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Geschrieben von: Administrator   
Donnerstag, den 23. Januar 2003 um 00:00 Uhr
Elektro-Myographie,
auch Elektro-Myogramm oder EMG
Ist ein Untersuchungsverfahren, bei dem die elektrische Aktivität eines Muskels gemessen wird.
Dermatome Ein Dermatom ist ein von einer bestimmten Spinalnervwurzel versorgtes Areal der Haut.
Den Nerven auf der Spur

Untere Extremität: Tests der Neurodynamik


Es gibt zwei Möglichkeiten, die elektrische Aktivität eines Muskels zu erfassen.
Das Nadel-EMG: Hier sticht der Arzt, nachdem er die Haut desinfiziert hat, eine dünne Nadel-Elektrode direkt in den Muskel des Patienten. Auf diese Weise kann über entsprechende Verstärker die Aktivität einzelner Muskelfasern im Inneren eines Muskels abgeleitet werden. Die Darstellung und Speicherung der gemessenen Spannungs-Schwankungen übernimmt meist ein Computer. Daneben werden die Spannungs-Schwankungen über einen Lautsprecher in Form von Rauschen und Knattern hörbar gemacht. Erfahrene Ärzte können manchmal schon anhand der Geräusche eine Aussage über die Art einer Schädigung treffen. Die genaue Analyse erfolgt anschließend am Computer. Der Arzt achtet hierbei besonders auf die elektrischen Signale, die beim Nadeleinstich entstehen. Die Form spontaner Signale bei entspanntem Muskel. Die Signale, die entstehen, wenn der Patient während der Untersuchung den Muskel vorsichtig anspannt. 

Das Oberflächen-EMG: Aufklebbare Oberflächen-Elektroden werden hauptsächlich im Zusammenhang mit der Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) bei der Elektro-Neurographie eingesetzt. Zur genauen Untersuchung des Muskels sind diese Elektroden weniger geeignet, da die Aktivität vieler Muskelfasern gleichzeitig erfasst wird.

Wozu dient die Elektro-Myographie?
Die Elektro-Myographie dient zur Einordnung der Art und Schwere verschiedener Muskel- und Nervenerkrankungen. Vorausgehen sollte immer eine eingehende neurologische Untersuchung, die schon eine Verdachtsdiagnose ermöglicht, um so anschließend gezielt nur einige wenige Muskeln untersuchen zu müssen. Dies ist auch im Sinne des Patienten, da das Nadel-EMG keine angenehme Untersuchung ist.
Ein entspannter Muskel zeigt normalerweise keine elektrische Aktivität. Doch schon wenn er sich nur leicht zusammenzieht, entsteht elektrische Aktivität, die bei stärkeren Muskelbewegungen noch zunimmt. Leidet der Patient tatsächlich unter bestimmten Muskelerkrankungen und Erkrankungen der peripheren oder spinalen motorischen Nerven, weicht die elektrische Aktivität von der Norm ab. 

Folgende häufig auftretende Fragen können mit dem EMG beantwortet werden:
Handelt es sich bei einer Muskelschwäche um eine Muskelerkrankung oder um eine Erkrankung des zuständigen Nervs?
Bei der Verletzung oder Entzündung eines Nervs mit der Folge einer Muskellähmung kann das EMG einen Hinweis auf die Prognose geben. Wichtig ist hier, ob noch eine Restaktivität des Muskels nachgewiesen werden kann oder ob es Zeichen für eine Versorgung durch sich wieder regenerierende Nervenfasern (Reinnervation) gibt.
Indem genau untersucht wird, welche Muskeln von einer Nervenschädigung betroffen sind, kann auch der Ort der Nervenschädigung besser eingegrenzt werden. So kann anschließend in der entsprechenden Körperregion eine gezielte bildliche Darstellung erfolgen beispielsweise durch eine Kernspin-Tomographie

Danke an unser Mitglied Frauke für die Zusammenstellung der Dermatome.

Dermatome

Ein Dermatom ist ein von einer bestimmten Spinalnervwurzel versorgtes Areal der Haut.In diesem Dermatom kommt es, wenn der jeweilige Nerv beschädigt ist bzw. bedrängt wird, zu Schmerzen oder Ausfallerscheinungen.
Dazu muss man jedoch sagen, dass es keine klar abgegrenzten Dermatome gibt, sondern Überlappungen zwischen den einzelnen Bereichen vorkommen. Somit kann der Schmerz in einem bestimmten Bereich immer nur ein Hinweis auf ein Rückenmarksegment sein.
Sir Charles Sherrington (Physiologe 1857 – 1952) stellte dazu folgende Gesetzmäßigkeit fest:
Jedes Dermatom wird von zwei bis drei benachbarten Rückenmarksegmenten versorgt, wobei sich die Bezirke teilweise überlagern.
So spricht man auch davon, dass nur ca. 1/3 eines Dermatoms ein eigenständiges Gebiet ist.
In den folgenden Bildern sind die einzelnen Dermatome des Körpers zu sehen.



Vorderseite des Körpers


Dermatome Vorderansicht


Rückseite des Körpers


 

Quellen: Patienten-Informationen, Neuro24; Quellennachweis
Autor: diebandscheibe.de, Frauke

 

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 21. Februar 2010 um 11:40 Uhr