte in gerader Linie wie Großeltern, Eltern, Enkel): 3.066,- € (= 10 % der jährlichen Bezugsgröße).
    * Für jedes Kind des verheirateten Versicherten und des eingetragenen gleichgeschlechtlichen Lebenspartners: 4.368,- € als Kinderfreibetrag, wenn es sich um ein Kind beider Ehegatten handelt, ansonsten 2.184,- € (§ 32 Abs. 6 EStG).
    * Für das erste Kind eines alleinerziehenden Versicherten: 4.599,- € (= 15 % der jährlichen Bezugsgröße).
    * Für jedes weitere Kind eines alleinerziehenden Versicherten: 4.368,- €.



Dies sind die Freibeträge, die momentan von der Krankenkasse bei der Ermittlung des Familieneinkommens herangezogen werden. Allerdings sieht das Gesetz einen höheren Kinderfreibetrag vor, was am 30.6.2009 vom Bundessozialgericht (Az.: B 1 KR 17/08 R) bestätigt wurde. Im Jahr 2010 wäre dies ein Betrag von 7.008,- €. Gegenwärtig prüfen noch die Juristen der Krankenkassen und des GKV-Spitzenverbands die Berücksichtigung der höheren Freibeträge rückwirkend bis zum Jahr 2005.

Quelle: betanet


@Andreas,

nach meinen Recherchen zählt der Zahnersatz nicht darunter. Hast Du da einen Link zu? Ich hatte vor gut 3 Jahren bei meiner KK nachgefragt und eine negative Antwort erhalten.

Liebe Grüße

Ralf :winke

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Andreas 2
Geschrieben am: Donnerstag, 25.März 2010, 14:54 Uhr


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Hallo Ralf,

den habe ich nicht,weis es von einem Bekannten der hatte bei der KK einen Antrag gestellt.

Ggf.kommt es auf das Einkommen auch noch an sagte er mir.

Gruß

Andreas 2
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vrori
Geschrieben am: Donnerstag, 25.März 2010, 21:28 Uhr


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Hallo,

ja bei Zahnersatz gibt es die Möglichkeit des höheren Zuschusses - die sogenannte Überforderungsklausel...
ich such gleich mal eben...

http://www.zahnwissen.de/frameset_behandlu...~festzu2005.htm

da müßtet ihr es unter "Härtefall" finden...



LG
Vrori

Bearbeitet von vrori am Donnerstag, 25.März 2010, 21:31 Uhr
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Hermine
Geschrieben am: Freitag, 26.März 2010, 10:32 Uhr


sci vias - so gut es geht
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Löli,

das ist ja interessant mit dem Zahnersatz ....danke für den Link (mein Mann und ich brauchen auch beider leider Zahnersatz und das wird ganz schön teuer lt. KV) ...mal sehen was sich machen lässt ....

LG
Hermine :winke
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Ralf
Geschrieben am: Freitag, 26.März 2010, 11:23 Uhr


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Hallo Andreas und Vrori,

Danke für den Link! Das hat aber mit "chronisch krank" nichts zu tun, sondern eben mit dem Härtefall und das steht allen zu, die unter die Grenzen fallen.

Liebe Grüße

Ralf :winke
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Alexlaiho1980
Geschrieben am: Samstag, 16.Juni 2012, 10:38 Uhr


Öfter dabei
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Hi,
mal eine Frage:
Ich bin seit 1. Januar AU und bekomme seit dem Krankengeld. Durch Krankenhaus- und Rehaaufenthalt hab ich nun schon einiges an Zuzahlungen geleistet. Nun würd ich mich gern befreien lassen, werde aber aus dem Antrag nicht ganz schlau.

Wenn ich mich für 2012 befreien lassen möchte + Rückerstattung, muß ich denn als Bruttoeinkommen vom Krankengeld ausgehen oder von meinem Lohn den ich 2011 bekommen hab?
Außerdem habe ich noch ein Nebengewerbe welches meine Freundin zur Zeit für mich ausübt (bisschen bei Ebay verkaufen)

Gruß


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vrori
Geschrieben am: Samstag, 16.Juni 2012, 11:47 Uhr


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Hallo,

für das Jahr 2012 ist das Einkommen maßgebend, welches du im Jahr 2012 hast..also das Krankengeld...und wenn du einen Gewerbeschein angemeldet hast, dann auch dieses Einkommen lt. vorläufiger Steuererklärung oder geschätztes Einkommen...

LG
Vrori
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