Newsletter vom 23.11.2009, 14:43:50

Betreff: Newsletter November



2. Vivantes Wirbelsäulenkongress 2009: Verletzungen der Wirbelsäule

Im Rahmen des 2. Vivantes Wirbelsäulenkongresses 2009 gibt es eine kostenfreie Veranstaltung speziell für Besucher und Patienten:
Interaktiver Workshop 2: Forum für Ärzte und Patienten "Verletzungen der Wirbelsäule im höheren Lebensalter"
Zeit: 27.11.2009, 10.00-10.55 Uhr
Ort: Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstraße 58/59, 10117 Berlin
Kongress-Homepage: http://www.wirbelsaeulenkongress-vivantes.de/
In dem Workshop für Patienten hält Professor Dr. mult. Jürgen Harms aus Karlsbad-Langensteinbach ein Übersichtsreferat über die zunehmende Bedeutung der Wirbelsäulenverletzungen im höheren Alter. Die Anzahl der betroffenen Patienten hat sich im letzten Jahrzehnt verdoppelt. Eine besondere Gefährdung ergibt sich – neben den Unfallfolgen an sich – durch die Tatsache, dass ab dem 65. Lebensjahr zunehmend auch Begleiterkrankungen mit verlaufsbestimmend werden (Osteoporose, Diabetes, Bluthochdruck, etc.).
Professor Dr. Harms ist einer der renommiertesten orthopädischen Wirbelsäulenchirurgen Deutschlands. Er hat viele namhafte Sportler und andere bekannte Persönlichkeiten operiert und ist daher aus den Medien bekannt. Berliner Bürger haben die Möglichkeit, aus erster Hand von einem hochklassigen Experten informiert zu werden und ihm in der anschließenden, moderierten Diskussion Rückfragen zu stellen.
Unter der Moderation von Herrn Privatdozenten Dr. Andreas Jödicke, Direktor der Klinik für Neurochirurgie, Vivantes Klinikum Neukölln, Berlin, ist der Vortrag von Prof. Harms wie folgt geplant:
10.00 – 10.40 Uhr: Verletzungen der Wirbelsäule im höheren Lebensalter
10.40 – 10.55 Uhr: Fragen und Diskussion
Zusätzliche Information
Bitte beachten Sie, dass nach Abschluss dieses Forums – um 11.00 Uhr – eine Industrieausstellung beginnt, und dass Besucher- und Patienten im Rahmen des 2. Wirbelsäulenkongresses Vivantes Berlin ausschließlich am an dem vorgenannten Workshop, nicht aber an der Industrie-Ausstellung teilnehmen können. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Kontakt
Kongresssekretariat
Dorothea Jäkel, BA
Pflege- und Betreuungsmanagement
Telefon: 0151-11341615
E-Mail: dorothea.jaekel@vivantes.de
Kongress-Homepage: http://www.wirbelsaeulenkongress-vivantes.de/

Weitere Informationen
Kongresspräsident: Prof. Dr. Dag Moskopp, Direktor der Klinik für Neurochirurgie, Vivantes Klinikum im Friedrichshain, Berlin (für Fragen: 0151-52 62 90 60)

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Wann braucht man eine Zweitmeinung für die Arzneimittelverordnung?

Im Dezember 2008 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Regelungen der Arzneimittelverordnung in der vertragsärztlichen Versorgung in neuer Form beschlossen. Ein Überblick über die zahlreichen gesetzlichen Änderungen der vergangenen Jahre zu gewinnen ist schwierig geworden. Die Neufassung der Arzneimittel-Richtlinien soll dem Vertragsarzt als ein übersichtlich aufgebautes Instrument zur Verfügung stehen, das alle erforderlichen Informationen für die Arzneimittelversorgung zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) enthält.

Wichtig ist, dass neben den Krankenkassen auch die Vertragsärzte die Versicherten über ihre Leistungsansprüche und die sich aus diesen Richtlinien ergebenden Einschränkungen der Leistungspflicht bei der Versorgung mit Arzneimitteln aufzuklären haben.

Neu für viele Vertragsärzte ist in dieser Fassung u. a. auch der Passus, der für die Verordnung "besonderer Arzneimittel" eine Zweitmeinung vorschreibt. Vor der Verordnung bestimmter Präparate für die Behandlung von schweren Erkrankungen mit hohen Therapiekosten zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) soll künftig von dem behandelnden Arzt eine zweite Meinung eines weiteren, hierfür besonders qualifizierten Arztes eingeholt werden. Dieser Passus wurde bislang noch nicht umgesetzt und ist erst jetzt wirksam geworden, nachdem eine genügend große Anzahl von Ärzten die erforderlichen Qualifikationen erworben bzw. nachgewiesen hatten. So sollten Versorgungsengpässe vermieden werden.

Das bedeutet in der Praxis, dass vor Behandlungsbeginn eine Abstimmung zwischen dem behandelnden Arzt und einem Arzt für besondere Arzneimitteltherapie stattgefunden haben muss, nachdem sich der Patient zuvor mit dem Verfahren einverstanden erklärt hat. Für diese Abstimmung sind in der Regel höchstens zehn Werktage vorgesehen.

Der aktuell beschlossene neue Abschnitt der Arzneimittel-Richtlinie führt zunächst sechs Wirkstoffe auf, die künftig nur noch nach dem Vorliegen einer qualifizierten Zweitmeinung verordnet werden können: Es sind die bei verschiedenen Formen der pulmonal arteriellen Hypertonie (PAH) eingesetzten Substanzen Ambrisentan, Bosentan, Iloprost zur Inhalation, Sildenafil, Sitaxentan und Treprostinil.

Erweitert werden soll diese Richtlinie auch für Arzneimittel zur Behandlung des metastasierten und / oder fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms (Bevacizumab, Sorafenib, Sunitinib und Temsirolismus) sowie bei vorbehandeltem, metastasierten Kolorektalkarzinoms (Bevacizumab, Cetuximab und Panitumumab). Hier wurde im September das Stellungnahmeverfahren eingeleitet.
Quelle:www.medizin-online.de

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Ärzte Zeitung, 21.10.2009
Spezialprothese für die Schulter

Bei Schulterarthrosen mit ausgeprägtem Rotatorenmanschettendefekt ist der Einsatz einer inversen Endoprothese indiziert.
Hochgradige Arthrose des rechten Schultergelenkes bei defekter Rotatorenmanschette.

REGENSBURG (eb). Die hochgradige Beweglichkeit der Schulter wird durch das komplexe Zusammenspiel von Knochen und Weichteilen (Kapsel, Muskeln, Sehnen) ermöglicht. Verschleißerkrankungen der Schulter (Omarthrosen) sind zwar seltener als an den Hauptgelenken der unteren Extremitäten (Hüfte und Knie), betreffen dann aber nicht nur die knöchernen Gelenkpartner, sondern gehen häufig auch mit Defekten der Rotatorenmanschette einher.

Letztere ist maßgeblich für die aktive Schulterbeweglichkeit verantwortlich, kann aber mitunter bei ausgeprägten Zerstörungen nicht mehr rekonstruiert werden. Ein Röntgenbild oder eine Kernspintomografie der Schulter erlauben dabei eine gute Einschätzung von Art und Ausmaß der geschädigten Strukturen.

Konservative Therapiemöglichkeiten umfassen intensive physiotherapeutische Übungen zum Beweglichkeitserhalt und zur Kräftigung der verbliebenen Muskelgruppen an der Schulter, begleitet von Bewegungsbädern, Wärme- oder Kälteanwendungen und Elektrotherapie. Die kontinuierliche Einnahme eines Schmerzmittels oder eines NSAR ist sinnvoll. Zusätzlich kann eine Kortison-Injektion in die Bursa unter dem Schulterdach oder in den Gelenkraum selbst eine deutliche Schmerzreduktion erzielen.

Reicht diese Therapie nicht aus, ist die Versorgung mit einem künstlichen Schultergelenk angezeigt. Da eine Standard-Schulterendoprothese das Problem einer fehlenden Rotatorenmanschette biomechanisch nicht befriedigend lösen kann, muss in derartigen, desolaten Fällen eine inverse Schulterendoprothese implantiert werden. Hierbei sind der konvexe und konkave Gelenkpartner quasi vertauscht. Es resultiert daraus eine verbesserte Vorspannung und Hebelwirkung für den verbleibenden Schulterkappenmuskel (Delta-Muskel), sodass funktionelle Defizite der fehlenden Rotatorenmanschette teilweise ausgeglichen werden können.

Das Nachbehandlungskonzept umfasst außer einer fünfwöchigen Ruhigstellung in einem Schlingenverband eine Physiotherapie von drei bis vier Monaten mit zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche. Eine Anschlussheilbehandlung kann stationär oder ganztägig ambulant erfolgen. Ein programmiertes Training in Eigenregie, welches nach Anleitung vom Patienten täglich eigenständig umgesetzt werden kann, ergänzt die Nachbehandlung. Eine inverse Schulterprothese vereint für diese speziellen Fälle mit ausgeprägter Gelenk- und Muskelzerstörung an der Schulter die gute Schmerzreduktion mit einem Funktionszugewinn.

Nachdruck aus dem Jahresbericht 2008 der Orthopädischen Klinik der Universität Regensburg

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Ärzte geben Beratung in Apotheken mäßige Noten

Wenn Patienten zur Selbstmedikation greifen, knirscht es bei der Abstimmung von Ärzten und Apothekern mitunter. Niedergelassene Ärzte halten den Apotheken Defizite bei der Beratung ihrer Kunden vor.

Das zeigt eine nicht-repräsentative Umfrage der "Ärzte Zeitung", an der fast 700 niedergelassene Ärzte teilgenommen haben. Hintergrund der Umfrage war, dass in jüngster Zeit potente Wirkstoffe, die vormals verschreibungspflichtig waren, in bestimmten Wirkstärken als OTC für Patienten frei in der Apotheke verfügbar sind. Das gilt beispielsweise für Omeprazol und Pantoprazol. Für Patienten mit Migräne darf seit August Almotriptan in einer Gesamtmenge von 25 mg je Packung rezeptfrei angeboten werden - ist aber noch nicht im Handel erhältlich.

Lediglich 12,5 Prozent der antwortenden Ärzte sehen diese Entwicklung positiv und urteilen: "Die Beratung in der Apotheke nimmt mir Arbeit ab". Dagegen äußern über 68 Prozent der Umfrageteilnehmer Skepsis, "weil eine medizinisch-therapeutische Beratung dem Arzt vorbehalten bleiben muss". Dass immer mehr potente Wirkstoffe im Sichtverkauf verfügbar sind, ist für rund 35 Prozent der Ärzte ein Grund, für eine stärkere Kooperation von Apothekern und Ärzten zu plädieren.

Dabei richtet sich die Kritik der Niedergelassenen nicht unbedingt gegen Apotheker. Nur müsse eine Instanz die Selbstmedikation der Patienten überwachen. "Ich halte den Überblick des Arztes über die eingenommenen Medikamente für sehr wichtig", sagt etwa Christof Brack-Meinl, Praktischer Arzt aus Trautskirchen. Dr. Olaf Krause, Praktischer Arzt in Roßleben/Unstrut, kann nur Gutes von der Kooperation mit Apothekern berichten, votiert dennoch dafür, dass die medizinisch-therapeutische Beratung dem Arzt vorbehalten bleibt.

Kritischer zeigt sich der Internist Heinz Koschine aus München. Er führt an, die Beratung durch den Apotheker werde "häufig durch Wechselwirkungsprogramme aus dem Computer geführt und geht nicht auf den individuellen Patienten ein". Der Allgemeinarzt Gerd Ludwig aus München hebt hervor, eine Beratung "unter der Bedingung der Schweigepflicht im Apothekenverkaufsraum" sei gar nicht möglich.

Dezidiert im Urteil ist der Internist Dr. Hans Georg Wesemann aus Eggenfelden, der befindet, der Apotheker sei "in erster Linie Kaufmann". Salomonisch im Urteil zeigt sich demgegenüber der Allgemeinarzt Dr. Frank Lose aus Berlin: Er beurteilt die Beratung durch den Apotheker positiv - "so lange er nicht meine Arbeit erschwert".
Quelle.www.aerztezeitung.de

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Rheuma ist im November Schwerpunkt in Medizinsendung im Deutschlandradio

KÖLN (eb). Schwerpunkt der wöchentlichen Medizinsendung "Sprechstunde" des Deutschlandradios im November sind rheumatische Krankheiten. Die Sendungen zu Rhema laufen im "Journal am Vormittag" dienstags zwischen 10.10 und 11.30 Uhr.

In insgesamt vier Sendungen werden die wesentlichen Facetten von Diagnostik und Therapie aufgezeigt; besonderer Wert wird auf dem aktuellen Stand der medizinischen Forschung gelegt. Zwei der Sendungen werden live aus rheumatischen Zentrumseinrichtungen gesendet.

Interessierte haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen: telefonisch unter der gebührenfreien Service-Nummer 00800 - 44 64 44 64; per Fax unter 00800 - 44 64 44 65 oder per E-Mail: sprechstunde@dradio.de. Soweit möglich werden die Fragen in der Live-Sendung angesprochen und beantwortet.

Außerdem wird zu den Live-Sendungen vor Ort ein Expertentelefon eingerichtet. Experten beraten Anrufer auch noch nach der Sendung. Die Telefonnummer wird in der jeweiligen Sendung bekannt gegeben.

Journal am Vormittag: Sprechstunde vor Ort, jeweils 10:10 Uhr bis 11:30 Uhr:
# 3. November: Reha bei Rheuma; live aus der Reha-Klinik Bad Eilsen
# 10. November: Immunsystem und rheumatische Entzündung - Neue Medikamente revolutionieren die Rheuma-Therapie
# 17. November: Fibromyalgie und Weichteilrheuma
# 24. November: Scharfe Klingen gegen Rheuma, live aus dem Klinikum Bad Bramstedt
www.dradio.de
Quelle:www.aerztezeitung.de


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Mit Tapentadol gegen gemischten und neuropathischen Schmerz

Bei der Behandlung von Schmerzpatienten mit Tapentadol tragen zwei Wirkprinzipien zur Analgesie bei.

BERLIN (djb). Das zentral wirksame Tapentadol kombiniert µ-Opioid- Rezeptor-Agonismus (MOR) und Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hem- mung (NRI) in einem Molekül. Mit diesem dualen Wirkmechanismus könne das Medikament, für das die Zulassung beantragt ist, eine viel versprechende Option für Patienten mit Mixed-Pain-Syndromen sein, sagte Professor Ralf Baron beim Deutschen Schmerzkongress in Berlin.

Chronische Schmerzen sind häufig durch eine Kombination nozizeptiver und neuropathischer Schmerzanteile gekennzeichnet. Ein Beispiel für ein solches Mixed-Pain-Syndrom sei chronischer Rückenschmerz, so der Neurologe vom Uniklinikum Kiel bei einer Veranstaltung von Grünenthal. Mehr als ein Drittel der Betroffenen habe neuen Analysen zufolge eine neuropathische Schmerzkomponente. Diese sei vermutlich auf eine mechanische Kompression und die Invasion von Makrophagen zurückzuführen. "Tapentadol ist für Mixed-Pain-Patienten eine echte Innovation, weil Noradrenalin bei der Chronifizierung neuropathischer Schmerzen von wesentlicher Bedeutung ist", sagte Baron.

Klinische Phase-III-Studien haben die Wirksamkeit von Tapentadol PR (retardierte Formulierung) bei chronischen Schmerzen mit neuropathischer Komponente sowie bei neuropathischen Schmerzen belegt.

In einer zwölfwöchigen, doppelblinden Studie mit 981 Patienten mit chronischem lumbalem Rückenschmerz linderte Tapentadol PR (100 bis 250 mg / Tag) die Schmerzen ebenso gut wie Oxycodon CR (20 bis 50 mg / Tag) und signifikant besser als Placebo. Bei Tapentadol gab es deutlich weniger gastrointestinale und ZNS-Nebenwirkungen als mit Oxycodon. Therapieabbrüche seien um 71 Prozent seltener gewesen, hob Baron hervor. In einer Studie mit Patienten mit schmerzhafter peripherer diabetischer Polyneuropathie war Tapentadol PR signifikant besser wirksam als Placebo.

Während einer dreiwöchigen, offenen, einarmigen Aufdosierungsphase wurde zunächst die Tapentadol-Dosis zur guten Schmerzlinderung optimiert. Dann erhielten 389 Responder für zwölf Wochen Tapentadol oder Placebo. Die mittlere Schmerzintensität ging in der Verumgruppe im Vergleich zu Placebo signifikant zurück. Die mit Tapentadol erzielte Schmerzlinderung hielt an oder verbesserte sich weiter. Dagegen nahmen die Schmerzen in der Placebogruppe wieder zu. In der Doppelblindphase traten bei 29 Prozent der Tapentadol-Behandelten gastrointestinale Wirkungen auf (in der Placebogrupp bei 14 Prozent).
Quelle:www.aerztezeitung.de

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Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz

MÜNCHEN (eb). Der Deutsche Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz (DFNS) hat sich eine weitere dreijährige Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gesichert. Mit dieser Anschlussförderung festige das deutschlandweite Netz seine Vorreiterrolle in der Erforschung neuropathischer Schmerzen, teilt das DFNS mit.

www.neuropathischer-schmerz.de
Quelle:www.aerztezeitung.de

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Kaffee tut der Leber gut

ROCKVILLE (mut). Wer viel Kaffee trinkt, bekommt seltener Lebererkrankungen - darauf deuten inzwischen einige Studien. Doch auch wer schon eine Lebererkrankung hat, profitiert noch vom einen oder anderen Tässchen Kaffee.

In einer Studie mit 766 Hepatitis-C-Kranken, die auf Standardtherapien nicht ansprachen, kam es bei Kaffeetrinkern viel seltener zur Progression der Erkrankung, definiert als hepatozelluläres Karzinom, zunehmende Fibrosierung oder Tod durch Leberschäden. Bei Kaffeetrinkern mit täglich drei Tassen des Getränks war die Rate für solche Ereignisse halb so hoch wie bei Abstinenzlern (Hepatology online).
Quelle:www.aerztezeitung.de

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Urteil: Kasse muss nicht für Gesprächspsychotherapie zahlen

KASSEL (dpa). Für die Gesprächspsychotherapie müssen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland auch weiter nicht zahlen. Das Bundessozialgericht in Kassel lehnte am Mittwoch in letzter Instanz den Vorstoß von zwei Ärzten ab, die ihre Form der Behandlung neben der Psychoanalyse, Tiefenpsychologie und Verhaltenstherapie gleichberechtigt sehen wollten.

Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses aus Kassen und Ärzten, diese Therapie nicht anzuerkennen, verletzt aber die Rechte der Therapeuten nicht, urteilten die Richter. Die Gesprächspsychotherapie ist umstritten, weil sie Kräfte im Körper zu einer geistigen Selbstheilung voraussetzt.
Quelle:www.aerztezeitung.de

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Rückenmark: Verletzungen auch ein Jahr später noch behandelbar

Cambridge (ddp). Auch 15 Monate nach einer Verletzung des Rückenmarks können die durchtrennten Nervenverbindungen zum Wachstum angeregt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings eine Kombination drei verschiedener Behandlungsansätze, haben Forscher jetzt an Ratten mit Verletzungen im Nackenbereich gezeigt. Nur durch diese Kombination lassen sich nämlich die verletzten Nervenzellen dazu bringen, ihr Regenerationsprogramm wieder anzuschalten, während ihnen gleichzeitig eine Art Gerüst und ein Wachstumsfaktor dabei helfen, in die richtige Richtung zu wachsen. Fehlt auch nur einer dieser Faktoren, findet keine Regeneration statt, schreiben die Wissenschaftler um Mark Tuszynski von der Universität von Kalifornien in San Diego im Fachmagazin «Neuron» (doi: 10.1016/j.neuron.2009.09.016)
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Bei einer Verletzung des Rückenmarks werden die Verbindungen zwischen den Nervensträngen durchtrennt, die meist auch spontan nicht mehr zusammenwachsen. Verantwortlich dafür sind nach aktuellem Kenntnisstand verschiedene Faktoren. So bleiben die Gene in den geschädigten Nervenzellen, die eine Regeneration vorantreiben könnten, in einem Ruhezustand. Parallel arbeiten gleich mehrere Effekte der Vereinigung von außen entgegen: Es bilden sich Narben, das umliegende Gewebe produziert Hemmstoffe und es fehlt eine Verbindung, die das verletzte Gebiet überbrückt und an der sich die wachsenden Nerven entlangbewegen könnten.

Je länger ein solcher Zustand andauert, desto schwieriger wird es, diese Hindernisse zu überwinden - nicht zuletzt auch deswegen, weil sich die verletzten Nervenfasern mit der Zeit zurückbilden. Aus diesem Grund galt bislang die These, dass eine Behandlung einer Rückenmarksverletzung, wenn überhaupt, nur kurz nach dem Unfall erfolgversprechend ist.

Die neuen Ergebnisse weisen jedoch in eine andere Richtung. Tuszynski und sein Team hatten in ihrer Studie mehrere Ansätze miteinander kombiniert, um möglichst viele störende Faktoren gleichzeitig auszuschalten. So injizierten sie Knochenmarkszellen in die verletzte Region, die dort ein Gerüst bildeten, an dem die Nervenfasern entlangwachsen konnten. Gleichzeitig sorgten sie dafür, dass die verletzten Nervenzellen die Aktivität bestimmter Gene hochfuhren, die für die Regeneration unverzichtbar sind. Als letztes ließen die Forscher von Zellen in der Nähe der Verletzung einen Wachstumsfaktor produzieren, der ebenfalls das Wachstum der Nerven ankurbelte und steuerte.

Auf diese Weise gelang es den Forschern, auch noch mehr als ein Jahr nach der Verletzung die Neubildung der Nervenverbindungen zu stimulieren - ein Erfolg, der von vielen Wissenschaftlern nicht für möglich gehalten worden war. Ob daraus jedoch jemals eine Therapie für Querschnittsgelähmte werden kann und wenn ja, wie lange diese Entwicklung dauert, ist bislang noch völlig unklar. Doch auch Teilerfolge, bei denen die Nerven nur ein Stück der verletzten Stelle überwinden könnten, seien für die Betroffenen bereits ein großer Gewinn, kommentieren die Forscher.

www.netdoctor.de

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Stressabbau mit bewusster Atmung

Spezielle Atemtechniken helfen beim Stressabbau. "Die Atmung reagiert sehr empfindlich und unmittelbar auf psychische oder auch körperliche Veränderungen und ändert sich unter Stress als Erstes", erklärt Christa Roth-Sackenheim vom Berufsverband Deutscher Psychiater. Zugleich könne die Atmung als einzige Körperfunktion bewusst gesteuert werden.

Grundsätzlich empfiehlt es sich demnach, nach einer stressigen Situation erst einmal tief durchzuatmen und durch langsames und regelmäßiges Atmen dann aktiv Entspannung herbeizuführen.

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Schlaganfall-Hinweise ernst nehmen

Eine vorübergehende einseitige Erblindung und Sprachstörungen können auf eine Verengung der Halsschlagadern und damit einen drohenden Schlaganfall hinweisen. Auch Schwäche oder Gefühlsstörungen in Gesicht, Arm oder Bein gehörten zu den Symptomen, die unbedingt ärztlich abgeklärt werden müssen, betont die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN).

Zunächst verlaufe die Krankheit zwar ohne Beschwerden, bei einer mittelbis hochgradigen Verengung der Schlagader könnten jedoch Schlaganfall-Symptome auftreten.

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Diabetes: Glückshormon Serotonin reguliert Zuckerstoffwechsel

Das Glückshormon Serotonin spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Diabetes. Dies entdeckten Forscher des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik in Berlin (MPG). Ein Mangel des Botenstoffs in der Bauchspeicheldrüse führe zur Zuckerkrankheit, berichten die Forscher in der aktuellen Online-Ausgabe des Fachmagazins "PloS Biology" (27. Oktober 2009, doi:10.1371/journal.pbio.1000229). Das Hormon bindet in den beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse dauerhaft an Signalproteine. Wissenschaftler sprechen bei diesem chemischen Prozess von Serotonylierung. "Unter Normalbedingungen kontrolliert Serotonin so die Ausschüttung des Insulins, dem wichtigsten Hormon in der Regelung des Blutzuckerspiegels von Mensch und Tier", erläutert der Dr. Diego J. Walther.

Die Forscher hatten die Untersuchungen mit Mäusen durchgeführt, die kein Serotonin herstellen konnten. Nach einer Mahlzeit wurde das Insulin nicht mehr in ausreichender Menge ausgeschüttet. Der Blutzuckerspiegel stieg in ungesunde Höhen - die Hauptcharakteristik von Diabetes. Allerdings war die Lebenserwartung der Mäuse nicht beeinträchtigt und die Tiere entwickelten auch keine diabetischen Folgeerkrankungen. Warum das so ist, wollen die Forscher jetzt genauer unter die Lupe nehmen. Außerdem eröffne die Entschlüsselung der insulinfreisetzenden Wirkung von Serotonin neue therapeutische Denkansätze für die Behandlung von Diabetes, hofft das internationale Forscherteam.

Als Diabetes wird eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen bezeichnet, die allesamt zu erhöhten Blutzuckerwerten (Hyperglykämie) führen. Typ-1-Diabetes entsteht durch einen Mangel am Hormon Insulin. Typ-2-Diabetes entwickelt sich zum einen durch eine verminderte Empfindlichkeit der Körperzellen für Insulin (Insulinresistenz). Zum anderen führt eine jahrelange Überproduktion von Insulin zu einer "Erschöpfung" der Insulin produzierenden Zellen. Europaweit leiden rund 50 Millionen Menschen an Diabetes - etwa 90 Prozent unter Typ-2-Diabetes, nur fünf Prozent unter Typ-1-Diabetes. (im)

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Angehörige können chronische Schmerzen lindern - oder verschlimmern

Das Verhalten des Partners kann über Wohl und Wehe von Schmerzpatienten mit entscheiden: Soziale Unterstützung hilft im Kampf gegen den Schmerz, übermäßige Besorgnis oder auch Bestrafung verschlimmern aber die Situation. Das haben Studien ergeben, die Spezialisten beim Deutschen Schmerzkongress in Berlin vorstellten. Sie diskutierten auch, wie man das Verhalten des Partners in der Praxis ermitteln kann und wie man ihn am besten in die Therapie einbindet. "Die Rolle des Partners ist lange vernachlässigt worden", sagte PD Dr. Rainer Sabatowski vom UniversitätsSchmerzCentrum Dresden. "Dabei gibt es ganz einfache Methoden, sie zu untersuchen und zu nutzen."

Familie hat mehr Einfluss als Therapeuten

Der Einfluss von Angehörigen auf das Schmerzverhalten ist erwiesen: Familiäre Normen prägen den Umgang mit einer Krankheit. In der Familie entstehen Gewohnheiten, die Gesundheit fördern oder aber behindern können. "Angehörige haben mit dem Patienten deutlich mehr zu tun als Ärzte und Therapeuten, weshalb ihr Einfluss auf das Bestehen des Schmerzes in der Regel stärker ist und oft trotz kurzfristiger Erfolge einer stationären oder teilstationären Therapie zur Rückkehr zum Ausgangszustand beiträgt", sagte Dr. Sabatowski. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die Behandlung von Patienten in interdisziplinären Zentren erfolgreicher ist, je mehr sie von ihren Familien unterstützt wurden. Im Beisein besonders fürsorglicher Angehöriger zeigten sich die Schmerzpatienten jedoch häufig klagsamer und hatten stärkere funktionale Einschränkungen als ohne ihre Partner. "Besorgte, stark fürsorglich und ausschließlich physisch unterstützende Partner verstärken Schmerzverhaltensweisen in ungünstiger Weise und können Patienten vom Aufbau günstiger Verhaltensweisen abhalten.", so das Fazit von Dr. Kati Thieme, Referentin auf dem Schmerzkongress.

Einfache Instrumente zur Analyse des Partnerverhaltens

In der Therapie chronischer Schmerzen wird diesem Sachverhalt bisher wenig Beachtung geschenkt. Im deutschen Sprachraum existieren nur drei Fragebögen zur Erhebung dieses Aspektes sowie eine Übersetzung mit einer Skala zu Reaktionen des Partners auf Schmerzverhalten. Alle Fragebögen sind nur wenig untersucht bzw. werden im Alltag nur selten eingesetzt. Ziel des Symposiums beim Deutschen Schmerzkongress war es daher, das Bewusstsein für diese Aspekte in der Chronifizierung und Aufrechterhaltung bei chronischen Schmerzen zu fördern. Es wurden Studien vorgestellt, die zeigen, dass die Einbindung des Partners in den Behandlungsprozess durch den Abbau von übermäßig zuwendendem bzw. bestrafendem Partnerverhalten in Kombination mit dem Aufbau von gesundem Verhalten und aktiv verarbeitenden Gedanken zur Reduktion von Schmerzwahrnehmung führt. Außerdem stellen die Forscher Instrumente vor, mit denen in der Praxis schnell und unkompliziert Daten zum Partnerverhalten gesammelt werden könnten. Der sogenannte "Spouse Response Inventory" wurde von einer Arbeitsgruppe des UniversitätsSchmerzCentrums Dresden aus dem amerikanischen übersetzt und an verschiedenen Gruppen von Schmerzpatienten validiert.


Quelle: Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS)

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Selbsttest klärt Antibiotika-Bedarf bei Harnwegsinfekt

Ein neuer Selbsttest hilft, Antibiotika bei rezidivierenden Harnwegsinfektionen einzusparen.

FRANKFURT AM MAIN (ner). Bei etwa 40 Prozent der Patienten mit Verdacht auf Harnwegsinfektion sind keine Antibiotika erforderlich. Ein Selbsttest könnte unnötige Arztbesuche und resistenzfördernde Antibiotika-Behandlungen reduzieren.

Antibiotika-Resistenzen gegen Escherichia coli und andere Erreger von Harnwegsinfektionen nähmen zu, warnte Dr. Michael Kresken von der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie bei einer Veranstaltung des Unternehmens Dolorgiet in Frankfurt am Main. So seien in Deutschland mehr als zehn Prozent der E.-coli-Stämme gegen Cephalosporine der dritten Generation resistent, 30 Prozent gegen Fluorchinolone. Mit neuen Wirkstoffen sei aber in den nächsten Jahren nicht zu rechnen, so Kresken. Deswegen sollen nur in begründeten Fällen bei Harnwegsinfekten Antibiotika verordnet werden. Denn die Krankheit verlaufe meist selbstlimitierend und komplikationslos, so Professor Dirk Watermann aus Freiburg.

Ein Selbsttest, seit Kurzem in Apotheken angeboten, könnte gerade bei Frauen mit rezidivierenden Harnwegsinfektionen helfen, Antibiotika einzusparen. Es handelt sich um eine Testkarte, die fünf Minuten in einen Plastikbecher mit Urin gestellt wird. Danach kann in zwei sich verfärbenden Testfeldern festgestellt werden, ob im Urin Nitrit und/oder vermehrt Leukozyten vorhanden sind.

Der in Deutschland angebotene Test ("punctomed Urin-Test") habe eine Sensitivität von 93 und eine Spezifität von 78 Prozent, sagte Dr. Thomas Kaltenbach vom Unternehmen Swiss Medical Solutions aus Büron in der Schweiz. "Dies entspricht ziemlich genau den Ergebnissen professioneller Teststreifen", so Kaltenbach. Die Fehlerquellen bei Handhabung und Ablesen seien jedoch beim Selbsttest geringer. Bei positivem Ergebnis sei ein Arztbesuch angezeigt. Als Antibiotika der ersten Wahl empfahl Kresken Nitrofurantoin und Fosfomycin-Trometamol.
Quelle:www.aerztezeitung.de

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Herzschwäche - Anzeichen werden häufig verkannt

Test der Deutschen Herzstiftung - Leide ich an Herzschwäche?

Die Anzeichen, die auf eine Herzschwäche hindeuten, sind in der deutschen Bevölkerung nahezu unbekannt. Nur 3 Prozent kennen die typischen Beschwerden und Symptome der chronischen Herzschwäche - und das, obwohl 1,8 Millionen Menschen in Deutschland von dieser Krankheit betroffen sind. Im fortgeschritten Stadium führt die Herzschwäche (Herzinsuffizienz), zu einer schweren Beeinträchtigung des Alltags und kann tödlich verlaufen, wenn die Patienten nichts dagegen tun.

Um das Fortschreiten einer Herzschwäche aufhalten zu können, ist es wichtig, die ersten Symptome wie Atemnot, Leistungsschwäche, Schwellungen an Unterschenkel und Gelenken zu erkennen. Diese werden jedoch häufig nicht wahrgenommen oder auf das Alter geschoben.

Um auf die möglichen Anzeichen für eine Herzschwäche aufmerksam zu machen, und zu helfen, sie frühzeitig zu entdecken und richtig zu behandeln, gibt die Deutsche Herzstiftung einen Herzschwäche-Test heraus. Der Selbsttest beinhaltet acht einfache Fragen auf die mit "Ja" oder "Nein" geantwortet werden kann. Wer auf drei oder mehr der acht Fragen mit "Ja" antwortet, sollte zur Abklärung den Arzt aufsuchen und ihn gezielt auf die Möglichkeit einer eventuell vorliegenden Herzschwäche ansprechen.

Der "Herzschwäche-Test" kann kostenlos bezogen werden bei: Deutsche Herzstiftung, Vogtstr. 50, 60322 Frankfurt am Main oder online unter www.herzstiftung.de sowie per E-Mail über info@herzstiftung.de bestellt werden.
Quelle:www.medaustria.at

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Ärzte Zeitung, 30.10.2009
Schmerzhafte Schwellung nach dem Essen

Nach dem Essen auftretende Schwellungen und Schmerzen im Bereich der Speicheldrüsen sprechen dafür, dass ein Speichelstein vorliegt. Folgenschwere Infektionen sind möglich. Daher ist mit der Therapie nicht zu zögern.

Von Thomas Meißner

MÜNCHEN. Von einer 45-jährigen Frau, die sich in der HNO-Klinik in München-Großhadern vorstellte, waren seit fünf Jahren die Schwellungen und Schmerzen im Bereich der Speicheldrüsen nach dem Essen bekannt. Früher seien die präaurikulären Schwellungen links nur ab und zu aufgetreten, jetzt dagegen bei jeglicher Nahrungsaufnahme, berichtet Dr. Pamela Zengel aus München (HNO-Nachrichten 5, 2009, 9).

Zwar weise die Anamnese auf einen Speichelstein hin, so Zengel, allerdings müsse differenzialdiagnostisch auch an eine entzündliche Lymphknotenvergrößerung oder einen Speicheldrüsentumor gedacht werden. Man sollte nach früheren Entzündungen, einem eitrigen oder metallischen Geschmack im Mund fragen, empfiehlt die HNO-Ärztin. Manchmal haben die Patienten auch selbst ein Konkrement getastet oder es war spontan ein Speichelstein abgegangen.


Bei der Patientin bestand lediglich eine druckschmerzhafte, teigige Schwellung im Bereich der Glandula parotis bei reizloser Papille. Bimanuell ließ sich am Ausführungsgang der Drüse ein Konkrement tasten.

Mit der Sonografie erkannte man einen 0,4 cm großen Stein, die Drüse erschien chronisch entzündet. Per Gangendoskopie und Körbchenextraktion gelang es, den Stein zu bergen. Innerhalb einer Woche war die Patientin beschwerdefrei.


Speichelsteine entstehen vermutlich bei Sekretionsstörungen der Speicheldrüsen und wenn das Sekret wegen eines hohen Muzingehalts besonders zähflüssig ist. Aus Kalzium und Muzin entwickeln sich zunächst Mikrolithen und schließlich große Steine aus Kalziumphosphat oder Kalziumkarbonat. Zu 80 Prozent ist die Glandula submandibularis betroffen, zu 20 Prozent die Glandula parotis.

Die Drüse entzündet sich, die Nahrungsaufnahme ist behindert. Es können sich Abszesse bilden, die absinken und eine Mediastinitis oder nekrotisierende Fasziitis mit hoher Sterberate auslösen.

Bei Parotissteinen ist außer der Operation der Patienten auch die extrakorporale Stoßwellenlithotripsie etabliert, besonders wenn alternativ die Drüsenresektion notwendig sein könnte. Betroffenen Patienten sollte man außerdem empfehlen, die Speichelsekretion mit dem Kauen von Kaugummi oder Lutschen von Bonbons anzuregen.

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Mit Blutegeln gegen Rheuma und Arthrose

In etwa 40 Teichen züchten die Mitarbeiter der größten deutschen Blutegefarm in Biebertal um den Biologen Manfred Roth Blutegel für medizinische Zwecke. Etwa 1000 Tiere werden pro Tag verkauft. Doch bevor die Blutegel an die Kunden verschickt werden, müssen sie eine achtmonatige Quarantänezeit überstehen.

Harald Galatis greift mit einer schnellen Bewegung in ein Becken und fischt einen Blutegel heraus. Das Tier in seiner Hand windet sich, zieht sich zusammen und streckt sich wieder. Dutzende Blutegel schwimmen sofort zu der Stelle, an der Galatis in das Wasser gegriffen hat - in der Hoffnung auf ein potenzielles Opfer. „Blutegel haben gute Sensoren, die nehmen solche Bewegungen sofort wahr“, sagt der Agraringenieur. Er ist Geschäftsführer von Deutschlands größter Blutegelfarm, der Biebertaler Blutegelzucht in der Nähe von Gießen. Die Firma verkauft die Tiere in die ganze Welt, wo sie unter anderem bei der Behandlung gegen Rheuma und Arthrose zum Einsatz kommen.

„Jedes einzelne Tier wird in der Hand genau untersucht, ob es überhaupt geeignet ist“, berichtet der Geschäftsführer. Zu große Blutegel seien für die Therapie nicht brauchbar. Galatis holt ein weiteres Tier aus dem Wasser und erläutert: „Wenn der Große hier sich strecken würde, wäre er 20 Zentimeter lang. Damit möchte wohl niemand behandelt werden.“

Die Heilpraktikerin Angelika Banysch aus Gießen arbeitet seit 15 Jahren mit Blutegeln. „Viele Menschen mit rheumatischen Erkrankungen oder Arthrose kommen in meine Praxis, um sich mit den Blutegeln behandeln zu lassen“, berichtet sie. Bei der Therapie wird der Blutegel an einer Hautstelle angesetzt, wo er sich festsaugt. „Nach dem Biss muss die Wunde gut mit einer Kompresse versorgt werden. Sie blutet meist bis zu zwölf Stunden nach“, erläutert Banysch. Die Behandlung mit Blutegeln sei äußerst wirksam.

In Biebertal forschen die Mitarbeiter gemeinsam mit Universitäten aus ganz Deutschland an dem genauen Wirkmechanismus. „Der Speichel, den das Tier beim Saugen abgibt, ist ein hochkomplexer Cocktail aus verschiedenen Substanzen“, sagt Galatis. Neben dem schmerzlindernden Stoff sei darunter auch ein Wirkstoff, der die Blutgerinnung hemme. Dieser fördere die Blutzirkulation und helfe so gegen Entzündungen.

Doch viele Menschen stünden dem Blutegel misstrauisch gegenüber, hielten ihn für einen blutsaugenden Parasiten: „Die haben sofort die Assoziation: klein, glitschig, eklig.“ Das ändere sich, sobald die Betroffenen mit dem Tier in Berührung kämen. „Patienten bauen oftmals eine emotionale Bindung zu dem Blutegel auf“, sagt Galatis und berichtet von älteren Menschen, die mit Kniegelenksschmerzen zunächst viele Ärzte aufgesucht hätten - meist ohne Aussicht auf Schmerzlinderung. Dann hätten sie eine Blutegel-Therapie begonnen, die wirksam gewesen sei. „Menschen, denen die Behandlung mit einem Blutegel geholfen hat, sind dem Tier unendlich dankbar“, sagt Galatis.

Früher sei es sogar üblich gewesen, dass die Patienten das Tier anschließend mit nach Hause genommen hätten. Doch das ist heute verboten. Die Tiere müssen nach der Behandlung getötet werden, da sie genau wie Spritzen aus Sicherheitsgründen nicht mehrfach verwendet werden dürfen.

Quelle: dpa

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Kein leichter Weg zur Raucherabstinenz: Fünf medikamentöse Hilfen im Vergleichstest

ddp
Madison – Die Kombination aus einem Nikotinpflaster und Nikotinpastillen erwies sich in einer Studie in den Archives of General Psychiatry (2009; 66: 1253-1262) als die effektivste Unterstützung bei dem Versuch, das Rauchen aufzugeben, was trotz medikamentöser Hilfe nur jedem zweiten Teilnehmer auf Dauer gelang.

An gut gemeinten Ratschlägen zur Raucherabstinenz besteht kein Mangel. Auf den Internetseiten des US-Surgeon General steht eine Fülle von Materialien zum Download bereit, darunter eine 258 Seiten lange Leitlinie “Treating Tobacco Use and Dependence: 2008 Update”, die fünf Nikotinersatztherapien und zwei andere Wirkstoffe (Bupropion und Vareniclin) als evidenzbasiert einstuft.

Vergleichsdaten der verschiedenen Ansätze gab es bisher kaum. Eine der ersten größeren Studien wurde jetzt an der University of Wisconsin School of Medicine and Public Health in Madison durchgeführt. 1.504 abstinenzwillige Raucher (wenigstens 10 Zigaretten am Tag in den letzten 6 Monaten), die körperlich (kein übermäßiger Alkoholkonsum, keine Hypertonie) und mental (keine Schizophrenie, keine bipolare Störung) gesund waren, wurden auf sechs Studienarme verteilt. Diese waren: Nikotinpastillen, Nikotinpflaster, Bupropion, Pflaster plus Pastille, Bupropion plus Pastille oder Placebo.

Die Bupropion-Behandlung wurde eine Woche vor der Abstinenz begonnen und über acht Wochen fortgesetzt. Alle anderen Therapien begannen mit der letzten Zigarette und wurden über 12 Wochen fortgesetzt. Alle Teilnehmer erhielten außerdem sechs Einzelberatungen zur Unterstützung der Motivation.

Die gute Nachricht: Alle fünf Therapieansätze erwiesen sich, in Übereinstimmung mit den Leitlinien, als effektiv und sicher. Nur vier der 1.504 Teilnehmer brachen die Studie wegen Nebenwirkungen der Wirkstoffe ab.

Am besten waren die Ergebnisse unter der Kombination aus Nikotinpflaster und -pastillen. Die Teilnehmer der Gruppe hatten eine 2,34-fach höhere Chance, nach 6 Monaten noch abstinent zu sein als unter Placebo.

Aber auch das Pflaster allein (plus 83 Prozent), die Nikotinpastillen allein (plus 76 Prozent), die Kombination aus Bupropion plus Nikotinpastillen (plus 74 Prozent) und die Monotherapie mit Bupropion (plus 63 Prozent) erhöhten die Abstinenzchancen.

Die Unterschiede unter den einzelnen Monotherapien waren statistisch nicht signifikant. Und im Vergleich zu den Monotherapien war einzig die Kombination aus Nikotinpflaster plus -pastillen signifikant besser als die Monotherapien.

Die schlechte Nachricht: Einen leichten Weg zur Abstinenz bietet offenbar keine der untersuchten Methoden, denn aus der Überlebenskurve in Abbildung 3 der Studie geht klar hervor, dass nach einem halben Jahr (auch unter der Kombination aus Nikotinpflaster plus -pastillen) die Hälfte der Teilnehmer rückfällig geworden war.

Die Kurve hatte zu diesem Zeitpunkt ihr Plateau noch nicht erreicht, sodass die Zahl der Rückfälle im weiteren Verlauf weiter zunehmen dürfte. Ärzte und Apotheker, die ihren Patienten Abstinenzhilfen verordnen oder verkaufen, sollten außerdem bedenken, dass die Studienteilnehmer eine ausführliche Beratung erhielten, die sicher über die Möglichkeiten im Sprechzimmer oder in der Apotheke hinausgehen. Quelle:www.aerzteblatt.de

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Stiftung Warentest gibt Spitzennote an QEP

Berlin – Das Qualitätsmanagementsystem QEP® der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) berücksichtigt Patientenbelange am besten, gefolgt von ISO 9001:2008. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest im Heft 11/2009.

Die Tester prüften die vier gängigsten Qualitätsmanagementsysteme für Praxen. Untersucht wurden neben QEP® das System „DIN EN ISO 9001:2008“ vom Deutschen Institut für Normung, „KTQ für Praxen und Medizinische Versorgungszentren“ der Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen und „European Praxis Assessment“ (EPA) des Aqua-Instituts für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen.

Anlass für den Test war die gesetzliche Vorgabe, die alle an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte, Psychotherapeuten und medizinischen Versorgungszentren seit 2006 verpflichtet, Qualitätsmanagement einzuführen und weiterzuentwickeln. Zudem muss ab Januar 2010 jede Praxis über ein System verfügen, das den Anforderungen der Qualitätsmanagement-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) entspricht.

Laut Stiftung Warentest haben die Tester bei der Bewertung besonders darauf geachtet, ob die Systeme die Patientenperspektive und -belange hinreichend berücksichtigen.
Quelle:www.aerzteblatt.de

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Schlafstörung ist oft Vorläufer der Depression

LEIPZIG (dpa). Chronische Schlafstörungen sind häufig Vorläufer von Depressionen. Die nächtliche Unruhe dürfe deshalb nicht auf die leichte Schulter genommen werden und müsse so früh wie möglich behandelt werden, betonten Experten am Freitag auf einen Schlafmedizin-Kongress mit knapp 2000 Teilnehmern in Leipzig.

Nach Angaben von Professor Göran Hajak, Ärztlicher Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums der Universität Regensburg, haben Menschen, die ein Jahr lang an einer unbehandelten Schlafstörung leiden, ein drei- bis viermal höheres Risiko als Gesunde, an einer Depression zu erkranken. "Am Ende erschöpft sich der Mensch in seiner Schlaflosigkeit", sagte Hajak.

Leider sei es gesellschaftlich noch immer stigmatisiert, sich als schlafgestört zu outen. Das sei das Gleiche wie bei psychischen Erkrankungen. Die Selbsttötung des Torhüters Robert Enke etwa müsse man zum Anlass nehmen, zu erklären, "dass das nicht passiert ist, weil er zweimal keine Bälle gehalten hat, sondern weil er eine schwere Erkrankung hatte", sagte Hajak.

Als behandlungsbedürftig gelten Schlafstörungen, die dreimal pro Woche über den Zeitraum von vier Wochen auftreten, erläuterte der Mediziner. "Jemand, der einmal in der Woche eine schlechte Nacht hat, muss nicht unbedingt behandelt werden." Patienten sollten sich zuerst an ihre Hausärzte wenden. Rund acht Millionen Menschen in Deutschland gelten laut Hajak als "schwer schlaflose Patienten".

Nach Auskunft des Schlafmediziners gibt es eine ganze Reihe von Medikamenten, mit denen die sogenannte Insomnie erfolgreich behandelt werden kann. Das müssten nicht immer die Schlafmittel Benzodiazepine sein. Auch Antidepressiva könnten sich schlaffördernd auswirken und machten zudem nicht abhängig. Diese Medikamente seien jedoch für die Schlafmedizin nicht zugelassen. Das müsse sich ändern, forderte Hajak.
Quelle: www.aerztezeitung.de

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Studie sieht manipulierte Daten zu Gabapentin

Baltimore – Der Hersteller von Neurontin® scheint in der Vergangenheit Einfluss auf die Darstellung von Studienergebnissen zur Off-Label-Verwendung des Wirkstoffs Gabapentin genommen zu haben. Darauf deuten Diskrepanzen zwischen internen Unterlagen des Herstellers und den späteren Publikationen hin, die eine Studie im New England Journal of Medicine (2009; 361: 1963-1971) aufdeckt.

Das Medikament Neurontin von Parke Davis, einem Tochterunternehmen von Warner-Lambert, wurde 1993 in den USA zur Behandlung von Epilepsien zugelassen. Im Jahr 2002 kam noch die postherpetische Neuralgie als zweite Indikation hinzu. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Medikament aber überwiegend bei anderen Erkrankungen eingesetzt. Die meisten Verordnungen entfielen auf Patienten mit neuropathischen Schmerzen, Migräne oder bipolarer Erkrankung.

In den USA ist es dem Hersteller strikt verboten, für eine solche Off-label-Anwendungen in irgendeiner Form zu werben, was aber offenbar dennoch geschah. Nach langen juristischen Auseinandersetzungen gestand Warner-Lambert, inzwischen Teil des Pfizer-Konzerns, seine Schuld ein und bezahlte 430 Millionen US-Dollar Strafe bei einem damaligen Umsatz mit Neurontin von 2,7 Milliarden US-Dollar.

Im Verlauf des Prozesses musste der Hersteller interne Unterlagen offen legen. Unter ihnen befanden sich auch Dokumente zu firmengesponserten Studien, in denen Gabapentin in Off-label-Indikationen eingesetzt wurde. Diese (und andere Hinweise) haben S. Swaproop Vedula von der Bloomberg School of Public Health in Baltimore und Mitarbeiter jetzt mit den späteren Publikationen verglichen.

Dabei sind sie auf Diskrepanzen gestoßen, die ihrer Ansicht nach den Verdacht einer Einflussnahme durch den Hersteller nahelegen, auch wenn sich dies letztlich nicht beweisen lasse. Nicht alle Autoren der Studien waren Angestellte von Pfizer oder Parke-Davis, und es war nicht herauszufinden, wer für die Änderungen verantwortlich war, schreiben Vedula und Mitarbeiter.

Auf jeden Fall wurde kräftig manipuliert: In acht der 12 Publikationen war der primäre Endpunkt verändert worden: In sechs Fällen wurde ein neuer primärer Endpunkt gewählt, der zu Beginn der Studie nicht vorgesehen war, in zwei Studien wurde nicht mehr zwischen primärem und sekundärem Endpunkt unterschieden. In fünf Studien wurden ein oder mehrere durch das Protokoll definierte Endpunkte fallengelassen.

Der primäre Endpunkt wurde in fünf der acht publizierten Studien verändert, in denen dann statistisch signifikante Vorteile für Gabapentin gefunden wurden. Von den ursprünglich vorgesehenen 21 primären Endpunkten aller Studien wurden sechs später unterschlagen und vier wurden als sekundäre Endpunkte gewertet. Am Ende gab es 28 primäre Endpunkte, von denen 12 neu eingeführt wurden.

Die Veränderung von Endpunkten wird kritisch gesehen, da sie nicht nur ein Mittel ist, die die sogenannten Rosinen aus den Ergebnissen herauszupicken. Aus statistischen Gründen steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende eine Wirkung dokumentiert wird, die in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist.

Der Hersteller Pfizer, der sich kürzlich wegen des Vorwurfs illegaler Marketingpraktiken zu anderen Medikamenten mit dem US-Justizministerium über 2,3 Milliarden Dollar verglichen hat, wies den in der Studie implizierten Vorwurf zurück, dass bewusst Studien zu Gabapentin manipuliert wurden, um die Off-label-Verwendung zu fördern.

Die Übersicht im New England Journal of Medicine enthalte signifikante Verzerrungen, verarbeite insuffiziente Daten und verwende eine schlechte Methodik, wurde der Presse mitgeteilt. Der Verbraucherschützer Sidney Wolfe von Public Citizen sieht in der Studie dagegen einen Beleg dafür, wie Firmen und Studienautoren auf bösartige Weise zusammen arbeiten, um die Wirkung eines Medikaments in einem besseren Licht erscheinen zu lassen.

Der Bioethiker Arthur Caplan von der Universität von Pennsylvania forderte gegenüber der New York Times eine stärkere Aufsicht durch die FDA und härtere Strafen, einschließlich Gefängnis, für Schuldige.
Quelle:www.aerzteblatt.de

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Kopfschmerzen: Zigaretten lösen Migräneanfall aus

Lunzenau (ddp).
Kopfschmerzen und Migräne kommen bei Rauchern gehäuft vor, wie spanische Wissenschaftler in einer Studie herausgefunden haben. So könnten mehr als fünf Zigaretten täglich zum vermehrten Auftreten von Migräneanfällen führen, wiesen die Forscher um Julio Pascual vom Universitätskrankenhaus in Santander bei einer Untersuchung an 361 Medizinstudenten nach. Auch Cluster- und Spannungskopfschmerzen werden nachweislich durch das Rauchen gefördert. Für die Betroffenen gibt es daher eine klare Empfehlung: Sofort die Finger von den Zigaretten lassen.
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Ob der klare Nachweis dieses Zusammenhangs in der Praxis jedoch wirklich Raucher zum Aufhören motivieren kann, ist fraglich. «Wenn kein Leidensdruck da ist, hört man meistens auch nicht auf zu rauchen», erklärt Ingrid Pawlick, Fachärztin für Allgemeinmedizin in Lunzenau und Vorsitzende des Sächsischen Hausärzteverbandes. Dennoch könnte der Zusammenhang ein weiteres Argument sein, auf Zigaretten zu verzichten. Der Arzt könne dabei allerdings nur unterstützend wirken, betont Pawlick - die Entscheidung zum Aufhören müsse immer vom Patienten selbst kommen.

Sich für den Rauchstopp zu entscheiden, macht dabei übrigens nicht nur den Kopf klar: Schmerztherapeuten fordern bereits seit längerem, eine Nikotinentwöhnung in das Therapiekonzept bei der Behandlung chronischer Schmerzen einzubinden - denn auch Schmerzen, die beispielsweise auf Durchblutungsstörungen oder entzündliche Erkrankungen zurückzuführen sind, nehmen ab, wenn man sich das Rauchen abgewöhnt.

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Häufiger Einsatz von Haushaltsprays kann Asthma auslösen

Die häufige Verwendung von Haushaltreinigern in Sprayform ist mit einem erheblichen Risiko für die Entwicklung eines Asthma bronchiale verbunden, warnen die deutschen Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP). „Insbesondere von sprühfähigen Glas- und Möbelreinigern, aber auch von Raumsprays, die den Geruch verbessern sollen, ist dringend abzuraten“, empfiehlt Dr. Michael Barczok, Vorstandsmitglied des BdP und niedergelassener Lungenfacharzt im Lungenzentrum Ulm. „Denn selbst wenn man solche Sprays nur einmal pro Woche einsetzt, ist das Risiko für die Entwicklung von Atemwegsbeschwerden und asthmatischen Symptomen um etwa anderthalb größer, als wenn man aerosolfreie Reinigungsmittel benutzt. Wenn man solche Sprays mehr als viermal pro Woche anwendet, verdoppelt sich dieses Risiko sogar.“ Das hat eine aktuelle, multinationale Studie mit über 3.500 weiblichen und männlichen Teilnehmern im Alter von 20 bis 44 Jahren ergeben, die aus 10 verschiedenen Ländern Europas stammen - darunter Spanien, Großbritannien, die Niederlande, Italien, Schweden und Deutschland. Alle Studienteilnehmer waren zu Beginn der Untersuchung frei von Asthma und putzten regelmäßig ihren Haushalt selbst. Von den Forschern wurden sie befragt, welche Art von Reinigungsmitteln sie im Haushalt einsetzten und wie oft. „Dass Menschen, die professionell im Reinigungswesen tätig sind, ein erhöhtes Risiko für Asthma haben, wusste man bereits aus verschiedenen epidemiologischen Studien. Dass aber auch Privatleute im eigenen Haushalt betroffen sein können - das ist eine neue Erkenntnis“, betont Barczok. Bis zu 15 verschiedene Reinigungsprodukte kamen beim Hausputz der Studienteilnehmer regelmäßig zum Einsatz, und zwar entweder täglich, ein bis dreimal die Woche oder aber seltener – dabei in 42% der Fälle mindestens einmal in der Woche.

Je öfter verwendet, umso schlimmer die Auswirkungen
Die Untersuchung zeigt: Je öfter die Reinigungsmittel benutzt werden und je mehr verschiedene Produkte dabei zum Einsatz kommen, umso häufiger treten Atemwegsbeschwerden und asthmatische Symptome bei den Anwendern auf. „Hier zeichnet sich also eine direkte Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen Sprayeinsatz und Asthmahäufigkeit ab“, erklärt Barczok. „Die häufige Verwendung solcher Sprays muss daher als ein bedeutender Risikofaktor für die Entwicklung eines Asthmas bronchiale im Erwachsenenalter angesehen werden. Zwar wissen wir noch nicht genau, welche der chemischen Bestandteile in den Reinigungsmitteln für die Beschwerden und Entzündungsreaktionen in den Atemwegen verantwortlich sind. Das muss erst noch im Detail erforscht werden. Auf jeden Fall aber sollten sprühfähige Reinigungsmittel oder Raumsprays nur mit Vorsicht eingesetzt werden. Das heißt: Beim Sprayen möglichst nicht einatmen und nach dem Sprayen gut lüften und den Raum verlassen. Besser aber wäre es – wenn ich zum Beispiel an Imprägniersprays für Schuhe denke - solche Produkte gar nicht in geschlossenen Räumen, sondern wenn überhaupt nur draußen - auf dem Balkon oder vor dem Haus - anzuwenden. Am besten wäre es aber sicherlich, ganz auf aerosolfreie Produkte umzusteigen“, rät Barczok.

Quelle: lungenaerzte-im-netz.de

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Antibiotika oft "sinnlos" gegen Viren eingesetzt

Zunehmende Antibiotika-Resistenzen bei Krankheitserregern sorgen in Europa immer häufiger für Probleme. Dabei wird eine hohe Prozentzahl völlig sinnlos, zum Beispiel bei Virusinfektionen, verschrieben, meint Dominique Monnet vom Europäischen Zentrum für Krankheitskontrolle (ECDC). Gegen diese sind die Medikamente aber nicht wirksam. Für mehr Bewusstsein soll der 2008 ins Leben gerufene Europäische Antibiotika-Tag am 18. November sorgen.

Im Jahr 2007 mussten in Europa laut einer Untersuchung wegen Multi-Resistenzen 400.000 Infektionen im Krankenhaus behandelt werde, 25.000 Betroffene starben. Bei insgesamt 2,5 Millionen Personen gab es laut ECDC einen verlängerten Spitalsaufenthalt. Die Folge dieser negativen Entwicklung: höhere Spitalkosten in der Größenordnung von zusätzlichen 900 Millionen Euro pro Jahr.

Griechenland schneidet gefolgt von Zypern und Frankreich betreffend dem Auftreten von Antibiotika-Resistenzen besonders schlecht ab. Je mehr die Medikamente eingesetzt werden, desto schlimmer sind die feststellbaren Konsequenzen, so Monnet. Wichtig sei es daher, den bewussten und richtigen Einsatz zu fördern, und zwar für die Fälle bei denen er notwendig sei - zum Beispiel bei Organ-Transplantationen oder in der Intensivmedizin. Bei bestehenden Resistenzen könnten neue wirksame Antibiotika häufig nicht erzeugt werden, warnte er.

Ein Problem stellt laut Monnet auch der Einsatz von Antibiotika in Tierzucht und Landwirtschaft dar. Resistente Keime würden dadurch am Speiseplan der Bevölkerung landen und so ebenfalls für die Wirkungslosigkeit einzelner Medikamente sorgen. Genaue Daten bezüglicher dieser Auswirkungen würden allerdings noch nicht vorliegen.

Relativ niedrige Resistenz in Österreich

Österreich liegt bezüglich Antibiotika-Resistenzen am viertbesten Platz. Die geringsten Probleme mit Wirkungslosigkeit wurde in einer ECDC-Studie 2006 in den Niederlanden festgestellt. "Österreich hat eine relativ niedrige Pro-Kopf-Quote", meinte auch Hubert Hrabcik, Generaldirektor für öffentliche Gesundheit, über die Situation in der Alpenrepublik. "Es gibt drei bis vier Antibiotika, wo wir sagen, aufgrund eines wahrscheinlich übermäßigen Einsatzes machen uns Resistenzen Probleme. Das ist kein sehr hoher Anteil."

Die heimischen Ärzte würden offenbar über ein gutes Wissen bezüglich sinnvollen Verschreibungen verfügen und seien sich auch des Problems zunehmender Resistenzen bewusst, meinte Hrabcik. Die Arzneimittel seien in Österreich zudem verschreibungspflichtig. In manchen Ländern sind sie ohne Rezept erhältlich.

Ein Beispiel für den sinnvollen Einsatz von Antibiotika zeigt auch die Schweinegrippe: Gegen die Infektion selbst sind die Medikamente wirkungslos, für die Behandlung von möglichen bakteriellen Begleiterkrankungen, die derzeit häufig für Komplikationen sorgen, allerdings notwendig, erklärte Monnet. Neben der richtigen Verwendung erachtete die ECDC das Eindämmen von Infektionen als wichtige Strategie gegen das Fortschreiten von Resistenzen. Maßnahmen seien hier Hygiene und die Isolation von Kranken.


Stockholm, 06. November 2009

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Schokolade gut gegen Stress

LAUSANNE (ars). Dunkle Schokolade verhilft nach Angaben Schweizer Forscher zu innerer Ruhe.

40 Gramm täglich hatten 30 gesunde Freiwillige zwei Wochen lang zu Studienzwecken gegessen. Bei denjenigen Teilnehmern, die sich als emotional stark beansprucht empfanden, waren anschließend die Spiegel von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol verringert. Auch angstbedingte Veränderungen des Stoffwechsels hatten sich normalisiert.
Quelle:www.aerztezeitung.de

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KBV will psychisch Kranke künftig besser versorgen
Neues Vertragskonzept vorgestellt / Millionen Deutsche an Depression erkrankt

BERLIN (hom). Patienten mit neuropsychiatrischen Erkrankungen können künftig auf eine bessere Versorgung hoffen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) stellte dazu am Montag in Berlin ein neues Versorgungskonzept vor.

Ziel sei eine patientenorientierte, qualitätsgesicherte Versorgung sowie kürzere Wartezeiten für die betroffenen Patienten, sagte KBV-Chef Dr. Andreas Köhler. Der Kern des Vertrages liegt laut Köhler in einer besseren Vernetzung der beteiligten Haus- und Fachärzte und Psychotherapeuten. Sie sollen ihre Arbeit in "regionalen interdisziplinären Netzwerken" aufeinander abstimmen. Dazu können sie auf eine spezielle Praxissoftware zurückgreifen. Diese bildet Behandlungs- und Medikationspfade sowie Leitlinien für die Versorgung der Patienten ab. Angehörige sollen in die Behandlung, wo immer möglich, mit einbezogen werden.

Der Kollektivvertrag sei zwar nach wie vor die Grundlage für die ambulante Versorgung. "Er kann allerdings nicht ausreichend differenzieren", räumte Köhler ein. Das gelte insbesondere für Patienten, deren Erkrankung eine enge Kooperation von Haus- und Fachärzten, Kliniken und Rehaeinrichtungen erforderlich mache.

Psychische Erkrankungen wie Depression oder Demenz müssten wegen ihres starken Anstiegs als "neue Volkskrankheiten" bezeichnet werden, so Köhler. Rund vier Millionen Bundesbürger litten allein an einer Depression.

Ein zweiter KBV-Vertrag zielt auf die Behandlung von Patienten mit rheumatoider Arthritis ab. Diese Gruppe stoße auf besondere Probleme wie lange Wartezeiten, hieß es.
Quelle:www.aerztezeitung.de

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Weniger Raucher, viel weniger COPD

Von Ingrid Kreutz

Sie ist eine häufige und bislang nicht heilbare Erkrankung, aber sie lässt sich verhindern: die chronisch-obstruktive Lungenkrankheit (COPD). Dieser Krankheit, von der in Deutschland einer aktuellen Studie zufolge etwa jeder siebte über 40 Jahre betroffen ist, wird heute aus Anlass des Welt-COPD-Tages besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Sie ist bereits die vierthäufigste Todesursache weltweit. Aber es gibt eine sehr wirksame Präventionsmaßnahme: die Raucherentwöhnung. Dazu können Hausärzte einen wesentlichen Beitrag leisten.

Ältere Raucher sind besonders gefährdet, eine COPD zu bekommen. Bis zu 50 Prozent von ihnen entwickeln diese Lungenkrankheit, von den Nichtrauchern nicht mal halb so viele. Der Rauchverzicht ist nicht nur die wichtigste Maßnahme zur Primärprävention der COPD, sondern nützt auch noch bei bereits vorhandener Erkrankung durch Verzögerung der Progression. So hat eine Studie ergeben, dass bei Rauchern der fortschreitende Verlust der Lungenfunktion - beurteilt nach dem FEV1-Wert - deutlich beschleunigt ist im Vergleich zu Nichtrauchern: Der zusätzliche Abfall beträgt 13 ml /Jahr. Weitere gute Argumente also, in der täglichen Praxis alles daran zu setzen, um Raucher von ihrem Laster abzubringen.
Quelle:www.aerzteblatt.de

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Das Blut der Anderen, nicht das eigene, hat heilsame Zellen

Von Philipp Grätzel von Grätz

Weit überschätzt: der Nutzen eingefrorener Stammzellen aus der Nabelschnur für den Eigenbedarf. Stammzellen von Spendern werden bereits routinemäßig erfolgreich zur Behandlung genutzt.

Stammzellen aus der Nabelschnur lassen sich bei immer mehr Erkrankungen nutzen - bei Kindern und zunehmend auch bei Erwachsenen. Die kommerzielle Einlagerung für den Eigengebrauch sehen viele Experten jedoch kritisch. "Nabelschnurblut ist schon heute vielfach im therapeutischen Einsatz. Vielen Patienten mit Leukämie und anderen Erkrankungen der Blutzellen kann damit geholfen werden", betont die Stammzellexpertin Professor Gesine Kögler aus Düsseldorf. Sie wird über das Potenzial dieser Zellen bei der Medica, der weltgrößten Medizinmesse mit angeschlossenem Kongress, berichten.

Ähnlich wie beim Knochenmark können aus der Nabelschnur blutbildende Stammzellen gewonnen und für eine Transplantation genutzt werden. Der Vorteil: Weil Nabelschnurblut von Neugeborenen stammt, sind diese Stammzellen so frisch und jung wie sie nur sein können. Das verbessert die Erfolgschancen der Therapie, weil Unverträglichkeitsreaktionen bei jungen Stammzellen seltener sind.

Köglers Kongressbeitrag ist eingebettet in ein Symposium, in dem auch die Anwendung von Stammzellen in der Chirurgie und bei Patienten mit Herzschwäche thematisiert wird. Sie leitet am Universitätsklinikum Düsseldorf die José Carreras Stammzellbank. Es ist die größte nicht-kommerzielle Nabelschnurbank in Europa mit über 16 000 eingelagerten Nabelschnurpräparaten.
Nabelschnurblut ist auch für Erwachsene eine Option

Lange Zeit galt, dass Nabelschnurblut vor allem bei Kindern verwendet werden kann. Der Grund war die geringe Menge an Stammzellen, die sich aus den maximal 100 Millilitern Blut in einer Nabelschnur herausfischen lassen. Mittlerweile wurde dieses Problem aber gelöst: "Wir können heute bei einem Patienten Nabelschnurblut von zwei unterschiedlichen Spendern kombinieren, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind", so Kögler. Dadurch wird die Transplantation von Stammzellen aus der Nabelschnur auch zu einer Option für Erwachsene.

Wie gut Stammzellen aus der Nabelschnur für die Therapie bei Blutkrebs geeignet sind, hat sich natürlich längst herumgesprochen: Wer heute in Deutschland ein Kind auf die Welt bringt, wird fast unvermeidlich mit Angeboten konfrontiert, das Nabelschnurblut gegen zum Teil hohe Gebühren für einen möglichen künftigen Eigenbedarf einzulagern.
Nicht immer sind die eigenen Zellen die besten

Aus mehreren Gründen raten die meisten Experten allerdings eher zu einer Spende an eine nicht-kommerzielle Stammzellbank. Zum einen werden bei der derzeitigen Hauptindikation der Transplantation von Nabelschnurstammzellen, den Leukämien, statt eigenen oder autologen Stammzellen lieber so genannte allogene Stammzellen genutzt, also Zellen eines Spenders. Der Grund: Man möchte nicht Stammzellen transplantieren, von denen man weiß, dass sie genetisch bedingt eine Tendenz zur Krebsentstehung haben.

Jenseits der Leukämien sind viele andere potenzielle Anwendungsgebiete von Nabelschnurblutstammzellen heute allerdings noch sehr spekulativ. Diabetes, Parkinson, Alzheimer, Herzinfarkt, Knorpelschäden - all das sind Erkrankungen, die im Zusammenhang mit einer Therapie mit Stammzellen immer wieder genannt werden. Entsprechend geht die Argumentation der kommerziellen Anbieter dahin, dass die Einlagerung der Nabelschnur eine Investition in die spätere Gesundheit sei.

Ganz so einfach ist es freilich nicht: Für die meisten der genannten Erkrankungen werden nach dem heutigen Stand des Wissens nicht blutbildende Stammzellen benötigt, sondern Stammzellen des Bindegewebes - sie werden als mesenchymale Stammzellen bezeichnet - oder Stammzellen auf einer sehr frühen Entwicklungsstufe. "Die sind aber im Nabelschnurblut nur in geringer Zahl vorhanden. Derzeit können wir diese Zellen nur aus frischem Nabelschnurblut gewinnen, nicht aber aus tiefgefrorenem", so Kögler.

Klar ist: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind irgendwann im Leben Stammzellen benötigt, ist gering. Und die Wahrscheinlichkeit, dass die eigene eingefrorene Nabelschnur die nötigen Zellen dann auch liefern kann, ist noch geringer. Bei einer Spende an eine gemeinnützige Nabelschnurbank gibt es dagegen sehr viel mehr potenzielle Nutznießer.
Quelle:www.aerztezeitung.de

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Die Blutegel sind zurückgekommen

Die Behandlung mit Blutegeln erfährt derzeit neue Akzeptanz: In Studien haben sich die Tierchen bei Patienten mit Arthrosen und mit Tennisarm bewährt.

Von Simone Reisdorf

DÜSSELDORF. "Wenn sonst nichts hilft, helfen oft Blutegel", meinte Professor Gustav J. Dobos von der Universität Duisburg-Essen. Der Naturheilkundler präsentierte in Düsseldorf die Behandlung mit "diesen faszinierenden Tieren" als ein wissenschaftlich untersuchtes Verfahren, das oft als letztes Mittel nach dem Scheitern schulmedizinischer Behandlungen angewandt wird.

Dabei werden in der Regel vier bis sechs Exemplare des Hirudo medicinalis einmalig auf schmerzende Gewebestellen gesetzt und verbleiben dort bis zu zwei Stunden. Indikationen sind Arthrosen des Kniegelenks oder des Daumensattelgelenks, der "Tennisarm" und andere schmerzhafte muskulo-skeletale Erkrankungen sowie schwere Herpes-Zoster-Neuralgien.

Die Wirksamkeit des Verfahrens zeigte sich in mehreren kleineren Studien. So bessert sich bei Patienten mit Kniegelenkarthrose der Wert in der 100-teiligen WOMAC-Skala von 50 auf 20 Punkte und bei Patienten mit Daumensattelgelenkarthrose von 80 auf 40 Punkte. Damit wirkte die einmalige Anwendung der Blutegeltherapie in beiden Studien signifikant besser als die Vergleichstherapie mit Diclofenac. Ähnliche Ergebnisse wurden auch für Patienten mit Tennisarm ermittelt. Als schwierig hatte sich in allen Studien die Verblindung erwiesen.

"Die Wirkung der Blutegeltherapie setzt nach etwa drei Tagen ein und hält zwei bis drei Monate lang an, das haben auch die Studiendaten bestätigt", so Dobos. Der Effekt könne erklärt werden durch Stoffe im Speichel der Egel, unter anderem Gerinnungshemmer, Vasodilatatoren und eine Morphin-ähnliche Substanz. Denkbar seien aber auch eine Kontra-Irritation oder Hemmung nozizeptiver Afferenzen sowie eine lokale Entstauung und Lymphdrainage, dazu ein gewisser Placeboeffekt. "Und ist das Gelenk dann erst einmal wieder schmerzfrei, wird es auch mehr bewegt, was sich ebenfalls günstig auswirkt", so Dobos.

An möglichen unerwünschten Wirkungen nannte er Juckreiz und verzögerte Wundheilung, lokale Infektionen und Allergien. Kontraindiziert sei die Therapie vor allem bei Hämophilie- und Anämie-Patienten, Menschen mit Wundheilungsstörungen, diabetischer Polyneuropathie, PAVK im Spätstadium, unter Immunsuppression oder Antikoagulation.

Eine Sitzung kostet etwa 120 Euro und wird nach Angaben von Dobos bei stationärer Behandlung von den Kassen übernommen.
Quelle:www.aerztezeitung.de

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Eine Viertel Stunde Auszeit am Tag - das hilft gegen Burnout

Von Simone Reisdorf

Hilfreich bei starkem Stress sind ein Rückzugsort und Entspannungstechniken. Diese müssen dann Priorität haben.

DÜSSELDORF. Ruhe, Dämmerlicht, buntes Farbenspiel auf der Leinwand. Die meisten Besucher haben ohnehin die Augen geschlossen. Lässig sitzen sie in ihren Stapelstühlen, einer hat schon den Kopf auf die Tischplatte gelegt. Andächtig lauschen gut 40 Ärzte, Psychiater, Pflegefachkräfte und Sozialarbeiter der Nacherzählung eines Kinderbuches. Selten war eine Fortbildung so erholsam. Das sollte sie auch sein.
Ärzte sind prädestiniert für ein Burnout-Syndrom

Denn was die Teilnehmer einüben, ist eine Anregung für künftige Zeiten der Entspannung. "Ärzte und andere Angehörige der ,gebenden Berufe‘ sind geradezu prädestiniert, ein Burnout-Syndrom zu erleiden", so Dr. Matthias Wenck aus Ebersberg.

Dabei gäbe es viele Möglichkeiten der Burnout-Prophylaxe, angefangen beim Arbeitgeber. Wenck nannte etwa die Neugestaltung der Arbeitsaufgaben, Sabbat-Zeiten, Teilzeitarbeit, Fort- und Weiterbildungen, Fitness- und Wellness-Angebote für die Mitarbeiter, einen burnout-präventiven Führungsstil, Konfliktmanagement und Entscheidungsbeteiligung.
Fast alle beklagen sich über einen stressigen Alltag

Die Erfahrungen der Seminarteilnehmer passten dazu aber nicht: Fast alle gaben an, einen seit langer Zeit unverändert stressigen Arbeitsalltag zu erleben und sich lediglich mit privaten Rückzugs- und Ausgleichgsstrategien darüber hinwegzuhelfen. Einige hatten wegen unzumutbarer Belastung den Arbeitsplatz gewechselt oder gar aufgegeben, die eigene Praxis geschlossen.

Dr. Astrid Bühren aus Berlin empfahl, Burnout-Probleme möglichst früh aktiv anzugehen: Mit bewussten täglichen Auszeiten, die jeder mit der von ihm bevorzugten strukturierten Entspannungsübung füllen sollte. Ob Yoga, autogenes Training, Meditation, Atemtechniken, Biofeedback, progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen oder eine andere Methode: "Wenigstens eine Viertelstunde am Tag sollten Sie sich gönnen", forderte sie ihre Zuhörer auf.

"Diesen Termin müssen Sie so ernst nehmen und so fest einplanen wie die nächste Dienstbesprechung oder das Abholen Ihrer Kinder vom Training." So ungestört wie im Seminar auf der Medica wird es dabei vielleicht nicht zugehen. "Macht nichts", so Bühren. Sie riet, störende Hintergrundgeräusche als bewusste Erinnerung an die Umgebung zu akzeptieren, in der man sich gerade befindet - ohne aber weiter darauf einzugehen: "Das Telefon muss dann eben einmal weiterklingeln."
Quelle: www.aerztezeitung.de

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Schmerzexperte gibt Tipps zur Therapie mit Opioiden

Bei Opioiden ist eine größere Schmerzlinderung als mit klassischen NSAR oder Coxiben nicht zwangsläufig.

DÜSSELDORF (hub.) Daran hat Professor Christoph Baerwald von der Universität Leipzig erinnert. Zumindest gebe es keine direkten Vergleichsstudien zwischen Opioiden und Mitgliedern der anderen Arzneigruppen. Bewährt hätten sich Opioide allerdings bei Knie- und Rückenschmerzen, so Baerwald beim Medica-Kongress in Düsseldorf.

Immer wichtig bei Opioiden ist die Aufdosierungsphase, um die optimale Wirkungsdosis zu finden. Dies gelte unabhängig von der Applikationsform des Opioids, also sowohl für per orale als auch transdermale Zubereitungen. Zwar seien Toleranzentwicklungen möglich, in der Regel sind nach der Aufdosierungsphase jedoch keine weiteren Dosissteigerungen nötig - auch nicht nach mehr als einem Jahr der Therapie.

Baerwald riet bei Opioiden zunächst zu einem Therapieversuch von bis zu drei Monaten. Zusätzlich zur Basismedikation sei immer auch eine Bedarfsmedikation gegen Schmerzspitzen angesagt. Unverzichtbar sind nach Ansicht des Schmerzexperten eine korrekte Dokumentation und Evaluation. "Die Patienten müssen ein Schmerztagebuch führen", sagte Baerwald.

Die Begleittherapie gegen opioidverursachte Übelkeit und Obstipation könne nach einiger Zeit gestoppt werden. Komme es als Folge eines Auslassversuches nicht zu vermehrter Übelkeit oder Obstipation, könne die Begleittherapie beendet werden.

Baerwald wies daraufhin, dass in einer Metaanalyse von 34 Studien mit 5500 Patienten jeder zweite Patient unter Opioidtherapie eine oder mehr opioidtypische unerwünschte Wirkungen hatte, etwa Übelkeit, trockener Mund oder Obstipation. Das Bemerkenswerte an dieser Beobachtung: Auch jeder dritte jener Patienten, die nur ein Placebo erhielten, hatte eine oder mehr solcher Wirkungen. Die Erwartung einer Nebenwirkung scheint diese also zu fördern.
Quelle:www.aerztezeitung.de

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Akupunktur bei Rückenschmerzen: nur Placebo?

Die Akupunktur wird heute immer mehr als effektive Methode zur Behandlung von Rückenschmerzen anerkannt. Möglicherweise wird jedoch der Placeboeffekt unterschätzt.

In einer randomisierten Doppelblindstudie haben australische Allgemeinmediziner 100 Patienten mit chronischen Rückenschmerzen sechs Wochen lang entweder mit Laserakupunktur (830 nm, 10 mW, Ga-Al-As-Diode) oder mit Scheinakupunktur behandelt. Im Therapieverlauf waren die Schmerzen signifikant rückläufig - allerdings in beiden Gruppen. Eine Differenz zwischen Laser und Scheinlaser existierte nicht.

Kommentar:
Die Akupunktur wird heute immer mehr als effektive Methode zur Behandlung von Rückenschmerzen anerkannt. Kürzlich wurde sie sogar vom englischen NICE hierfür empfohlen. Bei genauerem Hinschauen sind die harten Daten hierzu jedoch nicht so überzeugend, wie häufig angenommen wird. Das Problem ist u.a., dass viele Studien nicht ausreichend auf Placeboeffekte kontrollieren. Bei der Nadelakupunktur ist das zugegebenermaßen nicht ganz einfach. Bei der Laserakupunktur ist es dagegen äußerst simpel.

Die vorliegende Untersuchung impliziert, wie einige andere auch, dass der Effekt der Akupunktur sich in Wohlgefallen auflöst, wenn es gelingt, Bias völlig zu eliminieren. Das würde bedeuten, dass die Akupunktur eine Placebotherapie ist. Manche Pragmatiker erwidern darauf, dass dies doch letztlich egal sei - Hauptsache es hilft. Ich meine, dass diese Logik uns in die Sackgasse führt. Unter anderem erschwert sie die Suche nach einer wirklich effektiven Therapie von Rückenschmerzen.

Autor: Prof. Dr. med. E. Ernst, Exeter
Quelle.www.medizin-online.de

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Morbus Sudeck: wichtiger pathogenetischer Faktor entdeckt

Man ist einen kleinen Schritt weiter bei der Erforschung der Morbus Sudeck-Pathogenese. TNFalpha scheint eine wichtige Rolle bei dieser äußerst schmerzhaften Erkrankung zu spielen, die bis zum Funktionsverlust der betroffenen Gliedmaße führen kann.

In ersten Fallstudien hatte bereits gezeigt werden können, dass bei Patienten mit Komplexem Regionalem Schmerzsyndrom Typ 1 (CRPS 1, Morbus Sudeck) durch TNFalpha-Inhibitoren Schwellung und Schmerzen gelindert werden. Dennoch fehlte bisher der in-situ-Nachweis von TNFalpha in der betroffenen Extremität.

Dieser gelang nun Schmerzmedizinern der MHH Hannover bei vier Patienten mit Verdacht auf CRPS Typ 1 bei Zustand nach distaler Radiusfraktur. Mittels 3-Phasen-Skelettszintigrafie konnte die Diagnose CRPS gesichert werden. Drei der Patienten befanden sich im Früh- (< 3 Monate), einer im fortgeschrittenen Stadium (> 2 Jahre). Eine Woche danach wurde eine Tc-99m-TNF alpha-Antikörper (Infliximab)-Szintigrafie durchgeführt, wobei fünf Minuten, eine Stunde, vier und 21 Stunden nach der intravenösen Gabe des markierten Infliximab-Konjugats Szintigramme der betroffenen Extremität erstellt wurden.

Erstmals gelang so der in-situ-Nachweis von TNFalpha am Ort des Geschehens. Die markierten TNFalpha-Antikörper reicherten sich spezifisch in den Fingergelenken der Patienten im Frühstadium an, nicht aber auf der kontralateralen Seite oder bei Patienten im Spätstadium.

Die Autoren hoffen, dass dieses Verfahren zukünftig eine prädiktive Diagnostik und eine spezifischere Therapie erlaubt. Unter Umständen eignet es sich auch zur Therapiekontrolle bei anderen TNFalpha-vermittelten Krankheitsbildern. (wk)
Quelle.www.medizin-online.de

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Rezepte rückdatieren ist nicht zulässig!

Sanitätshäuser, Physiotherapeuten oder Pharmafirmen liefern nicht selten parenterale Ernährungslösungen, Hilfs-, Heil- oder Arzneimittel direkt an den Patienten, ohne dass eine Verordnung des Arztes vorliegt. Im Nachhinein soll dann der Arzt eine solche Verordnung ausstellen.

Verordnungsfähige Leistungen in Form von Arzneimitteln, Heilmitteln, Hilfsmitteln setzen allerdings zunächst einen Arzt-Patienten-Kontakt voraus, in dem überhaupt erst festgelegt wird, welche Leistung, z.B. in Form einer Verordnung, notwendig wird. Jede Belieferung von Hilfsmitteln, Verbandsmaterialien, Ernährungslösungen oder Arzneimitteln, die vor einem solchen Arzt-Patienten-Kontakt in Eigenregie des Patienten oder des Lieferanten erfolgt, ist deshalb nicht konform mit den gesetzlichen und rechtlichen Vorgaben in der GKV. Ein solches Vorgehen hat zur Konsequenz, dass der Lieferant oder Patient bestimmt, welche Verordnung der Arzt im Nachhinein auszustellen hat.

MMW-Kommentar:
Ein niedergelassener Arzt sollte sich deshalb auf eine solche Prozedur nicht einlassen, sondern grundsätzlich die Verordnung beginnend für den Tag ausstellen, an dem es den dafür relevanten Arzt-Patienten-Kontakt gegeben hat.

Eine Verordnung für einen zurückliegenden Zeitraum ist unzulässig und kann zu einer Haftungssituation beim Arzt führen. Sollten sich Lieferant und Patient auf eine solche Vorgehensweise einlassen, müssen die anfallenden Kosten vielmehr per Kostenerstattungsantrag gegenüber der Krankenkasse geltend gemacht werden.
Quelle:www.medizin-online.de

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Wir wünschen allen Geburtstagskindern im Monat Dezember alles Gute,
Gesundheit und Glück für das neue Lebensjahr.

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