Newsletter vom 23.06.2009, 12:09:56

Betreff: Newsletter Juni



Banditreffen in Rheinfelden vom 25.09. bis 27.09.2009

Liebe Bandis,

Unser nächsten Banditreffen findet vom 25.09.-27.09.2009 in Rheinfelden statt.

Das Programm sieht folgendermassen aus:

Freitag, 25.09. Ankunft in Rheinfelden (D) bis ca. 17.00 Uhr

Mit dem Flieger geht es am Besten nach Basel (CH), von dort wird es einen Fahrdienst nach Rheinfelden geben.

Gegen 17.30 Uhr wird ein Fahrdienst eingerichtet, der uns Bandis vom Hotel abholt und zu schwarzhex und Christian bringt, wo wir dann einen gemütlichen Grillabend verbringen werden. Natürlich bringt uns der Fahrdienst auch wieder ins Hotel zurück. Den Abend werden wir in einem großen Zelt verbringen. Da die Abende auch im Sommer recht kühl werden können, bitte etwas Warmes zum Anziehen mitbringen!

Samstag, 26.09.

Nach dem Frühstück geht es ca. gegen 10.00 Uhr mit dem Reisebus nach Badenweiler, wo wir gegen 11.00 Uhr das Schloss Bürgeln besichtigen.

Anschließend geht es mit dem Bus weiter in die Schweiz nach Basel. Bitte gültigen Personalausweis nicht vergessen!

Von 14.00 - 15.30 Uhr kommentierte Stadt- und Hafenrundfahrt mit dem Schiff von/bis Basel Schifflände.

Von 15.30 - 18.00 Uhr Stadtbesichtigung Basel, bzw. zur freien Verfügung

18.00 - 18.30 Uhr Rückfahrt mit dem Bus zum Hotel.

Ab 19.00 werden wir den Abend gemütlich beim Italiener verbringen. (Nähere Infos werden nachgereicht) - Ende offen!

Sonntag, 27.09.

Gemütliches Beisammensein nach dem Frühstück bis zur Heimreise. Optional kann für 10 Euro ein Brunch bestellt werden.

Abschied und Heimreise

Kosten:

Die Kosten für den Reisebus, Schlossbesichtigung, Schiff und Grillabend werden vom Forum getragen

Der Informationsbeitrag ist hier nachzulesen: http://www.diebandscheibe.de/ibf/index.php?showtopic=34275

Anmeldungen nehmen wir in diesem Thema entgegen: http://www.diebandscheibe.de/ibf/index.php?showtopic=34276

Wir freuen uns jetzt schon auf Eure Anmeldungen.

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Kokain-Spuren: Red Bull nimmt Cola-Produkt vom Markt

Wiesbaden (ddp). Das Erfrischungsgetränk Red Bull Cola darf in Hessen nicht mehr verkauft werden. Das Getränk enthalte in geringen Spuren Kokain und sei damit kein Lebensmittel, sagte ein Sprecher des hessischen Umweltministeriums am Freitag auf ddp-Anfrage und bestätigte damit einen Vorabbericht der «Frankfurter Neuen Presse» (Samstagausgabe). Bereits seit Dienstag gebe es hessenweit eine Rückrufaktion für das betreffende Produkt.

Den Kokainnachweis habe das nordrhein-westfälische Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit (LIGA) erbracht. Das Bundesumweltministerium leitete das Untersuchungsergebnis mit einer entsprechenden Maßgabe an die Länder weiter.

Der Sprecher des hessischen Umweltministeriums betonte, dass Red Bull Cola «nicht gesundheitsschädlich» sei. Da es aber durch die zugesetzten Kokablattextrakte Spuren von Kokain enthalte, falle es unter das Betäubungsmittelgesetz und brauche dafür eine gesonderte Zulassung.

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Hexenschuss: Sanftes Dehnen hält Muskeln beweglich

Aachen (ddp). Ein Hexenschuss kann heftig schmerzen. Wer sich bei der Gartenarbeit zu schwungvoll bückt oder zu schwere Gewichte stemmt, den setzen plötzlich einsetzende Rückenbeschwerden schnell schachmatt. Hinter der sogenannten Lumbalgie stecken meist massive Muskelverspannungen im Lendenbereich, wie der Aachener Orthopäde Christoph Eichhorn erläutert. Insbesondere Menschen, die sich eher wenig bewegten, seien für den Kreuzschmerz empfänglich: «Wer seine Rückenmuskulatur regelmäßig mit Dehnübungen trainiert, bekommt meistens auch keinen Hexenschuss.»

In der Regel verschwänden die Rückenbeschwerden nach spätestens zwei bis drei Tagen von selbst, sagt der Orthopäde. In dieser Zeit sollte die betroffene Rückenregion am besten kontinuierlich gewärmt werden, zum Beispiel mit einer Wärmflasche. Bei besonders heftigen Beschwerden könne der Arzt ein Schmerzmittel spritzen. Wichtig sei, den Körper nicht vollkommen ruhig zu stellen, betont Eichhorn. Auch wenn jede Regung schwerfalle, sollten die Muskeln vorsichtig gedehnt werden, damit die Muskulatur beweglich bleibe.

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Babymassage: Entspannend und gesund

Berlin (ddp). In vielen Kulturen ist die Babymassage fester Bestandteil im Alltag eines Neugeborenen. Als Muntermacher, aber auch zur Entspannung ist diese Streicheleinheit, die überwiegend zwischen Mutter und Kind stattfindet, eine besondere Form der Zweisamkeit, bei der beide genießen können. Die sanften Bewegungen der Mutter fördern die Durchblutung des Kindes, regen den Stoffwechsel an und tragen zur Ausprägung eines gesunden Körpergefühls bei.

Bereits Neugeborene können massiert werden. «Den intensiven Hautkontakt genießen schon ganz junge Babys», sagt Lisa Fehrenbach, Hebamme in Berlin und Beauftragte des Deutschen Hebammenverbandes für Stillen und Ernährung. Bei einer Raumtemperatur von mindestens 22 Grad können Mütter ihre Kinder mit sanften Bewegungen streicheln und massieren. Während der zehn Minuten langen Massage liegt das Kind auf einer Decke oder auf den Beinen der Mutter, wodurch es zusätzlich ihre Körperwärme spürt. «Die Mutter sollte unbedingt warme Hände haben und mit etwas Öl massieren», sagt die Hebamme.

Bei der Babymassage wird der gesamte Körper massiert. «Man beginnt am Kopf und arbeitet sich langsam über den Körper hin bis zu den Zehen vor», sagt Fehrenbach, «wobei darauf zu achten ist, dass die gesamte Hautoberfläche des Kindes sanft berührt wird.» Diese Streicheleinheit, bei der die Sinnlichkeit des Kindes geschult wird, wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden des Säuglings aus. «Die Massage kann munter machen, aber auch entspannen und zum Einschlafen beitragen», sagt die Expertin. Fühlt sich das Baby während der Massage wohl, kann nach Belieben oft massiert werden. «Gerade in anderen Kulturen wird häufiger am Tag massiert. Oft massieren Mütter morgens, um den Tag zu beginnen, und abends, um ihn ruhig ausklingen zu lassen», sagt Fehrenbach.

Möchte man sein Baby massieren, ist es wichtig, dass das Kind gesund ist. «Bei Fieber und anderen Erkrankungen sollte nicht massiert werden, da Krankheiten verschlimmert werden können und Kinder sich oft unwohl fühlen», sagt die Hebamme. Spezielle Handgriffe können Mutter und Kind in einem Babymassage-Kurs erlernen, der häufig in Hebammenpraxen oder Geburtshäusern angeboten wird. Viele Hebammen, die speziell für die Babymassage ausgebildet sind, geben Kurse für etwa fünf bis zehn Euro pro Stunde.

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Osteoporose: Prominenter Lauf gegen Knochenschwund

Berlin (ots) - Rund 600 Mitglieder und Mitarbeiter des Deutschen Bundestages, unter ihnen auch Bundespräsident Horst Köhler, gingen am 06. Mai 2009 in Berlin gemeinsam mit Vertretern der Nationalen Initiative gegen Osteoporose (NIO) zu einem "Lauf gegen Osteoporose" an den Start. Ihr gemeinsames Anliegen: Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die "stille Krankheit" und die rechtzeitige Diagnose und Therapie von Risiko-Patienten.

Osteoporose (Knochenschwund) zählt zu den großen Volkskrankheiten. Allein in Deutschland sind nach aktuellen Erhebungen rund 7,8 Millionen Menschen betroffen. Doch wird die Krankheit häufig viel zu spät diagnostiziert und behandelt. Die Folgen sind schwerwiegend: 330.000 Knochenbrüche jährlich, davon ca. 160.000 der Wirbelsäule und der Hüfte. Für die Betroffen bedeutet dies nicht selten eine verkürzte Lebenserwartung, Invalidität und Pflegebedürftigkeit.

"Osteoporose rechtzeitig zu diagnostizieren und wirksam zu behandeln, sollte daher das gemeinsame Ziel von Ärzteschaft, Betroffenen und Gesellschaft sein", erklärte Professor Andreas Kurth, Lehrstuhlinhaber für Orthopädie an der Universitätsmedizin Mainz, kurz vor dem Lauf. "Leidvolle und für die Solidargemeinschaft kostenintensive osteoporotische Knochenbrüche können verhindert werden."

Gerade die Hochrisiko-Gruppe der über 70-jährigen Frauen und über 80-jährigen Männer wird in Deutschland selten auf das Krankheitsbild der Osteoporose hin untersucht. Ein deutliches Indiz für das mangelnde gesellschaftliche Bewusstsein in Bezug auf die "stille Krankheit", die aufgrund fehlender äußerer Symptome häufig zu spät - erst in Folge eines ersten Knochenbruches - diagnostiziert wird. Eines der wichtigsten Ziele der Nationalen Initiative gegen Osteoporose ist daher die gesellschaftliche Sensibilisierung für das Krankheitsbild und das Leid der Betroffenen. Neben den körperlichen Beschwerden führt die Bewegungseinschränkung zu einer Isolierung der Betroffenen, sodass diese sich zunehmend hilflos fühlen im Umgang mit den Begleiterscheinungen und Folgen der Erkrankung.

Die "stille Krankheit" steht auch im Fokus der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) deklarierten Bone and Joint Dekade (BJD), dem Jahrzehnt der Knochen- und Gelenkerkrankungen. Der ´Lauf gegen Osteoporose' wird Im Rahmen der weltweiten "Invest in Your Bones"- Kampagne von der International Osteoporosis Foundation (IOF) gefördert.

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Ärzte Zeitung, 27.05.2009 05:00

Standard bei ERD: Step-down-Therapie mit PPI

Bei ERD: Rötungen sind charakteristisch im Stadium I

Bei Patienten mit erosiver Refluxkrankheit (ERD) orientiert sich die Pharmakotherapie in erster Linie an den Beschwerden. Protonenpumpenhemmer (PPI) sind die Arzneimittel der Wahl.

Bei Patienten mit erosiver Refluxkrankheit werden Protonenpumpenhemmer (PPI) im Sinne einer Step-down-Therapie angewandt.

Im Vergleich zu einer Step-up-Therapie mit Antazida, H 2 -Blockern oder Prokinetika als primärer Medikation würden ERD-Patienten mit der Step-down-Therapie mit einem PPI schneller beschwerdefrei, die ösophagealen Läsionen heilten rascher und die Gesamtdauer der Therapie werde verkürzt, heißt es in der Leitlinie "Gastroösophageale Refluxkrankheit" der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

Zudem punkte die Step-down-Therapie bei den Kriterien Patientenzufriedenheit und auch Wirtschaftlichkeit, so die Leitlinien-Autoren.

Bei der ERD-Akuttherapie werden PPI abhängig von den Beschwerden und abhängig vom initialen endoskopischen Befund über vier bis acht Wochen gegeben. Innerhalb von zwei Wochen würden etwa 90 Prozent aller ERD-Patienten unter adäquat dosierter PPI-Therapie beschwerdefrei.

Dabei korreliere die Geschwindigkeit, mit der Läsionen im Ösophagus abheilen, mit der Stärke und Dauer der Säuresuppression, heißt es in der Leitlinie. Die Abheilungsraten liegen bei einer vier- bis achtwöchigen Therapie zwischen 70 und 100 Prozent. Haben die Beschwerden nachgelassen, wird die Dosierung und so die Intensität der Therapie reduziert.

Haben sich die typischen Refluxsymptome trotz einer Standard-PPI-Therapie nach vier Wochen noch nicht verändert, wird in der Leitlinie zunächst zu einer Verdopplung und dann in einem weiteren Schritt bei Bedarf zu einer Verdreifachung der Dosierung geraten. Auch ein Wechsel auf ein anderes PPI-Präparat kommt infrage.

Spricht ein ERD-Patient auch weiterhin nicht auf die PPI-Therapie an, wird eine Langzeit-pH-Metrie vorgenommen und die Diagnose überprüft. Werden hierbei in den Abend- und Nachtstunden erhöhte Säurewerte gefunden, lohnt sich der Versuch, die PPI-Dosis auf eine morgens und eine abends einzunehmende Dosis aufzuteilen.

Die Wahrscheinlichkeit für ein Rezidiv nach erfolgreicher Akuttherapie ist umso höher, je ausgeprägter die bei der Endoskopie diagnostizierte Ösophagitis ist. Bei vielen ERD-Patienten ist also eine Langzeittherapie nötig. Diese sollte mit der letzten effektiven Dosis der Akuttherapie beginnen, heißt es in der Leitlinie. Die Langzeittherapie könne im Verlauf abhängig von den Symptomen angepasst werden (step-down oder on-demand).

Fotos: www. endoskopiebilder.de

Wie die Akuttherapie wird auch die Langzeittherapie nach klinischen und nicht nach endoskopischen Kriterien kontrolliert. Oft reichten für die Langzeittherapie die niedrigeren Dosierungen der PPI. Bei einer Langzeittherapie sollte in Abständen von einem bis zwei Jahren ein Auslassversuch gemacht werden, raten die Leitlinien-Autoren.

Bevorzugte Form der Langzeittherapie sei die "on demand"-Therapie, also die Bedarfstherapie.(sec)

Zur Leitlinie im Web: http://www.uni-duesseldorf.de/awmf/ll/021-013.ht

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Auch Lippen brauchen Sonnenschutz

27. Mai 2009

Nicht nur die Gesichtshaut sollte bei gleißendem Sonnenlicht vor schädlicher UV-Strahlung geschützt werden. Auch den Lippen kann zu viel Sonne Schaden zufügen. «Besonders die Unterlippe ist sehr empfindlich», betont der Münchner Hautarzt Professor Dietrich Abeck vom Berufsverband Deutscher Dermatologen. Da die Mundpartie nicht durch Hornhaut geschützt sei, könnten hier besonders schnell UV-Schäden auftreten. Ratsam sei deshalb, die Lippen mit einem speziellen Fettstift zu schützen, der einen UV-Filter besitze.

Haben die Lippen zu viel Sonne abbekommen, sind sie meist spröde und trocken, schmerzen und die Haut pellt sich ab. In solchen Fällen reiche ein normaler Lippenstift oft nicht mehr aus, um die Haut zu beruhigen, sagt Abeck. Stattdessen könne man hier auch zu einer Handcreme mit Repair-Effekt greifen, um die beschädigte Haut wieder zu regenerieren. «Das fettet besser nach als ein normaler Fettstift», sagt der Hautarzt.

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Krankenkassen sollen Daten von Patienten verkauft haben

13. Mai 2009

Krankenkassen sollen Daten von Patienten verkauft habenGesetzliche Krankenkassen sollen nach einem Pressebericht Daten an eine Privatversicherung verkauft haben. Die «Bild»-Zeitung (Onlineausgabe) berichtete vorab, der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar habe Anzeige erstattet, weil Kassen in mindestens zwei Fällen dem Sozialgeheimnis unterliegende Versichertendaten verkauft hätten. Die Staatsanwaltschaften Oldenburg und Aurich ermittelten gegen die IKK Weser-Ems.

Schaar zufolge habe eine Privatversicherung auf Grundlage der Daten Versicherte angerufen und ihnen den Eindruck vermittelt, sie biete im Auftrag ihrer Krankenkasse Zusatzversicherungen an, schrieb das Blatt. Dabei seien auch Gesundheitsdaten wie Krebserkrankungen und der Zustand der Zähne erhoben und gespeichert worden. Schaar sagte der Zeitung: «Ich fürchte, dass auch andere gesetzliche Krankenkassen ähnlich mit Privatversicherungen zusammenarbeiten.»

Die IKK Weser-Ems ist am 1. Januar 2008 mit der Handelskrankenkasse (HKK) fusioniert.

4na/uk, ddp

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Zweifel im Behandlungszimmer - Patienten können Zweitmeinung eines Spezialisten einholen

25. Mai 2009

Zweifel im Behandlungszimmer - Patienten können Zweitmeinung eines Spezialisten einholenVor komplizierten medizinischen Behandlungen gelten für Patienten heute dieselben Maßstäbe wie bei größeren Anschaffungen: Wer eine schwere Entscheidung zu treffen hat, möchte sich nicht nur auf das Urteil eines einzigen Experten verlassen. Die Zeiten, in denen das Wort der «Götter in Weiß» unhinterfragt hingenommen wurde, sind lange vorbei. Patienten sollten sich deshalb im Zweifelsfall nicht scheuen, den Rat eines zweiten Spezialisten einzuholen.

Das Recht des Patienten auf die sogenannte Zweitmeinung werde heute sowohl von den meisten Ärzten als auch von den Krankenkassen anerkannt, berichtet Anne-Dorothee Speck von der «Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD)» in Hamburg. Insbesondere vor aufwendigen Operationen, bei komplizierten oder risikoreichen Therapien oder kostspieligem Zahnersatz sei es durchaus üblich, eine weitere Meinung einzuholen. «Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen», sagt die Patientenberaterin.

Damit das «Fremdgehen» tatsächlich eine Entscheidungshilfe ist, sollten Patienten allerdings einige Punkte beachten. Nicht sinnvoll sei zum Beispiel, den zweiten Mediziner heimlich aufzusuchen, betont Speck. Schließlich könne dadurch auch mehr Unsicherheit entstehen, wenn lediglich eine weitere Option im Raum stehe. Besser sei, den behandelnden Arzt einzuweihen und ihn später auch über die möglicherweise abweichende Meinung des Kollegen zu informieren.

Denn wenn mit offenen Karten gespielt wird, können beide Seiten profitieren. «Optimal ist, wenn der Patient seinen Wunsch offen anspricht», bestätigt der Barendorfer Allgemeinmediziner Heinz Jarmatz, Mitglied im Bundesvorstand des Deutschen Hausärzteverbandes. Denn dies ermögliche auch dem Arzt, das eigene Vorgehen selbstkritisch zu hinterfragen. «Ich würde das als Vertrauensbeweis sehen», betont Jarmatz. Überdies könne der behandelnde Mediziner seine besondere Kompetenz und Umsicht unter Beweis stellen, wenn er den Patienten gezielt zu spezialisierten Kollegen mit anderen Behandlungsschwerpunkten schicke.

Nicht immer zeigen sich Ärzte indes derart kooperativ. In manchen Fällen fühlten sie sich noch immer auf den Schlips getreten und begriffen die Bitte des Patienten als Affront, berichtet die Patientenberaterin Speck. Sie weigerten sich dann schlicht, eine Überweisung auszustellen oder dem Patienten Kopien seiner Unterlagen auszuhändigen. Während im ersten Fall wohl oder übel ein zweites Mal die Praxisgebühr bezahlt werden müsse, könnten Patienten die Herausgabe ihrer Krankenakte oder von Röntgenbildern verlangen, erläutert Speck. Denn nur wenn der zu Rate gezogene Fachkollege die Möglichkeit habe, Einsicht in die Unterlagen zu nehmen, könne er auch eine fachkundige Zweitmeinung abgeben.

Jarmatz rät, im Konfliktfall einen kühlen Kopf zu bewahren. «Der Patient hat ein uneingeschränktes Recht, Kopien seiner Unterlagen zu verlangen», sagt der Mediziner. Lediglich persönliche Aufzeichnungen des Arztes zur Krankengeschichte dürften zurückgehalten werden. Hilfreich sei immer, in solchen Fällen sachlich zu bleiben und sich keinen emotionalen Schlagabtausch zu liefern. Müssen Kopien angefertigt werden, dürfen die Kosten für den Patienten nach Specks Angaben 0,50 Euro pro DIN-A4-Seite nicht überschreiten. «Viele Ärzte machen das aber kostenlos», berichtet die Patientenberaterin.

Insbesondere bei aufwendigen Zahnarzt-Behandlungen gehört die Zweitmeinung mittlerweile fast zum Standard. Seitdem die Krankenkassen hier nur noch bestimmte Regelleistungen tragen, ist der Beratungsbedarf «immens hoch», wie Speck berichtet. So böten etwa auch die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen Zweitmeinungen an. Wichtig sei, sich vor dem Beratungstermin einen Heil- und Kostenplan erstellen zu lassen, in dem der geplante Eingriff und seine Kosten genau aufgeschlüsselt werden.

Dennoch bleibt die letzte Entscheidung meist beim Patienten. Ein erneutes Beratungsgespräch mit dem erstbehandelnden Arzt erleichtert die Entscheidungsfindung in den meisten Fällen. «Ein guter Arzt wird den Patienten nicht zwischen Baum und Borke hängenlassen», sagt Jarmatz. Auch Speck betont, dass zu einer guten und hilfreichen Zweitmeinung unbedingt ein abschließendes Gespräch mit dem Erstbehandler gehöre, in dem Patient und Arzt die verschiedenen Möglichkeiten abwägen: «Ist er dazu nicht bereit, würde ich mir überlegen, ob das der richtige Arzt für mich ist.»

na/uk, ddp

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Arbeitgeber muss bei Kranken andere Verwendung prüfen

Mainz (dpa) - Eine krankheitsbedingte Kündigung ist unzulässig, wenn zuvor nicht geprüft wurde, ob der betroffene Arbeitnehmer in einem anderen Bereich eingesetzt werden kann. Das geht aus einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz in Mainz hervor. Geklagt hatte eine Postbotin. Sie hatte unter anderem wegen Rücken- und Knieproblemen erhebliche Fehlzeiten. Der Arbeitgeber kündigte aus krankheitsbedingten Gründen, da eine Besserung der gesundheitlichen Situation nicht zu erwarten sei.

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Natriumbicarbonat wirkt gegen Kontrastmittel induzierte Nephropathien

Ann Arbor – Natriumbicarbonat senkt die Inzidenz von Kontrastmittel induzierten Nephropathien. Das ergab die Metaanalyse einer internationalen Arbeitsgruppe unter Federführung von Wissenschaftlern der Universität in Michigan. Sie publizierten ihre Ergebnisse im Fachblatt BioMed Central Medicine (2009, 7:23).

Die Kontrastmittel induzierte Nephropathie (CIN) ist eine der häufigsten Ursachen für akutes Nierenversagen in Krankenhäusern. Sie geht mit einer hohen Morbidität, Mortalität und auch enormen Kosten einher. „Auch wenn die CIN in der Regel nur zu einer vorübergehenden Abnahme der Nierenfunktion führt, darf man sie keinesfalls als benigne Erscheinung abtun“, betont Studienleiter Hitinder Gurm: „Immerhin kommt es in rund 30 Prozent der Fälle zu bleibenden Nierenschäden.“


Präprozedurale Flüssigkeitsgabe scheint eine effektive Präventivmethode zu sein. Bisher fehle jedoch eine optimale Strategie gegen die gefürchtete Komplikation. Daher verglich Gurms Arbeitsgruppe anhand 17 randomisierter Studien die Auswirkungen einer präprozeduralen Gabe von Salinen mit der Gabe von Natriumbicarbonatlösungen.

Die verwendeten Studien erfassten 2.633 Menschen. 1.327 dieser Patienten erhielten vor einer Kontrastmitteluntersuchung Natriumbicarbonat. Hiervon entwickelten 109 eine CIN. Die übrigen 1.306 Patienten erhielten eine Vorbehandlung mit Natriumchlorid. Hier trat in 175 Fällen eine CIN auf. Hieraus ergibt sich eine Number Needed to Prevent von 16.

Der einer CIN zugrunde liegende Mechanismus ist nach Angaben der Arbeitsgruppe bisher unbekannt. Natriumbicarbonat scheint die Alkalität in den Nierentubuli zu erhöhen und somit die Bildung freier Radikale zu unterbinden.
Quelle:http://www.aerzteblatt.de

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Fremdbesitzverbot für Apotheken rechtmäßig

dpa

Luxemburg – Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg hat am Dienstag das Fremdbesitzverbot für Apotheken bestätigt. Danach dürfen weiterhin nur approbierte Pharmazeuten Apotheken besitzen, Ketten bleiben unzulässig. Dies sei im Interesse des Gesundheitsschutzes gerechtfertigt, urteilte der EuGH. (Az: C 171/07)

Damit unterlag das Saarland im Streit mit mehreren Apothekerverbänden und Apothekern. Das Bundesland hält die deutschen Vorschriften für europarechtswidrig und hatte deshalb 2006 der niederländischen Internet-Apotheke DocMorris den Betrieb einer Filiale in Saarbrücken erlaubt.

Doch zum Schutz der Gesundheit dürfen die EU-Staaten den freien Wettbewerb beschränken, urteilte der EuGH. Mehrere Drogeriemarktketten und Pharmagroßhändler wollten gerne in den Apothekenmarkt einsteigen und hatten daher auf eine gegenteilige Entscheidung gehofft.

Das in dem Streit unterlegene Saarland zeigte wenig Verständnis: In den Bundesweit 21.600 Apotheken seien schon heute mehr angestellte als „Eigentümer-Apotheker“ beschäftigt, erklärte Gesundheitsstaatssekretär Wolfgang Schild (CDU) in Saarbrücken. Die Krankenkassen kritisierten das Urteil als „verpasste Chance für mehr Wettbewerb”. Es gebe keinen Grund, warum ein angestellter Apotheker schlechter arbeiten solle als ein selbstständiger.

Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Fritz Becker, sagte zum Urteil: „Das ist ein guter Tag für den Verbraucher- und Patientenschutz in Deutschland und Europa. Denn das Fremdbesitzverbot sichert die fachlich qualifizierte Betreuung der Patienten in Arzneimittelfragen durch unabhängige und freiberufliche Apothekerinnen und Apotheker.” Der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland nannte den Gerichtsentscheid „ein Urteil im berechtigten Patienteninteresse”. Auch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) begrüßte die Entscheidung.

Nach der Urteilsverkündung zeigte sich auch der Vorsitzende des Pharmagroßhändlers Celesio, Fritz Oesterle, versöhnlich: „Es ist gut, dass nun aus europarechtlicher Sicht Klarheit zur Frage des Fremdbesitzverbots von Apotheken in Deutschland herrscht.” Mit diesem Urteil sei jedenfalls bis auf weiteres Planungssicherheit für Celesio gegeben. Ursprünglich hatte sich der börsennotierte Pharmahändler bereits auf eine vollständige Liberalisierung in Deutschland eingestellt. Die Aktie des im MDAX notierten Unternehmens befand sich dementsprechend auf Talfahrt. Bis 11.30 Uhr verlor der Wert 14,1 Prozent auf 16,20 Euro.

DocMorris, Tochter des Stuttgarter Pharmagroßhändlers Celesio, will nun seine Kooperation mit unabhängigen Apothekern ausbauen. Auch die Filialapotheke in Saarbrücken soll geöffnet bleiben, bis dort das Verwaltungsgericht abschließend über den Streit entschieden hat, kündigte DocMorris an.

Die EU-Kommission war in einem Parallelfall mit einem Vertragsverletzungsverfahren gegen ein Fremdbesitzverbot in Italien gescheitert. Ob ein laufendes Verfahren gegen Deutschland und weitere Staaten nun eingestellt werde, wollte sich eine Sprecherin allerdings noch nicht festlegen. Mit dem Verfahren gegen Deutschland wollte die Kommission auch das so genannte Mehrbesitzverbot kippen, wonach ein Apotheker höchstens vier Filialen betreiben darf.

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DocMorris-Apotheke in Saarbrücken muss schließen

Das Saarland hat die Konsequenzen aus dem Apothekenurteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) gezogen. Die Versandapotheke DocMorris muss ihre bisher einzige Filialapotheke in Saarbrücken unverzüglich schließen. Unter Berufung auf das Urteil vom vergangenen Dienstag widerrief das Gesundheitsministerium am Freitag die im Juni 2006 erteilte Betriebsgenehmigung für die Apotheke. Das teilte das Ministerium in Saarbrücken mit. «Dass die Apotheke in Saarbrücken jetzt geschlossen wird, ist der logische Lauf der Dinge nach dem EuGH-Urteil vom 19. Mai», sagte DocMorris-Vorstandschef Ralf Däinghaus laut Mitteilung. Laut Ministerium ist der Bescheid dem Unternehmen bereits zugestellt worden, das Geschäft müsse sofort schließen. Für die neun Mitarbeiter der Apotheke gibt es nach Worten von Filialleiterin Jutta Müller aber eine Beschäftigungsgarantie des Unternehmens. «Niemand wird arbeitslos», sagte Müller. Wie es für das Team konkret weitergehe, sei allerdings noch nicht entschieden.

Die obersten EU-Richter hatten in ihrem Urteil das deutsche Apothekenrecht bestätigt, nach dem nur Pharmazeuten mit Kammerzulassung Apotheken betreiben und maximal drei Filialen besitzen dürfen und so die Bildung von Apothekenketten durch Unternehmen untersagt. Mehrere Apotheker hatten vor dem Verwaltungsgericht des Saarlandes gegen die Betriebserlaubnis aus dem Jahr 2006 geklagt. Die Richter hatten sich daraufhin an den EuGH gewandt. Ein Urteil des Verwaltungsgerichts steht noch aus. Nach dem EuGH-Urteil (Rechtssachen: C-171/07 und C-172/07) sei das Ministerium dennoch zu diesem Schritt verpflichtet gewesen, sagte der Sprecher. DocMorris habe allerdings die Möglichkeit, Rechtsmittel gegen die Verfügung einzulegen. Am Montag würden Beamte überprüfen, ob die Apotheke tatsächlich geschlossen sei. Am Dienstag hatte DocMorris erklärt, die Apotheke zumindest bis zu einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtes weiterbetreiben zu wollen. Die bundesweit mehr als 150 Partnerapotheken des Unternehmens mit dem grünen DocMorris-Kreuz, bei denen ein Apotheker Inhaber ist, sind von dem Urteil nicht betroffen. DocMorris hatte nach dem Urteil angekündigt, dieses Geschäftsmodell weiter ausbauen zu wollen.

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25.05.2009 l dpa
Foto: DocMorris

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Erfolgreiche Co-Therapie von Schmerzen und Depressionen

Indianapolis – Schmerzen – der häufigste Grund für einen Arztbesuch – und Depressionen – die häufigste mentale Erkrankung – treten oft gemeinsam auf. Nach den Ergebnissen einer randomisierten Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2009; 301: 2099-2110) können sie auch erfolgreich gemeinsam behandelt werden.

Die Stepped Care for Affective Disorders and Musculoskeletal Pain oder SCAMP-Studie randomisierte knapp 250 Patienten, die über Schmerzen im Bewegungsapparat (unterer Rücken, Hüfte, Knie) klagten und gleichzeitig an einer Depression litten, auf zwei Therapie-Arme. In einem Arm erhielten die Patienten die übliche hausärztliche Therapie: Sie wurden mit Rezepten für Schmerzmittel und Antidepressiva nach Hause geschickt. Für den Interventionsarm hatte die Gruppe um Kurt Kroenke von der Universität in Indianapolis ein spezielles Behandlungsprogramm erdacht, das beiden Krankheiten gerecht wird.

Es bestand aus drei Phasen. In der ersten Phase (Woche 1 bis 12) konzentrierten sich die Ärzte auf die Behandlung der Depression, wobei ein Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) bevorzugt wurde. Von der Hemmung der Noradrenalin-Aufnahme versprachen sich die Autoren eine zusätzliche schmerzlindernde Wirkung.

Bei Kontraindikationen oder ausbleibender Wirkung wechselten sie auf einen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Nicht die Wahl des Wirkstoffes stand im Vordergrund, sondern die erzielte Wirkung, betonen die Autoren.


In der zweiten Phase (Woche 13 bis 26) wurden jene Patienten, die noch über Schmerzen klagten, in einem „pain self-management program“ (PSMP) geschult. Sie sollten lernen, jene Faktoren zu erkennen, die bei ihnen Schmerzen auslösen. Außerdem wurden sie zu sportlicher Aktivität ermuntert, sie lernten Atem- und Entspannungsübungen durchzuführen und eine Schlafhygiene einzuhalten. In der Phase drei (Wochen 27 bis 52) mussten die Patienten das Erlernte selbständig fortsetzen. Sie wurden dabei aber durch Telefonate eines Case-Managers (eine speziell geschulte Krankenschwester) unterstützt.

Ergebnis: Unter dem SCAMP-Programm besserten sich die Depressionen bei doppelt so vielen Patienten (37,4 vs. 16,5 Prozent), und fast viermal so viele Patienten befanden sich nach 12 Monaten in einer kompletten Remission ihrer Depression (17,9 vs. 4,7 Prozent). Auch die Zahl der Patienten mit einer Major-Depression war niedriger (40,7 vs. 68,5 Prozent).

Aber auch die Schmerzen sprachen auf die Therapie an: Nach 12 Monaten berichteten 47,2 gegenüber 12,6 Prozent über eine deutliche Linderung der Schmerzen, obwohl der Einsatz von Analgetika in beiden Gruppen gleich groß war. Im nächsten Schritt wollen die Autoren auch die Schmerzmittelmedikation bei den Patienten optimieren und die Betreuung um eine kognitive Verhaltenstherapie ergänzen.
Quelle: www.aerzteblatt.de

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"glutenfrei"-Kennzeichnung für Lebensmittel jetzt verbindlich geregelt

Mit einer neuen europäischen Verordnung wurden verbindliche Grenzwerte für die Bezeichnungen "glutenfrei" und "sehr geringer Glutengehalt" festgelegt. Gluten ist der Oberbegriff für eine Gruppe bestimmter Getreideeiweiße, die bei einigen Menschen Unverträglichkeitsreaktionen auslösen können, die so genannte Zöliakie. Zöliakiepatienten haben eine chronisch entzündete Dünndarmschleimhaut, so dass Nähr- und Wirkstoffe nur eingeschränkt aufgenommen werden. Die Folgen sind vor allem Mangelerscheinungen; oft treten auch Durchfall, Blähungen und Appetitlosigkeit auf. Erwachsene mit unbehandelter Zöliakie erkranken häufiger als Gesunde an Darmkrebs. Die Ursachen der Glutenunverträglichkeit sind noch nicht eindeutig geklärt. Erbliche Veranlagungen sind wahrscheinlich, Infektionen des Darms mit Bakterien oder Viren spielen ebenfalls eine Rolle.

Die bislang einzige Behandlungsmöglichkeit der Zöliakie ist eine glutenfreie oder -arme Diät. Die Strenge einer solchen Diät kann von Patient zu Patient unterschiedlich sein. Während einige bereits auf Spuren von Gluten reagieren und sich komplett glutenfrei ernähren müssen, ist bei anderen Patienten eine glutenarme Diät bereits ausreichend. Wichtig sind daher verbindliche Kennzeichnungs- und Verarbeitungsvorschriften für entsprechende Lebensmittel. Zöliakiepatienten wird der Einkauf erheblich erleichtert, wenn sie entsprechend ihrer krankheitsbedingten Bedürfnisse wählen können. Die europaweit geltenden Anforderungen an Lebensmittel, die für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit geeignet sind, regelt künftig die EG-Verordnung Nr. 41/2009 der europäischen Kommission.

Sie fasst unter dem Begriff Gluten die Klebereiweiße von Weizen, Roggen, Gerste und Hafer sowie von ihren Kreuzungen und Derivaten zusammen. Die Angabe "sehr geringer Glutengehalt" darf nur verwendet werden, wenn der Glutengehalt des Lebensmittels maximal 100 Milligramm pro Kilogramm beträgt. Enthält das Erzeugnis weniger als 20 Milligramm pro Kilogramm Gluten, darf es den Hinweis "glutenfrei" tragen. Die Verordnung gilt ab dem 1. Januar 2012 verbindlich. Ihre Bestimmungen dürfen aber bereits jetzt angewendet werden.

Quelle:http://www.medizin-aspekte.de

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ASS: Günstiges Nutzen-Risikoverhältnis nur in der Sekundärprophylaxe

Oxford – Acetylsalicylsäure (ASS) kann Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen. Die Blutungsrisiken machen den Einsatz aber zu einer Gratwanderung, wie die jüngste Meta-Analyse im Lancet (2009; 373: 1849-1860) zeigt.

Für die vom britischen Medical Research Council geförderte Untersuchung werteten Colin Baigent von der Universität Oxford und Mitarbeiter die Daten von 6 Studien zur Primärprävention mit 95.000 Personen und von 16 Studien zur Sekundärprävention mit 17.000 Personen aus.

Ihr Urteil zur Primärprävention fällt negativ aus: Die Zahl der nicht tödlichen Herzinfarkte werde zwar um etwa ein Fünftel gesenkt, was einem Rückgang um etwa 5 Episoden pro 10.000 Personen und Jahr entspricht.

Dem stehe allerdings ein Anstieg schwerer gastrointestinaler Blutungen um ein Drittel gegenüber, entsprechend 3 Episoden pro 10.000 Personen und Jahr. Hinzu kommt noch ein zusätzlicher Schlaganfall pro 10.000 Personen und Jahr infolge einer Hirnblutung. Der Einfluss auf die Gesamtsterblichkeit ist gleich Null.

Bei der Sekundärprävention sieht die Situation schon anders aus. Diese Personen haben ein deutlich höheres Risiko auf einen erneuten Schlaganfall oder einen Herzinfarkt, und die Reduktion um ein Fünftel bedeutet, dass 150 Episoden pro 10.000 Personen und Jahr vermieden werden. Diese Vorteile überwiegen eindeutig die Blutungsrisiken, so dass der Einsatz von ASS in der Sekundärprophylaxe gerechtfertigt erscheint. Dies entspricht den derzeitigen Empfehlungen.

Neu ist die Bewertung bei Personen, die zwar noch keinen Herzinfarkt erlitten haben, bei denen aber kardiovaskuläre Risikofaktoren, etwa eine Hypercholesterinämie oder eine arterielle Hypertonie bestehen. Diese Patienten erhalten derzeit häufig ASS verordnet.

Die neue Analyse zeigt jedoch, wie der Medical Research Council in einer Pressemitteilung hervorhebt, dass bei diesen Personen auch ein erhöhtes Risiko auf eine Blutungskomplikation unter ASS vorliege. Eine Indikationsstellung aufgrund von kardialen Risikofaktoren sei deshalb möglicherweise nicht angemessen.

Hinzu komme, dass die Studien zur Primärprävention zu einer Zeit durchgeführt wurden, als andere Medikamente, etwa die Statine, noch nicht auf breiter Ebene eingesetzt wurden. Diese Medikamente haben eine nachgewiese präventive Wirkung, was den möglichen positiven Einfluss von ASS mindere, nicht aber das Risiko von schweren Blutungen.


Auch die British Heart Foundation äußert sich in einer ersten Stellungnahme zurückhaltend zu den Möglichkeiten der Primärprävention mit ASS. Ohne vorbestehende Herzerkrankung sei der Vorteil von ASS gering. Die Kardiologen sprechen sich allerdings dafür aus, die Indikation im Einzelfall zu stellen.

Eine ähnliche Position beziehen die Editorialisten Ale Algra und Jacoba Greving von der Universität Utrecht (Lancet (2009; 373: 1849: 1821-1822). Sie entwerfen ein Modell zur Kosteneffizienz des ASS-Einsatzes, in das neben Alter und Geschlecht auch die 10-Jahres-Wahrscheinlichkeit auf ein vaskuläres Ereignis einfließt.

Sie weisen wohl zu Recht darauf hin, dass neben der medikamentösen Behandlung (Statine oder ASS) auch der positive Einfluss einer geänderten Lebensführung nicht vergessen werden dürfe. Patienten, die das Rauchen einstellen, sich gesund ernähren und sich regelmäßig körperlich bewegen, können einem Herzinfarkt oder Schlaganfall auch ohne ASS vorbeugen.

Quelle: http://www.aerzteblatt.de

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Medizin: Gesetzesänderung erhöht Patientensicherheit

Freitag, 29. Mai, 15:08 Uhr
Global Press Koppers


Das Gesetz zur Änderung Medizinprodukte-rechtlicher Vorschriften hat jetzt der Bundestag verabschiedet. Es tritt am 21. März 2010 in Kraft. Der Änderung nach muss für Medizinprodukte vor der Markteinführung die technische Sicherheit belegt und die Erfüllung der medizinischen Zweckbestimmung durch klinische Bewertungen und Prüfungen nachgewiesen werden. Das erhöhe die Sicherheit der Patienten. Zudem regelt die Gesetzesänderungen Zuständigkeiten neu. So werden die bisher unterschiedlichen Voraussetzungen für klinische Prüfungen von Arzneimitteln und Medizinprodukten angeglichen und die Zuständigkeiten künftig im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zentralisiert. Voraussetzung für eine klinische Prüfung soll laut Bundesgesundheitsministerium die Genehmigung durch das BfArM innerhalb von 30 Tagen sein. Eine nach Landesrecht gebildete Ethik-Kommission muss dem zustimmen. Die Länder sollen weiterhin für die Überwachung der klinischen Prüfungen zuständig bleiben. Bei Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Hersteller und einer benannten Stelle soll das BfArM die Angelegenheit abschließend entscheiden. Diesen Artikel weiter lesen

Außerdem wird gesetzlich vorgesehen, dass sogenannte Heimtests zur Erkennung von HIV-Infektionen künftig nur an Ärzte, ambulante und stationäre Einrichtungen im Gesundheitswesen, an die AIDS-Hilfe und Gesundheitsbehörden zur Anwendung abgegeben werden dürfen. Voraussetzung ist, dass eine ärztliche Beratung sichergestellt ist.

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Praxisgebühr bei Beamten ohne Inkasso

Zehn Euro pro Quartal werden im Krankheitsfall von der Beihilfe einbehalten / Reaktionen auf BSG-Urteil

NEU-ISENBURG (juk). Praxisgebühr für Beamte? Ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig hat einige Ärzte in jüngster Vergangenheit ins Grübeln gebracht. Müssen Sie nun auch bei Beihilfeempfängern die zehn Euro pro Quartal einkassieren?

"Bisher habe ich von Beamten nie die Praxisgebühr verlangt", meldete sich vor kurzem ein niedergelassener Arzt. Eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, über das die "Ärzte Zeitung" unter der Überschrift "Beamte müssen Praxisgebühr zahlen" Anfang Mai berichtete, ließ ihn jetzt aber aufhorchen.

Der Arzt muss dennoch keine Praxisgebühr bei Beamten kassieren. Richtig ist, dass auch privat versicherte Beamte sich in gleicher Höhe wie gesetzlich Versicherte an den Behandlungskosten beteiligen sollen - so entschieden die Richter in Leipzig. Sie haben daher auch eine Art Praxisgebühr zu zahlen.

Diese müssen sie jedoch nicht - wie Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung - in der Arztpraxis entrichten. Vielmehr werden ihnen vom Dienstherrn die zehn Euro pro Quartal von der staatlichen Beihilfe einfach abgezogen.

Das Urteil des Gerichts gilt, da es die Beihilfevorschriften des Bundes betrifft, zwar nur für Bundesbeamte. Aber auch in den Ländern werden Beamte an den Krankheitskosten beteiligt. In Nordrhein-Westfalen etwa entrichten die Landesbeamten dafür die sogenannte Kostendämpfungspauschale, die nach Einkommen und Familienstand gestaffelt ist.

Für Ärzte und Arzthelferinnen heißt das: Sie müssen auch in Zukunft bei privat versicherten Beamten keine Praxisgebühr einziehen.

Az.: 2 C 127.07 und 2 C 11.08

Quelle: Ärzte Zeitung

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Patientenwunsch ist für Ärzte verbindlich

Entscheiden sich Kranke bewusst für eine riskante Therapie, müssen Mediziner die Behandlung nicht abbrechen

NAUMBURG (juk). Besteht ein Patient auf einer Behandlung, die lebensgefährliche Folgen haben kann, kann der Arzt bei einem späteren Tod des Patienten nicht haftbar gemacht werden. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Naumburg hervor.

In dem konkreten Fall ging es um eine Patientin, die unter Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung litt. In den akuten Schubphasen behandelte sie ihr Hausarzt mit einem Glukokortikosteroid. Mehrmalige versuchte Umstellungen auf nicht steroidale Antirheumatika hatten keinen Erfolg, da die Frau davon Magenschmerzen bekam und von ihr abgelehnt wurden. Als der Arzt nach fünf Jahren ein Cushing-Syndrom feststellte, verzichtete er auf das Steroid. Auf ausdrücklichen Wunsch der Patientin setzte er es später wieder ein. Zwei Jahre später starb die Patienten in einem Krankenhaus.

Das Landgericht Halle verurteilte den Arzt in erster Instanz zur Zahlung eines Schmerzensgeldes. Er hätte trotz des Wunsches der Patientin die Dauertherapie mit dem Steroid ablehnen müssen, um keine Haftung übernehmen zu müssen. Dieser Ansicht konnte das OLG jedoch nicht folgen. Sie sei, rügten die Richter, mit dem Selbstbestimmungsrecht des mündigen Patienten nicht vereinbar. Dieser nämlich entscheide, "ob überhaupt und wenn, welche Maßnahmen der Arzt durchführen darf".

Das Selbstbestimmungsrecht wäre wertlos, so das OLG, wenn "der Arzt die Behandlung immer abbrechen müsste, sobald der Patient seinem Rat nicht mehr ernsthaft Folge leistet".

Die Richter betonten, dass der Hausarzt seiner Patientin immer wieder die Risiken der Steroid-Dauertherapie vor Augen geführt hatte. Diese Hinweise auf die potenziell lebensgefährlichen Folgen habe die Frau aber nicht aus Unverständnis oder mangelnder Urteilskraft ignoriert. Vielmehr habe sie sich bewusst für die Kortisongabe entschieden, um damit ihre Lebensqualität zu verbessern.

Dass der Arzt "diesen Wunsch seiner unheilbar kranken Patientin nach effektiver Schmerzlinderung akzeptiert hat, kann ihm angesichts der deutlichen Aufklärung über die Risiken nicht zum Vorwurf gemacht werden", so das OLG.

Az.: 1 U 8/08

Patientin nahm frühen Tod für mehr Lebensqualität in Kauf.

Quelle: Ärzte Zeitung

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Medikamente im Sommer vor Hitze schützen

Arzneimittel sollten im Sommer vor starker Hitze geschützt werden. Denn wenn Tabletten, Salben oder Tropfen auf Dauer hohen Temperaturen ausgesetzt sind, kann ihre Wirksamkeit leiden. «Auf keinen Fall dürfen Medikamente länger in der prallen Sonne liegen», warnt Lutz Engelen, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer. Sofern die Aufbewahrung im Kühlschrank nicht ausdrücklich empfohlen wird, sollten Medikamente nach Angaben des Apothekers am besten trocken bei Raumtemperaturen zwischen 15 und 25 Grad Celsius gelagert werden.

Empfehlungen für die geeignete Lagerung eines Medikaments finden sich meistens im Beipackzettel oder direkt auf der Packung. Arzneimittel wie Insulin, die speziell gekühlt werden müssen, sollten überdies keinesfalls im Eisfach aufbewahrt werden oder zu nah an der Hinterwand eines Kühlschranks liegen, betont Engelen. Denn dann könne das Präparat einfrieren und möglicherweise der Wirkstoff Schaden nehmen. Empfehlenswert seien Temperaturen um acht Grad Celsius. Bei Fragen zur geeigneten Lagerung von Medikamenten kann zudem ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.

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Dienstag, 9. Juni 2009

Medizin Hirnforschung: REM-Schlaf fördert Kreativität

San Diego – Der REM-Schlaf ist eine Experimentierphase des Gehirns. Die freien Assoziationen werden am nächsten Morgen oft als wirre Träume erinnert, sie können nach einer Studie in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS 2009; doi: 10.1073/pnas.0900271106) jedoch helfen, bei Problemen eine einleuchtende kreative Lösung zu finden.

Im Remote Associates Test (RAT) müssen die Probanden entfernte semantische Verbindungen zwischen Wörtern herausfinden. Ein Beispiel sind die drei Wörter „Elefant“, „Lapsus“ und „lebhaft“, die sich mit „Gedächtnis“ assoziieren lassen. Darauf kommt man nicht auf Anhieb, aber eine Mütze Schlaf half einigen Probanden, welche die Schlafforscherin Sara Mednick von der Universität San Diego zum RAT eingeladen hatte.

Die Probanden hatten den Aufgabenzettel am Vormittag erhalten. Bis zum Nachmittag sollten sie ihre Lösungen einreichen. Einige ermahnte die Forscherin, keine Zeit zu verschwenden und sich intensiv mit den Problemen zu beschäftigen. Anderen wurde geraten, sich die Sache ruhig durch den Kopf gehen zu lassen: Sie wurden zu einem Mittagsschlaf im Schlaflabor eingeladen.


Am Ende schnitten die Probanden, die ein Nickerchen eingelegt hatten, am besten ab – vorausgesetzt, es kam während des Schlafes zu einer REM-Phase. Die Traumschlafphase verbesserte die Ergebnisse im RAT um fast 40 Prozent, teilt Mednick mit.

Sie vermutet, dass der REM-Schlaf die Kreativität fördert, weil er neue Erfahrungen frei mit den im Gedächtnis gespeicherten Inhalten kombiniert. Das erhöht die Chancen, dass zufälligerweise eine einleuchtende Idee herauskommt. Diese Lösungen lassen sich laut Mednick allerdings nicht erzwingen, was viele Menschen aus kreativen Berufen nur zu gut bestätigen können.

© rme/aerzteblatt.de

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KV Baden-Württemberg startet Präventionstour

Stuttgart – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Baden-Württemberg startet Ende Juni eine Präventionstour durch das Bundesland und stellt Angebote zur Gesundheitsvorsorge vor. „Indem wir direkt vor Ort informieren, wollen wir Krankheiten vermeiden helfen“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende der KV, Achim Hoffmann-Goldmayer, das Ziel der Aktion.

Unter dem Motto „KV Mobil – Wir kommen in Ihre Stadt!“ eröffnet die KV jeweils für einen Tag einen mobilen Gesundheitsparcours auf zentralen Plätzen in sieben Städten. Medizinisches Schwerpunktthema ist die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

„Wir wollen die Menschen in Baden-Württemberg darüber aufklären, wie viel sie selbst für ihre Gesundheit tun können“, sagte Hoffmann-Goldmayer. Denn noch immer nutze nur ein kleiner Teil der Bevölkerung die Präventionsangebote der gesetzlichen Krankenversicherung. Prävention sei jedoch kein leeres Schlagwort, vielmehr könne sie ernsthafte Erkrankungen vermeiden helfen.

Die KV Mobil-Tour startet in Emmendingen, es folgen Leutkirch, Murrhardt, Esslingen, Weil der Stadt, Baden-Baden und Metzingen. Bei allen Terminen informieren, untersuchen und beraten niedergelassene Ärzte aus der Region. Mitarbeiter der KV beantworten Fragen zum Gesundheitssystem und zur Gesundheitspolitik.
Quelle: www.aezteblatt.de


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Wir wünschen allen Geburtstagskindern im Monat Juli alles Gute,
Gesundheit und Glück für das neue Lebensjahr.

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Einige Beiträge sind der Quelle: http://www.netdoktor.de entnommen.