Kieser - Erfahrungsbericht Drucken E-Mail
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Mittwoch, den 07. Juli 2004 um 00:00 Uhr

Erfahrungsbericht Kieser


Nach meinem BSV (oder auch nicht, die Meinungen gehen hier von Arzt zu Arzt auseinander -> siehe meine Vorstellung) habe ich angefangen, mich im Fitness-Studio abzurackern: Total nette Leute, keine Mucki-Bude im negativen Sinne und eigentlich auch sehr stressentlastend. Der Erfolg stellte sich zumindest insofern ein, dass ich unmittelbar nach dem Training keine Schmerzen mehr hatte, die aber ein paar Stunden später immer wieder kamen.

Dann bin ich durch Zufall auf ein Forum gestoßen, habe einen Beitrag von einem gewissen Thomas gelesen (dem ich heute noch dafür dankbar bin!) und habe mich per Internet http://www.kieser-training.com informiert. Nun, ich bin Journalist von Beruf, und glaube noch lange nicht alles, was auf einer Homepage steht. Also: ich dort hin. Tonnen Fragen gestellt, die ich mir vorher notiert hatte. Die haben bestimmt gedacht, der hat sie nicht alle (ob sie da so falsch lagen?). Trotzdem: meine Fragen (bzgl. Belastung, Dauererfolg, Muskelaufbau, Knochendichte, Wärmreizung usw.) wurden nicht nur zufriedenstellend beantwortet, sondern auch weiterführend erörtert. Die Kompetenz kann ich da niemandem abstreiten, weil ich die Sachlage in- und auswendig kenne. Wer die BSV-Karriere mal hinter sich gebracht hat, könnte wahrscheinlich auch selbigen operieren... Jedenfalls stand also noch die Entscheidung an, ob MKT (Medizinische Kräftigungstherapie) oder "Kieser normal". Die Damen und Herren empfohlen mir selbst, es allein aus Kostengründen einmal mit "Kieser normal" zu probieren. Was ich dann auch tat. Leider, weiß ich nicht mehr was die MKT damals hätte kosten sollen...

Ich fing also mit dem Training an. Mit dem Training an Geräten, die in ihrer Form - finde ich zumindest - mit den Apparaten, die man in "normalen" Fitness-Centern geboten bekommt, kaum zu vergleichen sind. Die Muskelpartien werden seperat - also isoliert - trainiert. Daran muss man sich erst gewöhnen, lernt es aber schnell zu schätzen. So ging es mir jedenfalls.

Das Gewicht wird anfangs relativ niedrig gewählt. So dass über zwei Minuten eine hohe, aber keine zu hohe Belastung aufritt. Jedes Mal wird das Gewicht gesteigert. Ziel der Übung ist es nach zehn Trainingseinheiten ein Gewicht zu erreichen, das den Muskel in der Übung nach 60 bis 90 Sekunden zur Erschöpfung bringt. Das gelingt auch. Im Gegensatz zu manchen Beiträgen in den verschiedenen Foren habe ich es nicht erlebt, dass die Leutchen einen scheuchen. Im Gegenteil. In Trier, wo ich trainiere (kenne aber durch meine Rumreiserei im Job auch die Studios in Luxemburg, Berlin, Magdeburg, die man alle mit der gleichen Karte benutzen darf und die auch absolut identisch aufgebaut sind), wird eher einen Gang zurückgeschraubt, als zu schnell vorgegangen. Bei den Übungen selbst kommt es auf die Genauigkeit der Ausführung an. Eine gewissen Langsamkeit ist gefragt (die Übung F3 werden Rückenkranke sicher in bester Erinnerung erhalten). Und Genauigkeit und Langsamkeit sind der absolute Gegensatz zu meinen bisherigen Mucki-Buden-Erfahrungen. Es ist übrigens auch das erste Mal, dass mir das Muskelschaffen Spaß macht. Das aber nur ganz nebenbei.

Nach zwölf Trainingseinheiten waren die Schmerzen auf ein Maß reduziert, dass ich durchaus ertragen kann. Es gab sogar zum ersten Mal seit 1998 richtig lange schmerzfreie Phasen.

Kieser hat mir bewusst gemacht, dass ich vor allen Dingen ein muskuläres Problem mein eigen nenne. Denn direkt nach den Übungen (vor allen Dingen dem Rückenstrecker F3)* ging es mir immer gut. Der Schmerz war zumindest für eine Zeit lang weg. Er kam zwar wieder, aber weniger stark und nicht so dauerhaft. Langsam ging's aufwärts und heute sind die Probleme nur noch sporadisch da. Ich habe sogar Wochen ohne Rückenschmerzen (Gott behüte, dass das so bleibt!).

Ich sollte dabei auch nicht verschweigen, dass ich zur Zeit nur einmal pro Woche trainiere. Aber ich nehme mir die Zeit noch einmal pro Woche schwimmen zu gehen. Kieser selbst sagt zwar, alle vier Wochen reiche (wenn man mal einen bestimmten Muskelbestand aufgebaut hat), ich bin aber doch lieber zweimal pro Woche an den Geräten.

Noch was zum Preis von Kieser. Man bezahlt 400 Euro im Jahr, was 33,33 Euro im Monat macht, was immer noch 1,5 Euro weniger sind als man mir in meinem bisherigen konventionellen Studio abgeknöpft hat. Bedenke ich alle bisherigen Ausgaben (Wasserbett (übrigens ne klasse Erfahrung), Lendewirbelkissen beim Autofahren (auch nur sehr zu empfehlen), Stützkorsett (benutze ich, wenn ich lange stehen muss oder im Garten arbeite)... ist der Preis absolut okay. Ich habe mich daher im Juli 2002 für einen 2-Jahres-Vertrag entschlossen. Die Kosten sind dann 640 Euro/24 Monate oder 26,66 Euro pro Monat. Ich denke, dass muss ich mir wert sein.

* Noch einen Hinweis zum Rückenstrecker F3. Mit der Übung, die gerade die tiefe Rückenmuskulatur beansprucht, hatte ich anfangs meine Problem. Und das lag an einer zu schnellen Steigerung der Gewichte. Heute (nach immerhin zwei Jahren) trainiere ich F3 mit 124 Pfund, dafür aber rund 380 Sekunden (anstatt der 90 von Kieser empfohlenen). Der Muskel ermüdet so auch nur dauert's halt länger. Und mein Rücken tut nicht mehr weh...

 

Wir danken unserem Mitglied Jochen70 für diesen Beitrag

 

Quelle: Patienten-Informationen
Autor: Jochen

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 25. Januar 2010 um 06:09 Uhr