Newsletter vom 22.09.2009, 13:45:13

Betreff: Newsletter September



Banditreffen in Rheinfelden vom 25.09. bis 27.09.2009

Liebe Bandis,

endlich ist es so weit und unser Banditreffen findet dieses Wochenende, vom 25.09.-27.09.2009, in Rheinfelden statt.

Das Programm sieht folgendermassen aus:

Freitag, 25.09. Ankunft in Rheinfelden (D) bis ca. 17.00 Uhr

Mit dem Flieger geht es am Besten nach Basel (CH), von dort wird es einen Fahrdienst nach Rheinfelden geben.

Gegen 18.00 Uhr wird ein Fahrdienst eingerichtet, der uns Bandis vom Hotel abholt und zu schwarzhex und Christian bringt, wo wir dann einen gemütlichen Grillabend verbringen werden. Natürlich bringt uns der Fahrdienst auch wieder ins Hotel zurück. Den Abend werden wir in einem großen Zelt verbringen. Da die Abende auch im Sommer recht kühl werden können, bitte etwas Warmes zum Anziehen mitbringen!

Samstag, 26.09.

Nach dem Frühstück geht es um 09.30 Uhr mit dem Reisebus nach Badenweiler, wo wir gegen 11.00 Uhr das Schloss Bürgeln besichtigen.

Anschließend geht es mit dem Bus weiter in die Schweiz nach Basel. Bitte gültigen Personalausweis nicht vergessen!

Von 14.00 - 15.30 Uhr kommentierte Stadt- und Hafenrundfahrt mit dem Schiff von/bis Basel Schifflände.

Von 15.30 - 18.00 Uhr Stadtbesichtigung Basel, bzw. zur freien Verfügung

18.00 - 18.30 Uhr Rückfahrt mit dem Bus zum Hotel.

Ab 19.00 Uhr werden wir den Abend gemütlich beim Italiener verbringen. Ende offen!

Sonntag, 27.09.

Gemütliches Beisammensein nach dem Frühstück bis zur Heimreise. Optional kann für 10 Euro ein Brunch bestellt werden.

Abschied und Heimreise

Kosten:

Die Kosten für den Reisebus, Schlossbesichtigung, Schiff und Grillabend werden vom Forum getragen

Der Informationsbeitrag ist hier nachzulesen: http://www.diebandscheibe.de/ibf/index.php?showtopic=34275

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Ärzte Zeitung online, 24.08.2009 15:00
Durch Gentherapie kann blinde Frau langsam wieder sehen

PHILADELPHIA (ple). Im vergangenen Jahr konnte eine von Geburt an blinde Patientin durch eine Gentherapie erstmals etwas sehen. Inzwischen hat sich offenbar ihr Sehvermögen weiter verbessert.

Die Patientin hat wie zwei weitere Patienten einer Studie die Erbkrankheit Amaurosis congenita Leber und wurde vor einem Jahr mit einem gentherapeutischen Präparat behandelt. Dieses Präparat enthält den Bauplan für das Eiweißmolekül RPE65. Fehlt das Gen, so kommt es zur Amaurose, bei der die Patienten von Geburt an aufgrund einer unterentwickelten Netzhaut blind sind.

Wie die Arbeitsgruppe um Dr. Arthur V. Cideciyan aus Philadelphia in Pennsylvania jetzt berichtet, hat sich bei der Patientin das Sehvermögen ein Jahr nach der Gentherapie weiter verbessert (NEJM 361/7, 2009, 725). Die Frau berichtete, dass sie eines Tages erstmals in ihrem Leben bei einer Autofahrt die beleuchtete Uhr im Wagen sehen konnte. Als sie augenärztlich genauer untersucht wurde, stellten die Ärzte fest, dass die Patientin Dinge mithilfe jener Bereiche der Netzhaut sehen konnte, in die das intakte Gen injiziert worden war.

Bereits einen Monat nach der Gentherapie war diese Netzhautregion deutlich lichtempfindlicher als zu Beginn der Studie. Doch es dauerte fast ein Jahr, bis die Patientin schwach beleuchtete Buchstaben und Ziffern wie jene im Auto lesen konnte. Jetzt soll geprüft werden, ob sich das Sehvermögen durch gezieltes Training schneller verbessern lässt.

Über die ersten Ergebnisse der Gentherapie hatte die Gruppe um Cideciyan im Herbst vergangenen Jahres erstmals berichtet (PNAS 105/39, 2008, 1512).

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Kardiologe: Kernspin kann oft Herzkatheter ersetzen

HAMBURG (dpa). Eine Diagnose per Magnetresonanztomografie (MRT) kann vielen Patienten eine Herzkatheter-Untersuchung ersparen. Das hat eine Pilotstudie mit Daten von mehr als 11 000 Patienten in Deutschland ergeben. Die MRT, auch Kernspin genannt, liefert hochauflösende und genaue Bilder des Herzmuskels.

"Bei 45 Prozent der Patienten musste nach der Diagnose per MRT der Herzkatheter nicht eingesetzt werden, bei jedem sechsten Patienten wurde vor der MRT sogar eine falsche Diagnose gestellt." Das sagte Dr. Oliver Bruder, Kardiologe am Elisabeth-Krankenhaus Essen, am Montag der dpa.

Der Einsatz der MRT in der Kardiologie habe in den vergangenen fünf Jahren deutlich zugenommen, dies liege auch an Fortschritten in der Medizintechnik. "Die Bilder sind qualitativ so gut, dass man auch sehr kleine Narben der Herzmuskulatur erkennen kann. Außerdem lassen sich die Herzklappen, die Herzmuskulatur und die Herzdurchblutung in einer einzigen Untersuchung beurteilen", sagte Bruder. Bei jedem vierten Patienten wurde nach der MRT-Untersuchung die Therapie mit Medikamenten geändert.

Die Bedeutung des Kernspins werde bei der Diagnose von Herzkrankheiten weiter zunehmen. "Der Herzkatheter wird nicht verschwinden, aber das MRT erlaubt es, diese invasive Methode immer gezielter einzusetzen."

Beim Herzkatheter schiebt der Arzt einen dünnen Kunststoffschlauch durch die Leiste bis zum Herzen. Viele Betroffenen haben Angst vor diesem Eingriff, häufig müssen sie dafür im Krankenhaus bleiben. "Die MRT-Untersuchung kommt ohne Röntgenstrahlen aus, es muss kein iodhaltiges Röntgen-Kontrastmittel gespritzt werden, sie belastet also nicht. Bei 86 Prozent der Patienten reicht sie als alleiniges Diagnoseverfahren aus. Die MRT wird die Kardiologie verändern", erläuterte der Mediziner weiter. Beim Kernspin müssen die Betroffenen in eine Röhre, mit Hilfe von Magnetfeldern werden Bilder gemacht, die das untersuchte Organ in Scheiben darstellen können.

Der Experte wies auch auf günstigere Kosten hin: So werden nach seinen Angaben für eine Herzkatheter-Untersuchung etwa 2500 Euro fällig, bei MRT seien es etwa 500 bis 800 Euro. Für die Pilotstudie werteten Bruder und Dr. Heiko Mahrholdt vom Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart seit 2007 Daten aus 20 Herzzentren in Deutschland aus.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes starben im Jahr 2007 in Deutschland 358 683 Menschen an Krankheiten des Herzkreislaufsystems. Sie sind nach wie vor die häufigste Todesursache von Erwachsenen.
Quelle: www.aerztezeitung.de

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Schweinegrippe: Auch bei Quarantäne gibt es fürs Personal Lohnfortzahlung

NEU-ISENBURG (bü). Knapp 14 000 Menschen, die in der Bundesrepublik leben, sind - seitdem die Kranken gezählt werden - mit dem Schweinegrippe-Virus infiziert worden. Das Virus wirkt sich auf die Arbeitswelt aus. Deshalb gibt es für Arbeitgeber wie für Arbeitnehmer ein paar Dinge zu beachten. Wenn zum Beispiel ein Mitarbeiter erkrankt oder in Quarantäne muss, so hat der Anspruch auf Lohnfortzahlung. Und die kommt zunächst vom Arbeitgeber.

Für Medizinisches Fachpersonal eine Selbstverständlichkeit, aber auch für Patienten, die in anderen Branchen arbeiten gilt: Wer sich mit dem Virus infiziert hat, muss seinen Arbeitgeber informieren. Unterlässt der ("wissende") Mitarbeiter die Information, so handelt er vorsätzlich. Und das kann drastische Konsequenzen haben. Denn wenn der Mitarbeiter sicher weiß, dass er eine ansteckende Erkrankung hat und trotzdem zur Arbeit geht, dann muss er mit Schadenersatzforderungen rechnen; wenn etwa ein Kollege, der von ihm angesteckt wurde, arbeitsunfähig ausfällt. Es handelt sich um eine Pflichtverletzung, die sogar zu einer fristlosen Kündigung führen kann.

Es kann auch sein, dass Arbeitnehmer wegen des H1N1-Virus zu Hause bleiben müssen, ohne dass sie selbst damit infiziert sind. Denn fürchtet die Landesgesundheitsbehörde, dass jemand Viren-Träger sei und in seinem Job andere anstecken könnte, so kann das Amt Quarantäne anordnen.

Wer aber in einem solchen Fall in Quarantäne muss, der hat keinen Anspruch auf Krankengeld aus der Krankenversicherung, da er nicht selbst krank - also auch nicht "krank geschrieben" - ist. Vielmehr hat der Arbeitnehmer gegen die Behörde, die ihm verbietet zu arbeiten, einen Anspruch auf Entschädigung für den Verdienstausfall. Doch das Geld bekommt er nicht direkt von der Behörde. Er erhält seinen Lohn weiter von seinem Arbeitgeber. Der aber kann die Erstattung nach dem Infektionsschutzgesetz bei der Gesundheitsbehörde geltend machen.

Im Grundsatz unterscheiden sich die Regeln kaum von denen bei anderen Krankheiten. Ein Arbeitnehmer muss ein ärztliches Attest vorlegen wenn er arbeitsunfähig ist und erhält dann Lohnfortzahlung. Auch die Erkrankung eines Familienmitglieds bedeutet nicht, dass Angestellte automatisch daheim bleiben dürfen. Ohne das Einverständnis des Arbeitgebers darf der Arbeitnehmer nicht von der Arbeit fernbleiben - oder er muss die Konsequenz tragen, im Extremfall seinen Job zu verlieren. Auch wer Bedenken hat, sich bei einem Familienmitglied angesteckt zu haben, benötigt erst eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt, bevor er zu Hause bleibt. Damit wäre dann auch die Fortzahlung des Einkommens gesichert.

Umgekehrt können Arbeitgeber ihre Mitarbeiter nicht belangen, wenn sie zur Arbeit kommen, obwohl sie sich nicht ganz gesund fühlen und sich später herausstellt, dass sie Schweinegrippe hatten und Kollegen angesteckt haben. Es wird für den Chef sehr schwierig sein, dem Mitarbeiter nachzuweisen, dass er andere vorsätzlich angesteckt hat. Dieser Vorsatz müsste aber gegeben sein. "Falscher Ehrgeiz" allein jedenfalls reicht nicht aus. Wer dennoch beweisen will, dass er "bis zum letzten Atemzug" für seinen Vorgesetzten da sein wird, der kann vom Arbeitgeber nach Hause geschickt werden. Zum Schutz der Kolleginnen und Kollegen ...
Quelle:www.aerztezeitung.de

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System für Arzneimittel-Rücknahme aufgelöst

BERLIN (dpa). Apothekenkunden müssen damit rechnen, alte oder übriggebliebene Arzneimittel nicht mehr im Laden abgeben zu können. Das bundesweite Rücknahmesystem für Apotheken existiert bis auf Weiteres nicht mehr.

Der Grund: Ein Vertrag zwischen dem Apothekerverband und dem Kölner Entsorger Vfw Remedica ist Anfang Juni ausgelaufen und eine neue Lösung noch nicht gefunden, teilte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am Montag in Berlin auf Anfrage mit. Sie bestätigte damit einen Bericht des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR Info).

Für Vfw Remedica lohnt sich das Geschäft nicht mehr, nachdem die Preise für Altpapier stark gesunken sind. Das Unternehmen hatte die Verpackungen und Beipackzettel der Medikamente wiederverwertet. Der Apothekerverband verhandelt jetzt über einen neuen Vertrag, wobei noch ungeklärt ist, wer künftig die Kosten der Entsorgung übernimmt.

ABDA-Sprecherin Ursula Sellerberg zeigte sich optimistisch, dass es im kommenden Jahr wieder eine bundesweite Regelung geben wird. Bis dahin müssten sich die Apotheken an regionale Entsorger wenden oder die Altmedikamente bei kommunalen Sammelstellen abgeben.

Letztlich bleibe es wie bisher jeder Apotheke selbst überlassen, ob sie Pillen und Tropfen annehme oder nicht. Bisher haben die meisten Apotheken Arzneimittel zurückgenommen. Alte Medikamente dürfen nach Angaben der Apothekervereinigung auch in der Hausmülltonne entsorgt werden. Man sollte sie aber vorher in Zeitungspapier wickeln, damit die Mittel nicht versehentlich in die Hände von Kindern gerieten, sagte Sellerberg. Nicht erlaubt sei es, Medikamente in der Toilette wegzuspülen.
Quelle: www.aerztezeitung.de

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Montag, 24. August 2009
Medizin Adipositas lässt Gehirn schneller altern

Los Angeles – Eine Adipositas beschleunigt die biologische Alterung des Gehirns. Nach einer Studie in Human Brain Mapping (2009; doi: 10.1002/hbm.20870) ist die Hirnatrophie im Senium bei Übergewichtigen und Fettleibigen um mehrere Jahre weiter fortgeschritten.

Eigentlich sind die Ergebnisse von Paul Thompson vom Laboratory of Neuro Imaging an der Universität Los Angeles keine Überraschung. Übergewicht ist ein etablierter Risikofaktor für Typ-II-Diabetes mellitus, Hypertonie und Schlaganfall. Alle drei Erkrankungen wiederum gehen mit zerebrovaskulären Durchblutungsstörungen einher, die einen kognitiven Abbau und eine Demenz im Alter zur Folge haben können.

Aber auch bei Übergewichtigen, die im Alter ihre kognitiven Fähigkeiten behalten, gibt es Veränderungen, die Thompson mit einer Spezialmethode der Magnetresonenztomografie messen konnte: Die tensorbasierte Morphometrie kann das Volumen von weißer und grauer Hirnsubstanz genau bestimmen.

In der Studie wertete Thompson fünf Jahre alte Aufnahmen von über 70-Jährigen aus, die seither nicht an eine Demenz erkrankt waren. Auch die 51 übergewichtigen Teilnehmer dieser Gruppe hatten ihre kognitiven Fähigkeiten erhalten. Doch ihre Gehirne waren um 6 Prozent kleiner. Bei den 14 fettleibigen Teilnehmern war das Gehirn sogar um 8 Prozent geschrumpft, was einem Unterschied im biologischen Alter um 16 Jahre entspricht, wie der Hirnforscher den Reportern des New Scientist erklärte.

Am stärksten betroffen waren die frontalen, temporalen und subkortikalen Hirnregionen, die am Urteilsvermögen und an den Gedächtnisleistungen beteiligt sind. Die Hirnatrophie könnte deshalb ein erstes Zeichen einer – trotz derzeit noch normaler Testergebnisse – bevorstehenden Hirnleistungsschwäche sein.

In noch nicht publizierten Studien will Thompson gezeigt haben, dass eine vermehrte sportliche Aktivität einer Hirnatrophie im Alter vorbeugen kann, wobei die Auswirkungen des Übergewichts nur durch ein sehr anspruchsvolles Sportprogramm kompensiert werden könnten, so der Hirnforscher.

Bewiesen ist dies jedoch nicht. Die schwedische Hirnforscherin Deborah Gustafson von der Universität Göteborg könnte sich auch vorstellen, dass eine Hirnatrophie im Alter die Ursache des Übergewichts ist, da sich im frontalen und temporalen Gehirn auch Hirnzentren befinden, welche die Nahrungsaufnahme und den Stoffwechsel beeinflussen. Eine Atrophie könnte eine ungezügelte Nahrungsaufnahme zur Folge haben.
© rme/aerzteblatt.de

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Schwere Anaphylaxie nach Wespenstich ist häufig keine Eintagsfliege

Anaphylaxie-bedingte Todesfälle lassen sich vermeiden: durch eine rasche, effektive Akuttherapie. Dabei hilft die Schulung Betroffener im Umgang mit dem Notfall-Set.

Anaphylaxien stellen hierzulande ein unterschätztes Problem dar. Es gibt Millionen von Menschen mit erhöhtem Anaphylaxie-Risiko, bei denen die Diagnose nie gestellt wurde. "Der Mensch findet sich oft viel zu leicht ab - die Biene sticht, er hat einen Schock, kommt wieder zu sich und hofft, dass es nicht wieder passiert", sagte Professor Johannes Ring im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Aufgrund des Risikos für erneute Reaktionen dieser Art bis hin zum Tod fordert der Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein der Technischen Universität München, bei allen Menschen mit unerwarteten, nicht erklärbaren Allgemeinreaktionen auf Insektenstiche, Nahrungsmittel oder auch Medikamente eine rasche Abklärung durch einen Allergologen.
Jeder dritte Betroffene hat erneut Anaphylaxien

Ein weiteres Problem zeigen aktuelle Daten des Anaphylaxie-Registers. Danach ist die Aufklärung der Patienten auch nach Diagnosestellung unzureichend. Laut Professor Margitta Worm vom Berliner Allergie-Centrum der Charité wurden seit Start des Registers vor drei Jahren 1 452 schwere anaphylaktische Reaktionen bis hin zu Zyanose, Schock und Kreislaufstillstand gemeldet. In 1 177 Fällen waren Erwachsene, in 275 Fällen Kinder betroffen. Die häufigsten Auslöser stellten bei Erwachsenen Insektengifte und Medikamente, bei Kindern hingegen Nahrungsmittel, vor allem Erdnüsse und Nüsse dar. Insgesamt wurde nur von zehn Prozent der Patienten ein Notfallset verwendet. Zudem erlitt immerhin ein Drittel der Betroffenen wiederholt anaphylaktische Reaktionen.

Um diese Situation zu ändern, hat Ring mit Kollegen bereits im Juli 2008 die AG Anaphylaxie - Training und Edukation (AGATE) ins Leben gerufen, die inzwischen in acht Zentren standardisierte Anaphylaxie-Schulungen durchführt. "Wir haben bisher rund 50 bis 80 Patienten geschult. Die ersten Rückmeldungen sind sehr positiv", so der Allergologe.
Allergenkarenz und Notfallset zum Schutz

In der Schulung lernen die Patienten, die für sie relevanten Allergene zu meiden - "doch mit Augenmaß", so Ring. Denn er möchte beispielsweise bei einem Kind mit Nussallergie die Lebensqualität weitestgehend erhalten: "Trotz der Allergie kann es noch Kuchen oder Süßigkeiten essen, wenn darauf geachtet wird, dass keine Nüsse enthalten sind." Darüber hinaus erfahren die Patienten, dass es wichtig ist, für den Notfall Coping-Strategien gegen die Angst zu entwickeln und das Notfallset immer mit sich zu führen. Das Set enthält in der Regel einen Adrenalin-Autoinjektor, ein Glukokortikoid und ein Antihistaminikum. Wie der Patient oder sein Angehöriger die Medikamente anwendet, wird individuell vom verschreibenden Arzt festgelegt.

So können entsprechend der aktuellen AWMF-Leitlinie zur Akuttherapie anaphylaktischer Reaktionen (www.awmf-online.de) beim Schweregrad I, bei dem Hautsymptome dominieren, H1-Antihistaminika ausreichen, die bei allen anaphylaktischen Reaktionen bereits zu Beginn gegeben werden sollten. Ab Schweregrad II mit zunehmender kardiovaskulärer Symptomatik wird zusätzlich die sofortige intramuskuläre Applikation von Adrenalin mit einem Autoinjektor wie Fastjekt® oder Anapen® in die Außenseite des Oberschenkels empfohlen, die bei Bedarf wiederholt werden kann. Glukokortikoide spielen in der Akutphase zwar eine untergeordnete Rolle, sind aber effektiv bei Asthma und wirken protrahierten oder biphasischen anaphylaktischen Reaktionen entgegen. Patienten mit Asthma sollten zudem ein kurz wirksames Beta-2-Mimetikum mit sich führen. Darüber hinaus empfiehlt Ring, auch bei einer glimpflich abgelaufenen anaphylaktischen Reaktion immer einen Arzt aufzusuchen.
Anaphylaxie-Schulung

Die Schulung der AGATE besteht aus zweimal drei Stunden, die im Abstand von rund einer Woche stattfinden, um einen Wiederholungseffekt zu erzielen. Vermittelt werden Informationen, aber auch sehr viel praktisches Wissen. Bisher gilt das Angebot für erwachsene Patienten und Eltern von betroffenen Kindern. Eine Kinder-Schulung befindet sich in Planung. Die Schulung wird derzeit evaluiert, die Auswertung soll Anfang 2010 erfolgen und stellt die Grundlage für die Erstattungsfähigkeit dar. Nach Abschluss der Evaluierungsphase möchte AGATE die Schulung deutschlandweit anbieten. Die hierfür notwendigen Qualitätsmanagementprozesse sollen auf dem nächsten Treffen beim 4. Gemeinsamen Deutschen Allergie-Kongresses Anfang September in Berlin detaillierter ausgearbeitet werden.
Quelle: www.aerztezeitung.de

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Neue Stechmücke breitet sich aus

ZÜRICH (eb). Die Asiatische Buschmücke oder Aedes japonicus hat in der Schweiz und im angrenzenden Deutschland bereits eine Fläche von 1400 Quadratkilometern besiedelt. Wie Forscher der Universität Zürich berichten, ist dies der erste Nachweis der Ausbreitung einer invasiven Mückenart in Zentraleuropa. Aedes japonicus kann Viren wie etwa das für Menschen gefährliche West-Nil-Virus übertragen.

In der Gegend von Lenzburg wurden im Sommer 2008 Klagen über lästige und aggressive Stechmücken laut. Zur Identifizierung der Mücken wurde ein unvollständiges weibliches Insekt dem Institut für Parasitologie, dem nationalen BVET-Referenzzentrum für Arachno-Entomologie, eingesandt. "Wir stellten fest, dass es sich um keine einheimische europäische Art handelt", erklärt Professor Alexander Mathis vom Institut für Parasitologie der Universität Zürich in einer Mitteilung der Uni.

In einer ersten Exkursion in diese Gegend wurden Mückenlarven gesammelt, und in mehreren Brutplätzen konnte Larven von Aedes japonicus, der Asiatischen Buschmücke, identifiziert werden. Um festzustellen, wie groß das durch diese exotische Mücke besiedelte Gebiet ist, wurden die Felduntersuchungen systematisch in alle Richtungen ausgedehnt und mögliche natürliche und künstliche Brutplätze auf das Vorhandensein von Larven untersucht. Als gut geeignet für diesen Zweck erwiesen sich Blumenvasen auf Friedhöfen, die in großer Zahl vorhanden sind.
Mücke ist auch in Deutschland nachgewiesen

In den über 3500 untersuchten Brutplätzen wurden Larven von neun einheimischen Stechmückenarten gefunden. "Aedes japonicus konnten wir zudem in 122 Brutgefäßen in einem Gebiet von etwa 1400 Quadratkilometern nachweisen", sagt Mathis. Diese verteilten sich auf 38 Gemeinden der Kantone Aargau, Zürich, Solothurn, Luzern und Basel-Landschaft, aber auch von ennet dem Rhein in Deutschland. An den Orten, wo Aedes japonicus vorkommt, ist sie häufiger zu finden als die sonst häufigste europäische Mückenart Culex pipiens.

"Damit ist uns der erste Nachweis der Vermehrung und Ausbreitung einer invasiven Mückenart in Zentraleuropa gelungen", so Mathis. Um Hinweise auf den Einschleppungsort zu erhalten wurden speziell Lagerstätten von gebrauchten Pneus, einem bekannten Verbreitungsmittel von Mücken, und die Umgebung der Flughäfen von Zürich und Basel untersucht. Alle diese Orte liegen am Rand des festgestellten Verbreitungsgebietes und wiesen jeweils höchstens einige wenige Aedes japonicus Larven auf. Somit bleibt unbekannt, wo und wie die Stechmücke eingeschleppt wurde.
Überwachung und Kontrolle prüfen

Aedes japonicus, ursprünglich in Japan, Korea und China vorkommend, war 1998 nach Nordamerika eingeschleppt worden, wo sie mittlerweile in 22 Staaten der USA und in Teilen Kanadas entdeckt wurde. Einige Larven dieser Art wurden im Jahre 2000 in Frankreich auf einem Lagerplatz für gebrauchte Pneus entdeckt; dank eingeleiteten Bekämpfungsmassnahmen konnte die Mücken aber ausgerottet werden.

In Belgien existiert seit 2002 eine Population dieser Mückenart lokal begrenzt auf zwei benachbarten Lagerplätzen, doch wurde keine weitere Ausbreitung beobachtet. Aedes japonicus ist Überträger verschiedener Viren, etwa des West-Nil-Virus, die Gehirnentzündung (Encephalitis) verursachen können. Deshalb sollten die Überwachung dieser Mücke und Kontrollmaßnahmen geprüft werden, sagt Mathis.
Quelle: www.aerztezeitung.de

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Pflanzliche Arznei: Wechselwirkung

Bei der Einnahme pflanzlicher Arzneistoffe kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen. So könne ein Johanniskraut-Präparat die Wirkung verschiedener Medikamente herabsetzen, sagte eine Expertin vom Berufsverband Deutscher Internisten. Daher sollten Patienten, die Cyclosporin, Tacrolimus, Proteaseinhibitoren oder Zytostatika einnehmen, Johanniskraut vermeiden.

Auch hoch dosierte Extrakte aus Knoblauch oder Ginseng könnten bei Patienten, die Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure einnehmen, das Risiko von Blutungen erhöhen.

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Bluthochdruck: Erinnerungsprobleme

Hoher Blutdruck kann schon bei Menschen mittleren Alters zu Gedächtnisproblemen führen. Vor allem ein erhöhter diastolischer - unterer - Wert geht einer US-Studie zufolge oft mit einer beeinträchtigten Hirntätigkeit einher. Die Wissenschaftler erkären dies im Fachblatt "Neurology" (Bd.73) damit, dass ein hoher diastolischer Wert die kleinen Blutgefäße im Gehirn schwächt und so die Durchblutung beeinträchtig.

Mit der Behandlung von Bluthochdruck ließen sich möglicherweise kognitive Probleme und auch eine spätere Demenz verhindern, vermuten sie.

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Krankenkassen für Lebensmittel-Ampel
dpa
Berlin – Die gesetzlichen Krankenkassen haben nun ebenso wie Verbraucher­schutz­organisa­tionen eine Nährwert­kennzeichnung für Lebensmittel in Ampelfarben gefordert. In einem offenen Brief vom Donnerstag an die Bundesregierung und Europa-Politiker verlangen die Kassenvorstände, „die Nährwertkennzeichnung verarbeiteter Lebensmittel den Informationsbedürfnissen der Verbraucherinnen und Verbraucher anzupassen“. Nur die Ampel biete Verbrauchern einen schnellen Überblick, wie viel Fett, Zucker und Salz in einem Lebensmittel sei, erklärte der AOK-Bundesverband.

Bei der Ampelkennzeichnung wird mit den Farben rot, gelb und grün signalisiert, ob der Gehalt an Fett, Zucker, Salz und anderen Inhaltsstoffen hoch, mittel oder gering ist. Die EU-Kommission will derzeit aber nur eine Nährwertinformation in Tabellenform, nicht in Ampelfarben zulassen.

„Das reicht nicht aus, damit sich alle Bürger ungeachtet ihrer Herkunft und sozialen Stellung über die Zusammensetzung eines Lebensmittels informieren können“, kritisierte Jürgen Graalmann, Vorstand des AOK-Bundesverbandes. Ohne die Ampelkennzeichnung werde das Engagement der Kassen für einen gesunden Lebensstil und ihr Einsatz für Prävention unterlaufen, erklärte er.

Mit dem Kommissionsvorschlag für eine Verordnung zur Verbraucherinformation wird sich das Europäische Parlament im Dezember in erster Lesung befassen. Eine verpflichtende Ampelregelung wäre nach dem Entwurf der EU ausgeschlossen. Die Krankenkassen fordern deshalb zumindest eine Öffnungsklausel auf nationaler Ebene.

Dieser auch von der Verbraucherorganisation Foodwatch erhobenen Forderung hatte der Staatssekretär im Verbraucherministerium, Gert Lindemann, bereits im Juli eine Absage erteilt. Nationale Regeln könnten auch nur für heimische Produkte gelten, nicht für importierte Waren. Dies bedeute für die Kennzeichnung von Nährwerten „unter dem Strich ein Riesenchaos“, hatte Lindemann gesagt. Deutschland setze daher auf freiwillige Regelungen auf nationaler Ebene.

Laut einer Ende Juli von Foodwatch veröffentlichten Studie sind 69 Prozent der Bundesbürger für die von der Industrie vehement abgelehnte Lebensmittel-Ampel. Sogar 71 Prozent forderten demnach die Bundesregierung auf, sich auch auf europäischer Ebene für die Nährwert-Ampel einzusetzen.

aerzteblatt.de

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Privatversichert bei ALG-II-Bezug

Privat krankenversicherte Empfänger von Arbeitslosengeld II haben einen Anspruch darauf, dass die Versicherungsbeiträge in voller Höhe übernommen werden. Das berichtet das Versicherungsjournal unter Hinweis auf Beschlüsse des Landessozialgerichts Baden-Württemberg. Voraussetzung ist, dass der günstigste Tarif gewählt wurde.

Damit entschieden die Richter entgegen dem Wortlaut des Gesetzes, das lediglich die Übernahme der Kosten bis zur Höhe des entsprechenden gesetzlichen Schutzes vorsieht. (AZ: L 2 SO 2529/09 Er-B und L 7 SO 2453/09 ER-B)

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Bei Schweinegrippe-Impfstoffen werden keine neuen Nebenwirkungen erwartet

LANGEN (eb). Bei der jährlichen Virusanpassung von Impfstoffen gegen saisonale Influenza wurde keine Änderung der Art und Menge von Nebenwirkungen beobachtet. Mit einer Änderung des Nebenwirkungsprofils muss daher auch nicht bei den Schweinegrippe-Impfstoffen gerechnet werden. Denn die Anpassung der Musterimpfstoffe von H5N1 (saisonal) auf H1N1 (Schweinegrippe) bleibt innerhalb eines auch im saisonalen Impfstoff enthaltenen Virussubtyps.

Die häufigsten unerwünschten Reaktionen auf Impfstoffe gegen saisonale Influenza waren im Zeitraum 2001 bis 2008: Fieber, Kopfschmerzen, Schmerzen an der Impfstelle (Lokalreaktionen), Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Parästhesie (Jucken, Kribbeln, Schwellungsgefühle), Schüttelfrost, Husten, Übelkeit. Solche leichten Erkältungssymptome nach der Impfung werden als Zeichen gewertet, dass das Immunsystem beginnt zu arbeiten.

Mit einer Änderung des Nebenwirkungsprofils bei den Impfstoffen gegen die Schweinegrippe ist nicht notwendigerweise zu rechnen, wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in einem gemeinsamen Statement mit dem Robert Koch-Insitut in Berlin mitteilt. Die Anpassung der Musterimpfstoffe von H5N1 auf H1N1 bleibt innerhalb eines auch im saisonalen Impfstoff enthaltenen Virussubtyps, wenn auch der Unterschied größer ist als üblicherweise.

Für die verwendeten Adjuvanzien MF59 und AS03 gibt es umfangreiche Daten zur Verträglichkeit. So ist zum Beispiel MF59 im Impfstoff Fluad® von Novartis Behring enthalten, der im Jahr 2000 in Deutschland zugelassen wurde. Weltweit ist dieser Impfstoff mehr als 40 Millionen mal verimpft worden und es hat sich kein auffälliges Nebenwirkungsprofil gezeigt.

Die Anwendung der Schweinegrippe-Impfstoffe stehe also auf soliden Füßen, so das PEI. Ihr Einsatz ist derzeit für Risikogruppen vorgesehen, bei denen schwere Verläufe bis hin zu tödlichen Verläufen auftreten. Daher muss die Risiko-Nutzen-Bewertung positiv ausfallen.

Theoretisch ist nicht auszuschließen, dass die Kombination der Bestandteile der Schweinegrippeviren mit den eingesetzten Adjuvanzien unerwartete Nebenwirkungen auslöst. Die Erfahrung zeige jedoch, dass solche Nebenwirkungen, wenn überhaupt, sehr selten auftreten.
Quelle: www.aerztezeitung.de

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2,4 Millionen klagen über krank machende Arbeit

WIESBADEN (dpa). Rund 2,4 Millionen Erwerbstätige in Deutschland klagen über Gesundheitsbeschwerden, für die nach ihrer Meinung ihr Arbeitsplatz verantwortlich ist. Fast eine Million Erwerbstätige hätten Rückenbeschwerden, berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag.

Die Zahlen sind aus dem Ergebnis einer Befragung hochgerechnet, für die 2007 rund 80 000 Personen zu Arbeitsunfällen, arbeitsbedingten Gesundheitsbeschwerden sowie psychisch und physisch belastenden Faktoren der Arbeit befragt worden waren.

Stress oder Beklemmungen am Arbeitsplatz nannten 0,6 Prozent der Befragten als arbeitsbedingte Beschwerden.
Quelle: www.aerztzeitung.de

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Ein bischen ausführlicher

Statistisches Bundesamt: Arbeit macht Millionen Menschen krank

Rund 2,4 Millionen Menschen in Deutschland klagen über Gesundheitsbeschwerden, die sie sich bei der Arbeit zugezogen haben, berichtet das Statistische Bundesamt. Die meisten plagen Rückenleiden

Insgesamt haben 6,3 Prozent aller Beschäftigten eine Erkrankung, die sie sich durch die Arbeit zugezogen haben, berichtet das Statistische Bundesamt. Es beruft sich auf eine Arbeitskräftestichprobe aus dem Jahr 2007. Dabei wurden rund 80.000 Menschen zu Arbeitsunfällen, erwerbsbedingten Gesundheitsbeschwerden sowie psychisch und physisch belastenden Faktoren befragt.

Die Teilnehmer nannten vor allem Beschwerden des Bewegungsapparats. Rückenleiden standen im Vordergrund. Rund 2,6 Prozent - das entspricht knapp einer Million der Erwerbstätigen - klagten darüber. Beschwerden an Nacken, Armen, Schultern und Händen nannten 1,6 Prozent, und Probleme mit Hüfte, Beinen oder Füßen plagten 0,6 Prozent. Rund 215.000, leiden demnach unter Stress oder Beklemmungen bei der Arbeit. Andere Gesundheitsprobleme wie Atembeschwerden und Lungenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Probleme oder Kopfschmerzen und Augenprobleme nannten nach Angaben der Statistikbehörde jeweils 0,2 Prozent. Bei der Befragung war die Selbsteinschätzung der Teilnehmer und nicht ein ärztlicher Befund ausschlaggebend.
Größere Probleme bei älteren Beschäftigten

Die Ergebnisse zeigen nach Einschätzung der Statistiker, "dass arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme mit zunehmendem Alter der Erwerbstätigen verstärkt auftreten". Bei Erwerbstätigen über 50 war rund jeder Elfte (8,8 Prozent) betroffen. In der Altersgruppe zwischen 35 und 49 Jahren waren es 6,6, bei den unter 35-Jährigen erst 3,6 Prozent. Dabei spiele das Geschlecht keine entscheidende Rolle, die ausgeübte Tätigkeit sei viel gravierender. So seien Anlagen- und Maschinenbediener sowie Arbeitskräfte in landwirtschaftlichen Berufen am häufigsten von rein körperlichen Erkrankungen betroffen. Auch bei Führungskräften und Wissenschaftlern sind Beschwerden des Bewegungsapparates das häufigste Gesundheitsproblem, doch treten bei ihnen vergleichsweise öfter auch psychische Erkrankungen auf. Die Beschwerden wirken sich auch auf die Arbeitsfähigkeit aus:

Zusammengerechnet fehlten demnach mehr als die Hälfte (56,6 Prozent) der Erwerbstätigen durch diese Gesundheitsprobleme zwei oder mehr Arbeitstage pro Jahr. 21,7 Prozent mussten die Arbeit für zwei bis neun Tage unterbrechen. Ein weiteres Drittel fehlte aufgrund der Beschwerden noch häufiger. Für immerhin zwei Prozent der Erwerbstätigen waren die gesundheitlichen Beeinträchtigungen so schwerwiegend, dass sie angaben, ihre Arbeit voraussichtlich gar nicht mehr aufnehmen zu können.

Arbeit oft als belastend empfunden

Arbeit kann auch unabhängig von akuten Beschwerden als gesundheitlich belastend empfunden werden. So gab jeder achte Erwerbstätige an, bei der Arbeit psychischen Belastungen ausgesetzt zu sein, die sich negativ auf das Wohlbefinden und damit auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Die dominierenden Faktoren seien hierbei der Zeitdruck und die Arbeitsüberlastung. Mit deutlichem Abstand hierzu wurden spezifische personenbezogene Gründe wie Mobbing oder Belästigung (0,8 Prozent) oder gar Gewalt oder Gewaltandrohung (0,3 Prozent) genannt.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua) in Dortmund bestätigte den generellen Trend des Statistikamts. Baua-Sprecher Jörg Feldmann betonte, dass es vor allem auf Prävention ankomme. Eine vernünftige Organisation der Abläufe, eine ergonomische Einrichtung am Arbeitsplatz und entsprechende Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber könnten viele Probleme verhindern.

(AP/dpa)

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Schweinegrippe: Jetzt gegen die normale Grippe impfen lassen

Risikogruppen sollten isch jetzt gegen die normale Grippe impfen lassen.

Die Impfungen gegen die saisonale Grippe haben jetzt wieder ihren alljährlichen Lauf genommen. Der Impfstoff für die nächste Grippesaison im Herbst und Winter des laufenden Jahres sei in den Arztpraxen eingetroffen, teilte die beim Berliner Robert-Koch-Institut angesiedelte Arbeitsgemeinschaft Influenza am Dienstag der laufenden Woche in Berlin mit.

In erster Linie Risikogruppen wie zum Beispiel ältere Menschen oder chronisch Kranke sollten sich in den kommenden Tagen impfen lassen. Für die unter Umständen gefährliche Schweinegrippe werde im Augenblick eine eigene Impfempfehlung vorbereitet. Im letzten Winter erlebte die Bundesrepublik Deutschland nach Einschätzung der Experten eine der heftigsten Grippewellen der letzten vier Jahre.

“In der vierten und fünften Kalenderwoche hatte die Influenza-Welle Deutschland fest im Griff”, teilte der bekannte RKI-Virologin Brunhilde Schweiger am heutigen Dienstag mit. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren sei der Höhepunkt der saisonalen Grippe-Infektionen damit mindestens vier Wochen früher als üblich erreicht worden.

der-gesundheitsblog.net

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Immer mehr Ärzte „verkaufen“ ihre Patienten

31. August 2009 Immer mehr Ärzte bekommen von Krankenhäusern Prämien für die Einweisung von Patienten. Standesorganisationen äußern juristische und ethische Bedenken, sehen aber keine Möglichkeit, wirksam dagegen vorzugehen. Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, sieht den Grund für solche Zahlungen in der fortschreitenden Kommerzialisierung der Medizin. "Da halten die Ehrenkodexe nicht mehr", sagte er dieser Zeitung.

Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Rudolf Kösters, bestätigt die Praxis. "Das sind nicht mehr nur Einzelfälle wie vor zwei oder drei Jahren", sagte er. Immer öfter setzten Ärzte - teils in Vereinen organisiert - Krankenhausleitungen unter Druck nach dem Motto: "Geld oder Patient." Da bedürfe es schon eines sehr starken Rückgrats, um abzulehnen. Faktisch werde die Geldforderung oft mit Leistungen kaschiert. "Übertragt uns die Vordiagnostik zu üppigen Sätzen, oder ihr bekommt von uns keine Patienten mehr", weiß Kösters zu berichten. Unter den Beteiligten wird von "Kopfgeld", "Zuweisungsprovisionen" oder "Fangprämien" gesprochen. Angesprochen auf solche Praktiken, weisen öffentliche wie private Klinikbetreiber diese weit von sich.

Gängige Praxis in ganzen Regionen

Im konkreten Fall könne es um Hunderte Euro je Patient gehen, sagt Manfred Wirth, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie und Klinikdirektor in Dresden. Er kennt Fälle, in denen einweisende Ärzte vom Krankenhaus "das Zehn- bis Zwanzigfache angeboten bekommen, was ihnen die Kassenärztliche Vereinigung für den Patienten für das ganze Quartal überweist". Das sei inzwischen in ganzen Regionen gängige Praxis. Dafür müssten sie dann Leistungen nachweisen, die sie möglicherweise ohnehin als Kassenleistungen erbrächten oder deren Bezahlung in keinem angemessenen Verhältnis zur Leistung stünde.

Aus der Krankenversicherung wird berichtet, die Einweisung eines Patienten, der eine neue Hüfte bekommt, ließen sich Krankenhäuser bis zu 1000 Euro kosten. Einen Teil davon holten sie sich anschließend bei "ausgewählten" Reha-Einrichtungen zurück. Praxis und Zahlungen in solcher Höhe werden in der Klinikszene indes bezweifelt.

Die umstrittene Prämienpraxis betrifft nicht nur Urologen oder Orthopäden, sie geht offenbar quer durch alle Fächer. Die HNO-Ärzte hätten sich schon zu Wort gemeldet. Schon vor Jahren hatten mehrere Gerichte unterbunden, dass Universitätskliniken Augenärzten "Betreuungspauschalen" von 51 Euro für die postoperative Nachsorge eingewiesener Patienten zahlten.

Chefärzte begründeten zurückgehende Fallzahlen zuweilen mit den wettbewerbswidrigen Praktiken der Konkurrenz, heißt es. Auf Internetseiten heben Kliniken Abrechnungsziffern hervor, die die einweisenden Ärzte für die postoperative Nachsorge der Patienten in Rechnung stellen können. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Krankenhausgesellschaft bereiten derzeit ein gemeinsames Rundschreiben vor, das den Abrechnungswildwuchs beschneiden soll.

Hoppe: „total verboten“

Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe sagt, Geld für eine Einweisung zu nehmen, sei "total verboten". Die Musterberufsordnung für Ärzte untersagt, "für die Zuweisung von Patienten oder Untersuchungsmaterial ein Entgelt oder andere Vorteile sich versprechen oder gewähren zu lassen oder selbst zu versprechen oder zu gewähren". Angesichts der vom Gesetzgeber verlangten und geförderten Verzahnung von ambulantem und stationärem Sektor scheint die Regel nicht so klar zu sein, wie sie klingt. Es gebe "zahlreiche juristisch abgeklopfte Konstrukte, Kooperationen zwischen Zuweisern und Kliniken so zu gestalten, dass eine pauschale Zahlung gerechtfertigt und legal erscheint", sagt Oliver Hakenberg, Direktor der Urologischen Klinik und Poliklinik Rostock.

"Fangprämien" verstießen nicht nur gegen die ärztliche Berufsordnung, mahnt der Vorsitzende der Kassenärzte, Andreas Köhler. Sie seien auch aus berufsethischer Sicht nicht zu tolerieren. Deshalb sei es gut, dass die Deutsche Gesellschaft für Urologie eine Diskussion zu diesem Thema angestoßen habe. Deren Präsident Wirth sieht die "Gefahr, dass Patienten nicht mehr in das für sie optimale Krankenhaus eingewiesen werden". Das könnte nicht nur zu Lasten der Behandlungsqualität, sondern des Vertrauens gehen, das Patienten ihren Ärzten entgegenbringen: "Wenn wir aufhören, Anwalt des Patienten zu sein, hört der Spaß auf."

Neben der juristischen und ethischen hat das Thema auch eine ökonomische Dimension. Seit einigen Jahren werden die Krankenhäuser nicht mehr nach "Liegetagen" bezahlt, sondern bekommen je Fall einen zuvor ausgehandelten, landesweit identischen Betrag. Entsprechend sei es für die Krankenhäuser ökonomisch interessant, die Zahl der Fälle zu erhöhen, sagt der Präsident der Krankenhausgesellschaft, Kösters: "Diese Anreize sind so massiv, dass die Krankenhäuser die Verführungen, die aus dem vertragsärztlichen Sektor kommen, gerne aufgreifen." Urologenchef Wirth macht auf das dahinter liegende ökonomische Problem aufmerksam, ohne das der Wettbewerb der Krankenhäuser um Patienten nicht funktionieren könnte: "Letztendlich haben wir Überkapazitäten im Krankenhausbereich - das ist das Problem."

F.A.Z.

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Krankenkasse: Selbstständige – Jetzt Krankengeld sichern

Ab August diesen Jahres können selbstständige Bundesbürger, die freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung (kurz GKV) angehören, wieder Krangeld von den Kassen erhalten. Allerdings muss sich der gesetzlich Krankenversicherte ganz allein darum kümmern, sonst besteht die Gefahr, dass der Selbstständige gar kein Krankengeld von der zuständigen Krankenkasse bekommt. Die Betroffenen Personen haben drei Möglichkeiten, am an das Krankengeld der Kassen zu kommen, informiert der Bund der Versicherten (kurz BdV) am Freitag der vergangenen Woche.

Wer freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse versichert ist kann ab sofort wieder den allgemeinen Beitragssatz von derzeitig höchstens 14,9 Prozent bezahlen. Im Falle einer entsprechenden Krankheit erhält der Versicherte ab dem 43. Tag Krankengeld von seiner zuständigen Krankenkasse. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit, sich zum ermäßigten Beitragssatz von derzeitig nicht weniger als 14,3 Prozent zu versichern. Dazu sollte man allerdings ergänzend einen entsprechenden Wahltarif zusätzlich bei der Kasse abschließen. Mit dieser nützlichen Kombination kann man schon eher an das Krankengeld kommen.

Der selbstständige Bundesbürger kann sich natürlich auch für eine private Krankentagegeldversicherung entscheiden. Der Nachteil bei den privaten Krankenkassen, die Krankenkassen verlangen je nach Alter und Gesundheitszustand unterschiedlich hohe Prämien von dem Versicherten.

der-gesundheitsblog.net

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Allergien erhöhen Krankenstand in Deutschland

BERLIN (dpa). Allergien erhöhen den Krankenstand in Deutschland beträchtlich. Jede zehnte Krankschreibung in Deutschland lässt sich auf Allergien zurückführen.

"Die Fehlzeiten allein von Heuschnupfen belaufen sich auf schätzungsweise eine Million Arbeitstage im Jahr", sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) am Freitag zur dpa anlässlich eines Allergie-Kongresses in Berlin.

Jeder vierte Bundesbürger leide an Heuschnupfen. Etwa 30 000 Jugendliche müssten ihre Ausbildung wegen einer Allergie abbrechen. Aigner beruft sich auf eine Übersicht von Daten des Universitätsklinikums Gießen und Marburg.
Quelle:www.aerztezeitung.de

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Patienten­ver­fügungen ab 1. September gesetzlich geregelt

dpa
Dresden – Am 1. September 2009 ist eine schriftliche Patientenverfügung rechtlich bindend. Darauf weist die Sächsische Landesärztekammer (SLÄK) hin. Gemäß dem Gesetz zur Änderung des Betreuungsrechts muss der Wille des Patienten berücksichtigt werden – unabhängig davon, ob eine Erkrankung lebensbedrohlich ist oder nicht.

In einer Patientenverfügung legt ein Patient fest, ob er bestimmte, noch nicht unmittelbar bevorstehende Untersuchungen seines Gesundheitszustandes, Heilbehandlungen oder ärztliche Eingriffe wünscht oder untersagt.

Liegt eine Patientenverfügung vor, so prüft der Betreuer, ob die darin enthaltenen Festlegungen auf die aktuelle Lebens- und Behandlungssituation zutreffen. „Hier unterscheidet das Gesetz deutlich zwischen der grundsätzlichen Wirksamkeit einer Patientenverfügung und der Anwendbarkeit auf den entsprechenden Einzelfall“, erläutert die SLÄK.

Diese sei nur gegeben, wenn die Patientenverfügung und Behandlungssituation sinngemäß übereinstimmen. Liege diese Übereinstimmung vor, müsse der Betreuer veranlassen, dass der Willen des Patienten umgesetzt werde.

Die Kammer bedauert, dass die Anwendungsfälle der Patientenverfügung ohne Betreuer vom Gesetz nicht aufgegriffen werden. So könne der falsche Eindruck entstehen, dass eine Patientenverfügung immer nur mit und durch den Betreuer von Bedeutung sein kann. „Das wird aber den Notsituationen im Alltag nicht gerecht“, heißt es von der SLÄK.

Fachorganisationen warnten am Freitag unterdessen vor Abfassung einer Verfügung ohne gleichzeitige Benennung eines Bevollmächtigten. Die Deutsche Hospiz-Stiftung betonte, jede Verfügung sei ansonsten „nichts anderes als ein Himmelfahrtskommando“ und sprach von einem „folgenschweren Webfehler im Gesetz“. Auch der Deutsche Hospiz- und Palliativverband (DHPV) nannte eine entsprechende Vorsorgevollmacht wichtig.

Der Vorstand der Hospiz-Stiftung, Eugen Brysch, warf Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) vor, das Gesetz selbst offenbar gar nicht richtig zu kennen. Sie empfehle lediglich die Bevollmächtigung einer Person des Vertrauens.

Das Gesetz schreibe aber vor, dass der in einer Verfügung fixierte Wille eines Patienten immer von einem Bevollmächtigten oder Betreuer ermittelt werden müsse. Sollte der Patient dazu keine Person benannt haben, müsse das Vormundschaftsgericht zunächst zeitaufwendig einen gesetzlichen Betreuer einsetzen, der dann den Patienten möglicherweise überhaupt nicht kenne.
Der DHPV mahnte gleichfalls, Ehepartner oder auch andere Familienangehörige seien nicht automatisch befugt, für den Betroffenen zu entscheiden. Deshalb sei eine Vorsorgevollmacht so wichtig. Grundsätzlich sei es aber gut, dass das neue Gesetz das Selbstbestimmungsrecht der Betroffenen stärke.
Quelle: www.aerzteblatt.de

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Kassenpatienten können gegen lange Wartezeiten mobil machen

Kassel – Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung können jetzt wirksam gegen lange Wartezeiten auf einen Arzttermin mobil machen. Denn überlange Wartezeiten rechtfertigen die Zulassung weiterer Ärzte, urteilte am Mittwoch das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel. Die Kassen forderten ihre Versicherten auf, lange Wartezeiten zu melden. (Az: B 6 KA 21/08 R)

Für die Behandlung von Kassenpatienten können sich Ärzte nicht frei niederlassen, die Zahl der Zulassungen ist begrenzt. Im Streitfall hatte der für die Zulassungen im Bereich Nordrhein zuständige Berufungsausschuss über diese Grenze hinaus eine Kardiologin in Neuss zugelassen. Denn abgesehen von offenkundig akuten Fällen gebe es Wartezeiten von über zwei Monaten.

Wie nun das BSG bestätigte, sind überlange Wartezeiten ein „sachgerechtes Kriterium“, um einen „Sonderbedarf“ zu begründen. Ärzte, die Kassenpatienten links liegen lassen, schaffen sich danach selbst neue Konkurrenz, wenn es zu massiven Beschwerden kommt.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) forderte betroffene Versicherte auf, sich an ihre Krankenkasse zu wenden. „Viele Kassen haben schon ein Beschwerdemanagement eingerichtet“, sagte GKV-Sprecherin Ann Marini in Berlin.

Im konkreten Fall hatte der Berufungsausschuss nach Überzeugung des BSG die Wartezeiten allerdings nicht ausreichend belegt. Daher soll er die Sache nochmals prüfen. Dabei seien die Krankenkassen gehalten „substanziiert vorzutragen, in welchem Umfang sich ihre Versicherten über zu lange Wartezeiten beschwert haben“. Im Zweifel soll aber ein weiterer Arzt zugelassen werden, urteilten die Kasseler Richter. Die Entscheidung habe sich „an den Belangen der Versicherten auszurichten“.
Quelle: www.awrzteblatt.de

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Verfallsdatum von Medikamenten kaum beachtet

Hamburg – Zu viele Menschen unterschätzen die Risiken von Medikamenten, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist: Fast jeder Dritte achtet beim Griff in die Hausapotheke nicht immer auf das Verfallsdatum des Medikamentes.

Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Bei den 18- bis 25-Jährigen sind es sogar 38 Prozent, während die Menschen ab 65 Jahre mit 23 Prozent vorsichtiger sind.

TK-Apothekerin Ursula Battmer warnt, dass sich bei abgelaufenen Arzneien Inhaltsstoffe zersetzen könnten, die Wirksamkeit und Verträglichkeit sich verändere und Keime wachsen könnten. „Der Blick auf das Verfallsdatum von Medikamenten ist deshalb vor der Einnahme ein Muss“, so die Apothekerin. Sie rät zudem zum regelmäßigen Blick in die Hausapotheke: „Einmal im Jahr sollte jeder seine Arzneimittelvorräte überprüfen.“

Laut der Forsa-Umfrage tut dies jedoch jeder Achte nur alle vier Jahre oder noch seltener. Besonders riskant: 19 Prozent derjenigen, die nicht auf das Verfallsdatum ihrer Medikamente achten, kontrollieren ihre Hausapotheke auch nur alle vier Jahre oder seltener.
Quelle: www.aerzteblatt.de

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Raucher: Vor Operation auf Nikotinersatz umsteigen

München (netdoktor.de) - Raucher können ihr Risiko für Wundheilungsstörungen nach einer Operation halbieren, wenn sie mindestens zwei Monate vor dem Eingriff mit einer Nikotinersatztherapie beginnen. Zu diesem Schluss kommt die vergleichende Auswertung wissenschaftlicher Studien, die das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) am 3. September vorgestellt hat.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Nikotinersatztherapie nicht nur den dauerhaften Abschied vom Glimmstängel erleichtert, sondern auch Komplikationen einer Operation vorbeugen kann. Von den Studienteilnehmern, die mindestens vier Wochen vor ihrem OP-Termin auf Nikotinpflaster oder -kaugummi umgestiegen waren, hatten 14 Prozent nach dem Eingriff mit Wundheilungsstörungen zu kämpfen. Bei denjenigen, die nicht von der Zigarette lassen konnten, waren Wundkomplikationen doppelt so häufig (28 Prozent).

"Bei rauchenden Menschen sind Komplikationen nach einer Operation häufiger als bei Menschen, die nicht rauchen", sagt Prof. Peter Sawicki, der Leiter des IQWiG. Jede Zigarette steigert Nikotin- und Kohlenmonoxidgehalt im Blut. Beide verdrängen Sauerstoff von den roten Blutkörperchen. Die Folge: Wunden werden schlechter mit Sauerstoff versorgt und heilen langsamer. Zudem bedeutet Nikotin Stress für das Herz und ist für den Kreislauf - zusätzlich zu Operation und Narkose - eine unnötige Last.

"In Anbetracht einer nahen OP mit dem Rauchen aufzuhören, ist nicht einfach", weiß Sawicki. Die sogenannte Nikotinersatztherapie lindert Entzugserscheinungen und soll den Rauchstopp einfacher machen. Über Pflaster oder Kaugummi bekommt der Körper weniger Nikotin ab als durch die Zigaretten. Zudem erhöhen sie - anders als das Rauchen - nicht den Kohlenmonoxidgehalt im Körper. (nb)

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Häufiges Nasenbluten: Die Nasenschleimhaut pflegen

Krefeld (ddp). Manchmal geht es schon nach heftigem Niesen los, dann wieder ist es das Resultat heftigen Nasebohrens oder es tritt nach einer starken körperlichen Anstrengung auf: Nasenbluten ist relativ häufig und fast immer harmlos. «Sobald es losgeht, heißt es: Nase zusammendrücken und Kopf nach vorne», beschreibt der Krefelder Hals-Nasen-Ohrenarzt Joachim Wichmann, Vorsitzender des Berufsverbandes der HNO-Ärzte für den Bereich Nordrhein, das korrekte Vorgehen im akuten Fall. Auch ein kühles feuchtes Tuch im Nacken sollte nicht fehlen. Heftiges Schnäuzen dagegen ist erst einmal tabu: «In der ersten Zeit nach einer Attacke ist Nase hochziehen angesagt», empfiehlt der Experte. Auch mit dem Sport sollte man es erstmal nicht übertreiben.

Tritt das Problem häufiger auf, ist es an der Zeit, sich intensiver mit seiner Nase zu beschäftigen. Dazu gehört vor allem eine regelmäßige Pflege. «Sie müssen sich das so vorstellen: Die Blutgefäße in der Nase gleichen einer flexiblen Wasserleitung, die direkt unter der Tapete - der dünnen Nasenschleimhaut - verlegt ist», illustriert Wichmann: «Einen Rohrbruch gibt es dann, wenn die Leitung porös wird, wie das bei vielen älteren Menschen der Fall ist, oder auch wenn die Tapete zu trocken wird und reißt.» Um das Austrocknen der Schleimhaut-Tapete zu verhindern, sollte man daher ausreichend trinken und die Nase regelmäßig mit einem Nasenöl, das in der Apotheke erhältlich ist, oder einer dexpanthenolhaltigen Salbe oder Tinktur behandeln.

Parallel ist ein Besuch beim Hals-Nasen-Ohrenarzt angeraten, um die Ursache der Blutungen zu klären. «Nasenbluten kann ein Hinweis auf Blutdruckschwankungen sein, die sozusagen das Leitungssystem zu stark belasten», erläutert Experte Wichmann. Auch sollte abgeklärt werden, ob es Veränderungen der Nasenschleimhaut gibt, seien sie nun gut- oder bösartig. Das sei allerdings sehr selten, betont Wichmann: «In den meisten Fällen ist der Auslöser tatsächlich zu festes Schnäuzen oder eine mechanische Manipulation - unser Ausdruck fürs Nasebohren», fügt er augenzwinkernd hinzu.

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Ärzte Zeitung, 11.09.2009
Mangel an Mikronährstoffen? - Das kann viele Ursachen haben

Aufgrund einer "nicht artgerechten" Ernährung herrscht in unserer modernen Überflussgesellschaft bei vielen Menschen ein Mangel an für Gesundheit und Wohlbefinden wichtigen Mikronährstoffen. Viele Faktoren, etwa auch Medikamente, können dieses Defizit verschärfen.

Von Werner Stingl

Fünfmal täglich eine Portion Obst oder Gemüse - das empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung als Basis gesunden Lebens.

MÜNCHEN. Einem Mangel an Mikronähstoffen sollte man durch eine gezielte Ergänzung entgegen wirken. Dazu bieten sich diätetische Mikronährstoffgranulate an, etwa Orthomol Immun®. Dafür hat Dr. Michael Gesche aus Hamm bei einer Fortbildungsveranstaltung des Unternehmens Orthomol in München plädiert.

Wie der niedergelassene Allgemeinmediziner, der sich seit Jahrzehnten mit Orthomolekularer Medizin befasst, ausführte, sind Menschen von Natur aus auf einen hohen Verzehr von Obst und Gemüse angelegt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt deshalb auch den täglichen Verzehr von fünf möglichst frischen Portionen Obst und Gemüse; das entspricht fünf Handvoll oder für einen Erwachsenen 650 bis 700 Gramm. Diese Vorgabe zu erfüllen, davon sind aber die meisten Menschen weit entfernt. Im Schnitt essen hier Frauen täglich 350 Gramm und Männer nur 270 Gramm der geforderten Pflanzenkost. Im Schnitt heißt, dass bei einem erheblichen Teil die Versorgung noch schlechter ist. Folgen eines solchen Dauermangels seien erhöhte Anfälligkeiten für Infektionen und viele klassische Zivilisationskrankheiten einschließlich Krebs, so Gesche.

Zu den vielen zusätzlichen Risikofaktoren wie Rauchen, Resorptionsstörungen, konsumierende Erkrankungen und belastende, zum Beispiel Krebstherapien, die das individuelle Mikronährstoffdefizit zusätzlich verschärfen können, gehört auch die Einnahme vieler oft genutzter Medikamente, betonte Gesche. So reduziere zum Beispiel ASS über eine verminderte intestinale Resorption und eine beschleunigte Ausscheidung die Verfügbarkeit von Eisen, Folsäure und besonders auch von Vitamin C. Metformin senkt die Blutspiegel von Vitamin B12, und Folsäure sowie ACE-Hemmer senken die von Zink. Der negative Einfluss vieler Medikamente auf die Mikronährstoffbilanz ist schon lange bekannt, werde im Detail viel zu wenig erforscht und in der täglichen Praxis kaum berücksichtigt, kritisierte der Vortragende.

Menschen, die trotz gründlicher Aufklärung das geforderte tägliche Obst- und Gemüsepensum nicht erfüllen oder bei denen aufgrund von Grunderkrankungen oder unerwünschten Medikamentenwirkungen von einem erhöhten Bedarf an Mikronährstoffen auszugehen ist, rät Gesche zur Nahrungsergänzung.

Das gilt etwa vor allem für Vitamine, Spurenelemente, Mineralien und aus aktualisierter Sicht auch für sekundäre Pflanzenstoffe, essenzielle Fettsäuren und Probiotika.

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Alte Arzneimittel richtig entsorgen Alte Arzneimittel richtig entsorgen

Jeder der Arzneimittel verordnet bekommt kennt das, oft ist sind noch Tabletten oder Hustensaft übrig wenn man längst wieder gesund ist. Aber was macht man mit den alten Arzneimitteln am besten wenn sie übrig bleiben oder abgelaufen sind?

Auf keinen Fall sollten diese über die Kanalisation entsorgt werden, also nicht in die Toilette kippen auch wenn das der einfachste Weg ist, sie los zu werden. Entweder entsorgt man sie über den Restmüll oder gibt sie in der Apotheke ab.

Denn Arzneimittel können über die Kläranlagen nicht oder nur zum Teil abgebaut werden und gelangen so wieder ins Trinkwasser. Welche Wirkungen das auf die Umwelt und unser aller Gesundheit hat, ist noch nicht einmal bekannt. Wer seine alten Medikamente über den normalen Hausmüll entsorgt, sollte sicher sein dass dieser verbrannt wird und nicht auf der Deponie endet. Denn über die Deponie können die Stoffe wieder in die Umwelt gelangen. Wo der Restmüll schließlich landet kann über die Gemeinde oder Stadtverwaltung erfragt werden. Um zu verhindern dass Kinder die Medikamente finden und für bunte Bonbons halten, ist es ratsam sie in Zeitungspapier zu wickeln. Kinder entwickeln ein erstaunliches Talent Dinge zu finden die nicht für sie geeignet sind, hier ist große Vorsicht angebracht.

Wer ganz sicher gehen will dass die Medikamente sicher entsorgt werden, der sollte sie in der Apotheke abgeben. Dort holen Spezialfirmen die alten Arzneien ab und entsorgen sie fachgerecht. Viele Gemeinden verfügen auch über Sammelstellen wo man seine alten Tabletten abgeben kann, auch hier ist die fachgerechte Entsorgung durch eine Verbrennung gesichert.

www.arzneimittel.com

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Ärzte Zeitung, 11.09.2009 05:00
Labortests werden im Internet leicht verständlich erklärt

FRANKFURT AM MAIN (eb). Hb-Wert ist zu niedrig, der LDL-Wert ist zu hoch, der TSH-Spiegel macht Sorgen. Patienten können mit solchen Aussagen nicht immer viel anfangen. Was bedeuten diese Laborwerte? Welche Erkrankungen zeigen sie an? Manchen Patienten bleibt das auch nach dem ärztlichen Gespräch unklar.

Im Internet können sich Patienten informieren, welche Tests bei welchem Krankheitsverdacht angeordnet werden und was die Ergebnisse bedeuten, teilt das Informationszentrum für Prävention und Früherkennung mit. Unter www.labtestsonline.de haben Fachleute leicht verständliche Infos zu über hundert Labortests und deren Bedeutung bei häufigen Erkrankungen zusammengestellt und mehr als 500 Fachbegriffe erläutert.

www.labtestonline.de

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Ärzte Zeitung online, 14.09.2009
Apotheker warnen vor Tamiflu® aus dem Internet

BERLIN (dpa). Verbraucherschützer und Apotheker warnen vor dem Kauf des Grippemittels Tamiflu® über den illegalen Handel im Internet. Das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker befürchtet erhebliche Gesundheitsrisiken, wenn man sich mit dem Mittel selbst therapiert.

"Wer eine normale Grippe mit Tamiflu® behandelt, läuft Gefahr, nicht mehr erfolgreich gegen Schweinegrippe therapiert werden zu können", teilte die Expertin Mona Tawab am Montag in Berlin mit. Es drohe die Gefahr, dass sich eine Resistenz entwickle. Unter den illegalen Medikamenten seien außerdem viele Fälschungen.

Der Gesundheitsexperte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Stefan Etgeton, kritisierte, die Besorgnis vor der Schweinegrippe werde von Geschäftsmachern "skrupellos ausgenutzt". Tamiflu® ist ein verschreibungspflichtiges Grippemittel des Herstellers Roche. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hatte bereits vor Grippemitteln aus dem Internet gewarnt.

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Ärzte Zeitung, 15.09.2009
EU-Kommission setzt auf einheitliche Notrufnummer

BRÜSSEL (spe). EU-weit soll der ärztliche Bereitschaftsdienst künftig unter der einheitlichen Rufnummer 116 117 erreichbar sein. Die Europäische Kommission greift damit eine Idee der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) auf. Die Vorbereitungen sollen bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

Die einheitliche Nummer soll die Erreichbarkeit des ärztlichen Bereitschaftsdienstes erleichtern und den kostenintensiven Dienst entlasten. In Deutschland beispielsweise würden 93 Prozent der Bevölkerung in der sprechstundenfreien Zeit medizinisch versorgt, so der CDU-Europaabgeordnete und Allgemeinarzt Dr. Thomas Ulmer.

Der EU-Kommission zufolge könnte die Nummer in Deutschland, Ungarn, Estland, Lettland und Malta schon kurzfristig betriebsbereit sein. Es soll jedoch kein Mitgliedsstaat dazu verpflichtet werden, die Nummer zu nutzen. Aus Sicht von Ulmer macht ein solches Projekt jedoch nur Sinn, wenn es in der gesamten EU funktioniert.

Für Deutschland betragen die einmaligen Kosten für die Entwicklung, die Bereitstellung von Servern und die Dateneingabe schätzungsweise 100 000 Euro. Der monatliche Unterhalt soll in derselben Höhe liegen.

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Ärzte Zeitung, 16.09.2009
ERLANGEN (ikr).

Frauen über 65 Jahre können ihr Frakturrisiko durch regelmäßiges Körpertraining deutlich senken. Ergeben hat das eine Studie, in der Frauen zweimal pro Woche ein einstündiges Multifunktionstraining absolvierten. Werden Beinkräftigungsübungen auf Vibrationsplatten in das Training integriert, verringert sich vor allem die Sturzrate.

Die Arbeitsgruppe um Dr. Simon von Stengel von der Universität Erlangen-Nürnberg hat 151 Frauen im Alter von durchschnittlich 68 Jahren untersucht (DMW 134, 2009, 1511). 50 Frauen nahmen einmal pro Woche für eine Stunde an einem Multifunktionstraining teil. Dazu gehörten Aerobic, Gleichgewichtstraining und funktionelle Kräftigung. 50 Frauen machten im Gegensatz zu den anderen Frauen in den letzten 15 Minuten Beinkräftigungsübungen auf einer motorbetriebenen Wippe (Vibrationsplatte). Die übrigen 51 Frauen gehörten zur Wellness-Kontrollgruppe. Sie machten lediglich einmal wöchentlich ein sanftes Gymnastik- und Entspannungsprogramm. Alle Studienteilnehmerinnen nahmen täglich 1500 mg Kalzium und 400 IE Vitamin D auf. Ermittelt wurden die Veränderung der Knochendichte und die Sturzrate.

Die Bilanz nach einem Jahr: In den beiden Trainingsgruppen hatte sich die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule besonders bei den Frauen mit klassischem Multifunktionstraining erhöht, und zwar um 1,7 Prozent und bei den Frauen mit Vibrationstraining um 1,2 Prozent. Gemessen wurde mit Hilfe der DXA (Dual-X-Ray-Absorptiometrie)-Methode. In der Kontrollgruppe gab es keine Änderung. In der Hüftregion war die Knochendichte in beiden Trainingsgruppen konstant geblieben, in der Kontrollgruppe hatte sie hingegen abgenommen.

Bei Frauen, die das Vibrationstraining absolvierten, war die Sturzrate signifikant niedriger als bei der Kontrollgruppe: 0,4 versus 1,1 Stürze pro Studienteilnehmerin pro Jahr. Das bedeutet eine relative Risikoreduktion um 62 Prozent. In der Trainingsgruppe ohne Vibrationstraining betrug die Sturzrate 0,8 pro Person pro Jahr. Der Unterschied zur Kontrollgruppe war nicht signifikant.

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Ärzte Zeitung, 15.09.2009
MANNHEIM (sec). Immer wieder fragen Patienten mit chronischer Obstipation nach, inwieweit sie das Problem, ständig unter Verstopfung zu leiden, selbst beeinflussen können.

Empfohlen werden könnten dann eine faserreiche Kost mit mindestens 30 g Ballaststoffen täglich und das Meiden von obstipierenden Lebensmitteln wie Schokolade, Bananen, Kakao, schwarzer Tee, Karottensaft und Heidelbeeren, fassen die Autoren des Buches "Chronische Obstipation in Praxis und Klinik" den derzeitigen Wissensstand zusammen. Wichtig ist ihnen auch: Die Patienten müssen darüber aufgeklärt werden, dass täglicher Stuhlgang nicht zwingend erforderlich ist, jedoch ein regelmäßiger Toilettengang, etwa nach dem Frühstück, angestrebt werden sollte.
Ballaststoffe: Studien haben uneinheitliche Ergebnisse

Bei einer milden Obstipation (Normal-Transitzeit-Obstipation) oder zur Obstipationsprophylaxe sei die therapeutische Wirksamkeit einer ballaststoffreichen Ernährung akzeptiert, obwohl Interventionsstudien keine durchgängige Beeinflussung der Obstipationssymptome durch eine erhöhte Menge an zugeführten Ballaststoffen gezeigt hätten.

Die uneinheitlichen Studienergebnisse seien offenbar Folge der Heterogenität der verwandten Ballaststoffe und der untersuchten Patientenkollektive.

Ballaststoffe wirkten durch einen substanzeigenen Masseeffekt, durch vermehrte osmotische Bindung von Wasser und durch eine vermehrte Produktion intestinaler Gärungsgase, erinnern die Autoren.

Bei der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zu einer täglichen Ballaststoffzufuhr von mindestens 30 g sollte die Hälfte der Ballaststoffe durch Getreide und Getreideprodukte, die andere Hälfte durch Obst und Gemüse gedeckt werden. Bei den Ballaststoffpräparaten hätten sich besonders Flohsamenschalen bewährt. Die sogenannten Gelbildner führten zu einer geringeren Gasbildung als etwa Weizenkleie und sorgten für einen weichen Stuhl.

Kontraindiziert sei eine faserreiche Ernährung übrigens bei Obstipationsbeschwerden aufgrund einer intestinalen Obstruktion und wenig Erfolg versprechend bei verminderter Flüssigkeitsaufnahme, Immobilität oder neurologischen Erkrankungen wie autonome Neuropathie oder Rückenmarkserkrankungen. Daran erinnern die Kollegen um die beiden Herausgeber Professor Heiner Krammer und Professor Alexander Herold aus Mannheim.
Nutzen von körperlicher Aktivität ist noch unklar

Insgesamt sei der therapeutische Nutzen der Allgemeinmaßnahmen bei chronischer Obstipation unterschiedlich gut belegt, betonen sie. Zu den gängigen bei chronischer Obstipation empfohlenen Allgemeinmaßnahmen mit ungesichertem Effekt gehören nach ihren Angaben dabei die Empfehlung zu körperlicher Aktivität von täglich mindestens 15 bis 20 Minuten sowie die Empfehlung zu ausreichender Flüssigkeitszufuhr (mehr als 1,5 Liter täglich).

Bei Nicht-Obstipierten könne körperliche Bewegung einen Stuhlreiz auslösen, so die Autoren, chronisch Obstipierte bewegten sich jedoch nicht weniger als Gesunde. Und eine geringe Flüssigkeitszufuhr und Immobilisation stellten zwar bekannterweise Risikofaktoren für eine Obstipation dar. Allerdings ließen sich Patienten mit bereits bestehender Obstipation durch erhöhte Flüssigkeitszufuhr (außer bei dehydrierten Patienten) sowie durch vermehrte körperliche Aktivität nur selten erfolgreich behandeln.

Ebenfalls nicht ausreichend wissenschaftlich gesichert sei die Empfehlung zu regelmäßigen Toilettensitzungen unter Nutzung des gastrokolischen Reflexes. Dieser Reflex tritt üblicherweise 5 bis 15 Minuten nach dem Essen auf, besonders nach dem Frühstück. Der im Anschluss daran erfolgende Defäkationsreiz sollte nicht unterdrückt werden, betonen die Autoren.

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Gedächtnis: Durst macht vergesslich

Washington (ddp).
Hunger und Durst verändern die Arbeit des Gedächtnisses: Wer hungrig ist, kann Erinnerungen an Hinweise auf potenzielle Nahrungsquellen besser aus seinem Gedächtnis hervorholen als jemand, der Durst hat, wie ein US-Forscherduo gezeigt hat. Umgekehrt hat der Durstige schnelleren Zugang zu abgespeicherten Hinweisen auf Getränke.

Dahinter steckt eine unerwartet hohe Flexibilität des Hippocampus, einer Hirnregion, die für das Abspeichern und Aufrufen von Erinnerungen zuständig ist, wie die Forscher an Ratten beobachten konnten. Je nach Motivation - Hunger oder Durst - zeige die gleiche Gruppe von Nervenzellen vollkommen unterschiedliche Aktivitätsmuster, selbst dann, wenn sich die Tiere in exakt der gleichen Umgebung bewegten, schreiben Pamela Kennedy und Matthew Shapiro von der Mount Sinai School of Medicine in New York im Fachmagazin «PNAS» (doi: 10.1073/pnas.0903259106).

Die sechs Ratten im Versuch der Forscher wurden abwechselnd einen Tag lang auf Diät gesetzt und bekamen am nächsten Tag weniger zu trinken als sonst. Zudem absolvierten sie täglich einen Test, in dem sie durch ein Labyrinth mit drei Armen laufen sollten. Ziel: die Belohnung finden, die dem aktuellen körperlichen Bedürfnis entsprach. Zuvor hatten die Ratten gelernt, bestimmte Farben mit einem bestimmten Inhalt zu verbinden. So enthielt eine gelbe Kiste immer Futter, eine rote Wasser und eine schwarze gar nichts.

Die Position der Kisten wechselte während der Versuche, so dass sich die Ratten nicht einfach den Weg merken konnten. Während des gesamten Versuchs zeichneten die Wissenschaftler die Aktivität der Nervenzellen im Hippocampus der Tiere auf. Das Ergebnis: Bei Hunger liefen die Ratten in 80 Prozent der Fälle schnurstracks auf die gelbe Kiste zu, bei Durst hingegen ließen sie sie meist links liegen und steuerten die rote an. Parallel dazu veränderte sich das Muster, in dem die überwachten Nervenzellen in ihren Gehirnen feuerten. Demnach reiche allein die Veränderung der Motivation aus, um das Verhalten der Tiere und die Arbeit des Hippocampus zu modifizieren, schließen die Forscher.

Die Ergebnisse erklärten auch, wie eine bestimmte Motivation das Gedächtnis beeinflusse. Allgemein gelte: Die Motivation spezifiziert das Ziel, während das Gedächtnis Aufzeichnungen früheren Verhaltens bietet, die schon einmal zu einem solchen Ziel geführt haben. Diese Aufzeichnungen enthalten nicht nur die Information an sich, sondern auch einen räumlichen, zeitlichen und persönlichen Kontext, der hilft, die Erinnerungen in Kategorien abzuspeichern. Die Arbeit des Hippocampus sei es nun, Motivation und Erinnerungen zu koordinieren und so das Verhalten zu steuern. Dazu scheint er Verbindungen zwischen verschiedenen Eigenschaften zu kodieren, durch die eine Erfahrung charakterisiert wird. Auf diese Weise entsteht ein Gedächtnissystem, das es ermöglicht, über irgendein Merkmal alle Erinnerungen aufzurufen, die die geforderte Eigenschaft enthalten, und so den Zugriff auf diese Erinnerungen zu beschleunigen.

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Wir wünschen allen Geburtstagskindern im Monat Oktober alles Gute,
Gesundheit und Glück für das neue Lebensjahr.

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