Newsletter vom 28.10.2009, 20:13:28

Betreff: Newsletter Oktober



Banditreffen in Rheinfelden vom 25.09. bis 27.09.2009

Liebe Bandis,

endlich war es so weit und unser Banditreffen fand vom 25.09.-27.09.2009 in Rheinfelden statt.

Für die Planung und Durchführung möchten wir uns recht herzlich bei schwarzhex und Christian bedanken!

Ein Bericht über das Banditreffen folgt!


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Kardiologen warnen vor G-BA-Richtlinie zur Clopidogrel-Verordnung, 15.09.2009

"Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DKG) hat die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vorgelegte Richtlinie zur Verordnung von Clopidogrel als „lebensgefährlich“ bezeichnet.

Die Richtlinie sieht für Patienten mit Herzinfarkt und mit ST-Hebungen (STEMI) keine Indikation, Clopidogrel zu verordnen. Lediglich STEMI-Patienten, die mit Fibrinolyse behandelt werden, sollen das Medikament während ihres Krankenhausaufenthaltes erhalten dürfen...

(Laut DKG) Es müsse sichergestellt werden, dass Patienten die lebensnotwendige Medikation nach einer Stenteinlage auch weiterhin erhalten.."

www.mednowledge.de

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Ärzte Zeitung, 22.09.2009
Infobroschüre des vfa zum Thema Impfen

BERLIN (eb). Der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) bietet aus Anlass der Diskussion um die Schweinegrippe und die Schweinegrippe-Impfung eine Broschüre an mit dem Titel: "Dem Körper helfen, sich zu wehren - Impfstoffe schützen".

Die Broschüre beleuchtet das Thema Impfungen von vielen Seiten, liefert Fakten und Argumente auch für das Patientengespräch. Das kostenfreie Material kann, auch in mehreren Exemplaren, von jedermann bezogen werden.


Bestellungen an: vfa, Broschürenversand, Hausvogteiplatz 13, 10117 Berlin

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Angeborene Herzfehler durch Antidepressiva

Aarhus – Die Einnahme von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) in der Schwangerschaft geht nach den Ergebnissen einer bevölkerungsbasierten Kohortenstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2009; 339: b3569) mit einem leicht erhöhten Risiko von Septumdefekten bei den Neugeborenen einher. Bei der Verordnung mehrerer SSRI steigt das Risiko deutlich an.

Im Dezember 2005 hatte die FDA eine Warnung zu dem SSRI Paroxetin herausgegeben, dessen Einnahme in zwei retrospektiven Studien im Vergleich zu anderen Antidepressiva mit einem erhöhten Risiko von kardiovaskulären Fehlbildungen assoziiert war.

Es wurde jedoch keine Kontraindikation ausgesprochen, da die Nachteile, die sich durch eine Exazerbation der Depression beim Absetzen ergeben, unter Umständen größere Nachteile haben könnte als ein gewisses teratogenes Risiko, lautete das Urteil der Behörde. Die FDA riet dazu, Vor- und Nachteile im Einzelfall sorgfältig abzuwägen. Viele Ärzte dürften, sofern eine Therapie während der Schwangerschaft notwendig ist, auf einen anderen Wirkstoff wechseln.

Die jetzt von Lars Henning Pedersen von der Universität Aarhus in Dänemark vorgestellten Ergebnisse kommen zu einem etwas anderen Bild. Der Epidemiologe hat die Einlösung von SSRI-Rezepten bei fast einer halben Million Schwangeren mit den angeborenen Fehlbildungen ihrer später geborenen Kinder in Beziehung gesetzt.

Die gute Nachricht ist, dass das Risiko von schweren Fehlbildungen nicht erhöht war. Auch schwere Herzfehler treten nicht häufiger auf. Das Risiko von (ventrikulären) Septumdefekten im Herzen war jedoch erhöht, wenn die Frauen in der Frühschwangerschaft mit einem SSRI behandelt wurden (Odds Ratio 1,99; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,13-3,53).

Dieses Risiko war nun keinesfalls auf den Wirkstoff Paroxetin beschränkt. Im Gegenteil: Für diesen Wirkstoff wurde sogar eine Odds Ratio von unter 1 ermittelt, was gegen ein erhöhtes Risiko spricht – aber, weil das Signifikanzniveau verfehlt wurde, auch keine Schutzwirkung bedeutet.

Auch für Fluoxetin wurde in der aktuellen Studie kein erhöhtes Risiko gefunden, wohl aber für Sertralin (Odds Ratio 3,25) und für Citalopram (Odds Ratio 2,52). Die insgesamt geringe Zahl von Fehlbildungen bei exponierten Kindern (12 bei Verordnung eines einzelnen SSRI) lässt eine differenzierte Beurteilung der einzelnen SSRI in der aktuellen Studie fraglich erscheinen.

Insgesamt kamen 0,9 Prozent der exponierten Kinder mit einem Septumdefekt zur Welt, bei den nicht exponierten Kindern betrug die Rate 0,5 Prozent. Das ergibt eine Number Needed to Harm von 246 Kindern. Das ist die Zahl der exponierten Kinder auf die ein zusätzlicher Septumdefekt kommt.

Anders sieht die Situation aus, wenn die Frauen mehrere SSRI gleichzeitig eingenommen hatten. Für diese Gruppe ermittelt Pedersen eine Odds Ratio von 4,70 (1,74-12,7). Insgesamt 2,1 Prozent der exponierten Kinder entwickelten einen Septumdefekt. Das ergibt immerhin eine Number Needed to Harm von 62.

Wie die früheren retrospektiven Studien zu Paroxetin kann die Kohortenstudie von Pedersen eine Kausalität nicht beweisen. Da Septumdefekte keine lebensgefährlicher Herzfehler seien und einige sogar von selbst ausheilen würden und weitere schwere Fehlbildungen nicht gefunden wurden, sprechen sie nach Ansicht von Pedersen nicht grundsätzlich gegen den Einsatz in der Schwangerschaft. Auch die Autoren raten Vor- und Nachteile einer Therapie sorgfältig abzuwägen.
Quelle: www.aerzteblatt.de


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Zwei Millionen Menschen in Knochenmarkspenderdatei

TÜBINGEN (dpa). Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) hat den zweimillionsten potenziellen Stammzellenspender aufgenommen. Melanie Krahe (31) aus Aldenhoven in Nordrhein-Westfalen habe sich vor knapp zwei Wochen typisieren lassen, teilte die Gesellschaft am Freitag in Tübingen mit.

Eine Knochenmarkspende ist für Leukämie- Patienten oft die einzige Möglichkeit, die tödliche Krankheit zu besiegen. Die DKMS hat in den 18 Jahren seit ihrer Gründung rund 18 000 Stammzell- oder Knochenmarkspenden vermittelt. Sie ist nach eigenen Angaben die größte Spenderdatei weltweit.

"Die Erfolgsgeschichte der DKMS hat vielen Leukämiepatienten eine neue Lebenschance geschenkt", sagte Geschäftsführerin Claudia Rutt. Die Organisation startete 1991 als Bürgerinitiative in Tübingen. Damals gab es in Deutschland nur etwa 3000 Freiwillige, die sich als potenzielle Stammzellenspender zur Verfügung stellten. "Wenn man uns damals gesagt hätte, dass wir es bis 2009 schaffen, zwei Millionen Menschen zu motivieren, hätte dies keiner geglaubt", sagte Rutt.

Melanie Krahe, die zweimillionste Spenderin, war gemeinsam mit ihrem Mann zu einer Typisierungsaktion der DKMS gekommen. "Für mich war die Registrierung selbstverständlich", sagte die Mutter zweier Kinder. "Jede Mutter hofft auf die Hilfe anderer, wenn das eigene Kind lebensbedrohlich erkrankt."

Die DKMS peilt unterdessen schon die nächsten Rekordmarken an. Weil für eine Stammzellentransplantation hunderte Gewebemerkmale übereinstimmen müssen, erhöhe sich mit jedem potenziellen Spender die Wahrscheinlichkeit, dass einem Leukämie-Patienten geholfen werden könne, sagte Rutt.
www.dkms.de
Quelle: www.aerztzeitung.de

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Häufigster Rat lautet Arztbesuch

Die Selbstmedikation wirft in rund 20 Prozent aller Fälle Probleme auf. Meist empfehlen Apotheker dann ihren Kunden zum Arzt zu gehen.

In der Hälfte dieser Fälle ist entweder die Selbstmedikation zur Lösung des gesundheitlichen Problems ungeeignet oder aber das gewünschte Präparat passt nicht. Das zeigt eine Untersuchung der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Dafür hatten über 100 Apotheker aus dem ganzen Bundesgebiet jeweils Daten zu 100 aufeinander folgenden OTC-Kunden erfasst.

Insgesamt wurden mehr als 11 000 Patienten mit 12 567 Selbstmedikationswünschen einbezogen - laut Professor Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker, die bis dato größte Studie dieser Art.

In 17,6 Prozent der Fälle stießen die Apotheker auf Ereignisse oder Umstände, die das Erreichen der angestrebten Ziele der Selbstmedikation hätten gefährden können. "Hochgerechnet sind das fast 350 000 arzneimittelbezogene Probleme pro Tag allein in der Selbstmedikation", sagte Schulz anlässlich des Deutschen Apothekertages in Düsseldorf. 75 Prozent der festgestellten Probleme traten in vier Bereichen auf:

* Die Selbstmedikation war ungeeignet (29,7 Prozent),
* Das Präparat war ungeeignet (20,5 Prozent),
* Es lag ein Missbrauch vor oder das Medikament wurde zu lange eingenommen (17,1 Prozent)
* Oder die Dosierung war falsch (6,8 Prozent).

Am häufigsten (39,5 Prozent) intervenierten die Apotheker, indem sie ihre Kunden an einen Arzt verwiesen. Zu einem anderen Arzneimittel wurde in 28,1 Prozent der Fälle geraten. Da die Patienten die Selbstmedikation meist nicht überblicken könnten, sei das gute Zusammenspiel zwischen Arzt und Apotheker besonders wichtig, betonte Schulz. Große Bedeutung komme dem grünen Rezept zu. "Das ist ein sehr gutes Instrument, das die Arzt-Apotheker-Kooperation stärkt und das gefördert werden sollte".

Den Aufbau eines systematischen Kommunikationssystems zwischen den beiden Berufsgruppen forderte in diesem Zusammenhang ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf. Bisher hänge der Austausch stark von den individuellen Umständen ab und sei von sehr unterschiedlicher Qualität. "Wir sehen erheblichen Bedarf nach einer systematisierten und institutionalisierten Kommunikation", sagte Wolf. Über dieses Thema gebe es bereits konkrete Gespräche zwischen Ärzten und Apothekern.

Für ein sinnvolles Instrument hält Wolf darüber hinaus die Entwicklung einer elektronischen Medikationsdatei. "Auf sie hätten der Hausarzt und der Hausapotheker Zugriff, sofern der Patient es autorisiert", sagte der ABDA-Präsident.
Quelle. www.aerztezeitung.de

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Täglich Sport - schlau in Deutsch und Mathe

KÖLN (ars). Täglicher Schulsport macht Kinder schlau. Die Lernergebnisse in anderen Fächern profitierten davon, wie Forscher der Deutschen Sporthochschule Köln bei ihrer Schulsport-Initiative "Klasse in Sport" in 42 Grundschulen feststellten. Verbesserungen bis zu 40 Prozent bei Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Schnelligkeit hatten sie bereits zu Beginn belegt, ebenso positive Effekte auf Herzfrequenzvariabilität.
Quelle: www.aerztezeitung.de

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Schweizer Behörde prüft nach Todesfall Antibabypillen

BERN (dpa). Nach dem Tod einer 21-Jährigen untersucht die Schweizer Arzneimittelbehörde Swissmedic alle Antibabypillen mit dem Wirkstoff Drospirenon. Die junge Frau war Mitte September an einer Lungenembolie gestorben - möglicherweise wegen der Einnahme einer Antibabypille mit diesem Wirkstoff, sagte Swissmedic-Sprecher Hans-Beat Jenny am Sonntag.

Voraussichtlich Ende Oktober will Swissmedic über das Ergebnis der Prüfung informieren.

Das Präparat Yaz®, das die 21-Jährige eingenommen hatte, wird von Bayer Schering Pharma hergestellt und kam im September 2008 auf den Schweizer Markt. Nach Angaben von Swissmedic hatte die 21-Jährige die Pille zehn Monate vor ihrem Tod auf ärztliches Rezept bekommen.

Erst im Mai war in der Schweiz das Präparat Yasmin® in die Schlagzeilen geraten: Ein junges Mädchen ist seit einer Lungenembolie, die nach Einnahme der Pille eingetreten sein soll, schwerbehindert. Bayer sicherte der Familie eine Entschädigung zu - betonte aber, es sei nicht erwiesen, dass die Embolie auf die Einnahme des Präparates zurückzuführen sei.

Am Wochenende erklärte die Bayer (Schweiz) AG, man nehme jede Meldung über mögliche Nebenwirkungen von Produkten "sehr ernst" und kläre diese sorgfältig in enger Zusammenarbeit mit den Behörden. Dass Antibabypillen Thrombosen und Lungenembolien auslösen können, sei aber eine bekannte Komplikation. Die Wahrscheinlichkeit solcher Nebenwirkungen sei genauso hoch wie bei vergleichbaren Konkurrenzprodukten zur Empfängnisverhütung, sagte Unternehmenssprecher Oliver Renner am Sonntag in Berlin. "Das Sicherheitsprofil von Drospirenon-haltigen Pillen ist unverändert positiv", hieß es in einer Mitteilung des Konzerns.

Swissmedic teilte mit, dass zwischen Anfang 2005 und Mitte April dieses Jahres insgesamt 691 Meldungen zu vermuteten unerwünschten Nebenwirkungen verschiedener hormoneller Kontrazeptiva eingegangen seien. Knapp 100 von ihnen hätten sich auf Thrombosen oder Embolien bezogen. Seit 1990 habe es in der Schweiz insgesamt neun Berichte über tödlich verlaufene Lungenembolien gegeben, die mit der Einnahme von Antibabypillen in Verbindung gebracht wurden.
Quelle: www.aerztezeitung.de

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Mit vier Injektionen zur Desensibilisierung

Die Kurzzeit-Immuntherapie gegen Pollenallergie bewährt sich. Mittlerweile können bei der subkutanen Immuntherapie vier Injektionen ausreichen.

BERLIN (pe). Die Kurzzeit-Immuntherapie mit Pollinex® Quattro bei Pollenallergie bewährt sich nach guten klinischen Studiendaten nun auch im Praxisalltag. Experten lobten anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Markteinführung die geringe Zahl an notwendigen Injektionen mit dieser Substanz und die daraus zu erwartende gute Compliance.

Bei der subkutanen Immuntherapie (SKIT) mit dem Präparat zur Kurzzeittherapie genügen vier Injektionen pro Jahr, weil es außer Gräser-, Baum- und Kräuterpollen-Allergenen auch das Adjuvans Monophosphoryl Lipid A (MPL®) enthält. Dieses verbessert die Immunogenität durch eine breite Stimulation auch der unspezifischen Immunantwort und die Kreuzimmunogenität.

In einer Studie mit mehr als 1000 Graspollen-Allergikern mit Rhinitis und/oder Konjunktivitis war der kombinierte Symptom- und Medikamenten-Score (CSMS) während der Hauptsaison bei Patienten nach SKIT mit Pollinex® Quattro um 27 Prozent und in Europa um 32 Prozent geringer als bei Placebo. Das hat Professor Werner Aberer aus Graz in Österreich beim Allergiekongress in Berlin berichtet. Die unerwünschten Wirkungen unterschieden sich nicht. Die Compliance war gut: 98 Prozent mit Placebo und 95 Prozent mit Verum hatten vier Injektionen vornehmen lassen, so Aberer bei einem Symposium von Bencard Allergie. Die gute Wirksamkeit der Kurzzeittherapie bestätigte sich in einer Praxisstudie von Dr. Dietrich Stollewerk aus Köln.

Hier hatten Pollenallergiker mit Rhinitis oder Asthma, die eine SKIT mit vier Injektionen erhielten, während der Pollensaison einen geringeren CSMS als Patienten nach Kurzzeit-SKIT mit sieben Injektionen eines nativen Allergens ohne Adjuvans. Stollewerk überprüfte zudem bei Pollenallergikern die Nicht-Unterlegenheit der Kurzzeit-SKIT mit vier Injektionen im Vergleich zur Langzeit-SKIT. Die Wirksamkeit auf Augen- und Nasensymptome war ähnlich.
Quelle: www.aerztezeitung.de

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AOK wegen Telefonwerbung zu Strafe verurteilt

DRESDEN (ava). Wegen unerlaubter Telefonwerbung muss die AOK Sachsen/Thüringen eine Vertragsstrafe in Höhe von 10 000 Euro bezahlen. Das Oberlandesgericht Dresden wies nach Angaben einer Sprecherin jetzt die Berufung der AOK zurück und bestätigte das Urteil des Landgerichts Leipzig.

Die AOK Sachsen hatte 2007 durch ein beauftragtes Unternehmen etwa 90 000 Verbraucher anrufen lassen, um neue Mitglieder zu gewinnen. Dabei wurde unter anderen auch die Justiziarin der Verbraucherzentrale angerufen. Die AOK hatte behauptet, die Angerufenen hätten zuvor ihr Einverständnis für telefonische Werbung erteilt, indem sie anlässlich der Teilnahme an einem Preisausschreiben auf einer belgischen Website einen entsprechenden Link betätigt hätten.

Nach Ansicht des Gerichts konnte die AOK nicht beweisen, dass die Angerufenen tatsächlich an dem Gewinnspiel teilgenommen und damit ihr Einverständnis erklärt hatten.

Urteil des Oberlandesgerichts Dresden Az.: 14 U 482/09

Quelle: www.aerzteblatt.de

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Psychische Erkrankungen vor allem in Lebensmitte

BERLIN (ble). Psychische Störungen nehmen beim Krankenstand bis zur Lebensmitte kontinuierlich zu. Das geht aus dem DAK-Gesundheitsreport 2009 hervor. Bei jugendlichen Arbeitnehmern spielten sie mit nur 3,6 Prozent Anteil an allen Krankheiten noch keine nennenswerte Rolle, teilte die Kasse mit.

Anders bei den 35 bis 39-Jährigen: Hier machten psychische Krankheiten schon 12,5 Prozent aus. Ab dem 45. Lebensjahr nehme die Bedeutung psychischer Krankheiten wie beispielsweise Depressionen oder Angsterkrankungen dann wieder ab. Demnach häufen sich Krisen und Konflikte in der Lebensmitte.
Quelle: www.aerztezeitung.de

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Wo ist der nächste Schmerztherapeut?

Etwa 4000 Anschriften enthält der "Schmerztherapieführer Deutschland 2009", das aktuelle Mitgliederverzeichnis der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. (DGS). Aufgeführt sind auch die regionalen DGS-Schmerzzentren, die interdisziplinäre Schmerzkonferenzen veranstalten.

Der Schmerztherapieführer ist erhältlich bei der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V., Tel.: 0 61 71 / 28 60 60, Fax: 28 60 69 E-Mail: info@dgschmerztherapie.de
Quelle: www.aerzteblatt.de

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Diätetisch den Rückenschmerz lindern - das funktioniert offenbar

Bei Kreuzschmerzen hilft ein diätetisches Lebensmittel, so das Ergebnis einer prospektiven Studie.

DAMP(grue). Patienten mit akuten oder chronischen Kreuzschmerzen profitieren von der Einnahme des diätetischen Lebensmittels Keltican® forte, das pro Kapsel den neurotropen Nährstoff Uridinmonophosphat (UMP, 50 mg) in Kombination mit 3 µg Vitamin B12 und 400 µg Folsäure enthält. Mit einer Kapsel täglich ließen sich die Schmerzen innerhalb von drei Wochen um 90 Prozent lindern. Das zeigte eine prospektive Studie von Uwe Rückert, Oberarzt an der Reha-Klinik Damp in Schleswig-Holstein.

Das frei verkäufliche Präparat hilft bei der Reparatur von Nervenschäden. Es hat einen kausalen Wirkansatz, denn die Aufnahme von Pyrimidin-Nukleotiden aus UMP beschleunigt die Nervenregeneration und wirkt schmerzlindernd bei Patienten mit Wirbelsäulensyndromen, Neuralgien und Polyneuropathien.

An der Studie nahmen 123 Patienten mit schmerzhaften Bewegungs- und Funktionseinschränkungen nach Bandscheiben-Op im Lendenwirbelbereich teil. Bei 83 von ihnen wurde die Wirksamkeit des Präparates im Vergleich zur Kontrollgruppe untersucht. Die Schmerzen wurden auf einer visuellen Analogskala von 0 (schmerzfrei) bis 100 (stärkste Schmerzen) erfasst.

In der UMP-Gruppe sank die Schmerzstärke innerhalb von drei Wochen um 91 Prozent (von durchschnittlich VAS 90 auf 8), in der Kontrollgruppe um 63 Prozent (von VAS 81 auf 30). "Der Unterschied war signifikant und ist ein Beleg für die gute schmerzlindernde Wirkung der UMP-Kapseln", so Rückert bei einer Veranstaltung von Trommsdorff in Damp. Die Behandlung mit dem diätetischen Lebensmittel verbesserte auch tendenziell die motorischen Funktionen.

Auf die günstige Zusammensetzung der Formulierung wies in Damp der Düsseldorfer Neurologe Dr. Michael Lorrain hin. "Die Mikronährstoffe haben eine remyelinisierende Wirkung auf periphere Nerven und können bei den häufig geklagten chronischen Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule sehr effektiv sein", so Lorrain. Bilanzierte Diäten, Physiotherapie und bedarfsweise Analgetika bilden die Basis der Therapie, eine Op ist nur bei motorischen Läsionen nötig.
Quelle:www.aerzteblatt.de

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Schichtarbeit fördert Restless-Legs-Syndrom

Schichtarbeit nimmt wenig Rücksicht auf den natürlichen zirkadianen Rhythmus. Das erhöht das Risiko für zahlreiche Erkrankungen - wahrscheinlich auch für ein Restless-Legs-Syndrom (RLS).

Darauf weist eine iranische Studie mit 780 Arbeitern in der Automobilindustrie hin. 260 von ihnen arbeiteten nur in der Frühschicht, die übrigen in zwei verschiedenen Schichtsystemen mit Früh-, Spät- und Nachtschicht (7 bis 15 Uhr, 15 bis 23 Uhr und 23 bis 7 Uhr). Im einen Schichtsystem gab es alternierende Früh- und Spätschichten über 5 Wochen mit einer Woche Nachtschicht in der 6. Woche. Im anderen Schichtsystem folgte auf eine Woche Frühschicht eine Woche Spät- und dann eine Woche Nachtschicht.

12,8% der Arbeiter wiesen ein RLS auf, das die Untersucher bei 63% als schwer einstuften. In beiden Wechselschichtgruppen lag dabei die RLS-Prävalenz mit 15% deutlich höher als bei den immer in der Frühschicht Arbeitenden mit 8,5%. Die Prävalenzunterschiede zwischen den Schichtsystemen waren dagegen verschwindend gering. Die Autoren interpretieren die Befunde so, dass Schichtarbeit zumindest ein Trigger, wenn nicht ein Risikofaktor für ein RLS ist. Andere Risikofaktoren für ein RLS waren in dieser Studie das zunehmende Alter, eine längere Arbeitserfahrung und Drogenkonsum.
Quelle:www.medizin-online.de

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Zwei-Klassen-Medizin längst Realität

Nach einer Umfrage sind jeweils rund zwei Drittel der Niedergelassenen und der Klinikärzte der Meinung, dass eine Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland bereits existiert. Die Allianz Deutscher Ärzteverbände warnt vor einer Politik, die der Bevölkerung ein "Rundum-Sorglos-Paket" vorgaukelt.

Eine Befragung des Allensbach-Instituts im Auftrag der Allianz Deutscher Ärzteverbände unter 527 Medizinern hat ergeben, dass 69,6 Prozent der Vertragsärzte und 61,4 Prozent der Krankenhausärzte überzeugt sind, es gebe längst eine Zwei-Klassen-Medizin. Mehr als drei Viertel der befragten Kollegen gehen davon aus, dass sich diese Situation für die Patienten weiter zuspitzen werde.

68,3 Prozent der niedergelassenen Fachärzte, 54,7 Prozent der Hausärzte und 40,6 Prozent der Kliniker gaben an, dass ihre Patienten mit langen Wartezeiten konfrontiert seien. Dr. Klaus Bittmann, Bundesvorsitzender des NAV-Virchow-Bundes und Sprecher der Allianz Deutscher Ärzteverbände, wertete die langen Wartezeiten als "klassisches Indiz für die stille Rationierung, die längst Einzug in den Versorgungsalltag gehalten hat".

Den dringenden Problemen im deutschen Gesundheitswesen solle sich die Politik endlich stellen, betonte Bittmann: "Bislang wird der Bevölkerung vorgegaukelt, es gebe ein Rundum-Sorglos-Paket in der Gesundheitsversorgung". Diesem "unendlichen Leistungsversprechen" stünden aber nur begrenzte Finanzmittel gegenüber.

Bittmann wandte sich gegen die zunehmende Zentralisierung in der Gesundheitspolitik, die vom Bundesgesundheitsministerium, aber zum Teil auch mit Unterstützung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vorangetrieben und "zwangsläufig zu Fehlsteuerung" führen werde. Er sprach sich für mehr Gestaltungsfreiheit in der regionalen Versorgung aus. Gut ein Drittel der Kollegen gaben bei der Befragung an, die Abrechnung über die Kassenärztliche Vereinigung sei der beste Weg. 43,6 Prozent der niedergelassenen Fachärzte und 31,0 Prozent der Hausärzte würden eine Direktabrechnung mit den Patienten bevorzugen.
Quelle: Allianz Deutscher Ärzteverbände, Berufsverband Niedergelassener Chirurgen

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Erfolge mit Botulinumtoxin A bei chronischer Migräne

Chronische Migräne lässt sich mit Injektionen von Botulinumtoxin A in Kopf-, Gesichts- und Nackenmuskulatur lindern, haben zwei große Studien ergeben.

Von Ulrike Maronde

Erfolge mit Botulinumtoxin A bei chronischer Migräne

Etwa 12 bis 14 Prozent der Frauen in Deutschland haben Migräne.


NÜRNBERG. Die Zahl der Migränetage bei Patienten mit chronischer Migräne lässt sich mit Botulinumtoxin A signifikant lindern. Das hat die gepoolte Analyse der Daten von zwei großen Placebo-kontrollierten Studien verdeutlicht, die bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Nürnberg vorgestellt wurden.

Insgesamt 1400 Patienten aus Europa und Nordamerika, die unter chronischer Migräne leiden, haben an den vom Unternehmen Allergan Pharmaceuticals unterstützten Studien teilgenommen. Eine chronische Migräne liegt per definitionem vor, wenn Patienten über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten an mindestens 15 Tagen pro Monat Migräne haben. Zu Studienbeginn sowie nach drei und sechs Monaten wurden den Patienten 150 Einheiten Botulinumtoxin A oder Placebo injiziert - und zwar aufgeteilt auf 16 definierte Punkte der Kopf-, Gesichts- und Nackenmuskulatur, wie Professor Hans-Christoph Diener von der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" erläutert hat.

Innerhalb von 24 Wochen ging die Zahl der Migränetage von im Schnitt 19 Tagen / Monat um 8 Tage / Monat mit Botulinumtoxin A zurück, mit Placebo um 6 Tage / Monat. Dieser Unterschied ist statistisch signifikant, betonte Diener. Der positive Effekt sei bereits nach acht Wochen signifikant gewesen. Die Therapie sei auch gut vertragen worden. Vereinzelt sei es zu einer vorübergehenden Schwäche der Nackenmuskulatur gekommen. Diese könne bei den Betroffenen aber durch Reduktion der im Nacken verabreichten Dosis vermieden werden, so der Neurologe.

Die Studiendaten sind bereits zur Veröffentlichung im "Lancet" eingereicht. - Botulinumtoxin A ist bislang für die Therapie bei Migräne nicht zugelassen. Die Daten sind aus Sicht von Diener aber ausreichend, eine Zulassung zu beantragen.
Quelle.www.aerztezeitung.de

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Vorhofflimmern: Neues Medikament vor der Zulassung

Vorhofflimmern: Neues Medikament vor der ZulassungDer Ausschuss für Humanarzneimittel der EMEA für ein neues Antiarrhythmikum ein positives Votum abgegeben. Dronedaron (Multaq®) von Sanofi-Aventis ist bereits in den USA, Kanada und in der Schweiz zugelassen. Der Amiodaron-Abkömmling soll gegen Vorhofflimmern zum Einsatz kommen. In sieben klinischen Studien mit insgesamt mehr als 7000 Patienten erwies er sich als wirksamer als Placebo. Die größte Studie (ATHENA) über 30 Monate zeigte, dass Dronedaron zusätzlich zur Standardtherapie die Rate von Krankenhauseinweisungen und Todesfällen aufgrund kardiovaskulärer Ereignisse im Vergleich zu Placebo um 24 Prozent senken konnte. Als Nebenwirkungen traten Durchfall, Übelkeit, Bradykardie, QT-Zeit-Verlängerung und Hautausschläge auf. In der Europäischen Union soll Dronaderon die Zulassung für klinisch stabile Patienten mit einer Vorgeschichte von Vorhofflimmern oder akutem, nicht-dauerhaftem Vorhofflimmern zugelassen werden, um Vorhofflimmern zu verhindern und die Herzrate zu senken. Die Dosis beträgt zweimal täglich 400 Milligramm zu den Mahlzeiten. (db)

29.09.2009

www.pharmazeutische-zeitung.de

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Schlechte Betreuung in Sportstudios

In vielen Fitnessstudios ist die Trainingsbetreuung schlecht. Laut Stiftung Warentest beginnen die Mängel häufig schon bei der Trainingseinführung. Von den geprüften bundesweit vertretenen Studios erhielt nur eins die Gesamtnote "gut". Drei Betreiber erreichten "befriedigend" und vier Studios schnitten mit "ausreichend" ab.

Es mangelte vor allem an Trainingsplänen und Trainingsempfehlungen. Das größte Problem sei die Kundenbetreuung. Am wenigsten geeignet für Anfänger ist laut Stiftung Warentest "Mc Fit".

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Gesundheitskarten kommen

Am 1.Oktober beginnen die gesetzlichen
Krankenkassen nach jahrelangen Vorbereitungen mit der Ausgaben der umstrittenen Gesundheitskarte. Ziel ist letztlich die Schaffung einer umfassenden elektronischen Patientenakte, auf die jeder Arzt mit Genehmigung des Patienten zugreifen kann. Zunächst wird die neue E-Card nur in der Region Nordhrein ausgegeben. Maximal 120.000 Patienten sollen sie bis zum Jahresende erhalten.

Befürworter erwarten, dass Arzneimittelunverträglichkeiten vermieden und Doppeltherapien verhindert werden. Kritiker sehen ein Datenmonstrum.

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Der Hausarzt, 30.09.2009
Gegen Genschäden und Krebs: Zink ist wichtiger als gedacht

Experten schätzen, dass zwei Milliarden Menschen auf der Welt an Zinkmangel leiden. Studien der Oregon State University (OSU) haben daher den Einfluss dieses Mangels auf das Immunsystem, die DNA, die Entwicklung von Krebs und Infektionskrankheiten untersucht.

Zinkmangel ist eine häufige Erscheinung in der Welt. Experten schätzen die Prävalenz auf zwei Milliarden Menschen, bei älteren Personen kommt er zu 40 Prozent vor. Die Ursache ist meist eine inadäquate Ernährung oder eine Malabsorption. Obwohl Zink ein essentieller Nährstoff ist, weckte es bisher wenig Interesse bei den Ernährungsforschern. Daher gibt es bis jetzt auch keine effizienten Tests für den Zinkspiegel. "Zinkmangel war bisher immer unter unserem Radar, weil wir bis jetzt nicht wirklich wissen, welcher Mechanismus die Absorption reguliert", sagt Emily Ho, OSU. Außerdem sei nicht bekannt, wie man effizient darauf testet und welche Rolle Zink in unserem Körper spielt.

Studien haben allerdings gezeigt, dass Zink essenziell ist, um Zellen gegen oxidativen Stress und gegen DNA-Schäden zu schützen. Zinkmangel verursachte sowohl bei Labortieren wie auch bei gesunden Männern Brüche in den DNA-Einzelsträngen. Eine gesteigerte Zinkzufuhr dagegen konnte diese Schäden wieder auf ein normales Level reduzieren. Die DNA-Schäden zeigten sich, schon bevor der Zinkspiegel im Plasma pathologische Werte aufwies. Dies bestätigte sich vor allem in der Prostata-Forschung. Das Organ mit der höchsten Zinkkonzentration zeigt einen deutlichen Abfall des Zinkspiegels bei Entartung. Auch konnte durch Zinkapplikation ein präventiver Effekt gegen Prostatakarzinom bewiesen werden. Dies wird auch für Ösophagus- und Brustkrebs angenommen.

Zink kommt normalerweise in Rind, Geflügel, Schellfisch und Austern vor. Doch gibt es auch Zink schon isoliert als Nahrungsergänzungspräparat. Eine Überdosis sollte allerdings verhindert werden, da dies die Absorption von Eisen und Kupfer gefährden könnte. Empfohlen werden 8 mg/Tag für Frauen, 11 mg/Tag für Männer, von einer Überdosierung würde man ab 50 mg/Tag sprechen.

Erneut zeigt sich, dass viele Pathomechanismen in unserem Körper noch nicht geklärt sind und sich immer wieder Türen für einen möglichen neuen Therapie- bzw. Präventionsansatz bieten. Es werden neue Studien erwartet, die die Rolle des Zinks für unsere Gesundheit untersuchen und eine einfache Bestimmung des Zinkspiegels finden. Danach wird man Genaueres über dieses bisher fast mysteriöse Metall sagen können.

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Babyschnuller sind Bisphenol-A-belastet. Hormonell wirksame Chemikalien in Kinderartikeln und lebensmittelnahen Anwendungen gehören verboten

Berlin (ots) - Viele Babyschnuller sind mit hormonell wirksamen Chemikalien belastet. In allen zehn durch ein Testlabor im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) untersuchten Schnullern wurde Bisphenol A gefunden. Diese Substanz steht im Verdacht, Unfruchtbarkeit, Schädigungen der Gehirnentwicklung und Brustkrebs hervorzurufen. "Säuglinge und Kleinkinder reagieren besonders empfindlich auf hormonartige Schadstoffe wie Bisphenol A", sagte Professor Ibrahim Chahoud, Toxikologe an der Berliner Universitätsklinik Charité. "Hormone spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Organen. Ist der Körper künstlichen hormonähnlichen Stoffen ausgesetzt, können diese das empfindliche Gleichgewicht der natürlichen Hormone stören."

Die höchsten Konzentrationen an Bisphenol A wurden in den Kunststoffschildchen gefunden, die den eigentlichen Schnullersauger halten. Die Kunststoffschildchen bestanden mit einer Ausnahme aus Polycarbonat, bei dessen Herstellung Bisphenol A eingesetzt wird. In den Schildchen aus Polycarbonat zeigten sich in den Untersuchungen Konzentrationen zwischen 200 und fast 2300 Milligramm pro Kilogramm.

Auch in den Saugteilen der Latex-Schnuller von Babysmile, Dentistar, Babylove und NUK, sowie bei einem der sechs untersuchten Silikon-Schnuller (von AVENT) lagen die Analysewerte zwischen 80 und 400 Milligramm pro Kilogramm. Eine mögliche Erklärung wäre, dass Bisphenol A aus den Hartkunststoff-Schildchen in den weichen Saugteil diffundiert. Dafür spricht die hohe Mobilität von Bisphenol A sowie die Tatsache, dass in fast allen Schnullern mit hohen Konzentrationen der Chemikalie in den Saugern noch höhere Konzentrationen in den Kunststoffschildchen gefunden wurden. Angesichts der hohen Mengen lässt sich auch nicht ausschließen, dass Bisphenol A bereits den Ausgangsmaterialien beigemengt wurde. So fanden sich in den meisten Silikonfabrikaten im Vergleich zu den Latexfabrikaten geringere Mengen der Chemikalie. Die deshalb durchgeführten Vergleichsuntersuchungen des stark belasteten Silikon-Saugers der Marke AVENT deuten darauf hin, dass hier Bisphenol A bereits im Ausgangsmaterial vorhanden war. Die hohen Werte bestätigten sich in zwei Fällen, in einer dritten Probe aus einer anderen Charge wurde kein Bisphenol A nachgewiesen.

Die Hersteller wurden vom BUND noch vor Vorliegen der Einzelergebnisse in schriftlicher Form befragt, ob und in welcher Weise Bisphenol A im Produktionsprozess eingesetzt wird und wie gewährleistet wird, dass keine hormonell wirksamen Chemikalien in ihren Schnullern vorhanden sind. Mehrere Hersteller gaben an, ausschließen zu können, dass Bisphenol A im Saugteil ihrer Schnuller vorhanden ist, obwohl die BUND-Untersuchungen dies nun in Frage stellen. Einige Hersteller räumten jedoch ein, dass die Kunststoffschildchen aus Polycarbonat bestehen und daher Bisphenol A enthalten.

Patricia Cameron, BUND-Chemieexpertin: "Wir sind schockiert, dass ausgerechnet Babyschnuller mit Bisphenol A belastet sind. Die Hersteller müssen nun klären, wie die Chemikalie in die Sauger und in die Schnuller gelangen konnte."

Der BUND forderte die Schnullerhersteller auf, bei der Produktion der Kunststoffschilde auf Polycarbonat zu verzichten. "Es ist bekannt, dass Kinder gern alles in den Mund nehmen, das gilt auch für den ganzen Schnuller. Außerdem steht das Kunststoffschildchen beim Saugen in ständiger Berührung mit den Lippen des Kindes. In diesem sensiblen Anwendungsbereich haben hormonell wirksame Schadstoffe nichts verloren. Wir erwarten von den Firmen, dass sie ihre Produktion umstellen und künftig auf Bisphenol A verzichten", sagte Cameron. Der BUND forderte von den Herstellern außerdem aufzuklären, wie Bisphenol A in die Sauger gelangen konnte sowie Maßnahmen, die sicherstellen, dass die Sauger zukünftig frei von Bisphenol A sind.

Handeln müssten auch die Behörden. Nicht nur für Schnuller und Babyflaschen, sondern für alle Kleinkinderartikel und für Produkte, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, forderte der BUND ein Verbot von Bisphenol A und anderer hormonartig wirksamer Chemikalien
Quelle:www.presseportal.de

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Bandscheibe nicht immer Schuld - Schmerzen reizen Nervenwurzeln

Zahlreiche Menschen ab dem 50. Lebensjahr leiden unter Rückenbeschwerden, die sich auf Verschleißprozesse zurückführen lassen. Doch nicht immer erweist sich die Bandscheibe als Auslöser. „Auch Abnutzungen an den kleinen Wirbelgelenken können Schmerzen verursachen, indem sie die Nerven reizen“, berichtet Dr. Munther Sabarini, Neurochirurg und Begründer der Internationalen Wirbelsäulenklinik Berlin. „Diese Beschwerden lassen sich unter dem Begriff Facettensyndrom zusammenfassen.“ Dabei tritt das Krankheitsbild vorwiegend im Bereich der Lendenwirbelsäule auf. Aber auch an der Halswirbelsäule und in seltenen Fällen im Brustwirbelbereich kann ein Facettensyndrom entstehen und hier für Belastungen sorgen. Einmal entstandener Verschleiß lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Hier kommen moderne Therapieverfahren zum Einsatz, die an der Schmerzweiterleitung ansetzen.

Kälte und Hitze lindern Schmerzen
Häufig verbindet sich das Facettensyndrom mit anderen degenerativen Wirbelerkrankungen wie Bandscheibenvorfällen oder Wirbelgleiten. Durch die Abnutzung der Wirbelgelenke können sich die an den Kapseln der Facettengelenke gelegenen Nervenenden entzünden oder einklemmen. In einigen Fällen treten dann Schmerzen auf. „Wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt wird, lässt sich einer Verschlimmerung rechtzeitig entgegenwirken“, sagt Dr. Sabarini. Oft verringern auch konservative Behandlungen wie beispielsweise Physiotherapie die Beschwerden. Wenn diese jedoch keine Wirkung zeigen, bieten sich minimalinvasive Therapien wie Kältesonde oder Laser an, die mit Kälte oder Hitze die Schmerzen gezielt beenden. „Bei der sogenannten Vereisung, auch Denervierung genannt, führen wir unter örtlicher Betäubung eine feine Sonde an der entsprechenden Stelle ein“, erklärt Dr. Sabarini. Dort kühlt er die Sondenspitze auf -50° bis -60° Celsius ab und vereist den betroffenen Nerv. Dies unterbricht die Schmerzweiterleitung und eine Linderung der Beschwerden setzt ein. Den gleichen Effekt erzielt der Laser, der die betroffenen Nerven nicht durch Kälte, sondern durch Hitze ausschaltet. Ungefähr ein Jahr hält der schmerzhemmende Effekt an und macht die Einnahme von Schmerzmitteln unnötig.
Um Auftreten oder Verschlechterung von Verschleißerscheinungen vorzubeugen, gilt regelmäßige Bewegung als besonders wichtig. „Mit ausgewählten Übungen lässt sich die Rückenmuskulatur stärken und die Wirbelsäule nachhaltig entlasten“, sagt Dr. Sabarini. Neben Physiotherapie trainieren auch Rückenschwimmen oder gezieltes Krafttraining die Rückenpartien. (www.spine-clinic.de)

Quelle: infocomma.net

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Erfolgreiche Therapien gegen Blockaden der Wirbelsäule

Kopfschmerzen, Schwindel, Händekribbeln oder Schlaflosigkeit - Viele Menschen ahnen nicht, dass diese Beschwerden auch von der Wirbelsäule ausgelöst werden können. Denn wenn mit den Wirbeln etwas nicht stimmt, kann sich das Auswirkungen auf verschiedene Stellen im Körper haben. Denn die Wirbelsäule ist über ein feines Nervengeflecht mit den unterschiedlichsten Bereichen des Körpers verbunden. Daher können Fehlstellungen auch an anderen Stellen Beschwerden auslösen, Organe oder Stoffwechselvorgänge beeinträchtigen.

Hier finden Sie einige Beispiele aufgeführt, wie sich Wirbelblockaden möglicherweise auf den gesamten Körper auswirken:

* Die beiden obersten Halswirbelnerven steuern die Blutzufuhr zum Hirn. Kommt es hier zu einer Reizung oder Quetschung, kann das zu Kopfschmerzen, Schwindel oder Schlaflosigkeit führen.
* Wenn zu viel Stress die Nackenmuskulatur verkrampft, kann das auf die unteren Halswirbel drücken. Mögliche Folgen: Schulter- und Armschmerzen, gepaart mit Händekribbeln und “Ameisenlaufen”. Auch möglich: Ohrgeräusche (Tinnitus), Zahnschmerzen, Halsschmerzen und Heiserkeit.
* Teile der Brustwirbelsäule sind mit dem Herz und den Herzkranzgefäßen verbunden. Störungen hier könnten Ursache für Herzbeschwerden sein. Vom Brustwirbelbereich laufen auch Nerven zur Lunge, den Bronchien und dem Brustkorb, Blockaden verstärken möglicherweise Asthma und Husten.
* Die Nerven des oberen Lendenwirbelbereichs sind u. a. zuständig für den Dickdarm. Reizungen können Verdauungsprobleme auslösen.
* Blockaden der mittleren Lendenwirbelnerven sind möglicherweise Verursacher von Menstruationsbeschwerden.

Welche Therapien können helfen?
Oft raten Experten vorschnell zum Einrenken. Doch unprofessionell ausgeführt, kann das zu bösen Folgen bis hin zum Schlaganfall führen. Hilfe bringen hingegen oft ganzheitliche Ansätze. Damit lassen sich körperliche Blockaden sanft lösen und Beschwerden lindern. Hier die wirksamsten Therapien (Kassen zahlen eventuell auf Anfrage. Nachfragen lohnt):

Osteopathie
Methode: Durch sanftes Beugen, Strecken, Dehnen und Massieren löst der Therapeut Blockaden, damit sich das gesamte Körpersystem entspannen kann.
Hilft bei: Erkrankungen des Bewegungsapparates, Herzrhythmusstörungen, Magen-Darm-Beschwerden, Schwindel.
Kosten: Eine Sitzung kostet zwischen 60 und 100 Euro.

Dorn-Therapie
Methode: Durch Entspannungsmassage und sanften Druck richtet der Dorn-Therapeut verschobene Wirbel und Gelenke wieder in die richtige Position.
Hilft bei: Rückenbeschwerden, Nacken- und Kreuzschmerzen. Auch Kopfschmerzen werden beseitigt.
Kosten: Pro Sitzung ca. 30 und 60 Euro.

Rolfing
Methode: Mit einer Verbindung aus Bindegewebsmassage und Haltungstraining versucht der Rolfing-Therapeut, die gestörte Körperharmonie wieder herzustellen und Blockaden langfristig vorzubeugen.
Hilft bei: Verspannungen, Rücken- und Hüftschmerzen. Stärkt die Körperhaltung.
Kosten: Ca. 90 Euro pro Sitzung.

Shiatsu
Methode: Unter Einsatz von Händen, Unterarmen, Ellenbogen, Knien, manchmal sogar den Füßen verbessert der Shiatsu-Therapeut gestörte Energieflüsse im Körper.
Hilft bei: Rückenbeschwerden, Spannungskopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Schlaflosigkeit. Zur Stressbewältigung und Stärkung des Immunsystems.
Kosten: Eine Behandlung kostet ab ca. 50 Euro.

Taping
Methode: Hier klebt der Therapeut spezielle Klebe- bzw. Tapestreifen auf verspannte Muskeln. Die Folge: Blut und Lymphe fließen schneller, Schmerzen gehen zurück.
Hilft bei: Verspannungen, Rücken-, Knie- und Muskelschmerzen.
Kosten: Ein Taping kostet etwa 80 Euro.


Quelle: naturheilkunde-news

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29.09.2009 - Medizin
Gefahr in Rot und Blau

Epileptiker reagieren auf manche Farbkombinationen sensibler als auf andere

Flackernde Lichter in Rot und Blau sind für Epileptiker gefährlicher als andere Farbkombinationen: Der Wechsel zwischen diesen beiden Farben irritiert das Gehirn messbar mehr als der zwischen anderen Tönen,
haben britische und indische Wissenschaftler gezeigt. Diese Irritation kann zwar im gesunden Gehirn kompensiert werden.
Bei vielen Epileptikern fehlt dieser Schutzmechanismus jedoch, und die pulsierenden Lichter lösen eine unerwünschte Synchronisierung der Hirnaktivität und damit nicht selten auch einen Anfall aus.
Da flackernde Rot-Blau-Kombinationen in Fernsehsendungen sehr häufig sind, sollten Epileptiker sehr vorsichtig beim Anschauen von Animationen und Trickfilmen sein, empfehlen die Forscher.

Bei Menschen, die zu sogenannten photosensitiven Anfällen neigen, kann schon der Wechsel aus Licht und Schatten unter Bäumen oder das Flackern eines Bildschirms zu einem Aussetzer des Bewusstseins, krampfartigen Muskelzuckungen oder sogar einem voll ausgeprägten epileptischen Krampfanfall führen.
Entscheidend für die Reaktion des Gehirns sind dabei sowohl die Frequenz, mit der das Licht flackert, als auch der Kontrast und das Muster der Signale.
Doch auch die Farbe des Lichts scheint eine wichtige Rolle zu spielen, denn besonders häufig werden Anfälle im Zusammenhang mit bunten Cartoon-Sendungen im Fernsehen beschrieben.
So gab es im Jahr 1997 in Japan mehr als 700 Berichte über Anfälle, die während der Ausstrahlung eines Pokemon-Cartoons auftraten.

Bereits frühere Studien hatten Hinweise ergeben, dass vor allem die Farbkombination Rot-Blau problematisch für das Gehirn ist. Um das nun genauer zu testen, ließen Joydeep Bhattacharya und seine Kollegen jetzt elf gesunde und zwei an Epilepsie erkrankte Freiwillige verschiedene Farbkombinationen auf einem Bildschirm ansehen und registrierten dabei die Hirnströme der Teilnehmer.
Die Farben wechselten mit einer Frequenz von zehn Hertz für jeweils drei beziehungsweise – bei den Epileptikern – zwei Sekunden.
Gezeigt wurden die Kombinationen Rot-Blau, Rot-Grün und Grün-Blau.

Man habe man einen deutlichen Unterschied zwischen der Reaktion der gesunden Gehirne und der der Epileptiker sehen können,
erläutert Bhattacharya: Die Gehirne der gesunden Probanden reagierten auf die irritierenden Lichtsignale, indem sie die Komplexität ihrer Signale erhöhten.
Am stärksten ausgeprägt war diese Reaktion bei der Blau-Rot-Kombination.
Bei den Epileptikern dagegen nahm die Komplexität und damit die Unordnung der Signale ab, das heißt, einige Gehirnbereiche begannen, synchron mit anderen zu arbeiten – ein Merkmal, das als Beginn eines epileptischen Anfalls gilt.
Da der Grad der Unordnung in den Hirnströmen ein Maß dafür sei, wie heftig sich das Gehirn gegen den Einfluss der Lichtsignale wehre, sei damit klar, dass die Rot-Blau-Bestrahlung den stärksten Einfluss habe und damit auch potenziell die größte Gefährdung darstelle.
Die Wirkung direkt nachweisen könne man allerdings nicht, da es zu gefährlich sei, bei den Epileptikern absichtlich einen Anfall auszulösen.


Joydeep Bhattacharya (University of London) et al.: PLoS ONE, Bd. 4, Nr. 9, Artikel e7173

Quelle: www.wissenschaft.de

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Rauchstopp vor OP sinnvoll

Für Raucher lohnt es sich, mindestens vier Wochen vor einer geplanten Operation mit einer Nikotinersatztherapie zu beginnen. Das kann nicht nur helfen, rauchfrei zu werden, sondern auch das Risiko für Wundheilungsstörungen um die Hälfte senken.

Dies berichtet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Studien haben gezeigt, dass mit einer vorherigen Nikotinersatztherapie (Pflaster oder Kaugummis) nur 14 Prozent der Patienten Wundheilungsstörungen hatten. Ohne war dies bei 28 Prozent der Fall. Eine gestörte Wundheilung gehört zu den häufigsten Komplikationen nach einer Operation. Grund ist die erschwerte Sauerstoffversorgung des Körpers durch die Narkose und den Eingriff. Raucher sind besonders gefährdet, weil bei ihnen die im Blut verfügbare Sauerstoffmenge von vornherein geringer ist.
Quelle: www.medical-mirror.de

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Kopfläuse immer häufiger resistent

Wenn es kälter wird, beginnt wieder die Kopflauszeit in Schulen und Kindergärten. Doch die Behandlung ist oft alles andere als einfach. Hautärzte von der Universitätsklinik Kiel haben jetzt herausgefunden, dass Kopfläuse auf gängige Mittel häufig resistent reagieren.

Das könnte auch erklären, warum die Therapie häufig erfolglos verläuft.
Die Wissenschaftler um Professor Regina Fölster-Holst hatten 2.000 Kinder im Alter zwischen drei und zwölf Jahren untersucht. Bei knapp vier Prozent fanden sie Kopfläuse, die alle dieselbe Genveränderung aufwiesen. Diese macht die Insekten unempfindlich gegen Pyrethrum, das in vielen gängigen Läusemitteln enthalten ist. Jetzt wollen die Kieler Wissenschaftler in klinischen Studien die Wirksamkeit von gängigen mit neueren KopflausPräparaten vergleichen. Hierin sind z. B. Silikonöle (Dimethikone) enthalten, die die Atmungsorgane der Läuse verschließen, sodass diese ersticken.
Unabhängig davon können Eltern einiges gegen die lästigen Parasiten tun. Hier einige Tipps der Techniker Krankenkasse:

* Um herauszufinden, ob das Kind betroffen ist, das Haar mit einem Läuse- oder Nissenkamm scheiteln und Kopfhaut und Haare gründlich (evtl. mit Hilfe einer Leselampe) absuchen. Ausgewachsene Läuse sind ca. 3 mm groß und grau, Eier ca. 1 mm groß und haben hellgrau glänzende Verdickungen.

* Die Haare bei Befall sofort mit einem Läusemittel behandeln und anschließend nass auskämmen. Fünf Tage später erneut nass auskämmen. Am 8. bis 10. Tag das Mittel erneut anwenden und auskämmen. Am 13. bis 17. Tag das Haar nochmals auskämmen.

* Kopfläuse können sich auch auf Gegenständen einnisten. Daher Kämme und Bürsten säubern, Kleidung, Handtücher und Bettwäsche wechseln und bei 60 Grad Celsius waschen. Fußböden und Polster gründlich absaugen. Stofftiere und Spielzeug zwei Tage bei minus zehn Grad Celsius einfrieren.
Quelle: www.medical-mirror.de

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Duschköpfe als Bakterienschleudern

In jedem dritten Duschkopf kommen Bakterienkolonien vor. Auch pathogene Keime sind darunter. Ist Duschen folglich ungesund?

Tägliches Duschen kann seine ihre Tücken haben. Forscher untersuchten jetzt Duschköpfe auf ihre pathogenen Keime. Von 50 Duschköpfen aus neun verschiedenen Städten zeigten 30 Prozent ein signifikantes Niveau des Mycobacterium avium. Dieses Bakterium kann eine Lungenerkrankung auslösen, meistens sind immunsupprimierte Patienten betroffen. Auch andere Krankheitserreger konnten nachgewiesen werden.

Forscher fanden heraus, dass sich die pathogenen Keime aus der städtischen Wasserversorgung in Duschköpfen sammeln und ihre Konzentration dort um das 100-fache ansteigt. In Duschköpfen ist es feucht, dunkel und warm - ideale Lebensbedingungen für Keime. Gerade der erste Strahl, der die Dusche verlässt, ist stark verseucht. Die Bakterien ergießen sich dann mit dem Wasser fein zerstäubt auf den Duschenden.

Die Inzidenz der Erkrankungen an M. avium hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Die Forscher erklären dies dadurch, dass die Menschen heutzutage häufiger duschen und vor allem eher duschen als baden. Symptome einer solchen Erkrankung sind Müdigkeit, Schwäche, trockener Husten, Atemnot und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Gerade für schwangere, ältere oder multimorbide Patienten kann die sonst mild verlaufende Infektion zu einer Gefahr werden.

Ist es also gefährlich zu duschen? Wenn man über ein gesundes Immunsystem verfügt, sollte man keine Bedenken haben. Doch laut Studienautor Prof. Norman Pace besteht wie bei allen Dingen im Leben immer ein Risiko. Als Erkenntnis bleibt, dass man die Dusche eine Sekunde vorher anstellen und nicht direkt das Gesicht der ersten Keimflut entgegenhalten sollte. Außerdem zeigten Plastikduschköpfe eine höhere Keimzahl, sodass solche aus Metall wahrscheinlich die bessere Wahl darstellen.
Quelle:www.medizin-online.de

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Diagnose möglich: Tinnitus verändert Gehirnströme

San Diego (ddp).
Ein Tinnitus kann künftig möglicherweise mit Hilfe einer Hirnstrom-Messung diagnostiziert werden: Forschern ist es erstmals gelungen, veränderte Gehirnströme aufzuspüren, die mit den lästigen Ohrgeräuschen einhergehen. Die auch als Ohrensausen bekannten permanenten Pfeif- oder Zischlaute sind nur für die Betroffenen zu hören und können diese massiv einschränken. Die genaue Ursache ist bislang unbekannt, genauso wie eindeutige und objektive Diagnoseverfahren. Wirksame Behandlungsmethoden gibt es ebenfalls noch nicht. Das könnte sich möglicherweise bald ändern, denn den Forschern gelang es jetzt, mit einem modernen Bildgebungsverfahren diejenigen Areale im Gehirn zu lokalisieren, die bei Tinnituspatienten überaktiv sind. Michael Seidman vom Henry-Ford-Krankenhaus in Detroit stellte die Ergebnisse der Studie auf dem Jahrestreffen der Amerikanischen Akademie für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde in San Diego vor.

Die Wissenschaftler verwendeten die sogenannte Magnetoenzephalografie, kurz MEG. Sie erfasst die schwachen Magnetfelder, die als Folge der elektrischen Aktivität des Gehirns entstehen. Die Methode ist wesentlich genauer als andere Verfahren: Sie zeigt bereits kleinste Magnetfelder an und liefert daher genaue Informationen über Intensität und Ort der Gehirnaktivitäten.

Für ihre Studie erstellten die Wissenschaftler mit dem Magnetoenzephalografen ein genaues Hirnstromdiagramm von 17 Tinnituspatienten und 10 gesunden Personen. Damit das Tinnituspfeifen nicht von äußeren Geräuschen überdeckt wurde, mussten die Versuchspersonen während der Untersuchung Ohrstöpsel tragen.
Ein Teil der Tinnituspatienten litt unter einem bilateralem Tinnitus -- sie hörten das Pfeifen also auf beiden Seiten.
Bei ihnen zeigte das MEG Aktivität in den Hörzentren beider Gehirnhälften. Diese Areale sind verantwortlich für die Verarbeitung von akustischen Reizen. Patienten mit unilateralem Tinnitus, die die Geräusche also nur auf einem Ohr hörten, zeigten eine solche Aktivität nur in der dem Pfeifen gegenüberliegenden Hirnhälfte.
Generell werden Sinneseindrücke einer Körperseite auf der anderen Seite im Gehirn verarbeitet. Beim Tinnitus wird demnach offenbar ein akustischer Eindruck generiert, obwohl das gegenüberliegende Ohr eigentlich gar nichts wahrnimmt.

Bei den gesunden Patienten waren abwechselnd verschiedene Zonen schwach aktiv, aber keine stach über längere Zeit besonders hervor wie bei den Tinnituspatienten. Mit diesen Resultaten konnten die Forscher das Ohrensausen erstmals anhand veränderter Gehirnaktivitäten nachweisen.

Die Ergebnisse lassen hoffen, dass die Krankheit bald besser verstanden und möglicherweise behandelt werden kann. Momentan sind weder eindeutige Gründe für das Ohrensausen bekannt, noch ist eine Behandlung in Sicht - Ärzte können lediglich die Symptome der Betroffenen etwas abmildern.
Bekannt ist nur, dass laute Geräusche, Ohrenschmalz, Infektionskrankheiten, Kopf- und Nackenverletzungen sowie zu hoher oder zu niedriger Blutdruck einen Tinnitus verstärken können.

www.netdoctor.de

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Kontaktlinsen: Höheres Infektionsrisiko durch schlechte Pflege

(mko) Falsch angepasste und schlecht gepflegte Kontaktlinsen können die Hornhaut schädigen.
Das passiert z.B. durch das Reinigen mit einfachem Leitungswasser und auch beim Schlafen mit den Linsen. Auch Patienten, die ihre Kontaktlinsen im Internet kaufen, haben laut einer aktuellen Studie, ein höheres Infektionsrisiko. Denn: hier fehlt für die Träger der konkrete Ansprechpartner, der kompetent berät und informiert.

Die Hornhaut ist ein klares Gewebe ohne Gefäße. Über den Tränenfilm wird sie mit Sauerstoff versorgt. Kontaktlinsen können dies behindern. „Der Körper hilft sich dann selbst: Kleine Äderchen sprießen in die
Hornhaut ein und führen mit dem Blut Sauerstoff heran“, so Professor Dr. med. Berthold Seitz, Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg/Saar. Betroffene
spüren zunächst nichts. Erst im fortgeschrittenen Stadium machen sich
Seheinschränkungen bemerkbar.

Die Zahl der Hornhaut-Infektionen hat in den letzten 20 Jahren nicht abgenommen. Auslöser dieser schweren Komplikation sind Bakterien, Pilze oder Amöben. Im schlimmsten Fall kann das Auge erblinden. „Bei formstabilen Linsen ist das Risiko einer Infektion am geringsten. In den relativ großen Poren der weichen Linsen können sich Krankheitserreger leichter festsetzen. Das gilt besonders, wenn diese auch nachts getragen werden. Dies steigert das Infektionsrisiko nochmals um das Fünffache. Mangelnde Hygiene ist ein weiterer Risikofaktor.
Quelle:www.medizinkorrespodenz.de

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Ärzte Zeitung online, 02.10.2009
Neue "Pille danach" bis fünf Tage nach dem Sex wirksam

Neue "Pille danach" bis fünf Tage nach dem Sex wirksam

FRANKFURT/MAIN (dpa). Eine "Pille danach", die noch bis zu fünf Tage nach dem Sex geschluckt werden kann, ist jetzt in Deutschland erhältlich. Wie die Beratungsorganisation Pro Familia am Donnerstag in Frankfurt mitteilte, heißt das Produkt EllaOne®.

Bisher auf dem Markt verfügbare Präparate wirkten nur nach möglichst rascher Einnahme zuverlässig und seien nur bis höchstens 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr zugelassen. Zudem lasse im Gegensatz zu bisherigen Präparaten die Wirksamkeit von EllaOne® innerhalb von fünf Tagen nicht nach, sondern bleibe in gleicher Höhe erhalten.

Pro Familia begrüßte, dass mit der neuen Tablette eine weitere und länger wirksame Möglichkeit der Nachverhütung zur Verfügung stehe. "Denn durch die in Deutschland bestehende Rezeptpflicht für die "Pille danach" benötigen Frauen im Bedarfsfall häufig zu viel Zeit, um an das Medikament zu kommen", hieß es.

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Pflanzliche Erkältungsmittel sind beliebt

Pflanzlicher Erkältungsmittel lindern Symptome, sind gut verträglich, kostenneutral, und sie haben hohe Akzeptanz bei den Patienten.

NEU-ISENBURG (geh). Nach wie vor sind pflanzliche Erkältungsmittel in der Bevölkerung sehr beliebt. Daran hat auch die Tatsache nichts geändert, dass sie seit 2004 von den gesetzlichen Krankenkassen nur noch für Kinder unter zwölf Jahren erstattet werden. Zur Linderung von Erkältungsbeschwerden werden sie schon seit dem Altertum eingesetzt.

Heute ist das Sortiment an Pflanzenzubereitungen fast unüberschaubar groß. In Form von Säften, Tropfen, Sirupen, Tabletten, Kapseln und Dragees zum Einnehmen, als Salben und Balsame zum Einreiben und zum Inhalieren sowie für begleitende Maßnahmen in Form von Erkältungsbädern oder Tee stehen sie zur Verfügung. Aus der scheinbaren Fülle kristallisieren sich einige wenige therapeutische Angriffspunkte heraus. Zu den wichtigsten gehört die Hilfe bei quälendem Husten und zähem Schleim.
Spitzwegerich lindert Husten

Auch bei den pflanzlichen Arzneimitteln kann zwischen Antitussiva zur Linderung des Hustenreizes und Expektoranzien zur Förderung eines produktiven Hustens unterschieden werden. Hustenlindernd wirken etwa Spitzwegerich (z. B. Tetesept Bronchial-activ Husten Tropfen), Eibisch (Phytohustil® Hustenreizstiller Sirup) und Huflattich (Schoenenberger naturreiner Heilpflanzensaft Huflattich).

Zudem rechnet die Rote Liste Kombinationen mit dem Extrakt aus Primelwurzel, Sonnentau und Thymian (z. B. Drosithym® Bürger Lösung) sowie Pfefferminzöl, Cajeputöl und Eukalyptusöl (Olbas® Tropfen) zu den Antitussiva. Nicht genannt, aber ebenso im Handel erhältlich ist Cetraria islandica (Isländisch Moos, z. B. Aspecton® Halstabletten).

Zu den pflanzlichen Erkältungsmitteln mit schleimlösender Wirkung gehören Zubereitungen aus Thymiankraut (z. B. Melrosum® Hustensirup), Efeublättern (z. B. Prospan® Husten-Brausetabletten), Eucalyptusöl (z. B. Pulmotin® Inhalat), Andornkraut (Angocin® Bronchialtropfen), Fichtensprossen oder -spitzen (z. B. Fichtensirup S) und Myrtol (z. B. GeloMyrtol®). Außerdem gibt es verschiedene Kombinationen zum Einnehmen, zum Inhalieren, als Badezusätze oder als Tee. Bei Säuglingen und Kleinkindern sollten jedoch stark riechende ätherische Öle nicht angewendet werden. So können Campher, Cineol oder Menthol (z. B. in Pfefferminz- und Eukalyptusöl) bei den Kleinen einen Kratschmer-Reflex auslösen.
Salbei beruhigt Schleimhaut

Als schleimlösend und zudem als antiviral und antibakteriell hat sich ein Extrakt aus Pelargonium-sidoides-Wurzeln (Umckaloabo®) erwiesen. Auch der hustenlindernde Spitzwegerich soll antibakteriell wirken können. Schleimhautberuhigende und zugleich entzündungshemmende Eigenschaften haben Kamille und Salbei.

Dagegen sollen Echinacea-Präparate mit ihrem immunstimulierenden Potenzial vor allem in der Infektionsprophylaxe hilfreich sein.
Quelle: www.aerztezeitung.de

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30.09.2009
www.focus.de
Bluthochdruck
Fettmangel kann Ursache sein


Viele Bluthochdruck-Patienten haben einen Mangel an speziellen Blutfetten. Eine darauf abgestimmte Ernährung kann ihn ausgleichen – und damit den Bluthochdruck senken.
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Eier enthalten bestimmte Fette, die vor Bluthochdruck schützen können
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Lebensmittel wie Sojabohnen, Eier oder Fischrogen können den Fetthaushalt ausgleichen und dem Bluthochdruck entgegenwirken, haben Forscher des Universitätsklinikums und des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden herausgefunden. Eier seien jedoch nur für die Patienten empfehlenswert, für deren Hochdruck nicht Arteriosklerose verantwortlich sei, schränken sie ein.

Die Forscher analysierten die Blutfette von Patienten, die an starkem Übergewicht, erhöhtem Blutzucker, gestörtem Stoffwechsel und/oder Bluthochdruck litten. Alle Bluthochdruck-Patienten zeigten einen Mangel an einer speziellen Gruppe von Fetten, den sogenannten Etherphospholipiden. Gezielte Ernährung mit den aufgeführten Lebensmitteln kann diesen Mangel ausgleichen oder deren Synthese anregen.
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Haben Sie Herzprobleme?
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www.shl-telemedicine.de

Zehn Fakten zu Cholesterin
Nach Angaben der Mediziner haben zehn bis 50 Prozent der Bevölkerung in den Industrieländern eine arterielle Hypertonie, also einen dauerhaften Blutdruck von über 140 zu 90. Auslöser sind verschiedene Faktoren wie Störungen des Hormon- oder des Herz-Kreislauf-Systems sowie vorangegangene Nierenschäden. Vielfältige Langzeitschäden reichen von der koronaren Herzkrankheit über Herzinfarkte und Nierenversagen bis zum Schlaganfall.
map/dpa

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Ärzte Zeitung, 05.10.2009
Mehr Aufmerksamkeit für Schmerz im Alter
Demenzkranke empfinden nicht weniger Schmerz als Gesunde, können dies aber nicht mehr in Worte fassen.


MÜNCHEN. Obwohl schmerzhafte Erkrankungen mit dem Alter zunehmen, sprechen geriatrische Patienten ihre Schmerzen von sich aus oft nicht an. Und selbst wer als Arzt einfühlsam und vermeintlich deutlich nachfragt, stolpert leicht über eine falsch- negative Antwort.

Schmerz gehört zum Alter, ist eine Aussage, die sich fälschlicherweise in den Köpfen vieler Senioren festgesetzt hat. Und was selbstverständlich erscheint, wird von vielen Betroffenen auch nicht beklagt oder eben bagatellisiert. Wichtig ist deshalb in der geriatrischen Schmerzdiagnostik, nicht nur verbale Äußerungen zu bewerten, sondern sensibel auf mögliche Schmerzhinweise wie Bewegungseinschränkungen, Schonhaltungen, sozialer Rückzug, Depressionen oder Unruhe zu achten.

Das hat Dr. Ute Streicher beim 3. Europäischen Schmerzkongress betont. Das Gespür für nonverbale Schmerzäußerungen ist um so bedeutsamer, je mehr ein Patient kognitiv eingeschränkt ist. Umgekehrt bemisst sich auch der Erfolg einer Schmerztherapie besonders bei dementen Patienten oft weniger an direkten Aussagen zum Ausmaß der Linderung als vielmehr daran, dass die Patienten wieder mehr können, sich wieder mehr ihrer Umgebung zuwenden, wieder mehr unternehmen, besser schlafen und insgesamt zufriedener wirken.

Streicher warnte vor der irrigen Annahme, ein kognitiver Abbau gehe meist auch mit einer Abnahme des Schmerzempfindens einher und analgetische Maßnahmen verlören hier an Bedeutung. Es verdichten sich jedoch Befunde, wonach schmerzhemmende neuronale Strukturen im dementiellen Alterungsprozess früher degenerieren als schmerzvermittelnde und die Betroffenen daher im Vergleich zu Gesunden bei ähnlich intensiven Schmerzreizen eher mehr als weniger Leid verspüren. Sie können es nur nicht in Worte fassen.

Gegen Unruhe bei Demenz-Patienten gelten Neuroleptika als Mittel der Wahl. Oft steckt hinter einer solchen Unruhe aber ein unerkannter Schmerz. Deshalb lohne es häufig, primär eine individuell geeignete analgetische Behandlung zu versuchen, betonte Streicher.

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Fentanyl-Nasenspray bei akuten Schmerzspitzen

PZ / Die Firma Nycomed hat bei der europäischen Arzneimittelagentur EMEA die Zulassung für ein Fentanyl-Nasenspray beantragt. Das Opioid soll in dieser Applikationsform bei Krebspatienten mit Opiod-Grundtherapie zur Behandlung von Durchbruchschmerzen zum Einsatz kommen. Diese starken Schmerzen treten plötzlich auf, erreichen innerhalb von drei Minuten ihren Höhepunkt und klingen nach maximal 30 Minuten wieder ab. Als Nasenspray soll Fentanyl diesen Schmerzen schnell und kurz entgegen wirken.


Quelle: www.pharazeutische-zeitung-online.de

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Ärzte Zeitung, 06.10.2009
Muskelschmerzen kosten EU 240 Milliarden Euro

BRÜSSEL (eb). Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates sind für nahezu die Hälfte aller arbeitsbezogenen Fehlzeiten verantwortlich. Die Erkrankungen seien zudem für 60 Prozent der dauerhaften Arbeitsunfähigkeit in der EU ursächlich. Das hat die Initiative "Fit for Work" mitgeteilt. Durch Muskel- und Gelenkschmerzen entstünden der Gesellschaft in Europa schätzungsweise Kosten bis zu 240 Milliarden Euro.

www.fitforworkeurope.eu

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Ärzte Zeitung, 09.10.2009
Bei Fibromyalgie: aerobes Ausdauertraining

Schwimmen gehört zu den idealen Sportarten, die Patienten mit Fibromyalgie empfohlen werden.

MÜNCHEN. Bei Patienten mit Fibromyalgiesyndrom beruht der langfristige Behandlungserfolg vor allem auf nicht-medikamentösen Strategien.

Ätiologie und Pathogenese des Fibromyalgiesyndroms sind noch weitgehend unklar. Bekannt ist jedoch, dass die mit der Erkrankung einhergehenden chronischen Schmerzen durch physische und psychosoziale Stressoren (etwa Probleme im Beruf, in der Partnerschaft oder Familie) verstärkt werden können. Wichtig ist daher, Betroffene und ihre Familien über die Erkrankung aufzuklären und ihnen die oft vorherrschende Angst zu nehmen, es handele sich um eine lebensgefährliche Erkrankung. Ziel des Gesprächs sollte auch sein, den Patienten vom Stigma eines Simulanten oder Hypochonders zu befreien, so Dr. Andreas Winkelmann von der LMU München. Hohen Stellenwert in der Therapie bei Fibromyalgie-Patienten haben nicht-medikamentöse Verfahren wie aktive und passive Physiotherapie, Entspannungsübungen, Stressbewältigungstraining und kognitive Verhaltenstherapie. Bei guter Patientenadhärenz seien Medikamente meist nur befristet und manchmal auch gar nicht notwendig, so Winkelmann beim 3. Europäischen Schmerzkongress in München.

Inzwischen in mehreren Studien gesichert sei der Nutzen eines regelmäßigen aeroben Ausdauertrainings. Mit dreimal wöchentlich einer Stunde Ausdauertraining konnte eine deutliche Besserung der Symptome erzielt werden, berichtete Winkelmann. Wichtig ist, dass dieses Training dem individuellen Leistungsvermögen angepasst ist und langsam gesteigert wird. Sportliche Überforderung muss vermieden werden, da diese die Beschwerden verschlimmern kann. Deshalb sollte der Patient nach Beendigung einer Trainingseinheit das Gefühl haben, er hätte eigentlich noch mehr gekonnt.

Gewählt werden sollten möglichst gelenkschonende Ausdauersportarten, die durch "runde" Bewegungen und geringe punktuelle Kraftbelastungen charakterisiert sind. Hierzu gehören etwa Schwimmen, Aquajogging, Radfahren (in eher niedriger Übersetzung), Nordic Walking, Skilanglauf oder Ergometertraining.
Fibromyalgiesyndrom

Die Patienten berichten über chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen. Die Schmerzen sind meist mit anderen körperbezogenen Symptomen wie Druckschmerzempfindlichkeit, Steifigkeits- und Schwellungsgefühl der Hände, der Füße und des Gesichts assoziiert sowie mit Müdigkeit, Schlafstörungen, Ängstlichkeit und Depressivität.

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Individuelle Schmerztherapie rückt näher

BERLIN (mar). Durch eine neue Strategie wird es künftig möglich sein, die Schmerztherapie noch individualisierter zu gestalten. So lasse sich anhand von Gen-Ausprägungen die Wirkung von Arzneien vorhersagen, und es können Patienten identifiziert werden, die zur Schmerzchronifizierung neigen.

Zudem lasse sich die Entstehung bestimmter Schmerzsymptome vorhersagen, erläuterte Professor Ralf Baron aus Kiel bei einer Pressekonferenz zum Deutschen Schmerzkongress in Berlin. Bei der Therapie von Patienten mit chronischen Schmerzen, besonders mit neuropathischen Schmerzen, könnten künftig auch bestimmte Schmerzmuster berücksichtigt werden. Denn trotz identischer Ursache sind zum Beispiel die Ausprägung von Schmerzqualität und -intensität, Hyperalgesie oder Allodynie individuell sehr verschieden.

Aufgrund von Schmerzmustern haben Forscher erstmals eine neue Klassifikation chronischer Schmerzen herausgearbeitet, die unabhängig von der Schmerzursache ist. Folge für die Therapie wird sein, dass sich die Wahl eines Medikaments an dem Schmerzmuster eines Patienten orientiert, so Baron. Die Zuordnung der Patienten zu den Subgruppen mit verschiedenen Schmerzmustern funktioniere mit einfachen Fragebögen. Damit sei eine Entscheidung über die maßgeschneiderte Medikation in der Praxis möglich.
Quelle:www.aerztezeitung.de

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Lebensmittelhandel gibt Allergenratgeber heraus

KÖLN (eb). Einen Praxisratgeber hat der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVL) in Köln veröffentlicht. Dort wird das Thema Lebensmittelallergien und -unverträglichkeiten allgemein verständlich aufbereitet. Mit dem Ratgeber werden Verbraucher noch besser über die allergenen Zutaten der Produkte informiert.
www.lebensmittelhandel-bvl.de
Quelle:www.aerztezeitung.de

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DNP - Der Neurologe & Psychiater, 14.10.2009
Mediterran essen macht glücklicher

Eine mediterrane Ernährung mit viel Gemüse und Obst, wenig Fleisch, viel Fisch, Nüssen, Olivenöl und einem moderaten Alkoholkonsum gilt gemeinhin als kardioprotektiv und Stoffwechselerkrankungen vorbeugend. Möglicherweise verringert diese Ernährungsform auch das Depressionsrisiko.

Die mit der mediterranen Diät einhergehende Verringerung von Entzündungsprozessen, Gefäß- und Stoffwechselerkrankungen sollte auch einen Einfluss auf die Entwicklung einer Depression haben, dachten sich spanische Forscher und untersuchten die Assoziation von Ernährung und neu auftretender Depression im Rahmen einer prospektiven Kohortenstudie mit 10.094 initial gesunden Universitätsabsolventen in Navarra. Die Adhärenz zur mediterranen Ernährungsweise -auch in Spanien längst keine Selbstverständlichkeit mehr - wurde mit Hilfe eines 136 Items umfassenden Fragebogens ermittelt und in 5 Grade aufgeteilt. Eine vom Arzt diagnostiziert Depression bzw. eine Depression, die eine medikamentöse Therapie notwendig machte, entwickelten im Beobachtungszeitraum von im Median 4,4 Jahren 480 Studienteilnehmer. Dabei fanden die Autoren in Bezug auf das Depressionsrisiko einen dosisabhängigen Effekt der Adhärenz zur mediterranen Ernährungsweise: Im Vergleich zur Gruppe mit einer Ernährung, die am wenigsten der mediterranen entsprach, litten alle Teilnehmer mit einer stärkeren Adhärenz seltener an einer Depression. Wer sich sogar überwiegend mediterran ernährte, hatte ein nur etwa halb so großes Risiko, eine Depression zu entwickeln, wie diejenigen, die sich anders ernährten. Bezogen auf Einzelkomponenten der Ernährung fanden die Wissenschaftler einen inversen dosisabhängigen Zusammenhang von Depression und Konsum von Früchten, Nüssen und Gemüsen sowie dem Verhältnis von einfach zu mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Allerdings gehen sie davon aus, dass der protektive Effekt insgesamt doch eher aus dem gesamten Ernährungsverhalten resultiert und weniger einzelne Faktoren entscheidend sind. Inwieweit auch andere Einflüsse, z.B. der Umwelt oder erbliche Faktoren mit in die Studienergebnisse eingeflossen sind, bleibt offen, sodass diese Studie letztlich nicht als Beleg eines kausalen Effekts zwischen Ernährung und Depression gelten kann. Weitere prospektive Studien, die solche Einflussfaktoren mit berücksichtigen, bleiben abzuwarten. Derweil lohnt es aber allemal aus anderen Gründen, Aspekte der mediterranen Ernährung in seinen persönlichen Lebensstil zu integrieren.

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In|Fo|Neurologie & Psychiatrie, 14.10.2009
Prädiktoren für Internetsucht

Wenn die Internetnutzung von Heranwachsenden Suchtcharakter annimmt, sind häufig psychische Probleme im Spiel.

Eine aktuelle Studie identifiziert als mögliche Prädiktoren für eine im Laufe von 2 Jahren de novo entstehende Internetsucht bei männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine vorbestehende Depression, ein Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), eine Soziophobie und feindseligem Verhalten. Bei den weiblichen Teilnehmern trat eine Internetsucht vor allem auf dem Hintergrund von Feindseligkeit und ADHS auf.

Die Autoren hatten initial 2.293 Heranwachsende, davon 1.179 Jungen und 1.114 Mädchen, aus 10 Schulen in Südtaiwan untersucht. Psychische Probleme zu Beginn der Studie erfassten sie dabei mithilfe verschiedener Fragebögen, eine mögliche Internetsucht mit der "Chen Internet Addiction Scale". Dabei schieden schon eingangs etwa 10% der Schülerinnen und Schüler wegen des Verdachts einer bereits bestehenden Internetsucht aus. 6, 12 und 24 Monate nach Studienbeginn befragten die Autoren die Teilnehmer erneut mit dem suchtspezifischen Fragebogen zum Verhalten bei Internetnutzung. Jungen waren demnach doppelt so stark gefährdet wie Mädchen, eine Internetsucht zu entwickeln. Andere Prädiktoren waren eine Computernutzung von mehr als 20 Stunden pro Woche und die überwiegende Beschäftigung mit Onlinespielen. Eine ADHS erhöhte bei Mädchen das Internetsucht-Risiko auf das 2,56-fache, bei Jungen auf das 1,62-Fache. Feindseliges Verhalten führte zu einer Zunahme des Suchtrisikos um 83%, Depressionen um 56% und Soziophobie um 35%.

Die Ergebnisse zeigen, dass es wichtig ist, die zugrunde liegenden psychischen Probleme Heranwachsender, insbesondere ADHS und Feindseligkeit, aber auch Depression und Soziophobie, frühzeitig zu entdecken und zu behandeln, nicht nur um die individuelle Entwicklung zu fördern, sondern auch um die Entwicklung einer Internetsucht zu verhindern.

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Männer mit doppelt so hohem Risiko für Typ-2-Diabetes

DÜSSELDORF (eb). In der Altersgruppe der 55- bis 74-Jährigen entwickeln Männer doppelt so häufig einen Typ-2-Diabetes wie Frauen. Dies ist ein Teil der Ergebnisse der KORA Nachfolgeuntersuchung von Mitarbeitern des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) und des Helmholz Zentrums in München.

In den Jahren von 2000 bis 2003 wurde in der Region Augsburg bei einer repräsentativen Gruppe von Teilnehmern ein oraler Zuckerbelastungstest (OGTT) durchgeführt, um eine wissenschaftlich fundierte Aussage über die Anzahl von Menschen mit Diabetes zu erhalten. Die Ergebnisse der Folgeuntersuchung nach sieben Jahren liegen nun vor (Diabetic Medicine, online vorab, 30. September 2009):
# 10,5 Prozent der Teilnehmer, die bei der Basisuntersuchung gesund waren, entwickelten einen Diabetes, hierunter befanden sich doppelt so viele Männer wie Frauen.
# Von den Patienten, die zu Beginn einen Prädiabetes mit einem erhöhten Nüchternblutzucker zwischen 100 und 125 mg% und einem erhöhten 2h-Wert im OGTT (140 bis 199 mg%) aufwiesen, entwickelten etwa die Hälfte einen manifesten Diabetes.

Als auslösende Faktoren für die Diabetesentwicklung waren insbesondere ein erhöhter Bauchumfang, Adipositas und Diabetes in der Familie verantwortlich.
Quelle:www.aerztezeitung.de

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Therapietreue zahlt sich für Hypertoniker aus

FLORENZ (Rö). 39 Prozent weniger kardiovaskuläre Ereignisse in knapp fünf Jahren - so groß ist der Unterschied zwischen neu diagnostizierten Hypertonikern, die ihre Therapie einhalten und anderen, die das nicht tun.

Ergeben hat dies ein großes italienisches Register mit Daten von Hausarzt-Patienten: Bei der jetzt vorgelegten Auswertung hat Dr. Giampiero Mazzaglia aus Florenz die Daten von über 18 000 frisch diagnostizierten Hypertonikern berücksichtigt
Quelle:www.aerztezeitung.de

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Erkältungen: Rotlicht ist nicht immer sinnvoll

Freiburg (ddp). Schon die Oma wusste: Bei Erkältungen hilft Rotlicht, den Kopf wieder freizubekommen. Doch die beliebte Wärmelampe sollte bei starkem Schnupfen oder akuter Nasennebenhöhlenentzündung mit geschwollener Nasenschleimhaut lieber ausgeschaltet bleiben, empfiehlt der Freiburger Hals-Nasen-Ohrenarzt Michael Deeg, Sprecher des Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte. «Die Hitze steigert die Durchblutung der Schleimhaut und kann die Nase dadurch weiter zuschwellen lassen», erläutert er. Besser sei es in solchen Fällen, ein abschwellendes Spray zu verwenden.

Handelt es sich hingegen eher um ein chronisches Problem mit freier Nase, aber einem merklichen Druck auf den Nebenhöhlen, ist eine Bestrahlung mit Rotlicht durchaus zu empfehlen. «Wenn die Durchblutung angeregt wird, setzt sie auch lokale Prozesse in der Schleimhaut in Gang. Das bringt dann die Schleimproduktion in Schwung und stimuliert vor Ort die Körperabwehr», erklärt der Experte.

Allerdings können auch bei chronischen Nebenhöhlenentzündungen immer wieder akute bakterielle Sekundärinfektionen auftreten, die sich beispielsweise durch grünlich gefärbtes Nasensekret verraten. «Hier würde ich auch die Finger vom Rotlicht lassen und den Arzt aufsuchen. Der kann dann die Nase genauer untersuchen und mit Hilfe eines Abstrichs bestimmen, um welchen Keim es sich handelt», sagt Deeg. Dann könne ein maßgeschneidertes Antibiotikum eingesetzt werden, das die Nase schnell wieder frei mache.

netdoktor.de

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Chronische Rückenschmerzen: Erholung ist möglich

München
Gute Nachrichten für Menschen mit chronischen Rückenschmerzen: Laut einer Australischen Studie verschwinden die Beschwerden bei vielen Betroffenen innerhalb eines Jahres wieder. Bei vier von zehn Patienten, deren Schmerzen nicht auf ein ernstes Leiden zurückzuführen waren, hatten sich die Rückenschmerzen nach zwölf Monaten gebessert, berichten Luciola da Menezes Costa und Mitarbeiter vom George Institute an der Universität Sydney jetzt im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2009; 339: b3829).

In ihre Studie haben die Forscher 406 Personen aufgenommen, die wegen neu aufgetretener Rückenschmerzen ihren Hausarzt konsultiert hatten und bei denen sich die Schmerzen auch nach 90 Tagen nicht gebessert hatten. Bei keinem Teilnehmer hatten die Mediziner eine spezifische Ursache für die Schmerzen gefunden - beispielsweise Krebs, eine Infektion, eine Gelenkentzündung oder ein Knochenbruch.

Neun und zwölf Monate nach der Diagnose erkundigten sich die Wissenschaftler nach der Stärke der Rückenschmerzen, fragten nach körperlichen Einschränkungen durch die Beschwerden und wollten wissen, inwieweit der Schmerz die Arbeitsfähigkeit der Studienteilnehmer beeinträchtigt. Überraschenderweise gaben 35 Prozent der Probanden nach neun Monaten an, nicht mehr unter Rückenschmerzen zu leiden. Nach zwölf Monaten waren sogar 41 Prozent beschwerdefrei.

Für die Autoren ist dieses Ergebnis ein Grund, Patienten mit neu einsetzenden chronischen Rückenschmerzen Mut zu machen. Eine Erholung sei möglich. Die Untersuchung macht allerdings keine Aussage darüber, welche Therapie den Schmerzpatienten geholfen hatte. (nb)

(netdoktor.de)

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Massagen & Co: Heil- und Hilfsmittel oft falsch verordnet

Berlin (ddp). Heil- und Hilfsmittel werden einer aktuellen Studie zufolge oft falsch verordnet und treiben damit die Ausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung in die Höhe. Das ergab der sechste Heil- und Hilfsmittelreport der Gmünder Ersatzkasse (GEK), der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Bis zu zwei Prozent der erwachsenen Bevölkerung leide zum Beispiel unter dem kaum bekannten Fibromyalgiesyndrom, einer chronischen Schmerzerkrankung. Die Krankheit verursache Kosten in der Dimension von Diabetes-, Rheuma- oder Rückenschmerzbehandlungen. Die Therapie laufe aber häufig in die falsche Richtung. So würden oft Massagen statt aktivierender Krankengymnastik verordnet, deren medizinischer Nutzen fraglich sei.

Heil- und Hilfsmittel sind - nach den Kosten für Krankenhäuser, Arzneimittel und niedergelassene Ärzte - der viertgrößte Ausgabenblock in der gesetzlichen Krankenversicherung. Laut Studie stiegen die Ausgaben in diesem Bereich zwischen 2007 und 2008 um 5,6 Prozent.

Der Studienautor, Gerd Glaeske, vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen, kritisierte eine mangelnde Transparenz bei den Ausgaben. Es gebe starke regionale Unterschiede, die medizinisch kaum zu rechtfertigen seien.

GEK-Vorstand Rolf-Ulrich Schlenker mahnte, Ärzte verschrieben bestimmte Therapien zum Teil vorschnell. Mittlerweile bekomme jeder elfte GEK Versicherte unter zehn Jahren logopädische oder ergotherapeutische Therapien verordnet. «Offenbar werden immer früher Ärzte, Ergotherapeuten und Logopäden hinzugezogen, auch weil Eltern und Erzieher verunsichert oder überfordert reagieren», sagte Schlenker. Hier müsse genauer hingeschaut werden, um zu vermeiden, «dass wir zur Therapiegesellschaft werden».

netdoktor.de

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Patienten unterschätzen Risiken von Nasensprays

HAMBURG (dpa). Viele Menschen unterschätzen nach einer repräsentativen Umfrage das Risiko von Nasensprays. Insgesamt 40 Prozent der Befragten gingen davon aus, abschwellende Sprays bis zu zwei Wochen oder länger ohne gesundheitliche Gefährdung benutzen zu können, teilte die Techniker Krankenkasse (TK) am Freitag in Hamburg mit.

Vier Prozent gingen davon aus, solche Produkte zeitlich unbegrenzt einnehmen zu können. "Dabei führen abschwellende Nasensprays schon nach nur ein bis zwei Wochen zu einer Gewöhnung. Die Sprays können zu einer Nasenspray-Abhängigkeit führen", sagte TK-Apothekerin Ursula Battmer. Forsa hatte 1000 Menschen befragt.

Nach Schätzungen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen gibt es 100 000 Nasenspray-Süchtige in Deutschland.
Quelle:www.aerztezeitung.de

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H1N1: Ministerium schaltet Internetangebot frei

Gemeinsames Angebot zur neuen Grippe von BMG, Robert-Koch-Institut, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und Paul-Ehrlich-Institut.

BERLIN (eb). Rechtzeitig vor dem Start der Impfungen, den die Länder für den 26. Oktober 2009 planen, hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) sein Informationsangebot überarbeitet. Eine neue Internetplattform biete solide und faktenbasierte Infos rund um die Neue Grippe, den Impfstoff und die Impfung, teilt das BMG mit. Themen sind etwa Ansteckung, Symptome und Verhaltensempfehlungen, Wichtiges für Ärzte sowie Infos und Ansprechpartner in den einzelnen Bundesländern zum Impfen gegen die Schweinegrippe. Die Seite bietet dem Nutzer übersichtliches Basiswissen und Links und Hotlines der zuständigen Stellen für vertiefte Informationen.

Der Bund habe seine Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor der Neuen Grippe getroffen, so das BMG. Es liege ein wirksamer und sicherer Impfstoff vor und die Experten der ständigen Impfkommission haben ihre Empfehlungen zur Impfung vorgelegt. Nun seien die Länder in der Verantwortung für die Durchführung der Impfungen vor Ort. Spezielle Fragen zum Impfablauf könne nur das jeweilige Bundesland beantworten. Dazu steht eine Liste mit Länder-Hotlines auf der neuen Internetseite.
www.neuegrippe.bund.de
Quelle:www.aerztezeitung.de

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NSAR: Unterer Gastrointestinaltrakt rückt in den Fokus

Von Wiebke Kathmann

Unerwünschte NSAR-Wirkungen im Dünndarm sind häufiger als gedacht und bedrohlicher als weiter oben.

KÖLN. Dass selektive COX2-Hemmer das Risiko für Ereignisse im oberen Gastrointestinaltrakt im Vergleich zu klassischen NSAR senken können, ist hinlänglich belegt. Aber auch in tieferen Darmbereichen drohen Gefahren.

Wie die Diskussionen der vergangenen Jahre um unerwünschte gastrointestinale Wirkungen der NSAR-Therapie gezeigt haben, hinterlässt diese Form der Therapie bei entzündlich rheumatischen Erkrankungen Spuren am Darm. Bisher wurden eher die Läsionen am oberen Gastrointestinaltrakt thematisiert. Seit es die Kapselendoskopie und Doppel-Ballon-Enteroskopie gibt, rücken die Folgen der NSAR-Therapie im Dünndarm und Kolon in den Fokus.

Sie sind häufiger als gedacht und bedrohlicher als die im oberen Gas-trointestinaltrakt, wie Professor Markus Gaubitz aus Münster bei einem von Pfizer unterstützten Symposiums beim Rheuma-Kongress in Köln betont hat. Es handelt sich vor allem um Läsionen, aber auch Membranbildungen. Coxibe scheinen hier, wie schon im oberen Gastrointestinaltrakt, Vorteile zu haben, zumal Protonenpumpenhemmer hier keinen Schutz bieten.

Wie ausgeprägt sie sind, wird die CONDOR*-Studie schon bald beantworten. In der randomisierten, doppelblinden Studie haben über 4400 Patienten mit hohem gastrointestinalem Risiko über sechs Monate entweder zweimal täglich 200 mg Celecoxib (Celebrex®) oder zweimal täglich 75 mg Diclofenac plus 20 mg Omeprazol erhalten. Studienendpunkt war das Auftreten mehrerer signifikanter Ereignisse im oberen und unteren Gastrointestinaltrakt, die unter dem Akronym CSULIGE (Clinically Signifikant Upper and Lower Gastrointestinal Events) zusammengefasst werden. Mit den Ergebnissen wird in den nächsten Wochen gerechnet.

*CONDOR: Celecoxib vs Omeprazole aNd Diclofenac for at-risk OA- and RA-patients
Quelle:www.aerztezeitung.de

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Gegen Migräne lohnt sich Kombitherapie

Ist das erste Triptan nicht wirksam, empfiehlt sich ein Versuch mit einem anderen Wirkstoff. Lohnend ist auch, dem Triptan Paracetamol hinzuzufügen. Dadurch steigt die Ansprechrate auf 90 Prozent, wie eine Studie ergeben hat.

Von Reimund Freye

NÜRNBERG. "Nicht jeder Migränekopfschmerz ist pulsierend und frontal betont", gab Dr. Charly Gaul vom Westdeutschen Kopfschmerzzentrum in Essen beim Neurologenkongress in Nürnberg zu bedenken. Der Kopfschmerzexperte empfahl, bei der Therapie von Kopfschmerz-Patienten immer auch nach vegetativen Symptomen wie Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit zu fragen, auch wenn diese zuweilen nur gering ausgeprägt sind.

Wird dem Patienten erstmals ein Triptan verordnet, so ist durchaus damit zu rechnen, dass die ausgewählte Substanz nicht wirksam ist. Denn lediglich 30 Prozent der Patienten sprächen auf das erste Triptan an, so der Neurologe bei dem von MSD unterstützten Symposium. Bei solchen Patienten lohne es sich, andere Triptane auszuprobieren. Denn nach Versuchen mit anderen Substanzen dieser Klasse steige die Ansprechrate auf über 80 Prozent. Außerdem sollten Kollegen ihre Patienten darüber informieren, dass selbst bei einem Ansprechen auf ein bestimmtes Triptan nicht jede Einnahme wirkt. Gaul: "So muss bei einer von drei Tabletten mit keiner oder nur geringer Wirkung gerechnet werden."

Lohnend sei auch eine Kombinationstherapie, etwa mit einem Triptan plus Paracetamol. Deren Wirksamkeit konnte in einer Placebo-kontrollierten Multicenterstudie zum Beispiel mit Rizatriptan (10 mg; Maxalt®) und Paracetamol (1000 mg) belegt werden (Headache 48, 2008, 921). Zu einer deutlichen Schmerzreduktion nach zwei Stunden war es bei 90 Prozent der mit der Kombinationstherapie, bei 77 Prozent der mit Rizatriptan, bei 70 Prozent der mit Paracetamol und bei 46 Prozent der mit Placebo Behandelten gekommen. Auch beim Parameter "schmerzfrei nach zwei Stunden" schnitten die Kombitherapie mit 54 Prozent und die Rizatriptan-Mono-therapie mit 40 Prozent am besten ab (Paracetamol: 25 Prozent; Placebo: 15 Prozent).

Als einen verbreiteten Fehler bei der Triptan-Einnahme nannte Gaul die vorsichtige Dosierung, die oftmals auch von Patienten eigenmächtig vorgenommen wird. "Triptane eignen sich nicht zur Stufentherapie. Sie müssen frühzeitig und in hoher Dosis eingenommen werden", so Gaul.

Berichten Patienten, dass die Therapie nicht mehr wirksam ist, lohne es sich, die Diagnose zu überprüfen. Denn es sei auch mit einem Wechsel der Kopfschmerzart zu rechnen, betonte der Experte.

"So steht in der Kartei vielleicht noch die Diagnose Migräne; diese ist aber schon zehn Jahre alt und muss daher überprüft werden." Tipp zur Differenzialdiagnose: Nimmt der Kopfschmerz bei körperlicher Aktivität zu, so spricht dies für eine Migräne im Unterschied zum Spannungskopfschmerz.
Quelle:www.aerztezeitung.de

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Mit transdermalem Buprenorphin gegen Mixed Pain

BERLIN (stü). Die kontinuierliche Analgesie mit Buprenorphin als 7-Tage-Pflaster (Norspan®) bewährt sich auch bei Patienten mit Mixed Pain. Dr. Ulf Schutter aus Marl berichtete beim Deutschen Schmerzkongress von einer Studie bei 270 Patienten, die an chronischen Rückenschmerzen mit nozizeptiven und neuropathischen Anteilen litten. Schmerzursachen waren u. a. Bandscheiben- und Nervenwurzelschädigungen, Spondylolisthesis oder Arthrose. Die Hälfte der Patienten hatte bereits zuvor Opioide erhalten.

Mit dem Buprenorphin-Pflaster sank die mittlere Schmerzintensität innerhalb von acht Wochen von 7,7 auf 5,3 auf der Numerischen Skala (von 0 bis 10). Dabei benötigen 74 Prozent das hoch dosierte Pflaster (20 µg / h Buprenorphin), so Schutter bei einer Veranstaltung von Grünen-thal. Schutter betonte die gute Verträglichkeit der Substanz. Sie sei auch bei Patienten mit Niereninsuffizienz anwendbar, was besonders bei älteren Patienten von Vorteil ist.
Quelle:www.aerztezeitung.de

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Analgesie rund um die Uhr verbessert auch den Schlaf

BERLIN (stü). Mit Hydromorphon in der OROS®-Galenik (Jurnista®) wird eine anhaltende Analgesie rund um die Uhr erzielt. Und auch die Schlafqualität bessert sich. Das hat eine Studie bei 140 Patienten mit mittelschweren bis schweren Arthroseschmerzen ergeben, die Professor Stefan Grond aus Detmold beim Deutschen Schmerzkongress vorgestellt hat. Verglichen wurde die Wirksamkeit des Hydromorphon-Präparats (einmal täglich) mit der von retardiertem Oxycodon (2 x täglich).

Nach sechs Wochen war der Schmerzlinderungs-Score (von 0 = keine bis 4 = vollständige Linderung) in beiden Gruppen im Mittel auf 2,3 gesunken. "Signifikante Unterschiede gab es aber bei der Verbesserung der Schlafqualität", so Grond. Diese wurde mit dem MOS-Schlafindex I (MOS = medical outcome study) ermittelt. Im Oxycodon-Arm besserte sich der Schlaf um 4 bis 5 Punkte, in der Hydromorphon-Gruppe um 12 bis 13 Punkte, so Grond bei der Veranstaltung von Janssen-Cilag.

Dr. Johannes Horlemann aus Kevelaer betonte, dass ein erholsamer Schlaf besonders bei chronischen Schmerzen wichtig sei: "Schläft der Patient schlecht, verschlimmert sich das Schmerzgeschehen und ein Circulus vitiosus resultiert." Wenn die Compliance stimme, könne eine lückenlose Schmerzkontrolle mit erholsamem Schlaf erreicht werden.
Quelle:www.aerztezeitung.de

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Oxycodon / Naloxon-Fixkombi lindert neuropathische Schmerzen

Von Dagmar Jäger-Becker

Bei Krebskranken mit neuropathischen Schmerzen ist die Kombination Oxycodon / Naloxon gut analgetisch wirksam. Die Darmfunktion wird dabei nicht beeinträchtigt.

BERLIN. Tumor- und Tumortherapie-assoziierte Schmerzen haben häufig eine starke neuropathische Komponente. Daran hat Dr. Uwe Junker vom Sana-Klinikum Remscheid beim Deutschen Schmerzkongress erinnert. Da neuropathische Schmerzen Opioid-sensitiv sind, ist die Fixkombination aus retardiertem Oxycodon und retardiertem Naloxon (Targin®) eine wirksame und gut verträgliche Therapieoption.

Die guten Erfahrungen mit dem Präparat bei neuropathischen Tumor- und Tumortherapie-assoziierten Schmerzen machte Junker bei einer von Mundipharma ausgerichteten Veranstaltung unter anderem am Beispiel einer 82-jährigen Patientin mit Kolonkarzinom deutlich: Die Krebskranke entwickelte nach einer Chemotherapie eine Zosterneuralgie. Sie hatte vor allem nachts starke Schmerzen, die sie mit 8 Punkten auf der Numerischen Ratingskala (NRS, 0 = keine Schmerzen, 10 = stärkste vorstellbare Schmerzen) beschreibt. Die vorherrschenden Symptome waren brennende und elektrisierende Schmerzen im Nacken, die in den rechten Arm ausstrahlen, und Schlaflosigkeit.

Stationär stellte Junker sie wegen der hohen Schmerzintensität mit dominierender neuropathischer Komponente und der Neigung zu medikamentös bedingter Beeinträchtigung der Darmfunktion auf Oxycodon / Naloxon ein. Morgens erhält die Patientin 20 mg / 10 mg, abends die hohe Wirkstärke 40 mg / 20 mg der Fixkombination. Zudem bekommt sie ein Lidocain-Pflaster (5 Prozent), ein Antikonvulsivum (zweimal täglich) und ein Virostatikum.

Innerhalb von zehn Tagen Therapie nahm die Schmerzstärke deutlich ab (auf NRS 2), und die Patientin kann ohne Schlafstörungen und mit normaler Darmfunktion entlassen werden.

Vorteilhaft an dem Opioidpräparat sei die hohe Affinität von Oxycodon zu den Kappa-Opioidrezeptoren, die bei neuropathischen Schmerzen hochreguliert sind. Vorteil des Opioidantagonisten Naloxon sei, dass er die normale Darmfunktion erhält und das Obstipationsrisiko vermindert, begründete Junker seine Therapieentscheidung.
Quelle:www.aerztezeitung.de

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Sport-Videospiele ersetzen kein Training

Münster – Sport-Videospiele verheißen Fitness auf die spielerische Art. Aber hält die Werbung auch, was sie verspricht? Ein Forscherteam um den Sportmediziner Klaus Völker von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ist dieser Frage nachgegangen. Ihr Fazit lautet: „Virtueller Sport ist allenfalls Bewegung und kann echten auf keinen Fall ersetzen.“

Rund 40 Sportstudenten zwischen 21 und 29 Jahren nahmen an dem Versuch teil, davon je die Hälfte Männer und Frauen. Alle hatten bislang keinerlei Erfahrungen mit Videospielkonsolen. Die Wissenschaftler ließen sie nun im Boxen, im Tennis und im Vierkampf gegen ihre Spielpartner antreten und maßen dabei verschiedene Belastungsindikatoren wie die Herzfrequenz und den Laktatwert. Diese verglichen sie anschließend mit Durchschnittswerten.

Die Auswertung stimmte mit den Selbsteinschätzungen der Probanden überein: Der virtuelle Sport war nicht annähernd mit der Belastung der echten Sportarten vergleichbar. Lediglich mit dem Boxen konnten Werte erzielt werden, die langfristig tatsächlich zu einer kleinen Verbesserung der körperlichen Fitness führen könnten.

Zwei Faktoren beeinflussten das schlechte Abschneiden der virtuellen Sportarten nach Angaben der Forscher maßgeblich: Die Trainingseinheiten dauern jeweils nur eine Viertelstunde. Die eigentliche Spieldauer war jedoch noch weitaus geringer: Beim Boxen, das alles in allem noch am besten abgeschnitten hatte, mussten sich die Teilnehmer im Schnitt nur rund neun Minuten tatsächlich bewegen, beim Vierkampf sogar nur vier Minuten und 49 Sekunden.

Darüber hinaus reagieren die Sensoren, welche die Kandidaten beim Spielen in der Hand halten, schon auf kleinste Bewegungen. Das hatte jedoch fatale Folgen für die Trainingsdisziplin, wie die Forscher berichten: Sobald die Spieler registrierten, dass sie auch mit sparsameren Bewegungen zum Ziel kamen, reduzierten sie diese auf ein Minimum. Fazit: Spielen an Konsolen macht Spaß, aber nicht fit.
Quelle:www.aerzteblatt.de

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Wir wünschen allen Geburtstagskindern im Monat November alles Gute,
Gesundheit und Glück für das neue Lebensjahr.

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