Newsletter vom 24.08.2009, 12:43:40

Betreff: Newsletter August



Banditreffen in Rheinfelden vom 25.09. bis 27.09.2009

Liebe Bandis,

Unser nächsten Banditreffen findet vom 25.09.-27.09.2009 in Rheinfelden statt.

Das Programm sieht folgendermassen aus:

Freitag, 25.09. Ankunft in Rheinfelden (D) bis ca. 17.00 Uhr

Mit dem Flieger geht es am Besten nach Basel (CH), von dort wird es einen Fahrdienst nach Rheinfelden geben.

Gegen 17.30 Uhr wird ein Fahrdienst eingerichtet, der uns Bandis vom Hotel abholt und zu schwarzhex und Christian bringt, wo wir dann einen gemütlichen Grillabend verbringen werden. Natürlich bringt uns der Fahrdienst auch wieder ins Hotel zurück. Den Abend werden wir in einem großen Zelt verbringen. Da die Abende auch im Sommer recht kühl werden können, bitte etwas Warmes zum Anziehen mitbringen!

Samstag, 26.09.

Nach dem Frühstück geht es ca. gegen 10.00 Uhr mit dem Reisebus nach Badenweiler, wo wir gegen 11.00 Uhr das Schloss Bürgeln besichtigen.

Anschließend geht es mit dem Bus weiter in die Schweiz nach Basel. Bitte gültigen Personalausweis nicht vergessen!

Von 14.00 - 15.30 Uhr kommentierte Stadt- und Hafenrundfahrt mit dem Schiff von/bis Basel Schifflände.

Von 15.30 - 18.00 Uhr Stadtbesichtigung Basel, bzw. zur freien Verfügung

18.00 - 18.30 Uhr Rückfahrt mit dem Bus zum Hotel.

Ab 19.00 werden wir den Abend gemütlich beim Italiener verbringen. (Nähere Infos werden nachgereicht) - Ende offen!

Sonntag, 27.09.

Gemütliches Beisammensein nach dem Frühstück bis zur Heimreise. Optional kann für 10 Euro ein Brunch bestellt werden.

Abschied und Heimreise

Kosten:

Die Kosten für den Reisebus, Schlossbesichtigung, Schiff und Grillabend werden vom Forum getragen

Der Informationsbeitrag ist hier nachzulesen: http://www.diebandscheibe.de/ibf/index.php?showtopic=34275

Anmeldungen nehmen wir in diesem Thema entgegen: http://www.diebandscheibe.de/ibf/index.php?showtopic=34276

Wir freuen uns jetzt schon auf Eure Anmeldungen.

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Sandstrand als Infektionsrisiko

dpa

Chapel Hill – In den warmen Sommermonaten werden die Strände nicht nur von zahllosen Urlaubern bevölkert. Auch die Konzentration von fäkalen Erregern steigt und der Sandburgenbau oder das Eingraben am Strand kann Tage später ein Nachspiel auf der Toilette haben, wie eine Umfrage der US-amerikanischen Umweltbehörde im American Journal of Epidemiology (2009: 170: 164-172) zeigt.

Aufgeschreckt durch Medienberichte hatte die Environmental Protection Agency (EPA) in den Jahren 2003, 2005 und 2007 mehr als 25.000 Strandbesucher befragt. Ursprünglich hatte sich die National Epidemiological and Environmental Assessment of Recreational Water oder NEEAR-Studie nur mit dem Infektionsrisiko durch das Baden im Meer interessiert. Die Presse hatte über eine Kontamination des Meerwassers, vor allem in der Nähe von Abwassereinleitungen, berichtet.

Die jetzt vorgestellten Daten zeigen jedoch, dass nicht nur der Kontakt mit dem Meerwasser zu Durchfällen führt. Auch reine Strandaktivitäten wie das Graben im Sand waren in den folgenden 10 bis 12 Tagen mit einem vermehrten Auftreten von gastrointestinalen Erkrankungen (plus 13 Prozent) oder Durchfallerkrankungen assoziiert (plus 20 Prozent).

Besonders gefährlich scheint die Sitte zu sein, sich bis zum Kopf im Sand eingraben zu lassen. Dies führte zu 23 Prozent häufiger zu gastrointestinalen Erkrankungen und zu 24 Prozent häufiger zu Durchfallerkrankungen, wie Christopher Heaney von der Universität von North Carolina in Chapel Hill berichtet.

Die Zahlen sprechen jedoch nicht prinzipiell gegen einen Strandbesuch. Nur sollte man darauf achten, sich danach vor dem Essen die Hände zu waschen.
Quelle: www.aerzteblatt.de

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Kammer Rheinland-Pfalz startet neues Internetangebot

Mainz – Die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz (LÄK-RLP) hat ein neues und barrierefreies Internetangebot unter www.laek-rlp.de freigeschaltet. Eine klare Informationsstruktur mit übersichtlicher Navigation und ein modernes, anwenderfreundliches Design ermöglichen nach Aussage der Kammer eine komfortable Nutzung.

„Im Vordergrund der neuen Internetpräsenz stehen Service, Komfort und Information“, heißt es dazu von der LÄK-RLP. Sachliche, allgemein verständliche Texte böten Basisinformationen. Zudem könnten wichtige Formulare bequem herunter geladen werden.

Die Landesärztekammer wird nach eigenen Angaben mit ihrem neuen Online-Auftritt auch den Anforderungen an Barrierefreiheit gerecht. Das träfe sowohl auf das barrierefreie Webdesign als auch auf die leicht zugängliche und verständlich aufgearbeitete Themendarstellung sowie eine Vorlesefunktion zu.
Quelle: www.aerzteblatt.de

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Fentanyl-Spray gegen Durchbruchschmerzen

KONSTANZ (eb). Die Europäische Kommission hat die Zulassung für das intranasale Fentanyl-Spray (Instanyl®) erteilt, hat das Unternehmen Nycomed mitgeteilt.

Das Arzneimittel sei das erste nasale Opioid mit schnellem Wirkeintritt, das zur Behandlung von erwachsenen Tumorpatienten mit Durchbruchschmerzen zugelassen ist, die wegen chronischer Schmerzen bereits eine Opioid-Basismedikation erhalten. So hätten Phase-III-Studiendaten gezeigt, dass zehn Minuten nach der Einnahme bei 58 Prozent aller Schmerzepisoden eine klinisch erhebliche Linderung der Schmerzen eingetreten ist.
Quelle: www.aerztezeitung.de

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Höchste Hautkrebsgefahr durch Solarien

LONDON (dpa). Von Solarien geht nach Experteneinschätzung eine eben so große Krebsgefahr wie etwa von Zigaretten aus. Wer sich noch vor seinem 30. Lebensjahr regelmäßig der UV-Strahlung aussetzt, erhöht sein Hautkrebsrisiko um 75 Prozent, warnte die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC). Die größte Gefahr bestehe somit für Kinder oder junge Erwachsene.

Zudem hätten Untersuchungen auch einen Zusammenhang zwischen Bräunungsgeräten und Krebserkrankungen des Auges ergeben. Daher stufte die Agentur Solarien und andere UV-Bräunungsgeräte in die höchste Krebsrisiko-Kategorie ein (The Lancet Oncology 10(8), 751).

Damit werden Solarien als "krebserregend" bewertet. Bislang waren sie nur als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft worden. Nunmehr wird die Gefahr von Solarien aber auf eine Stufe mit der Gefahr von Zigaretten oder Asbest gestellt. Die internationalen Experten der IARC beraten die Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Quelle:www.aerztezeitung.de

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Bei Reisen ist das Risiko für Thrombosen fast verdreifacht

Je länger die Reise, desto höher die Thrombosegefahr / Metaanalyse mit 14 Studien

NEU-ISENBURG (ikr). Das Risiko für eine venöse Thromboembolie erhöht sich pro zwei Stunden Reisedauer nach dem Ergebnis einer aktuellen Metaanalyse um 18 Prozent. Absolut gesehen erscheint die Gefahr US-Forschern aber nicht hoch genug, um generell zu speziellen Prophylaxe-Maßnahmen wie einer oralen Antikoagulation zu raten.

Experten empfehlen bei mehrstündigen Reisen zum Schutz der Venen Maßnahmen wie ausreichend Flüssigkeitszufuhr und Bewegung.

Die Forscher von der Harvard Medical School in Boston haben insgesamt 14 Studien, darunter 11 Fall-Kontroll-Studien analysiert (Annals of Internal Medicine 151, 2009, 4. August). Mit dem Ergebnis: Im Vergleich zu Nichtreisenden verdoppelt sich das Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) bei Reisenden. Wurden nur diejenigen Studien berücksichtigt, bei denen die Kontrollgruppe nicht aus Personen bestand, die zur Abklärung eines VTE-Verdachts überwiesen waren, war das VTE-Risiko bei Reisenden 2,8-fach erhöht. Zudem stellten die Forscher eine klare Dosis-Wirkungs-Relation fest: Pro zwei Stunden Reisedauer erhöhte sich das VTE-Risiko um 18 Prozent im Vergleich zu Nichtreisenden. Absolut gesehen ergab sich in einer retrospektiven Kohortenstudie bei gesunden Flugreisenden ein VTE-Risiko von 1 zu 4 600.

Für die US-amerikanischen Forscher sind die neuen Studiendaten Grund genug, weitere Studien zu fordern, in denen der präventive Nutzen von Allgemeinmaßnahmen wie ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Bewegung auf Reisen besser untersucht wird. Aufgrund der engen Dosis-Wirkungs-Beziehung sei es auch notwendig, dass bei Personen mit erhöhtem VTE-Risiko, etwa wegen Thrombophilie oder Adipositas, zumindest auf Langstreckenflügen die Wirksamkeit von zusätzlichen Prophylaxemaßnahmen geprüft werde, meinen die US-Wissenschaftler.

Auch deutsche Experten halten nach der neuen S3-Leitlinie zur "Prophylaxe der venösen Thromboembolie" bei langdauernden Flug- oder Busreisen spezielle Maßnahmen zur VTE-Prophylaxe im Allgemeinen für nicht notwendig. Jedoch könnten bei zusätzlichen Risikofaktoren wie hohem Alter, Thromboembolien in der Anamnese oder Adipositas spezielle Vorkehrungen wie das Tragen von Kompressionsstrümpfen durchaus sinnvoll sein, so die Experten.
Quelle: www.aerztezeitung.de

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Schwarze Punkte an den Zehen nach Urlaub in den Tropen - vielleicht sind's Sandflöhe

Ein ungeliebtes Urlaubssouvenir aus den Tropen sind Sandflöhe. Einzige Therapieoption ist die chirurgische Entfernung des Parasiten. Zum Schutz vor Befall gibt es Repellents auf Pflanzenbasis.

Von Helga Brettschneider

So mancher Fernreisende bringt aus seinem Urlaub Andenken mit nach Hause, auf die er gar keinen Wert legt. Sandflöhe zum Beispiel. Ein Befall ist mit einem hohen Risiko für schwere bakterielle Infektionen verbunden. Denn die Tiere bohren sich regelrecht in die Haut des Opfers ein.

Sandflöhe sind vor allem in den tropischen Bereichen Afrikas, Südamerikas und des karibischen Raums heimisch. Die Parasiten sind winzig. Die Angaben reichen von 0,5 bis 2 Millimeter. Auf Säugetiere spezialisiert leben sie zum Beispiel vom Blut von Hunden, Schweinen und Katzen. Auch der Mensch wird nicht verschmäht, etwa in städtischen Slums. Entsprechend gilt die Sandflohkrankheit Tungiasis als typische Armutskrankheit. So wurde sie in einem entsprechenden Teil Brasiliens bei jedem sechsten Kind unter einem Jahr festgestellt und bei drei Viertel der Fünf- bis Neunjährigen.

Der zoologische Name der Plagegeister - Tunga penetrans - ist dabei als Programm zu verstehen, wie Professor Hermann Feldmeier aus Berlin bei einer Dermatologen-Tagung in Dresden berichtete. Denn der Sandfloh hat im Laufe der Evolution eine für seine Verwandtschaft einmalige Spezialisierung entwickelt: Während übliche Flöhe ihr Leben als Ektoparasiten fristen, verbringt Tunga penetrans den Großteil seines Lebens eingegraben in die Haut seines Wirtes.

Das gilt jedenfalls für die weiblichen Tiere. Wenn sie ihr Opfer entern, suchen sie sich eine zur Penetration und dauerhaften Ernährung geeignete Stelle. Die finden sie meist an den Füßen, vor allem um die Zehennägel herum und unter den Nägeln, aber auch an Ferse und Fußsohle. Dann klappen die Beine eng an den Körper und bohren sich, teilweise in Minutenschnelle, in die Haut hinein. Nach 30 bis 60 Minuten ragt nur noch ein kleiner Teil des Abdomens heraus.

Ein bis zwei Tage später beginnt das Abdomen des Weibchens stark zu hypertrophieren. Dabei dehnen sich die weichen Häute zwischen den Abdominalsegmenten aus, bis der sichtbare Teil des Tieres einem gelblichen Ring vom Durchmesser einer Erbse ähnelt. In der Mitte fällt die dunkel gefärbte Afteröffnung auf. Es entsteht eine ausgeprägte Hyperplasie, eine Hyperkeratose, eine Parakeratose und natürlich ein entzündliches Infiltrat, so Feldmeier. Das geschwollene Abdomen ist prall-elastisch und wölbt sich über die Haut. Das juckt und tut weh. Um die Schwellung herum sammeln sich dünne, dunkle Kotfäden, die auf den Parasiten hinweisen.

Über die Afteröffnung gibt das Flohweibchen auch die Eier ab. Sie entwickeln sich außerhalb des Menschen zur nächsten Flohgeneration. Nach etwa drei Wochen hat das Flohweibchen seine Lebensaufgabe erfüllt und stirbt. Die Läsion zieht sich zusammen, färbt sich schwarz-braun und vertrocknet. Was bleibt, ist eine kleine, runde Hautveränderung.

Im Prinzip erledigt die Sache sich also von selbst. Bis dahin kann der Hautbewohner seinem unfreiwilligen Vermieter aber heftig zusetzen. Das verlangt nach einer frühen Diagnose. Denn der Flohangriff führt nicht nur zur lokalen Entzündung - die Patienten leiden praktisch immer unter bakteriellen auch Superinfektionen. Schließlich handelt es sich um eine dauerhafte Hautverletzung in einem Bereich, für den häufiger Kontakt mit dem (Erd)-boden typisch ist. So können aus einer unbehandelten Tungiasis Ulzera entstehen, die sich superinfizieren, sagte Feldmeier bei einem Symposium von Pohl-Boskamp. Wiederholter Befall kann in eine chronische Entzündung der Zehenendglieder münden und die Gehfähigkeit mindern. Entsprechend fand eine Studie bei allen 78 mit Sandflöhen befallenen Probanden bakterielle Infektionen - von Staphylococcus aureus über Enterobakterien bis hin zu betahämolysierenden Streptokokken und Clostridien.

Während Touristen aus tropischen Entwicklungsländern meist nur ein oder zwei Sandflöhe mitbringen, tragen Einheimische oft Dutzende gleichzeitig mit sich herum. Die Tiere sammeln sich dann meist in Clustern. Ein Zeh kann für mehr als zehn Flöhe reichen. Die einzige wirksame Therapie ist ihre chirurgische Entfernung, danach wird die Wunde mit einem Antibiotikum behandelt.

Die Prophylaxe ist einfacher. Sie erfolgt mit einer Zanzarin®-Lotion, einem Repellent auf pflanzlicher Basis, so Feldmeier. Es dient normalerweise als Schutz vor Schnaken und Moskitos. Zweimal täglich auf die Füße aufgebracht verringerte es in einer Untersuchung die Penetrationsrate um 95 Prozent. Da das Expositionsrisiko für Touristen relativ niedrig ist, sei davon ein guter Schutz zu erwarten, sagte der Tropenspezialist.
Quelle: www.aerztezeitung.de

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Schonung und Spritzen stehen wohl noch immer hoch im Kurs

Der Anteil passiver Therapien bei Rückenschmerzen ist immer noch hoch - entgegen der Empfehlungen.

Von Ulrike Maronde

Bei der Behandlung von Patienten mit unkomplizierten Kreuzschmerzen oder radikulären Rückenschmerzen stehen nach den Empfehlungen deutscher und internationaler Fachgesellschaften frühzeitige Aktivität und körperliche Belastung - unterstützt von einer guten Analgesie mit oralen Nicht-Opioidanalgetika - im Mittelpunkt. Passive Therapien mit Ruhe und Schonung sind dagegen obsolet. Denn körperliche Aktivität zu vermeiden verschlechtert die Symptome und fördert zudem die Chronifizierung der Schmerzen.
Erkenntnisse aus Studien unzureichend umgesetzt

Doch werden diese Erkenntnisse in der Praxis bislang nicht umgesetzt: Der Anteil passiver Therapieverfahren bei Rückenschmerzen ist immer noch sehr hoch, haben Dr. Eva-Kristin Renker und Kollegen von der Stiftung Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg festgestellt (Schmerz 3, 2009, 284). Die Forscher haben untersucht, wie behandelt wird und wie sich das Verordnungsverhalten mit zunehmender Chronifizierung der Schmerzen verändert. Dazu haben sie per Fragebogen Patienten mit Rückenschmerzen aus 225 orthopädischen Praxen in Deutschland befragt. Die Fragebögen wurden den Patienten beim ersten oder zweiten Termin bei ihrem Orthopäden vorgelegt, und sechs Monate später wurde ihnen ein Katamnesefragebogen zugeschickt.

Für die Analyse wurden die Daten von 630 Patienten mit nicht-radikulären Rückenschmerzen berücksichtigt. Die Ergebnisse: 53 Prozent der Patienten waren zwischen 31 und 50 Jahre alt, 56 Prozent waren Frauen. Am häufigsten wurde Krankengymnastik verordnet (47 Prozent) gefolgt von passiven Therapien: 44 Prozent erhielten Spritzen und 33 Prozent Tabletten, 27 Prozent Wärme- / Kälteanwendungen, 27 Prozent Massagen und 22 Prozent Elektrotherapie. Die Patienten nahmen umso mehr Therapien in Anspruch, je höher der Chronifizierungsgrad der Rückenschmerzen war.
Chronifizierungsgrad nahm nur bei einem Drittel ab

Mit 75 Prozent am häufigsten waren die Therapiekombinationen Spritzen / Krankschreibung gefolgt von Physiotherapie / (Bett-)Ruhe (69 Prozent), Physiotherapie / Krankschreibung (66 Prozent) und Spritzen / (Bett-)Ruhe (64 Prozent). Außerdem wurden mit zunehmendem Chronifizierungsstadium (CS 0 = keine bis CS 3 = starke Chronifizierung) mehr Analgetika eingenommen.

Nach ihrer Einschätzung zum Zeitpunkt der Katamnese gefragt, welche Therapiemaßnahmen am besten die Beschwerden gelindert hätten, gaben 77 Prozent der Patienten Ruhe / Bettruhe an, gefolgt von einem Anteil von jeweils mehr als 60 Prozent von Operation, Wärme / Kälte-Anwendung, Physiotherapie, Kur, Elektrobehandlung oder Spritzen.

Die offensichtlich hohe Zufriedenheit der Betroffenen mit diesen überwiegend passiven Maßnahmen spiegelte sich jedoch nicht in den objektivierbaren Ergebnissen wider. Denn nur etwa ein Drittel der Patienten erreichte ein geringeres CS, bei 53 Prozent blieb dieses unverändert und bei 13 Prozent nahm die Chronifizierung zu. Von den 202 Patienten im CS 3 bei Anamnese hatten nur 46 Prozent ein niedrigeres Chronifizierungsstadium erreicht. Von den Patienten im CS 2 (n = 230) waren es 30 Prozent und im CS 1 (n = 168) 24 Prozent. Entgegen der subjektiv positiven Wirksamkeit vieler Therapieformen hatten sich von den Patienten im CS 0 56 Prozent verschlechtert.
Quelle: www.aerztezeitung.de

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Lippenstifte können Juckreiz und Ausschlag auslösen

FRANKFURT/MAIN (dpa). Bestimmte Lippenstifte können Juckreiz, Hautausschlag und möglicherweise sogar Krebs verursachen. Das schreibt das Magazin Öko-Test in seiner August-Ausgabe. 121 von 306 untersuchten Lippenstiften hätten die Note "ausreichend" erhalten, 44 sogar nur "mangelhaft". Einige der Lippenstifte enthielten den gelben Farbstoff Tartrazin, der Juckreiz und Hautausschläge verursachen kann.

Das für die Analyse der Kosmetikprodukte verantwortliche Labor habe zudem in einigen Fällen giftiges Anilin gefunden, das im Verdacht steht, krebserregend zu wirken. Unter den schlecht bewerteten Stiften seien auch teure französische Luxusmarken.
Quelle:www.aerztezeitung.de

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Apothekenkammer warnt vor Arzneimittelfälschung

BERLIN (hom). Nach Angaben der Bundesapothekerkammer entwickeln sich Arzneimittelfälschungen zu einem wachsenden weltweiten Problem. Europäische Zollbehörden hätten im vergangenen Jahr "so viele gefälschte Medikamente beschlagnahmt wie noch nie", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung.
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Anzeichen für eine Fälschung seien ein fehlender Beipackzettel oder wenn die Tabletten lose verkauft werden. Besonders vorsichtig sollten Urlauber beim Arzneimittelkauf auf Wochenmärkten oder bei Straßenhändlern sein.
Quelle: www.lifeline.de

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Die Heimliche Gefahr In Der Klimaanlage!

Im Sommer sind Klimaanlagen fast in jedem Bereich unseres Lebens stationiert. Ist dieses Gerät welches für unseren Komfort erforderlich ist gut für unsere Gesundheit?
Bakterien können sich in Klimaanlagen befinden und vermehren. So werden diese leicht mit der akkumilieren Luft in die Umgebung weiter geleitet. Man muss vorsichtig sein damit die Klimaanlagen nicht zur Bakterien Schleuder wird. Bei extrem hohen Temperaturen im Sommer wird eine Klimaanlage zum besten Freund. Im Büro, Kaufhaus, Flugzeug oder Auto sorgen Klimaanlagen für angenehme Temperaturen. Doch diese sind nicht ganz unproblematisch. Diese Geräte können eine gefährliche Quelle für Krankheitserreger werden. Bakterien, Keime, Viren und Pilze führen in den Filtern und Rohren der Klimaanlagen ein unbemerktes und ungestörtes Leben. Sie sammeln und vermehren sich und werden mit dem Luftstrom direkt in den Raum der Klimaanlage und von dort in den menschlichen Organismus geschleudert. Durch die Zugluft der Klimaanlagen drohen schwere Infektionen. Die Wahrscheinlichkeit an der Legionärskrankheit zu erkranken ist höher als man denkt. Es befinden sich sehr oft Legionellen–Bakterien in den Anlagen, die eine schwere Lungenentzündung verursachen. Eine Klimaanlage sollte jährlich kontrolliert werden um solche Risiken vorbeugen zu können. Aber selbst wenn die Klimaanlage optimal gewartet wird, sollte man sich in Acht nehmen. Bei Temperaturen von 30 oder 40 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit kommt jeder ins Schwitzen. Im kühlen Restaurant oder Hotelzimmer holt man sich nur allzu leicht eine Erkältung, denn der plötzlich kalt gewordene Schweiß und die trockene Luft reizen die Schleimhäute der oberen Luftwege und viele Virenarten und andere Krankheitserreger können in den Körper eindringen. Ein besonders wichtiger Punkt den man nicht vergessen sollte ist, je kleiner der Temperaturunterschied zwischen der Innen und der Außentemperatur ist desto geringer ist die Gefahr von Erkältungen und Kreislaufbeschweren. Wenn es sich draußen also um eine enorme Hitze handelt sollte man den Raum auf keinen Fall in eine Schnee Atmosfere verwandeln.
Quelle:www.drabuttv.com

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Neue Zecken mit neuen Erregern breiten sich aus

Die aus dem Süden zugewanderten Auwaldzecken treten zunehmend in Deutschland auf.

BERLIN (eis). Sie können eine bisher wenig beachtete Rickettsien-Art übertragen, warnt das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin.

Auwaldzecken (Dermacentor reticulatus) stammen ursprünglich aus Ungarn, Österreich und Norditalien, werden aber inzwischen auch in vielen Regionen Deutschlands gefunden. Seit 2005 haben sie sich im Großraum Berlin sowie in Brandenburg etabliert, meldet das RKI (Epi Bull 29, 2009, 275). Das Institut hat jetzt 94 Auwaldzecken auf Krankheitserreger untersucht. Ergebnis: Etwa 6 Prozent der neuen Zecken waren mit Borrelien befallen und damit weniger als herkömmliche Zecken. Allerdings waren etwa 50 Prozent Träger von Rickettsia raoultii. Diese Bakterienart führe wie auch andere Rickettsien vermutlich zu Erkrankungen, so das RKI. So verursacht etwa die verwandte Art Rickettsia helvetica in Deutschland Fieber, Kopfweh, Myalgien und Perimyokarditis.
Quelle: www.medizin-online.de

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Akupunktur wirkt besser als Standardtherapie

Kreuzschmerzen und die durch sie verursachten Bewegungseinschränkungen können durch Akupunktur gelindert werden - egal, wo genadelt wird.

Akupunktur lindert chronische Kreuzschmerzen und ist der Standardtherapie überlegen - erneut hat das eine Studie ergeben. Dabei ist es offenbar egal, wo und wie genadelt wird: In der vierarmigen Studie erhielten 638 Patienten mit nicht entzündlichen chronischen Kreuzschmerzen eine individualisierte Akupunktur, eine Standardakupunktur, eine simulierte Akupunktur oder eine konventionelle Therapie. Genadelt wurde in den ersten drei Wochen jeweils zweimal, in den folgenden vier Wochen je einmal.

Innerhalb von acht Wochen hatten sich die schmerzbedingten Bewegungseinschränkungen in allen drei Akupunkturgruppen um 60 Prozent verringert, in der Gruppe mit Standardtherapie um 39 Prozent. Der Unterschied war statistisch signifikant (Arch Int Med 169, 2009, 858).

Bereits vor zwei Jahren hatte die GERAC-Studie (GERman ACupuncture Trial) verdeutlicht, dass chronische Kreuzschmerzen durch Akupunktur nach traditioneller chinesischer Medizin (TCM, Einstichtiefe: 5 bis 40 mm) und durch Sham-Akupunktur (Nadelung an Nicht-Akupunkturpunkten und Einstichtiefe nur 1 bis 3 mm) signifikant besser gelindert werden als mit einer leitlinienbasierten Standardbehandlung aus Pharmakotherapie und nicht-medikamentösen Maßnahmen. Von der Behandlung profitierten jeweils fast die Hälfte der Patienten in den beiden Akupunktur-Gruppen, aber nur etwa ein Viertel derjenigen mit Standardtherapie: Bei ihnen hatten sich nach sechs Monaten Schmerzen oder rückenspezifische Funktionseinschränkungen gebessert (Arch Intern Med 167, 2007, 1892).
Quelle: www.aerztezeitung.de

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Chronischer Rückenschmerz: Da hilft eine Intensiv-Kombi

Interdisziplinäres und multimodales Programm für Problempatienten

NEU-ISENBURG (HL). Jedem zehnten Patienten mit Rückenschmerzen droht eine Chronifizierung seiner Krankheit. Dauerschmerzen, Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung können mit einem integrativen Therapieansatz verhindert werden.

90 Prozent der Fälle bei akuten Rückenschmerzen sind unproblematisch. Eine Herausforderung für Ärzte, Krankenkassen, aber auch für die Volkswirtschaft stellen jene zehn Prozent der Patienten dar, die länger als sechs Wochen leiden: Spätestens nach drei Monaten sind sie chronisch schmerzkrank, lange oder dauernd arbeitsunfähig. Chronische Rückenschmerzen sind häufigste Ursache von Frühverrentung. Die Gesamtkosten von chronischem Rückenschmerz belaufen sich auf rund 50 Milliarden Euro, mehr als die Hälfte davon entfällt auf Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung.

Allerdings kann heute auch Problempatienten effektiv geholfen werden: Die Integrated Managed Care GmbH hat zusammen mit Schmerztherapeuten ein interdisziplinäres multimodales Behandlungsregime für motivierte Patienten auf Zuweisung durch die Krankenkasse entwickelt: Nach eingehender Diagnostik legen Arzt, Psychotherapeut und Physiotherapeut einen individuellen, vierwöchigen Therapieplan mit 37 Behandlungsstunden fest. Der Erfolg wird nach einer vom Patienten über sechs Monate geführten Dokumentation beurteilt. Ein gutes Ergebnis wird mit einem Bonus, Misserfolg mit einem Malus honoriert. Evaluationen zeigen, dass Patienten nach acht Wochen zu 93 Prozent arbeitsfähig sind.
Quelle: www.aerztezeitung.de

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TK: Apotheker fragen zu selten nach

Berlin - Die Techniker Krankenkasse (TK) ist mit den Apothekern nicht zufrieden: „Ein Apotheker muss die Kunden über die Arzneimittel beraten und vor möglicherweise gefährlichen Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Mitteln warnen. Dafür ist die Frage nach weiteren Medikamenten unerlässlich“, sagte eine TK-Mitarbeiterin zu den Ergebnissen einer aktuellen Befragung. Demnach wird jeder Zweite in der Apotheke selten oder nie danach gefragt, welche Medikamente er neben der aktuellen Verordnung noch einnimmt. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hatte im Auftrag der TK 1000 Menschen telefonisch befragt.

Von ihrem Arzt wurden laut Umfrage immerhin 61 Prozent der Patienten nach ihren Medikamenten gefragt. „Angesichts der Gefahren, die von der gleichzeitigen Einnahme von sich nicht miteinander vertragenden Medikamenten ausgehen, wäre auch hier eine höhere Nachfragequote wünschenswert“, sagte die TK-Mitarbeiterin.

Den Beipackzettel lesen zwei Drittel der Befragten immer und nur 17 Prozent selten oder nie. Allerdings sehen 17 Prozent in Wechselwirkungen keine oder allenfalls eine geringe Gefahr. Bei der Verordnungen von Arzneimitteln oder beim Kauf von nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten sollten Patienten laut TK immer alle Mittel angeben, die sie einnehmen – auch unaufgefordert. Dabei sollten auch vermeintlich harmlose Naturarzneimittel genannt werden.

Laut Umfrage hat jeder Achte zudem schon einmal verschreibungspflichtige Medikamente genommen, die nicht für ihn bestimmt waren. Unter den 18- bis 25-Jährigen war es sogar jeder Fünfte. Jeder Vierte nimmt mehrmals oder häufig verschreibungspflichtige Medikamente von früheren Erkrankungen, ohne das mit dem Arzt abzusprechen. Fast jeder Dritte achtet nicht auf das Verfalldatum seiner Arzneimittel.

APOTHEKE ADHOC

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Studie: Trinken von Rotwein kann entzündungshemmend wirken

London — Frohe Botschaft für Weinfreunde: Der Genuss von Rotwein kann entzündungshemmend wirken, wie Forscher der schottischen Universität Glasgow herausfanden. Grund ist demnach das in Rotwein enthaltene Antioxidans Resveratrol, das zwei wichtige entzündungsauslösende Proteine hemmt. Die Forscher behandelten einige Mäuse im Tierversuch vorbeugend mit Resveratrol, weshalb ihnen die Gabe eines stark inflammatorischen Stoffes nichts anhaben konnte. Andere Mäuse, die kein Resveratrol erhalten hatten, reagierten dagegen mit Symptomen wie sie bei einer Blutvergiftung (Sepsis) auftreten.

Der Forscher Alirio Melendez von der Universität Glasgow erklärte, Ziel der Studie sei es gewesen, neue Therapiemöglichkeitkeiten für schwere akute Entzündungskrankheiten zu finden. Derartige Krankheiten - wie etwa die Sepsis - seien "sehr schwer zu behandeln, und wegen mangelnder Behandlung sterben jeden Tag viele Menschen". Darüber hinaus hätten Sepsis-Überlebende "oft nur eine sehr geringe Lebensqualität wegen der Schäden, die die Entzündung an mehreren inneren Organen anrichtet", erläuterte der Wissenschaftler.

Resveratrol hat in Medizin und Pharmazie ohnehin schon einen guten Ruf, dem Antioxidans wird eine positive Wirkung von Anti-Aging bis zur Verstärkung von anti-viralen Therapien zugesprochen. Frühere Studien zeigten, dass Resveratrol die Bildung von Blutgerinnseln verhindern helfen und den Kampf gegen Krebs unterstützen kann. Der Stoff findet sich in der Schale von Weintrauben, kommt aber in Rotwein in größeren Mengen vor als in Weißwein. Die Studie wurde im Fachblatt des Verbandes der Amerikanischen Gesellschaften für Experimentelle Biologie (FASEB) vorgestellt.


(AFP)

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Behörde: Hände weg von Internet-Grippemitteln

Bonn (dpa) - Vor gefälschten und nutzlosen Schweinegrippe- Medikamenten aus dem Internet hat das zuständige Bundesinstitut gewarnt. Im Netz gebe es Anbieter, die verschreibungspflichtige Arzneimittel wie Tamiflu ohne Vorlage eines Rezeptes vertrieben.

Dies teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am Freitag in Bonn mit. «In diesen Fällen ist mit einiger Wahrscheinlichkeit mit dem Verkauf von gefälschter Ware zu rechnen», sagte BfArM-Leiter Prof. Johannes Löwer.
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Gefälschte Arzneimittel enthalten nach Angaben der Bundesbehörde häufig keinen Wirkstoff oder sind wegen ihrer mangelnden Qualität und giftiger Inhaltsstoffe gesundheitsschädlich. Im Falle von antiviralen Arzneimitteln wie Tamiflu könnte ein zu niedrig dosierter Wirkstoff zu einer Resistenz des Grippevirus führen.

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Schmerzarzt, Psycho- und Physiotherapeut: Gemeinsam machen sie den Rücken stark

Fast 40 Stunden Behandlung in vier Wochen, ein gemeinsam abgestimmter interdisziplinärer Therapieplan und ein Bonus bei Erfolg: Das hilft bei Patienten, denen chronischer Rückenschmerz droht.

Von Helmut Laschet

Irgendwann erwischt es jeden: Krumm gelegen, zu viel am Computer gearbeitet oder in der Zugluft gesessen - am nächsten Tag meldet sich der Rücken mit Schmerz. Bei neun von zehn Patienten verschwindet das Problem mit symptomatischer Therapie - aber bei jedem zehnten Betroffenen frisst sich der Rückenschmerz fest.

Bereits 2001 kritisierte der Sachverständigenrat für das Gesundheitswesen, dass diese Patienten, die ein hohes Risiko für eine Chronifizierung der Schmerzen haben, nicht rechtzeitig identifiziert werden. Außerdem fehlten effiziente und koordinierte Therapieprogramme. Nachgewiesen sei hingegen eine Überversorgung bei diagnostischen, invasiven und operativen Maßnahmen, die Ausdruck eines primär biomechanischen Krankheitsverständnisses seien.
Arbeitsunfähigkeit, frühe Rente - hohe Kosten

Bekommen Ärzte die Schmerzen nach drei Monaten nicht in den Griff, dann gelten sie als chronisch, stellt Dr. Thomas Kohlmann, Leiter des "bundesweiten Forschungsverbundes Rückenschmerz", fest.

Neben dem persönlichen Leid der Betroffenen entstehen hohe Folgekosten: Nur 35 Prozent der Patienten mit Rückenschmerzen kehren innerhalb von drei Jahren wieder an ihren Arbeitsplatz zurück.

Jährlich gehen in Deutschland 600 000 Erwerbstätigkeitsjahre verloren. 18 Prozent der Frühberentungen gehen auf das Konto von chronischem Rückenschmerz, jede fünfte Reha wird deshalb in Anspruch genommen. Die direkten Behandlungskosten beziffert Kohlmann auf rund 20 Milliarden Euro, die gesellschaftlichen Folgekosten sogar auf 30 Milliarden Euro.

Allerdings ist die Medizin in den letzten Jahren nicht stehen geblieben: Schmerztherapeuten haben neue Behandlungskonzepte entwickelt, deren Charakteristikum die intensive Kooperation mit Psychotherapeuten und Physiotherapeuten ist und die den Patienten als aktiven Partner im Heilungsprozess begreifen.

Einen innovativen Versorgungsansatz organisiert die Integrative Medical Care GmbH (IMC) in Bad Homburg. Die Gesundheitsmanager bieten Krankenkassen und Schmerztherapeuten - im Verbund mit Psycho- und Physiotherapeuten qualitätsgesicherte Verträge (den Integrierten Versorgungs-Vertrag Rückenschmerz - IVR) an, mit denen betroffene Patienten Zugang zu einer optimierten und vor allem frühzeitigen Therapie erhalten.

Eine Besonderheit: Nicht ein Arzt, sondern die Krankenkasse weist den Versicherten in das Versorgungskonzept ein. Die Voraussetzungen ergeben sich aus den der Kasse vorliegenden Dokumentationen: Diagnosen Rückenschmerz nach ICD 10 (M40-M50), Arbeitsunfähigkeit seit mindestens vier Wochen, keine Schmerzfreiheit trotz Medikation, schließlich muss der Patient motiviert sein, in das Behandlungsprogramm aktiv einzusteigen. Ausschlusskriterien sind bösartige Tumore, akute entzündliche Rheumaerkrankungen sowie geplante und terminierte Reha.

Über einen Monat lang erhält der Patient - basierend auf einer schmerztherapeutischen Diagnostik - eine individuell zugeschnittene Kombinationstherapie: 8,5 Stunden Schmerztherapie, 17,5 Stunden Physiotherapie, 10,75 Stunden Psychotherapie. Dazu gehören edukative Elemente, Entspannungsverfahren, Verhaltenstherapie, Kraft-, Ausdauer- und Koordinationstraining.

Jeder Patient dokumentiert vor Beginn der Behandlung in einem validierten und standardisierten Schmerzfragebogen seinen aktuellen Gesundheitsstatus. Therapiebegleitend wird täglich ein spezielles verlaufssensitives Schmerztagebuch geführt, und zwar über einen Zeitraum von zweimal vier Wochen. Die Kombitherapie kann, wenn notwendig, um vier Wochen verlängert werden.

Nach vier, eventuell nach acht Wochen und auf jeden Fall nach sechs Monaten wird der Gesundheitsstatus erhoben und mit dem Ausgangsstatus verglichen. Der gesamte Behandlungsverlauf wird vom Patienten erfasst, anschließend elektronisch ausgewertet, den behandelnden Schmerzzentren sowie der Krankenversicherung zur Verfügung gestellt.

Das Behandlungsergebnis wird schließlich mit dem zuvor mit dem Patienten vereinbarten individuellen Behandlungsziel (möglichst Schmerzfreiheit) verglichen. Parameter der Ergebnisqualität sind: AU-Dauer, schmerzbedingte Beeinträchtigungen, Teilhabe an Aktivitäten des täglichen Lebens, Schmerzintensität im Tagesablauf. Für gute Ergebnisse bekommt das Zentrum einen Bonus, bei Misserfolg einen Malus.
Noch geringes Interesse bei den Krankenkassen

Die Erfolgsquote (gemessen in Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit) liegt nach Angaben von Dr. Michael Überall vom Institut für Schmerztherapie und Palliativmedizin bei 88 bis nahe 100 Prozent je nach Schmerzzentrum. In der konventionellen Versorgung liegt die Erfolgsquote bei 35 Prozent. Was gegenwärtig vor allem fehlt, ist das Interesse der Krankenkassen. Als konsequenter Vorreiter gilt bei Spezialisten aber die Techniker Krankenkasse.
Quelle: www.aeztezeitung.de

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Tipps zur Therapie mit einem Fentanyl-Pflaster

Geringer Wirkstoffgehalt verringert Risiko einer Überdosierung bei Fieber / Restgehalt ist zudem geringer

WIESBADEN (mar). Schmerzpatienten, die mit transdermalem Fentanyl behandelt werden, sollten darauf hingewiesen werden, auf eine Wärmflasche oder andere externe Wärmequellen in der Nähe des aufgeklebten Pflasters zu verzichten.

Denn die Absorption des Opioids wird durch Wärmezufuhr beschleunigt - und somit besteht die Gefahr der Überdosierung.

Darauf hat Dr. Thomas Nolte vom Schmerz- und Palliativzentrum Rhein Main in Wiesbaden und Frankfurt erinnert.

Das gleiche Risiko besteht auch bei Fieber. So ist bei einer Körpertemperatur von 40° C die transdermale Fentanylaufnahme um etwa 30 Prozent erhöht. Diese Patienten müssen dann engmaschig überwacht werden, so der Schmerztherapeut bei einer Veranstaltung von Nycomed in Wiesbaden.

Nolte erinnerte zudem daran, dass die derzeit erhältlichen FentanylMatrixpflaster nicht einfach gegeneinander austauschbar sind. Ein Austausch in der Apotheke sei nur bei gleicher Wirkstoffbeladung des Pflasters erlaubt.

Den mit Abstand geringsten Fentanylgehalt von allen Pflastern hat Matrifen®. Aufgrund seiner patentierten Novo-Matrix-Technologie mit Diffusionskontrollmembran enthält dieses Pflaster im Vergleich zum Originalpräparat (Durogesic® SMAT) ein Drittel weniger Wirkstoff - und ist dennoch bioäquivalent zu diesem, wie in Studien belegt worden ist.

Der geringere Wirkstoffgehalt verringere das Risiko einer Überdosierung bei Fieber und erhöhe die Sicherheit für die Patienten, so Nolte. Wegen der geringen Wirkstoffbeladung ist der Restgehalt nach 72-stündiger Anwendung deutlich niedriger. Damit sei das Missbrauchspotenzial bei der Entsorgung sowie die Umweltverträglichkeit besser.
Quelle: www.aerztzeitung.de

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Kaputte Knie sind jetzt ein Berufsleiden

BERLIN (hom). Die Liste der Berufskrankheiten (BKen) ist zum 1. Juli 2009 um fünf weitere Krankheitsbilder erweitert worden. Dies teilte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) am Mittwoch in Berlin mit.

Zu den fünf neuen Krankheitsbildern, die als Berufskrankheiten anerkannt sind, sofern eine berufliche Verursachung bestätigt ist, gehören der vorzeitige Verschleiß der knorpeligen Gelenkflächen im Knie (Gonarthrose), die entzündliche Krankheit der Lunge (Lungenfibrose) durch extreme, langjährige Einwirkungen von Schweißgasen und Schweißrauchen, Erkrankungen des Blutes durch Benzol, Lungenkrebs durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und das Zusammenwirken von Asbestfasern und PAK.

Als Berufskrankheiten kommen laut DGUV grundsätzlich nur jene Erkrankungen infrage, "die durch besondere Einwirkungen verursacht sind, denen bestimmte Berufsgruppen durch ihre Arbeit in erheblich höherem Maß als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind".

www.ärztezeitung.de

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Zu viel Speck auf den Rippen schadet auch dem Darm

Das Risiko für eine Divertikulitis ist bei dicken Männern um 50 bis 80 Prozent erhöht

SEATTLE (sec). Übergewicht schadet auch dem Darm: Nach Daten einer neuen Studie haben adipöse Männer ein deutlich erhöhtes Risiko, an einer Divertikulitis zu erkranken.

Abspecken könnte auch dem Darm gut tun.

Dass Adipositas mit einer Reihe von Folgekrankheiten assoziiert ist, ist vielfach belegt. Allein für den gastroenterologischen Bereich sind das die nichtalkoholische Fettleber - eine solche liegt bei 70 Prozent der adipösen und übergewichtigen Menschen vor - symptomatische GERD und erosive Refluxösophagitis (bis zu zweifach erhöhtes Risiko im Vergleich zu Normalgewichtigen), Adenokarzinom des Ösophagus (mehr als verdoppeltes Risiko) oder Cholelithiasis. Auch kolorektale Karzinome treten bei Adipositas gehäuft auf.

Um die Assoziation zwischen Adipositas und Divertikulitis zu testen, haben US-Forscher um Dr. Lisa L. Strate aus Seattle Daten einer Kohortenstudie mit über 47 200 Männern ohne initial bekannte Divertikulitis bewertet (Gastroenterology 136, 2009, 115). Alle zwei Jahre wurden Lebensgewohnheiten dokumentiert, etwa zu Gewicht und Größe sowie zu Hüft- und Taillenumfang. Bei Studienbeginn waren die Männer zwischen 40 und 75 Jahren alt.

Nach 18 Jahren war bei 801 Studienteilnehmern eine Divertikulitis diagnostiziert und es waren insgesamt 383 Blutungs-Komplikationen dokumentiert worden. Im Vergleich zu Männern mit einem BMI unter 21 hatten Studienteilnehmer mit einem BMI über 30 ein um 78 Prozent erhöhtes Risiko für eine Divertikulitis und ein um den Faktor 3,2 erhöhtes Risiko für Divertikulitis-assoziierte Blutungen - unabhängig von anderen Risikofaktoren wie mangelnde Bewegung oder nur geringer Verzehr von Vollkornprodukten.

Das signifikant erhöhte Risiko bei Adipositas für eine Divertikulitis und für Blutungs-Komplikationen ergab sich auch, wenn statt des BMI der Taillenumfang oder das Verhältnis von Taillen- und Hüftumfang berücksichtigt wurde. Wurden zum Beispiel die Studienteilnehmer entsprechend ihres Taillenumfangs in Quintilen eingeteilt, so war bei Männern in der höchsten Quintile die Wahrscheinlichkeit, an einer Divertikulitis zu erkranken, um 56 Prozent höher als bei Männern, die der niedrigsten Quintile zugeordnet waren, und das Risiko für Blutungs-Komplikationen war um 96 Prozent erhöht.

Ärzte Zeitung, 07.08.2009

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Jetzt ist Schutz gegen Ambrosia angesagt

Jedes zehnte Kind in Deutschland ist sensibilisiert / Entfernen der Pflanze beugt allergischen Symptomen vor

NEU-ISENBURG (ikr). Beifuß-Ambrosia - ein aus Nordamerika stammendes Kraut mit besonders hohem allergischen Potenzial - breitet sich zunehmend auch in Deutschland aus. Es gibt jedoch effektive Maßnahmen zur Prophylaxe dieser Allergie sowie zur Behandlung.

Die Hauptblütezeit von Ambrosia ist im August und September. Das in den Pollen enthaltene Eiweiß ist ein besonders aggressives Allergen, und die Pollen sind durch ihre geringe Größe leicht lungengängig. Eine einzige Pflanze setzt eine Milliarde Pollen frei. Bereits fünf bis zehn Pollen reichen aus, um eine allergische Atemwegserkrankung auszulösen. Die meisten der Betroffenen haben eine allergische Rhinokonjunktivitits, berichten Dr. Thomas Gabrio und seine Mitarbeiter vom Landesgesundheitsamt Stuttgart. Bei nahezu jedem zweiten Patienten treten zusätzlich asthmatische Beschwerden auf (DMW 134, 2009, 1457).

Überall dort, wo Ambrosia heimisch wird, steigen auch die Sensibilisierungs- und die Erkrankungsraten. In Deutschland sind nach einer aktuellen Studie bereits zehn bis 17 Prozent der Schulkinder sensibilisiert, das heißt sie hatten spezifische IgE-Antikörper gegen Bestandteile aus Ambrosiapollen im Serum. Und eine europäische Studie, an der auch zwei deutsche Zentren beteiligt waren, hat ergeben, dass etwa 14 Prozent der Patienten mit Verdacht auf allergische Rhinitis gegen Ambrosia sensibilisiert sind.

Haben betroffene Patienten Symptome einer allergischen Rhinitis, helfen die bewährten antiallergischen Medikamente wie moderne, nicht sedierende Antihistaminika und topische Kortikosteroide. Aufgrund der starken Aggressivität der Ambrosia-Pollen und des hohen Asthmarisikos empfehlen Experten wie Professor Torsten Zuberbier von der Charité Berlin, zusätzlich eine spezifische Immuntherapie (SIT) zur Desensibilisierung zu erwägen.

Eine weitere wichtige Maßnahme ist die Allergen-Karenz. Ambrosia-Pflanzen sollten möglichst mit den Wurzeln vor der Blüte herausgezogen werden, empfehlen die Stuttgarter Experten. Um allergische Reaktionen der Haut und der Atemwege zu vermeiden, sollte die Pflanze mit ausreichend langen, dichten Handschuhen angefasst werden. Ausgerissene Pflanzen sollten in verschlossenen Plastiktüten und über den Hausmüll - nicht als Grüngut oder Biomüll - beseitigt werden. Ein Auskeimen von vorhandenen Samen sollte verhindert werden.

Infos, wann und wo es Ambrosia-Pollenflug gibt, auf: www.pollenstiftung.de
Beliebte Standorte von Ambrosia

Ambrosia befindet sich häufig:
# auf Brachflächen, Schuttplätzen, in Neubaugebieten, Zwischenlagern für Baustoffe
# auf Randstreifen und Böschungen von Straßen, Autobahnen und Schienenwegen
# in Gärten und auf Vogelfütterungsplätzen
# auf landwirtschaftlichen Nutzflächen, auf denen zum Beispiel Sonnenblumen oder Mais angebaut wird
# auf Wildäckern
Quelle: www.aerztezeitung.de

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Pille: Bei Urlaubsreisen auf Zeitverschiebung achten

Hamburg (ddp). Sommer, Sonne, Strand - im Urlaub gehören Feiern und Flirten für viele einfach dazu. Damit daraus nicht eine Schwangerschaft als unerwünschtes Souvenir resultiert, ist der richtige Umgang mit der Pille unverzichtbar. «Wichtig ist, die Pille möglichst weiter im Abstand von 24 Stunden einzunehmen», betont der Hamburger Gynäkologe Wolfgang Cremer vom Berufsverband der Frauenärzte. Kompliziert kann das bei einer Zeitverschiebung zwischen Heimat- und Urlaubsland werden: «Wenn die Reise länger vorausgeplant ist, kann man am Heimatort die Pille zu einer Zeit einnehmen, die so liegt, dass man im 24-Stunden-Rhythmus bleibt und man sich auch im Urlaubsland nicht mitten in der Nacht den Wecker stellen muss», empfiehlt der Experte.

Ist der Trip kurzfristiger, hängt die optimale Strategie davon ab, ob man ein Kombinationspräparat einnimmt, das die Hormone Östrogen und Gestagen enthält, oder eine lediglich gestagenhaltige Minipille. Im ersten Fall kann man die Einnahme ohne Einbußen bei der Sicherheit um bis zu zwölf Stunden verschieben, bei der Minipille darf die Einnahmezeit hingegen nicht mehr als drei Stunden vom 24-Stunden-Rhythmus abweichen. Hier gibt es die Möglichkeit, den Zeitunterschied durch eine «Zwischenpille» zu überbrücken. Wie das im individuellen Fall funktioniere, sollte auf jeden Fall mit dem Frauenarzt besprochen werden, damit nichts schiefgehe, empfiehlt Cremer. Alternativ kann man natürlich die Pille auch durch das Verhütungspflaster oder den Verhütungsring ersetzen. «Beide wirken wie die Pille, geben aber die Hormone kontinuierlich ab», erläutert der Gynäkologe.

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Dürfen Angaben des Beipackzettels ins Internet?

KARLSRUHE (mwo). Der Europäische Gerichtshof (EuGH) wird entscheiden, ob die Beipackzettel-Angaben von Medikamenten ins Internet eingestellt werden dürfen. Mit einem jetzt veröffentlichten Urteil hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe eine entsprechende Anfrage nach Luxemburg gerichtet.

Die deutsche Merck-Tochter MSD Sharp & Dohme GmbH hatte die Angaben zu mehreren Arzneimitteln ohne Passwortschutz ins Internet eingestellt. Ein Wettbewerber sah darin einen Wettbewerbsverstoß und zog vor Gericht. Landgericht und Oberlandesgericht in Hamburg waren dem gefolgt. Dagegen ließ der BGH selbst die Revision zu und legte den Streit dem EuGH vor (Az.: I ZR 223/06).

Der muss nun entscheiden, ob es sich tatsächlich um verbotene "Öffentlichkeitswerbung" handelt. Denn im Gegensatz zu normaler Werbung würden die Informationen nicht "unaufgefordert dargeboten", sondern seien "nur demjenigen im Internet zugänglich, der sich selbst um sie bemüht".
Quelle: www.aerztezeitung.de

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Kopfschmerzwoche vom 5. bis 12. September

MARBURG (eb). Zum sechsten Mal machen das Deutsche Grüne Kreuz und viele Apotheken vom 5. bis 12. September eine Kopfschmerzberatungswoche: "Kopf-Schmerz-Frei".

Wie man Spannungskopfschmerzen und Migräne unterscheidet, was bei der Selbsttherapie zu beachten ist und wo man einen Spezialisten findet, erklären am Mittwoch, dem 9. September von 16 bis 18 Uhr Schmerzexperten am kostenlosen Telefon: 0800/ 01 12 115.
Quelle:www.ärztezeitung.de

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Salicylsäure-haltige Salben bringen nichts

Salben, die Salicylat oder Nikotinamin enthalten, sind bei akuten und chronischen muskuloskeletalen Schmerzen oft Mittel der Wahl. Daran hat auch ein Cochrane Review von 2004 nichts geändert, der keine Evidenz für die Wirksamkeit fand. Nun wurde die Datenlage erneut geprüft.

Für eine evidenzbasierte Wirksamkeit Salicylsäure-haltiger Salben gibt es immer noch keine Bestätigung. Ein aktueller Cochrane Review prüfte erneut die Datenlage. Darin eingeschlossen waren für die Situation des akuten muskuloskeletalen Schmerzes sechs placebokontrollierte und eine kontrollierte Studien mit einer Vergleichssubstanz mit insgesamt 560 bzw. 137 Patienten.

Für die Situation des chronischen muskuloskeletalen Schmerzes wurden sieben placebokontrollierte und zwei aktiv kontrollierte Studien mit insgesamt 489 bzw. 90 Patienten herangezogen. Alle Patienten hatten topische Salicylate erhalten. Wurden nur die hochqualitativen Studien einbezogen, fand sich für Patienten mit akuten Schmerzen kein überzeugender Nutzen der mindestens dreitägigen Behandlung mit einer Salicylsäsure-haltigen Salbe gegenüber einem topischen Placebo. Wurden alle Studien, eingeschlossen, ergab sich eine Anzahl der notwendigen Behandlungen (NNT = number needed to treat) von 3,2 für den klinischen Erfolg.

Für Patienten mit chronischen Schmerzen, die mindestens sieben Tage behandelt wordens ein mussten, fand sich eine NNT von 6,2 gegenüber topischem Placebo. Viele Patienten, die Salicylsäure-haltige Salben anwendeten, bekamen Hautirritationen und beendeten deswegen die Behandlung. Für einen Vergleich mit einer aktiven Kontrollgruppe reichte die Datenlage nicht aus.
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Das Fazit der Autoren: Die Evidenz spricht nicht für die Behandlung akuter muskuloskeltaler Schmerzen mit Salicylsäure-haltigen Salben. Sind die Beschwerden chronisch, sind die Effekte deutlich geringer als unter topischen NSAR.
Quelle: www.medizin-online.de

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Vitamin C schützt Knochen

Die optimale Versorgung mit Vitamin D und Kalzium schützt vor unerwünschten Frakturen im Alter. Anscheinend hat aber auch Vitamin C einen positiven Einfluss auf die Frakturrate.

Bei Senioren scheint eine ausreichende Zufuhr von Vitamin C die Frakturrate zu senken. Im Rahmen der Framingham Osteoporisis Study wurden 366 Männer und 592 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 75 Jahren zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt und aufgrund ihrer Vitamin C-Aufnahme in drei Gruppen eingeteilt. Über einen Zeitraum von 15 Jahren wurde ihr Risiko für eine nicht-vertebrale Fraktur sowie über 17 Jahre ihr Risiko für eine Hüftfraktur untersucht.

Es traten insgesamt 100 Hüftfrakturen auf, wobei das Risiko für solch ein Ereignis in der Gruppe mit der höchsten Vitamin C-Aufnahme signifikant niedriger war (p = 0,04). Auch nicht-vertebrale Frakturen traten signifikant seltener (p = 0,05) auf als in der Gruppe mit der niedrigsten Vitamin C-Aufnahme. Personen, die am meisten Nahrungsergänzungsmittel genommen hatten, wiesen die größte Risikoreduktion gegenüber jenen auf, die keine derartiges Präparat genommen hatten; der p-Wert für Hüftfrakturen lag bei 0,02, für nicht-verttebrale Frakturen bei 0,07. Auf eine ausreichende Vitamin C-Zufuhr über die Nahrung zu setzen, reicht offenbar nicht aus; sie brachte keine Reduktion des Frakturrisikos.
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Diese Ergebnisse sind ein Hinweis darauf, dass die Einnahme von Vitamin C-Präparaten die Rate an Hüftfrakturen reduzieren kann. Ob sich das in Interventionsstudien bestätigen lässt, bleibt abzuwarten.
Quelle: www.medizin-online.de

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Kasse muss nicht immer für stationäre Behandlung zahlen

KOBLENZ (dpa). Eine Krankenversicherung muss eine stationäre Behandlung trotz eines ärztlichen Attests nicht ohne weiteres bezahlen. Das entschied das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz in einem am Freitag bekannt gewordenen Beschluss.

Vielmehr könne sie geltend machen, auch eine ambulante Behandlung wäre ausreichend gewesen, und eine gerichtliche Klärung herbeiführen.

Das Gericht wies mit seinem Beschluss die Berufung eines Versicherten gegen eine Entscheidung des Landgerichts Koblenz zurück. Der Kläger hatte sich wegen starker Schmerzen in stationäre Behandlung begeben. Obwohl der Arzt deren Notwendigkeit in einem Attest bestätigte, verweigerte die private Krankenversicherung die Übernahme der Kosten mit der Begründung, eine ambulante Schmerztherapie wäre ausreichend gewesen. Der Versicherte erhob daraufhin Zahlungsklage. Ein gerichtliches Gutachten des Landgerichts bestätigte jedoch die gegenteilige Ansicht der Versicherung.

Das OLG betonte nun, Krankenkasse und Landgericht hätten rechtmäßig gehandelt. Denn in diesen Fällen sei das ärztliche Attest des behandelnden Arztes nicht bindend. Vielmehr könne es beispielsweise in einem gerichtlichen Verfahren durch das Gutachten eines Sachverständigen überprüft werden.

Az.: 10 U 959/08
Quelle: www.aerztezeitung.de

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Ärzte Zeitung online, 21.08.2009 05:00
Rheuma-Video offenbart Entzündungsherde frühzeitig

BERLIN (eb). Wissenschaftler der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), Institut Berlin, haben zusammen mit mehreren Partnern eine neue Früherkennungsmethode für Rheuma entwickelt. Ihr optisches Rheuma-Bildgebungsverfahren arbeitet mit einem Fluoreszenz-Farbstoff, der von nah-infrarotem Licht angeregt wird, und ist nach Angaben der PTB absolut unschädlich.

Mit dem Verfahren können Rheumaherde früher als mit einem Röntgengerät und preiswerter als mit einem Magnetresonanztomografen entdeckt werden. Nach vielversprechenden Ergebnissen einer noch laufenden klinischen Vorstudie hat die Berliner Medizintechnikfirma mivenion die Lizenzrechte von der PTB erworben, um eine größere Studie vorzubereiten.

Auch die gesetzlichen Krankenkassen haben bereits Interesse an dem Bildgebungsverfahren gezeigt, wie die PTB mitteilt. Das neue Verfahren soll die Rheumadiagnostik und -behandlung deutlich kostengünstiger machen - zumal ein neues, spezifisches Rheuma-Kontrastmittel es zukünftig noch einen Schritt besser machen könnte.
Bei der neuen Untersuchung leuchten zuerst die Fingerspitzen

Zuerst leuchten die Fingerspitzen, dann wandert das Kontrastmittel in Richtung des Handgelenkes weiter, live unter den Augen von Patient und Arzt. Sammelt sich der Farbstoff an bestimmten Gelenken, dann ist das für den Arzt ein Hinweis auf einen Rheumaherd. Wenige Minuten dauert die Untersuchung; sie ist schmerz- und nebenwirkungsfrei. Denn was den Farbstoff zum Leuchten anregt, das Nahinfrarotlicht (NIR-Licht), ist gerade eben nicht mehr sichtbar, sondern schon nah an der Infrarot- oder Wärmestrahlung und dringt daher deutlich weiter in den Körper ein als sichtbares Licht. Trifft es im Körper auf ein Farbstoffmolekül, dann beginnt dieses zu leuchten und verrät so den Ort, an dem es sich gerade aufhält.

Da der zurzeit noch verwendete Farbstoff passiv mit dem Blut mitschwimmt, liefert eine hochempfindliche, bildhafte Detektion des Fluoreszenzlichtes Aufschluss über die Stärke der Durchblutung am jeweiligen Ort; in einem Rheumaherd ist die Durchblutung höher als in gesundem Gewebe.

Noch besser ist es, wenn man einen Farbstoff einsetzt, der nicht passiv im Blut mitschwimmt, sondern eine spezifische Wechselwirkung mit entzündlichen Prozessen eingeht. Einen solchen Farbstoff, ein fluoreszierendes Antikörperkonjugat namens AP39-TSC, entwickelt von der Bayer Schering Pharma, haben Forscher der PTB und Charité gemeinsam mit dem neuen Gerät getestet. Und tatsächlich ließen sich damit bei Ratten Rheumaherde in den Sprunggelenken noch besser darstellen.
Die Studien werden derzeit mit einem bewährten Farbstoff gemacht

Weil es sehr aufwändig ist, bis ein neues Kontrastmittel für den Einsatz beim Menschen zugelassen ist, wird in den klinischen Studien bislang mit dem bewährten Farbstoff Indocyaningrün gearbeitet. An der aktuellen klinischen Studie, die von der Firma mivenion koordiniert wird und fast abgeschlossen ist, sind neben der PTB die HELIOS-Kliniken in Berlin-Buch und Bad Saarow beteiligt. Die Studie wird von der Investitionsbank Berlin (IBB) gefördert und mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt.

Weil die aktuelle Studie vielversprechende Ergebnisse liefert, soll bald eine multizentrische klinische Studie folgen, an der bundesweit mehrere Kliniken beteiligt sein werden. Zu deren Vorbereitung, insbesondere zur Herstellung weiterer Geräte zur Fluoreszenz-Rheumabildgebung, hat nun die Berliner Medizintechnikfirma mivenion die Lizenzrechte von der PTB erworben. Inzwischen sind die ersten Geräte bereits an rheumatologische Kliniken geliefert worden.

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Akupunktur .....Wirksam gegen Schmerzen

Die gezielten Reize von Akupunkturnadeln aktivieren natürliche Substanzen gegen den Schmerz und beeinflussen damit seine Regulation, zeigt eine amerikanische Studie.

Studien zum Thema Akupunktur stellten Experten bis jetzt häufig vor ein Problem: Zwar zeigte sich die chinesische Behandlungsmethode wirksam gegen Schmerz, doch war die zur Kontrolle durchgeführte Scheinakupunktur genauso wirksam. Dafür werden die Nadeln nicht in die Akupunkturpunkte, sondern in Stellen gesetzt, die nach der chinesischen Lehre bedeutungslos sind. Erzielt sie also nur einen Placeboeffekt oder wirkt Akupunktur tatsächlich? Eine aktuelle Untersuchung von Wissenschaftlern der University of Michigan zeigt, dass echte Akupunktur tatsächlich Effekte hat.

Die Neurologen behandelten 20 Patientinnen mit Fibromyalgie (Weichteilrheumatismus), die chronisch unter Schmerzen in Muskeln und Sehnenansätzen litten. Dazu scannten sie die Gehirne der Patientinnen per Positronen-Emissions-Tomografie (PET) vor und nach der Behandlung. Die Bilder zeigten deutlich: Die Akupunktur erhöht die Bindungsfähigkeit bestimmter Rezeptoren im Gehirn, die Andockstellen für körpereigene Anti-Schmerz-Substanzen, die Endorphine, sind. Um den Schmerz zu regulieren, verfügt der Körper über diese Form von Opiaten. Sie fungieren als natürliche Schmerzbremsen.

Medikamente auf dieser Basis, etwa Morphin und Codein, ahmen die Wirkung Endorphine nach. Die Studie könnte auch dazu anregen, dass Patienten, die wegen starker Beschwerden ständig auf diese Schmerzmittel angewiesen sind, mit Hilfe von Akupunktur die Dosis reduzieren können.


Die Studie wird in der Septemberausgabe des „Journal of NeuroImage“ veröffentlicht.

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Norovirus: häufiger Erreger von Gastroenteritis

Hinter dem Kunstwort Norovirus (NV) verbirgt sich ein hoch ansteckendes Virus. Noroviren lösen eine schwere Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis) aus, die jedoch in den meisten Fällen bereits nach 48 Stunden wieder vorüber ist. Noroviren treten in den letzten Jahren immer häufiger auf und verursachen besonders in den Monaten Oktober bis März zahlreiche Ausbrüche. Besonders in warmen Jahren verschiebt sich die Zeit des ersten Ausbruchs nach vorne.

Die meldepflichtige Norovirus-Infektion, die im letzten Jahr über 60000 Mal in Deutschland aufgetreten ist, ist vor allem für Senioren, Kranke und Kinder gefährlich, die auf Elektrolyt-Verschiebungen besonders stark reagieren.

Übertragung

Die Übertragung des hoch kontagiösen Norovirus erfolgt neben Stuhl und Erbrochenem auch durch virusbelastete Lebensmittel wie Salat, Meeresfrüchte oder verunreinigtes Wasser. So kommt es, daß ganze Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Altenheime oder Kreuzfahrtschiffe von Norovirus Ausbrüchen betroffen sind.

Wirkweise

Das Norovirus gehöhrt zu Gruppe der einzelsträngigen RNA-Viren mit einem Durchmesser von bis zu 39nm. Noroviren dringen nach oraler Aufnahme in die Darmwand ein und zwingen die befallenen Wirtszellen, immer neue Viren herzustellen. Dies geschieht so lange, bis die Wirtszelle selbst (in diesem Fall die Darmzelle) zerstört wird. Die zerstörten Darmzellen können der Nahrung keine Flüssigkeit mehr entziehen. Dadurch wird ein starker Durchfall ausgelöst.

Symptome

Nach einer Inkubationszeit von 10-50 Stunden reagiert der Körper neben dem Durchfall mit Erbrechen, um die Viren wieder loszuwerden. Das Ergebnis ist eine starke Magen-Darm Grippe oder Gastroenterits. Weitere strak ausgeprägte Beschwerden sind: Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopf- und Gliederschmerzen.

Folgen

Durch den mit der Norovirus-Gastroenterits verbundenen Flüssigkeitsverlust trocknen Kleinkinder und geschwächte Personen schnell aus (Exsikkose). Zudem kommt es zu einer Elektrolyt-Verschiebung, die im schweren Fällen nur noch durch eine Elektrolyt-Infusion behoben werden kann.

Therapie

Eine antivirale Therapie, die sich direkt gegen das Norovirus richtet, ist nicht bekannt. Vielmehr richten sich die Therapieanstrengungen auf den Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts. In schweren Fällen kann sogar ein Krankenhausaufenthalt notwendig werden. Die Therapie durch Antiemetika zur Verminderung der Übelkeit kann erwogen werden, ist aber häufig nicht besonders wirksam.

Vorbeugung und Hygienemanagement

Eine vorbeugende Impfung gegen das Norovirus ist nicht verfügbar.

Das Virus ist gegen alkoholische Desinfektionsmittel und Wärmebehandlung bis 60 Grad resistent.

Die Anstrengungen zielen auf ein optimiertes Hygienemanagement. Wenn eine durch das Norovirus ausgelöste Magen-Darm Grippe in der Familie herrscht bietet nur eine verstärkte Hygiene relativen Schutz.

Die Maßnahmen im Einzelnen:

* generelle sog. Hygienische Händedesinfektion mit einem Desinfektionsmittel, welches auch gegen Viren wirksam ist (handelsübliche Seiten und alkoholische Desinfektionsmittel sind unwirksam)
* Keine gemeinsame Benutzung von Handtüchern, Seifen, und Waschlappen von erkrankten Personen
* Desinfektion der Toilette nach jeder Benutzung durch den Kranken
* Kleidung und Bettwäsche des Kranken bei mindestens 60 Grad (besser 90 Grad) waschen, oder entsprechend desinfizieren
* Verzicht auf Händeschütteln und Bergrüßungsküsse

© 2007 medizin.de (zuletzt aktualisiert 02/2009)

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Gesetze regeln auch die IGeL-Abrechnung!

In Zeiten der zunehmenden Budgetierung kommt den Selbstzahlerleistungen neben der Privatpatientenpraxis eine zunehmend wichtige Bedeutung zu. In manchen Praxen machen diese Leistungen 30 Prozent und mehr des Praxisumsatzes aus. Doch es gibt gesetzliche Voraussetzungen und wesentliche Grundzüge bei der Durchführung und Abrechnung von Selbstzahlerleistungen.

Im SGB V wird das Anbieten und Durchführen von Selbstzahlerleistungen legalisiert: "Krankenkassen, Leistungserbringer und Versicherte haben darauf zu achten, dass die Leistungen wirksam und wirtschaftlich erbracht und nur im notwendigen Umfang in Anspruch genommen werden." Außerdem ist der Umfang der zu Lasten der GKV möglichen Leistungen genau definiert, wobei die Entscheidung letztlich der Arzt / die Ärztin und nicht irgendeine Krankenkasse trifft: "Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen, dürfen die Leistungserbringer nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligen."

Auch im Bundesmantelvertrag für Ärzte bzw. im Ersatzkassenvertrag ist ausdrücklich formuliert, dass nicht alle von einer Ärztin oder einem Arzt erbrachten Leistungen über die GKV abrechenbar sind: "Der Vertragsarzt darf von einem Versicherten eine Vergütung nur fordern, wenn der Versicherte vor Beginn der Behandlung ausdrücklich verlangt, auf eigene Kosten behandelt zu werden und dieses dem Vertragsarzt schriftlich bestätigt, und für Leistungen, die nicht Bestandteil der vertragsärztlichen Versorgung sind, wenn vorher die schriftliche Zustimmung vorliegt und wenn der Versicherte auf die Pflicht zur Übernahme der Kosten hingewiesen wurde."

Bei der Honorierung hat sich eingebürgert, dass viele Leistungen für mehr oder weniger willkürliche Pauschalhonorare erbracht werden. In der GOÄ steht allerdings gleich zu Anfang: "Die Vergütungen für die beruflichen Leistungen der Ärzte bestimmen sich nach dieser Verordnung, soweit nicht durch Bundesgesetz etwas anderes bestimmt ist." Daraus resultiert automatisch die Verpflichtung, auch Selbstzahlerleistungen nach der offiziellen GOÄ abzurechnen. Dass diese Erklärung nicht nur theoretischen Sinn macht, ergibt sich aus der Gefahr, dass bei nicht korrekter Rechnungsstellung nach GOÄ das evtl. notwendige gerichtliche Eintreiben von Honoraren erschwert ist.

Aber keine Sorge, niemand muss von lieb gewonnenen Pauschalen Abstand nehmen. Im Rahmen der GOÄ ist es jedem Behandler vorbehalten, mit welchem Multiplikator er seine Leistungen versieht, allerdings im gesetzlichen Rahmen. Das heißt einerseits, dass Multiplikatoren in jeder Höhe, auch mit dreistelligen Werten hinter dem Komma, möglich sind, andererseits dürfen auch Honorare jenseits des Schwellenwertes (2,3 bzw. 1,8) berechnet werden. Hier greifen aber dieselben Begründungspflichten wie bei "normalen" Privatpatienten.
Quelle:www.medizin-online.de

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Schwangeren gilt besonderes Augenmerk bei Pandemie

Antivirale Arzneien sollen zügig verordnet werden / Vorrang bei Pandemie-Impfung

ATLANTA(hub). Bei Schwangeren mit Verdacht auf Schweinegrippe sollten die Alarmglocken klingeln. Denn sie haben einhohes Risiko für schwere und fatale Verläufe. Eine zügige Verordnung von Oseltamivir wird empfohlen.

Von Mitte April bis Mitte Juni wurden in den USA 45 Tote durch das neue H1N1-Virus registriert. Darunter waren sechs schwangere Frauen (Lancet online). Das entspreche einem Anteil von 13 Prozent an allen Todesfällen,so die Centers for Disease Control and Prevention in Atlanta (CDC). Alle gestorbenen Schwangeren waren vor der Erkrankung durch das Schweinegrippe-Virus gesund. Durch die Infektion mit dem pandemischen H1N1-Virus entwickelten alle sechs eine virale Pneumonie, die letztlichzur künstlichen Beatmung führte. Die CDC weisen daraufhin,dass die sechs Frauen nicht schnell genug antivirale Arzneien erhalten hatten, um von der Therapie zu profitieren.

Schwangere haben ein etwa vierfach erhöhtes Risiko, mit Schweinegrippe ins Krankenhaus eingewiesen werden zu müssen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Eine Sterberate von 10 Prozent sei sehr besorgniserregend, so die CDC. Bei der Pandemie 1918 habe die Sterberate bei Schwangeren mit Spanischer Grippe sogar bei knapp 30 Prozent gelegen.

Sowohl die CDC als auch die WHO raten, Schwangeren mit Grippesymptomen in Regionen mit H1N1-Verbreitung zügig Oseltamivir (Tamiflu®) zu verordnen. Es solle nicht auf die Ergebnisse von Labortests gewartet werden. Schließlich sei der Nutzen derantiviralen Therapie innerhalb von 48 Stunden nach Symptombeginn amgrößten.

Einig sind sich WHO und CDC auch bei den Impfungen gegen dasPandemie-Virus: Wenn die Impfstoffe verfügbar sind, gehören schwangere Frauen zu der Gruppe von Menschen, die mit Priorität zuimpfen sind. Allerdings liege in den USA bei ihnen die Impfrate gegensaisonale Influenza nur bei 17 Prozent.
Quelle.www.aerzteteitung.de

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Was sozialer Stress anrichten kann

"Wirtschaftliche Probleme und ein Beziehungsmangel lassen mehr Bauchfett und damit mehr Herz-Kreislauf-Probleme entstehen.

US-Forscher haben möglicherweise eine Erklärung dafür gefunden, warum das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei sozial benachteiligten Menschen überdurchschnittlich hoch ist: Der Stress, der mit schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen und wenig zwischenmenschlichen Kontakten einhergeht, scheint den Körper dazu zu veranlassen, Fettspeicher eher im Bauchraum als unter der Haut anzulegen. Dieses sogenannte Bauchfett produziert im Gegensatz zum normalen Fettgewebe verschiedene Botenstoffe, die die Blutgefäße und das Herz-Kreislauf-System belasten, und gilt daher als einer der Hauptauslöser für Arteriosklerose und Herzkrankheiten. Bislang konnten die Wissenschaftler diesen Zusammenhang zwar nur bei Affen direkt nachweisen – sie halten es jedoch für sehr wahrscheinlich, dass der Mechanismus beim Menschen sehr ähnlich ist..."

Carol Shively (Wake-Forest-Universität, Winston-Salem)

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Doppelte Diagnose schadet der Bandscheibe

Das diagnostische Vorgehen bei Schmerzen im Lumbalbereich beinhaltet neben einem MRT oft auch noch eine Diskografie. Diese Strategie scheint langfristig eher Nachteile zu bringen, wie eine aktuelle 10-Jahresauswertung ergab.

Reicht ein MRT bei der Untersuchung von Rückenschmerzen aus, oder sollte zusätzlich eine Diskografie durchgeführt werden? Mit dieser Frage befasste sich Eugene Carragee von der Stanford University in Kalifornien. Anlässlich der 36. Jahrestagung der ISSLS (International Society of the Study of the Lumbar Spine) stellte er die Ergebnisse einer 10-jährigen Nachbeobachtung vor und erhielt dafür den Preis für den besten klinischen Vortrag.

In der multizentrischen Studie hatten 75 Patienten ohne gravierende Schmerzen im unteren Rücken sowohl ein MRT als auch eine Diskografie erhalten. In der Kontrollgruppe wurde nur ein MRT durchgeführt. Zehn Jahre später waren jene Bandscheiben, an denen eine Diskografie durchgeführt worden war, stärker degeneriert als jene, die dieser Prozedur nicht ausgesetzt worden waren. Gegenüber der Kontrollgruppe war ein größerer Höhenverlust der Bandscheiben zu verzeichnen. Carragee betonte, dass auch mit den modernen Diskografie-Verfahren durch die Punktion Schäden gesetzt werden, die sich langsam entwickeln, aber dennoch im Laufe der Zeit zu nachweisbaren strukturellen Beeinträchtigungen führen. Er plädierte dafür, Nutzen und Nachteile der diagnostischen oder therapeutischen Diskografie gut abzuwägen.

Wie genau es zu den Schäden kommt, ist bisher erst im Ansatz verstanden. Aus Tierexperimenten ist aber laut Carragee bekannt, dass die Punktion langfristig zu Schäden an der Bandscheibe führt.
quelle:www.medizin-online.de

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Knochendichte-Messung (Osteo-Densitometrie)
Dr. med. Markus Kirchgeorg

Was ist eine Knochendichte-Messung?
Diese Untersuchung misst den Mineralsalzgehalt des Knochens. Der Begriff Osteo-Densitometrie leitet sich teils aus dem Griechischen, teils aus dem Lateinischen ab . Die griechischen Wortteile "osteo" und "metrie" können mit Knochen und Messung übersetzt werden. "Densus" ist der lateinische Wortteil und bedeutet dicht.

Wie funktioniert die Messung?
Es gibt mehrere Verfahren, um die Knochendichte zu bestimmen. Die meisten beruhen auf der Abschwächung des Röntgenstrahls durch den Knochen. Dabei werden zwei schwache Röntgenstrahlen durch die Knochen am Oberschenkel oder an der Lendenwirbelsäule geschickt. Je nach Knochendichte wird die Intensität der Röntgenstrahlen stärker oder geringer abgeschwächt und diese Abschwächung ist messbar. Ausschlaggebend ist der sogenannte T-Wert. Er gibt an, ob und wie weit der Messwert von der mittleren Knochendichte eines gesunden 30-Jährigen abweicht.

In der Entwicklung und Erprobung ist derzeit die Knochendichtemessung per Ultraschall.

Wozu dient sie?
Diese Untersuchung wird vor allem bei Verdacht auf Osteoporose durchgeführt. Osteoporose ist eine Verminderung der Knochenmasse und -stabilität. Besonders in folgenden Fällen wird eine Knochendichte-Messung veranlasst:

Bei deutlichen Osteoporose-Beschwerden, wie Knochenschmerzen, Rundrücken, gehäuften Knochenbrüchen;
Bei deutlichen Beschwerden von Männern mit erhöhtem Osteoporose-Risiko: Ein solches besteht z.B. bei Alkohol- und / oder Nikotinmissbrauch, gehäufter Osteoporose in der Familie, Diabetikern oder Mangelernährung;
Bei Frauen nach der Menopause mit erhöhtem Osteoporose-Risiko;
Zur Verlaufskontrolle der Osteoporose und / oder zur Therapiekontrolle;
Bei Verdacht auf Osteomalazie: Dabei handelt es sich um eine Verminderung der Knochendichte aufgrund eines mangelhaften Einbaus von Mineralstoffen in die Knochen.
Derzeit wird die Knochendichtemessung von den gesetzlichen Krankenkassen erst dann vergütet, wenn mindestens ein osteoporotisch bedingter Knochenbruch vorliegt.

Wie läuft eine Knochendichte-Messung ab?
Abhängig von der Fragestellung und Verfügbarkeit der entsprechenden Technik kann der Arzt auswählen zwischen:

Der quantitativen Computer-Tomographie (QCT): Sie wird vor allem zur erstmaligen Diagnose einer Osteoporose, aber auch zu deren Verlaufskontrolle eingesetzt. Das Prinzip dieser Untersuchung ist die Computer-Tomographie (CT).
Der Quantitativen digitalen Radiographie (QDR oder DEXA): Sie wird vor allem zur Verlaufskontrolle der Osteoporose eingesetzt, da sie eine geringere Strahlenbelastung mit sich bringt als die QCT. Auch bei ihr handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung.
Der Dualen Photonen Absorptionsmessung (DPA): Sie stellt einen Alternative zur QDR dar, hat jedoch eine höhere Strahlenbelastung und geringere räumliche Auflösung. Die DPA arbeitet ebenfalls mit zwei Strahlenbündeln. Bei dieser Untersuchung handelt es sich nicht um ein Röntgenverfahren, sondern um eine nuklearmedizinische Untersuchung.
Hat der Arzt eine dieser Methoden ausgewählt, legt sich der Patient unter oder in das entsprechende Untersuchungsgerät. Zur Diagnose der Osteoporose wird die Knochendichte von Oberschenkelhals oder Lendenwirbelsäule gemessen. Die Untersuchung dauert etwa 10 bis 30 Minuten.

Alternative Untersuchungen
Eine Blutuntersuchung gibt Hinweise darauf, ob bestimmte Erkrankungen vorliegen, die eine Osteoporose nach sich ziehen.

Der Arzt kann auch eine Knochenbiopsie veranlassen. Das ist beispielsweise der Fall bei einer raschen Verschlimmerung der Osteoporose oder bei einer Osteoporose-Erkrankung junger Patienten.

Datum: 23.10.06 Quellen / Redaktion Redaktion:Dr. med. Katharina Larisch

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